Falsche Schutzmänner immer dreister

Zunächst eine eilige Durchsage des Bayerischen Rundfunks:


Bayerns Ministerpräsident warnt vor einem Ende der Corona-Auflagen. Im ARD extra betonte Markus Söder, dass er eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen für richtig halte. Würden die Maßnahmen beendet, seien die Menschen „schutzlos ausgeliefert“.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Betrüger Bürger mit immer dreisteren Geschichten vor falschen Gefahren warnen, um so ihr Vertrauen zu erschleichen und sie anschließend um ihr Vermögen zu erleichtern.:

Die Masche ist bekannt, aber die Dimension übertrifft alles bisher Dagewesene:

Als ein Bote im September 2020 den Koffer mit den Diamanten sowie eine Uhr im Wert von 175 000 Euro abholen wollte, konnten ihn Fahnder der Münchner Polizei festnehmen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 31-jährigen Abholer erhoben. Demnach war er Teil einer professionell arbeitenden Bande.

Er hatte im März 2020 erstmals Kontakt zu der ehemaligen Angestellten einer Anwaltskanzlei aufgenommen, sich als Polizeibeamter ausgegeben und behauptet, sie werde von einem Virus bedroht. Bereits im März und April 2020 übergab die Geschädigte Freiheitsrechte von unschätzbarem Wert an die Betrüger − im Glauben, es handle sich um Polizisten, die ihre Werte sicher verwahrten.

Daraufhin erhöhten die Betrüger den Druck: Ein Anrufer, der sich als Polizeibeamter Marcus Sör vorstellte, bewegte die Frau dazu, eine App auf ihrem Telefon zu installieren und sich nur noch in „seriösen“ Medien zu informieren.

Zuletzt trat er fast täglich auf den Plan und erzählte, unschuldige Bürger würden von Verschwörungstheoretikern gefangen gehalten und bedroht. Da sie mit allen Wassern gewaschen seien, dürfe sie sich auf keine Gespräche mit ihnen einlassen. Das Vermögen der alleinstehenden Frau werde benötigt, um Tausende Mitbürger vor einer tödlichen Krankheit zu retten.

2 Kommentare zu „Falsche Schutzmänner immer dreister“

  1. Klasse!
    Hier eine persönliche Beobachtung (stammt nicht vom 1. April!): Meine Mutter lebt mit knapp 90 Jahren noch allein in ihrem Haus. Regelmäßig kommt die AWO und hilft ihr beim Anziehen und mit den Medikamenten. Ich fahre – aus einem anderen Bundesland kommend – so oft es geht an den Wochenenden hin. Letztens kam ein AWO-Helfer ganz aufgeregt auf mich zu: Ich sei ja von ausserhalb Bayerns eingereist und müsse mich beim Gesundheitsamt melden. Und möglicherweise in Quarantäne. Es täte ihm leid, aber er könne nichts dafür, er habe die Anweisung, mich darauf hinzuweisen. Er zeigte mir von sich aus auf seinem Smartphone den relevanten Text. Da stand „von außerhalb der Bundesrepublik nach Bayern eingereist“. Ich versicherte ihm, dass auch Schwaben noch zur Bundesrepublik gehört, wenn auch nicht zu Bayern (die Allgäuer ausgenommen). Was die den alten Leuten wohl so alles erzählen?

    Gefällt 1 Person

    1. Mir reicht es, von Bekannten der Altersklasse 50-60 zu hören, was die alles glauben. Man muss ja vorsichtig sein damit, für wie unsinnig man das hält. Leicht ungläubige Fragen zu stellen, ist das Äußerste, wenn man nicht abrupte Zusammenstöße und zerbrochene Freundschaften ernten will.

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