C-Pandemie in einer Grafik

Die schöne Grafik oben von Thorsten Wiethölter zeigt, dass Corona in Deutschland im Jahr 2020 keine zusätzliche Sterblichkeit gegenüber anderen Jahren verursacht hat.

Sie spiegelt also statistisch und im Rückblick genau das wieder, was der Gerichtsmediziner Klaus Püschel nach ca. 100 Obduktionen von Corona-Toten bereits Mitte April 2020 festgestellt hatte:
Laut Püschel hätten die von ihm untersuchten Todesopfer so schwere Vorerkrankungen gehabt, dass sie „auch wenn das hart klingt, alle im Verlauf dieses Jahres gestorben wären“
Dann wären sie immer noch im selben Jahr gestorben und ebenfalls in die oben gezeigte Statistik eingegangen, nur mit einer anderen Todesursache, die für diese Statistik aber keinen Unterschied macht.
Diese eine Grafik beweist also auch auf einen Blick, dass sämtliche Medienberichte über eine Pandemie, die in Deutschland angeblich wütete, 2020 ganz ohne Grundlage in den harten Daten waren.

Eigene Plausibilisierungen

Ich hatte mir dieselben Daten des statistischen Bundesamtes bereits im März angesehen und aufbereitet, um entsprechende Behauptungen von Dritten zu verifizieren. Hier dabei entstandene Grafiken, die die Entwicklung der Sterbezahlen übers Jahr zeigen:

Sterbefälle in der Altersgruppe 0-79 Jahre in den Jahren 2016-2021

Man sieht in dieser Grafik, dass in der Altersgruppe von 0-79 Jahren das Jahr 2020 nicht auffällig ist gegenüber dem Jahr 2018, als es im Frühjahr eine starke Grippewelle gab. Im Frühjahr 2020 ist dagegen nichts zu erkennen, aber ein etwas kleinerer Buckel am Jahresende.
In der Altersgruppe über 80 Jahren sah das Bild dann doch etwas anders aus:

Sterbefälle in der Altersgruppe 80+ Jahre 2016-2021

Hier erkennt man am Jahresende 2020 eine ausgeprägtere Sterbewelle unter den sehr alten Menschen als im Frühjahr 2018.
D.h. es sind in absoluten Zahlen am Jahresende 2020 mehr Menschen über 80 gestorben als in der schweren Grippewelle im Frühjahr 2018.
Diese Darstellung berücksichtigt aber nicht, dass die Gesamtzahl der über 80-Jährigen im Jahr 2020 größer war als im Jahr 2018.
In der Alterspyramide Stand 2018 waren zwei stärkere Jahrgänge noch 78 und 79 Jahre alt:

Alterspyramide (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Durch diesen Effekt ist die Altersgruppe der Über-80-Jährigen von 2018 bis 2020 von 5,4 auf 5,9 Mio kräftig, um fast 10%, gewachsen.
Die Grafik von Thorsten Wiethölter ganz oben fasst zusammen, dass wegen dieses Basiseffekts im Jahr 2020 auch das individuelle Risiko eines Über-80-Jährigen zu versterben nicht höher war als 2018!

Erbsenzählerei im vollen Detail

In diesem Videobeitrag erläutert Marcel Barz im vollen Detail solche Effekte in der Sterbestatistik und anderen Statistiken zur Pandemie

Ups, die Zensurplattform Youtube hat das Video von Marcel Barz inzwischen als wichtig identifiziert und gelöscht. Deshalb hier noch eine andere Kopie:

In seinem Beitrag spielt auch dieser Vergleich eine Rolle:

Deutschland versus Schweden

Er zeigt, dass die alterskorrigierten Zahlen in Deutschland und Schweden praktisch dasselbe Bild zeigen, dass also dieses positive Bild nicht durch die strengen Maßnahmen in Deutschland entstanden sein kann.

Die Daten von Marcel Barz stimmen sehr gut mit denen überein, die Jens bereits vor ihm aufbereitet und auf Twitter veröffentlicht hatte:

Sterbewahrscheinlichkeit nach Altersklassen 2016-2020 in Deutschland:

Sterbewahrscheinlichkeit (in Promille statt Prozent) nach Altersklassen 2010-2020 in Schweden:

In beiden Ländern war 2020 kein besonders sterbeträchtiges Jahr, mehr zwar als das besonders günstige 2019, aber weniger als die meisten anderen.

Fazit

Viele Autoren kommen mit Daten aus seriösen Quellen zum Ergebnis, dass 2020 in Deutschland keine Killer-Pandemie unterwegs war und in Schweden (bei viel weniger Maßnahmen) ebenso wenig.
Es lag also eher nicht daran, dass die harten deutschen Maßnahmen besonders wirksam waren.

Ausblick

Das Statistische Bundesamt hat seine Sonderauswertung zur Todesursachenauswertung 2020 auf Mitte Oktober verschoben, also auf nach der Bundestagswahl:

Man darf auch schon gespannt sein auf die Über- /Untersterblichkeit im Jahr 2021. Die fällt nämlich bisher in verschiedenen Ländern ganz verschieden aus:

Nachtrag 31.08.2021
Neuestes Update von Jens zur Sterblichkeit in Deutschland 2021:


Der Ex-Offizier und Video-Autor Marcel Barz ist ein sehr interessanter Mensch, der sich ein Lehm-Haus gebaut hat. Faszinierend:

Wohnen im Lehmhaus in Brandenburg

Nachtrag 17.9.2021
Das Video von Marcel Barz wurde auf Youtube zunächst gelöscht, dann wieder online gestellt. Inzwischen haben sich die Faktenchecker der Arbeit angenommen.
Die schlechteste Arbeit kommt natürlich mal wieder von Volksverpetzer/Laschyk. Er ist eine Lusche und denkt eigentlich immer, er habe etwas widerlegt, sobald er daran vorbeigeredet hat:

In typischer Faktenficker-Manier könnte ich jetzt damit beginnen, dass es gar kein „Fake-Video“ war, sondern ein unbestreitbar echtes Video.
Bei den Inhalten weicht er dann auf Zahlen aus dem Ausland aus, obwohl Marcel Barz doch nur über Zahlen aus Deutschland (und Schweden) gearbeitet hat. Was soll das? Marcel Barz wollte zeigen, dass sich in den dt. Zahlen keine Pandemie finden lässt. Und das hat er geschafft. Um zu zeigen, dass das kaum das Verdienst der Maßnahmen sein kann, nimmt er schwedische Zahlen, die ziemlich genauso aussehen, obwohl es dort viel weniger Maßnahmen gab. Das ist Logik! Völlig unlogisch ist es dagegen, darauf mit amerikanischen Zahlen oder spanischen zu reagieren.
Während Barz über die Ganzjahreszahlen spricht, greift sich Laschyk kurze Perioden heraus, um ihn zu widerlegen. Auch das ist statistisch aber nicht möglich. Es gibt immer wieder Perioden mit Über- oder Untersterblichkeit, die sich in normalen Jahren abwechseln und ausgleichen. In Jahren mit mehr Sterblichkeit, zB 2018 und 2020 bei den Über-80-Jährigen (siehe meine Grafiken oben!) bleibt dann im Jahressaldo ein Plus übrig. Der Punkt von Barz (und Wiethölter) ist aber, dass dieser kleine Überschuss 2020 nicht größer war als 2018, wenn man alterskorrigiert, also berücksichtigt, dass die Alterskohorte über 80 in den 2 Jahren um mehr als 9% gewachsen ist. Barz und Wiethölter sind an dem Punkt von einem Dampfplauderer wie Laschyk nicht angreifbar. Laschyk schwurbelt einfach nur herum.

Hier hat Marcel Barz die Fragen und Unterstellungen einer anderen Faktencheckerin von Correctiv veröffentlicht, erläutert und mit Leichtigkeit widerlegt.
These: Diese Faktenchecker-Journos von Volksverpetzer und Correctiv wären allesamt nicht in der Lage, selbstständig einen statistischen Datensatz wie die Sterbezahlen des Statistischen Bundesamts aufzubereiten, um Bevölkerungsdaten zu korrigieren und dann in einem klar strukturierten Video vorzustellen, wie es Marcel Barz getan hat.

Lasst die Hände von unseren Kindern

Guter Vortrag von Andreas Sönnichsen.
Er ist immer sehr korrekt, vorsichtig und moderat in seinen Aussagen.
Gerade deshalb lohnt es sich aufzupassen, wo er sehr klar und deutlich wird:

Prof. Dr. Andreas Sönnichsen ist Mediziner und Hochschullehrer und Spitzenkandidat der Partei ‚die Basis‚ in Bayern für die Bundestagswahl gemeinsam mit Christian Kreiß und Frank Roedel.

Stiko kippt wahrscheinlich um

Die Stiko, die sich eine Weile tapfer gewehrt hatte gegen eine Empfehlung für die Impfung bei Kindern und Jugendlichen, wird sich der Politik wahrscheinlich beugen. Das kündigte schon diese Geschichte an:

Auch solche Kommentare dienten wahrscheinlich dazu, den Druck der Politik nach außen wegzunehmen, um der Stiko vor einer geänderten Empfehlung Glaubwürdigkeit zu verschaffen.
Jedenfalls haben sich jetzt die Nachrichten deutlich ins Gegenteil bzw. in die von der Politik gewünschte Richtung entwickelt:

Nachtrag 30.08.2021
Nach der (erwarteten) Kehrtwende der Stiko gibt Kritik aus verschiedenen Richtungen:

Auch Prof. Kekule hat sich im Focus kritisch geäußert:

Auffällig ist, dass sich Stiko-Chef Mertens zur neuen Entscheidung nicht selbst geäußert, sondern einen anderes Mitglied der Kommission vorangelassen hat.
Nach dieser entschiedenen Äußerung bei ‚Lanz‘ ist das aber nicht überraschend. Seine eigenen Enkel würde er wohl weiter nicht impfen lassen:

Nachtrag 4.10.2021
Dr. Steffen Rabe, Autor des Impf-Blogs, über die Impfung der Kinder gegen Corona. Er unterstützt die von der Stiko zunächst geäußerten Vorbehalte und erklärt ihre Kehrtwende mit politischem Druck:

Schlaganfall im Pressestübchen

Ein absurdes Stück Journalismus wurde uns neulich im Münchner Merkur serviert (Sicherungskopie hier).
Nach der Schlagzeile (s.o.) mit dem Mini-Schlaganfall konnte man nur gespannt sein auf den Artikel: wie winzig war denn der kleine Schlaganfall?

Klar, schwere Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung sind extrem selten. Deshalb wird diese Behauptung unten auch mehrfach widerlegt. Immerhin hat es eine Dorfnerin, also quasi eine Frau vom Dorf, schlimm getroffen. Ganz oben war sogar von krass die Rede, sie hatte nämlich einen kleinen Schlaganfall. Einen kleinen nur.

Bevor es aber zur Sache geht, nämlich zur Winzigkeit dieses Schlaganfalls, muss nochmals eindringlich betont werden, dass sich das Opfer unbedingt wieder impfen lassen würde. Und diese Wiederholung soll auch nicht die letzte bleiben in diesem Artikel:

Sie würde es wieder tun, aber mit etwas mehr Vorsicht, wie immer die auch aussehen mag: schließlich hat sie sich nur eine Piks geben lassen. Den aber vorsichtiger beim nächsten Mal!
Nein, nein, nein, mit Verschwörungstheorien will sie nichts zu tun haben, mit der Verschwörungstheorie zum Beispiel, dass die Impfung manchmal echt krasse Nebenwirkungen haben kann. Die nimmt sie einfach nicht ernst.

Wie alle normalen Menschen hat sie sich anfangs natürlich impfen lassen:

Und dann kamen die ganz normalen Nebenwirkungen, von denen jeder schon gehört hat: Schüttelfrost, Fieber und Kopfweh, mehr nicht. Nichts Krasses jedenfalls.
Und dann war alles wieder vorbei, bis zum zweiten Piks. Da wurde es aber richtig krass ernst:

Hier ist es jetzt richtig rot geworden: Schlaganfall, mini zwar, aber doch ganz schön voll krass: Ich habe total verwaschen geredet… Erinnerungslücken und Probleme mit der linken Körperhälfte. Man fragt sich schon, was daran „mini“ sein soll bei einer 33-Jährigen. Es sind dieselben Symptome wie beim alten, weißen Mann. Aber das vergeht, wenn auch nicht immer, so doch bei ihr.

Und dann noch die Lehren daraus. Zunächst einmal scheinen solche Nebenwirkungen ja gar nicht so selten zu sein, wie eingangs behauptet, denn im Krankenhaus gab es am selben Tag vorher schon drei andere Fälle mit heftigen Nebenwirkungen. Heftig, aber nicht ernst? Und dann, oh Zufall, hat vor ihr noch ein ähnlich gelagerter Fall im Rettungswagen gelegen? Zufälle gibt’s, auch wenn das natürlich extrem selten ist:

Dann wird alles aber ganz grün:Sie hat schon gesagt, dass sie sich unbedingt wieder impfen lassen würde, aber vorher würde sie gerne mehr über die Nebenwirkungen REDEN.
Man fragt sich: Wozu reden?, wenn doch das Ergebnis schon vorher feststeht, aber gut: wir wollen mal nicht kleinlich sein. Das Reden ist natürlich schön, wenn man gerade bei einem Mini-Schlaganfall dem Tod von der Schippe gesprungen ist. 😁 Das darf doch kein Grund sein, sich nicht impfen zu lassen!

Fazit

Dieser Artikel widerspricht sich selbst vom ersten bis zum letzten Satz. Der Leser erfährt gleichzeitig von total krassen Nebenwirkungen, die bei einer 33-Jährigen kaum so schlimm werden würden, wenn sie die Krankheit bekommt statt die Impfung.
Aber, hey, diese Impfung ist das total wert, weil die Nebenwirkungen zwar total selten sind, aber am selben Tag am selben Ort doch mehrmals so ähnlich aufgetreten sind. Und überhaupt in Erding, größer als Dorfen, gibt es dafür gar keine Nebenwirkungen, sagen die Ärzte im Krankenhaus. Was will man mehr?

Entweder will der Journalist den Leser mit diesem Artikel total verwirren, bis er nichts mehr weiß und krasse Nebenwirkungen nicht mehr von Null-Risiko unterscheiden kann. Oder er will entgegen seinen Vorgaben (alles total sicher!) dem Leser eine hochgeheime Botschaft zukommen lassen, dass die Impfung doch voll krass gefährlich ist. Das ist ähnlich wirr, wie der Herr Söder über die sogenannte Impfung spricht.

Heidelberg calling

Im fernen Heidelberg hat der Chefpathologe Erkenntnisse, die schrecklich gut zu den Erfahrungen von Mini-Dorfen passen:

Mehr als 40 Menschen habe man bereits obduziert, die binnen zwei Wochen nach einer Impfung gestorben sind. Schirmacher geht davon aus, dass 30 bis 40 Prozent davon an der Impfung gestorben sind
40 alleine in Heidelberg und davon 12 bis 16 an der Impfung gestorben.
Nun, was heißt dann hier noch schwere Nebenwirkungen sind extrem selten?
Ist der Tod, dem die Dorfnerin nun nicht wirklich bequem von der Schippe gesprungen ist, etwa keine schwere Nebenwirkung?
Wenn so wenig zusammenpasst, sollte man einfach von Desinformation sprechen.
Und wenn Hubert Aiwanger, dem von den Nebenwirkungen die Spucke wegbleibt, was ihm ahnungslose Journos vorwerfen, ein schönes Beispiel braucht, muss er nur nach Dorfen schauen, 56 km von seinem Heimatort entfernt und nur 50 km von seinem Ministerium in München.
Oder eben zum Pathologen Schirmacher in Heidelberg. Über dessen Obduktionsergebnisse und Forderung wurde immerhin auch im Münchner Merkur berichtet: Er geht von einer beträchtlichen Dunkelziffer an Impftoten aus. Aber die sind nun wirklich extrem selten! Extrem viel seltener noch als die vielen Blutgerinsel.

Die Basis: Wirtschaft

Christian Kreiß ist gemeinsam mit Frank Roedel und dem Mediziner Andreas Sönnichsen Spitzenkandidat der neuen Partei dieBasis in Bayern für die Bundestagswahl am 26.9.2021. Er kandidiert auch im Wahlkreis Fürstenfeldbruck.

Wer ist Christian Kreiß?

Der Lebenslauf von Christian Kreiß aus einer Veröffentlichung der Bundestagsfraktion der Grünen:

Kreiß war Co-Autor einer grünen Studie über ‚geplanten Verschleiß‘

Der Wikipedia-Eintrag über Christian Kreiß ist (Stand heute) auch gar nicht mal so negativ und durchaus tauglich für eine erste Information.

Der Kreiß seiner Bücher

Die oben erwähnte Studie für die Bundestagsfraktion der Grünen war die Grundlage für das Buch über geplanten Verschleiß:

Die rechts neben dem Buchcover zitierte Inhaltsangabe und Rezension gibt ganz gut Auskunft über das Buch. Eine kritische Reszension gab es in der FAZ (hinter Paywall) , in der Süddeutschen Zeitung auch. Natürlich ist es schwer beweisbar, dass der Verschleiß geplant ist, aber es ist naheliegend, und dass immer mehr Produkte schwer oder gar nicht zu reparieren sind, ist eine Tatsache. Wollen wir das? Ich nicht. Wie kommt man wieder raus: schwierig. Aber durch Initiative von unten eher als durch Regelungen von Oben. Vielleicht geht das auch nur in einer schweren Krise?

Ich habe selbst zwei Bücher von Kreiß gelesen. Zunächst das Mephisto-Prinzip:
Im Youtube-Kanal einer Fürstenfeldbrucker Sozialinitiative hat Christian Kreiß sein Buch selbst vorgestellt:

In der Ökonomie und in größeren Zeitungen ist das Buch praktisch gar nicht zur Kenntnis genommen worden.

Gegen den Neoliberalismus

Es fällt auf, dass dieses Buch fast ausschließlich in sozialen, christlichen, ökologischen und lokalen Medien vorgestellt und (positiv) besprochen worden ist.
Das passt zu meinem Verständnis der Ideen, die in dem Buch enthalten sind: Kreiß zeigt sich als christlich (protestantisch: Luther wird in dem Buch oft zitiert) geprägter Kritiker des ungezügelten (Finanz-)Kapitalismus.

Er ist aber kein bewusster Sozialist/Zentralplaner, sondern ein in ihrer Praxis und Theorie kundiger Anhänger einer (menschengerechten) Marktwirtschaft. Als solcher sah er die globale Wirtschaft (und Gesellschaft!) 2019 kurz vor einem Abgrund stehen, den er auf die Zersetzung von Anstand und Moral durch die entfesselte Ökonomie zurückführt. Diese seien Grundlage für eine funktionierende Marktwirtschaft. Da die Entfesselung der Ökonomie das Programm des Neoliberalismus ist, ist Kreiß ein christlich-sozial-grün orientierter Gegner des Neoliberalismus.

Das zweite und hochaktuelle Buch von Kreiß, das ich gelesen habe, beschäftigt sich mit gekaufter, also korrupter Wissenschaft:

Hier beschreibt Kreiß z.B. wie Facebook mit 7,5 Mio Euro einen Lehrstuhl für die Ethik künstlicher Intelligenz an der TU München finanziert hat. Er bezeichnet die angebliche Unabhängigkeit des Lehrstuhlinhabers Christoph Lütge und der Forschung als Illusion, denn Facebook kann laut Vertrag (bei Nichtgefallen) die zugesagte Förderung jederzeit einstellen. Andere Beispiele sind die Einflußnahme u.a. der Autoindustrie auf Gefälligkeitsforschung im Komplex des Diesel-Abgas-Skandals. Viele Inhalte finden bereits sich in diesem Artikel in der Süddeutschen wieder.

Spannende Personalie Christoph Lütge

Bei der Recherche zu diesem Artikel ist mir aufgefallen, dass der von Christian Kreiß als von Facebook geförderter Inhaber des Ethik-Lehrstuhls an der TUM kritisierte Christoph Lütge exakt derselbe ist, der von Markus Söder aus dem bayerischen Ethikrat geworfen wurde, weil er die Corona-Politik kritisiert hat:

Das ist natürlich eine bemerkenswerte Tatsache: Lütge steht also in der Corona-Politik auf derselben Seite wie Kreiß: gegen den Lockdown und eine nicht diskursbereite Politik.
Andererseits löscht Facebook angeblich Coronapolitik-kritische Kommentare und profitiert (gemeinsam mit anderen Tech-Konzernen) von der Corona-Politik. Das bedeutet nach dem ersten Anschein, dass Lütge von Facebook doch wesentlich unabhängiger ist, als Kreiß vermutet hatte.
Die Welt scheint wesentlich komplexer zu sein, als es allzu einfache Zeichnungen der Frontlinie suggerieren. Davon nehme ich mindestens mit, dass sich unsere Welt (und das Denken über sie) in einem tiefen Umbruch befindet, in dem alte Gewissheiten und Fronten rasant verfallen.
Christoph Lütge kritisiert inzwischen nicht nur den Lockdown, sondern auch die Instrumentalisierung der Wissenschaft durch die Politik:

Und mit dem bereits auf diesem Blog behandelten Michael Esfeld hat er ein Buch herausgebracht:

Weitere Bücher

Kreiß hat viel geschrieben. Die Stoßrichtung der Titel ist ähnlich wie in den beiden, die ich selbst gelesen habe:

Ein Werbeverbot sehe ich allerdings auch kritisch: Es gibt immer wieder gute Ideen. Warum sollte man für die nicht werben dürfen? Wer entscheidet, ob Werbung berechtigt ist oder nicht? An dieser Stelle kann die gute Absicht sehr leicht in Zwangsbewirtschaftung umschlagen.
Aus der richtigen Analyse eines Problems, hier einem erkennbaren Übermaß von unehrlicher Werbung, folgt nämlich noch lange keine Lösung.
Entscheidend wäre, dass Menschen Werbung sehr viel kritischer betrachten. Ich vermeide schon lange Produkte, für die zu viel geworben wird: schließlich kostet Werbung viel Geld, und der Aufwand, der in die Werbung geht, kann nicht mehr für Herstellung und Qualität des Produkts ausgegeben werden.

Fazit

Ich finde die Kritik von Christian Kreiß in vielen Punkten nachvollziehbar und gerechtfertigt. Mit seinen Büchern positionierte sich Christian Kreiß jedenfalls langfristig nicht als rechts, sondern eher als links, vielleicht sogar „links-grün“, wie das rechte Feindbild heißt.
Einerseits wäre ich sehr dankbar, wenn sich nach Jahren wieder eine moderat linke Politik herauskristallisieren könnte, die für mich wieder wählbar ist.
Richtige Fragen und berechtigte Kritik garantieren aber andererseits noch keine richtigen Antworten.
Christian Kreiß ist ein gut informierter und streitbarer Kopf. Ich werde bis zur Bundestagswahl weiter darüber nachdenken, ob ich die Basis und ihn wählen und verstärkt für sie werben soll.
Die Freien Wähler und andere sind weiter im Rennen, u.a. mit der Kritik von Hubert Aiwanger an Impfpflicht und Impf-Apartheid.
Es bleibt unübersichtlich und schwierig zu erkennen, für welche Politik einzelne Akteure wie Kreiß wirklich stehen und in welchem Ausmaß sie Recht haben und etwas in einer Richtung bewegen wollen und können, die ich unterstützen will.

Impfung als Kommunion

Radio München hat einen guten Audio-Beitrag zu den religiösen Aspekten der Corona-Impfung im Programm:

Der religiöse Aspekt ist umso interessanter, als die tatsächliche Schutzwirkung der Impfung insbesondere gegen die sogenannte Delta- bzw. indische Variante mehr als nur in Zweifel steht:

Schutzwirkung im Zweifel

CDC-Studie: Bei einem Ausbruch in Massachusetts mit 469 Positiven waren 74% vollständig geimpft. Bei 69% Geimpften in der entsprechenden Kohorte, ist also keine Schutzwirkung ableitbar.
79% von diesen hatten Symptome: Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Das ist nach allen Maßstäben sehr viel, weil Corona bei Ungeimpften oft symptomlos bleibt.
4 mussten hospitalisiert werden: das sind mit 0.86% der Positiven nicht gerade wenige.
Hohe Viruslast: also ansteckend waren die Kranken (natürlich) auch.
Diese Delta-Variante scheint so ziemlich alle Mythen zu widerlegen, die über Corona bisher verbreitet wurden.

Auch in Israel hat sich das Infektionsrisiko durch die Impfung nicht verbessert.

In UK, wo auch besonders früh und viel geimpft wurde, sind die Todesfälle MIT Corona bereits wieder weit über deutsches oder schwedisches Niveau angestiegen:

Bei Hospitalisierungen sieht es nicht wesentlich anders aus

Wo ist die positive Wirkung der Impfung?

Zahlen aus Schottland (entsprechende Zahlen werden für ganz UK nicht gesammelt und veröffentlicht) passen zu Massachusetts und zeigen, wie viele der Toten einer Woche geimpft waren:

Mit einer guten Wirksamkeit der Impfung und diesen Impfquoten ist das alles nicht gut vereinbar:

Vor allem sind die Todesfälle mit Corona in UK auch mehr als vor einem Jahr, als es eine Impfung noch gar nicht gab. Auch mit dem zeitlichen Verlauf der Impfung scheint es nicht zusammenzuhängen:

Israel hat am schnellsten viel geimpft (legt aber seit längerem nicht mehr viel zu), Dänemark, Deutschland und Schweden dagegen spät. UK kam dazwischen.
Die Schweden waren lange die Impfunwilligsten – bisher ohne jeden Nachteil beim Krankheitsgeschehen.

Nebenwirkungen weiter hoch

Der Chef-Pathologe meiner Alma Mater fordert mehr Obduktionen von toten Geimpften:

Mehr als 40 Menschen habe man bereits obduziert, die binnen zwei Wochen nach einer Impfung gestorben sind. Schirmacher geht davon aus, dass 30 bis 40 Prozent davon an der Impfung gestorben sind
Natürlich wird das auch bestritten. Aber meine eigene kleine Sammlung von Presseberichten über Todesfälle nach Impfung und die fast stereotype Leugnung eines Impfzusammenhangs spricht für seine These.

Meschnig lesen

Der Autor des intelligenten Radio-München-Beitrags, Alexander Meschnig, hat ziemlich viel geschrieben. Das muss man sich merken und vielleicht das eine oder andere Buch auch mal lesen: