Dada, Dussel: die Wissenschaft™️

Sensation: die Wissenschaft™️, die nie hinterfragt werden darf, ist persönlich bei Plasbergs ‚Hart aber Fair‘ aufgetreten. Sie heißt Anke Richter-Scheer und ist keine einfache Hausärztin.
Und wie schon länger zu vermuten, leidet diese Wissenschaft™️ an ziemlich schlichten, aber hartnäckigen Logik-Problemen. Wer es noch nicht gesehen hat, kann es sich hier ansehen und hören:

Hausärztin Anke Richter-Scheer plappert über die Wirksamkeit der Impfung

Sogar die Bild-Zeitung hat den ersten Lapsus sofort verstanden und verbreitet:

Die Logik, in der diese Schlussfolgerung Sinn macht, müsste erst noch erfunden werden.
Und der Gastgeber erkennt das ja und interveniert ganz sanft mit den Worten:
„Ich kann es Ihnen nicht ersparen. Jetzt sehe ich den einen oder anderen vor dem Fernseher sitzen, der sagt ‚Siehste, zwei Mal geimpft und gestorben. Was soll denn der ganze Scheiß!'“

Und Recht hat er, sowohl der vor dem Fernseher als auch Plasberg. Die Reaktion ist vernünftig, und die Frage muss gestellt werden.
Aber Frau Dr. Richter-Scheer tut im Grunde etwas Ungeheuerliches und geht auf die allzu berechtigte Frage gar nicht ein:
Ja, umso wichtiger ist es ja, dass wir uns alle impfen lassen, boostern lassen, und da geben Sie mir gleich das Wort in die Hand: die 4. Impfung“
Diese Wissenschaft™️ ist grotesk unsinnig: man darf ihr auf keinen Fall folgen.
Und als wäre das nicht schon Unsinn genug, legt sie gleich nochmals nach:
„Ich habe gerade ein anderes Beispiel erzählt, Altenheim, habe ich höchstpersönlich im September geboostert. Da ist jetzt eine Station zur Hälfte Corona-positiv“
Das ist so abgrundtief unsinnig, weil die einzig sinnvolle Schlussfolgerung ist, dass die Impfung wohl nicht so toll wirkt, dass man sie mit Wissen um die unerwünschten Nebenwirkungen unbedingt haben muss.

Keine Wissenschaft nirgends

Niemand in der Runde ist entsetzt über den Unfug. Niemand interveniert nochmals ernsthaft. Auch Plasberg macht sich das nicht wirklich zu eigen, sondern lässt den Unsinn einfach durchlaufen wie einen Glaubenskult, bei dem es auf die Details der Argumentation nicht wirklich ankommt. Es war ja nicht seine Frage, sondern nur die eines Fernsehzuschauers. Sarkastisch könnte man sie eine ‚populistische‘ Frage nennen.

Aber schon Plasbergs einmaliges Nachhaken hat ein Presseorgan, das das Corona-Narrativ stützt, gar nicht erfreut:

‚Unsensibel‘ war es also von Plasberg, eine naheliegende Frage zu stellen, weil die Frau doch vom Tod ihres Kollegen noch betroffen war:
Betroffenheit geht hier vor jeder Wissenschaft.

Rückblende

Anke Richter-Scheer ist schon im April 2021 bei ‚Hart aber Fair‘ als ‚Impfärztin‘ und Leiterin des Impfzentrums aufgetreten:

‚Lichtblick impfen‘ war im April die einhellige Erwartung der Runde

Der Immunologe Carsten Watzl formulierte am Ende dieser Runde:
Der Impfstoff, der jetzt da ist, wirkt auch gegen die Mutanten…
Wir werden erst im Herbst die meisten Leute mit einer Impfung geschützt haben und dann ist der große Test, dass im Herbst keine 4. Welle auf uns zurollt

Plasberg: „Was Sie ausschließen?“

Carsten Watzl: „Was ich sehr positiv bin, und ich bin Optimist. Das werden wir durch die Impfungen verhindern können

Nüchtern betrachtet ist dieser Test nicht bestanden worden. Keiner in der Runde hat eine skeptische Position vertreten. Alle gemeinsam haben einen falschen Optimismus verbreitet. Warum führen solche Fehlschläge nicht zu einem Übderdenken der eigenen Positionen, wie es wissenschaftlich notwendig wäre?
Es gibt genug Wissenschaftler, die die gesamte Corona-Strategie inklusive des Impfens für verfehlt halten und die durch solche Entwicklungen nur bestätigt wurden. Jüngstes Beispiel ist der Tel Aviver Mikrobiologe Ehud Qimron, der das Scheitern insbesondere der radikalen israelischen Impfstrategie feststellt und damit international stark beachtet wurde, aber nicht in den Medien, die Pseudowissenschaftlern wir Anke Richter-Scheer und Karl Lauterbach pausenlos eine Bühne für ihre einseitige Position geboten haben und weiter bieten. Genau diese extreme Einseitigkeit hat mit einer wissenschaftlichen Grundhaltung nichts zu tun.

Fazit

In dieser Talkshow hat sich die vielbeschworene Wissenschaft, der jeder folgen soll, besonders deutlich als eine Leerstelle erwiesen: Hier wurde nichts gezeigt, was wissenschaftliche Standards erfüllt, noch nicht einmal elementar logische.
Die Wissenschaft™️ in den Medien besteht fast vollständig daraus, dass sie postuliert wird, dass ihr Referenz erwiesen wird und dass der Zuschauer oder Leser ihren Folgerungen folgen soll. Die Talkshow bestätigt aber:

Glaube an die Wissenschaft ist Glaube, keine Wissenschaft

Gleichzeitig gilt der Politiker, der in der Talkshow anwesend war, und mit dem Dr. Richter-Scheer immer wieder Einigkeit demonstriert hat, vielen als einer mit wissenschaftlichem Hintergrundwissen, dem zu vertrauen sei:

Dabei ist er von Anfang nichts anderes als ein Panikmacher, der bereits x-fach widerlegt wurde.

Samira, Samira

Samira Y. dürfte dem einen oder anderen noch bekannt sein von ihrem Video aus der Pathologie der LMU, das zu medialem Wirbel und ihrer Kündigung geführt hat. Hier einige Infos zum rechtlichen Kontext ihrer Kündigung.

Dieses Video gefällt mir so viel besser (viel mehr Inhalt + erkennbare Person), dass ich es hier bringe:

„Samira Y. auf dem Spaziergang in Landshut“

Sehr schön ist die wunderbare Mischung aus einer gleichzeitig migrantischen und bayrischen Sprachfärbung, aber hier soll es jetzt um die Inhalte gehen.

Die Frau ist gleichzeitig mutig, ansteckend optimistisch und intelligent. Sie verbindet nämlich die Ablehnung der Impfpflicht mit einer ziemlich harten Warnung:
„Wenn sie wirklich wollen, dass die Leute am 15.3. entlassen werden, dann wird das dazu führen, dass am 15.3. ganz viele ohne Job dastehen und dann alle auspacken werden. Und wenn dann alle auspacken aus den Krankenhäusern und dem Gesundheitswesen, dann ist die Suppe am Dampfen…
Das ist natürlich vor allem dann ein guter Punkt, wenn man davon ausgeht, dass aktives medizinisches Personal (im Gegensatz zu den Pensionierten) mit der Angst um den Arbeitsplatz im Schweigen gehalten wird.

Der Arzt im Video nach ihr spricht übrigens von denselben Tausenden von Impf-Toten, über die auch Lisa Fitz gesprochen hat, woraufhin ihr Auftritt aus der Mediathek gelöscht wurde.

Mainstream-Berichterstattung dreht sich etwas

Samira Y. beschreibt auch manipulierte Totenscheine im Zusammenhang mit Corona-Toten, die häufig nicht an, sondern nur mit Corona gestorben seien.
Dieses Thema der Datenmanipulationen wird in den letzten Tagen auffällig häufig und breit auch in etablierten Medien behandelt, nicht nur in der WELT, sondern auch in anderen Zeitungen und im Fernsehen. Hier etwa bei SAT1:

Auch die anhaltend lausigen Daten („Datastrophe“) bei RKI & Co. wurden wieder einmal im ÖRR (ZDF Berlin-direkt) thematisiert:

Jeder aufmerksame Beobachter kann eigentlich schon seit fast 2 Jahren sehen, dass hier fachlich so lausige Arbeit abgeliefert wird, dass es eigentlich kein „Fehler“ mehr sein kann, sondern Methode haben muss: Die Politik lügt hemmungslos und lässt hemmungslos lügen, um durchzubringen, was sie anders nicht durchbringen kann.

Wenig überraschend haben sich deshalb die auch von Lauterbach verbreiteten Warnungen vor einer „unsichtbaren“ Omikron-Wand wieder als haltlos herausgestellt:

Hier der ZEIT-Artikel mit der kläglich falschen ‚Modellierung‘ einer ‚Wand‘. Und hier die Entschuldigung, warum es bisher doch anders gekommen ist. Dabei ist das Versagen solcher Panik-Prognosen keine Überraschung, sondern schon bisher der Normalfall gewesen. Diese Modelle sind in der Regel nicht gut genug für eine Prognose und systematisch auf schlimme Szenarien getrimmt. Jeder mathematisch Gebildete weiß, dass Wachstumsprozesse nur relativ kurze Zeit exponentiell bleiben können. Das wiederkehrende Geschwafel vom ‚Präventionsparadox‘ dient lediglich dazu, die gezielte Panikmache und Täuschung zu kaschieren.

Leider haben gelegentliche Einsichten, dass die Behauptungen von Regierung, Behörden und interessengeleiteter Wissenschaftler keinesfalls wahrheitsgetreuer und zuverlässiger sind als die einer Samira, bisher keine praktischen Konsequenzen. Beim nächsten Mal werden sie trotzdem wieder allein in den großen Medien verbreitet. Umso wichtiger bleibt es, Gegendarstellungen ebenfalls zur Kenntnis zu nehmen.

Unabhängige Medien und Köpfe sind wichtig

Solche zum Beispiel wie Johann Missliwetz und seine Warnung vor der Häufigkeit der impfverursachten Myokarditis bei jungen Menschen:

Was Missliwetz am Schluss über Übersterblichkeit und schwere Herzkrankheiten von (viel zu) vielen Sportlern sagt, habe ich hier bereits dokumentiert.

Wie ein Besatzer

Frank Ulrich Montgomery macht mal wieder mit kernigen Ansagen auf sich aufmerksam. Er liest die Leviten niemandem weniger als „Bund und Ländern“ gemeinsam:

Ganz typisch: riesengroßes Mundwerk und mickriges Argument, nämlich wieder nur Omikron. Und das Virus ist belebt und freut sich, wenn wir nicht gut aufpassen.
Für das letzte Argument müsste er kein Mediziner sein, denn so sprechen auch Erzieherinnen mit kleinen Kindern im Kindergarten: Karies&Baktus -Pädagogik.

Keine Fakten über Gefährlichkeit von Omikron

Auch hinter dem Argument Omikron stecken erstaunlich wenig Fakten (aber jede Menge Suggestion durch Wiederholung auf allen Kanälen).
Die Fallzahlen steigen zwar, weil die Variante wohl ansteckender ist, aber die Befallenen werden überall viel weniger krank als bei früheren Varianten. Zumindest wird das ziemlich übereinstimmend berichtet aus

  • Südafrika, wo die Variante herkommen und inzwischen dominieren soll:
    Viele südafrikanische Ärzte halten eine Infektion mit Omikron für einen wirksameren Weg zur Herdenimmunität als Impfungen
  • Großbritannien, wo sie schon weit verbreitet sein soll:
    Zwei britische Studien scheinen die südafrikanischen Beobachtungen von milderen Omikron-Krankheitsverläufen zu bestätigen
  • Dänemark, wo das auch der Fall ist und wo auch noch viel getestet wird.
    Die meisten neuen Covid-Fälle in Dänemark treten bei Personen auf, die geimpft oder geboostet sind – und das gilt sowohl für Omicron als auch für frühere Varianten. Mehr als 76 Prozent der Covid-Infektionen in Dänemark, die nicht auf Omicron zurückzuführen sind, betreffen geimpfte Personen, ebenso wie etwa 90 Prozent der Omicron-Infektionen

Aktuelle Zahlen dazu, zunächst die Fallzahlen:

Fallzahlen sind in DK und UK hoch, sinken aber in DK wieder, in Südafrika und Deutschland auch

Bei den Todesfällen steht Deutschland relativ schlecht da, aber sie steigen nicht mehr:

Der stark fallende Trend der Krankenhauseinweisungen für Deutschland verspricht Entlastung an Weihnachten:

Insgesamt rechtfertigen die bekannten Daten (zu denen Montgomery nichts gesagt hat) keine Panik. Gemacht wird die Panik besonders in Deutschland aber trotzdem, unter anderem natürlich von Montgomery. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass das auch wie im Frühjahr mit B1.1.7 wieder eine Murmeltier-Prognose ist, die nicht eintritt.

Montgomery ist Radiologe, also weniger nahe am Thema Viren und Corona als etwa Lungenarzt Wolfgang Wodarg oder Epidemiologe Sucharit Bhakdi.
Dass er nicht ganz ernst zu nehmen ist, selbst nach seinen eigenen Maßstäben, hat Montgomery bereits bewiesen:

Wenn Montgomery also zu den medizinischen Fakten und Lösungen gar nichts beiträgt, was ist dann seine eigentliche Rolle in Deutschland?

Politischer Zuchtmeister für die Deutschen?

Erstens fällt auf, dass er mit vermeintlich medizinischen Argumenten gerne dann die Arena betritt, wenn es um politische Fragen geht. So war es zum Beispiel 2018, als es um die (mangelhafte) Altersfeststellung von Flüchtlingen ging:

Montgomery mit ultrahumanitärer Position: „körperliche Unversehrtheit“ gegen Röntgen

Das Argument der „körperlichen Unversehrtheit“ ist bei ihm 2021 vergessen, wenn es um das unfreiwillige Impfen von Kindern geht:

Keine Skrupel beim Impfzwang für Kinder

Dabei kommt niemand kurzfristig durch das Röntgen seiner Hand zu Tode, aber Kinder sind sehr wohl kurzfristig nach einer Corona-Impfung gestorben, obwohl sie selbst von der Krankheit wenig zu fürchten haben.

Hier sind Montgomery die ethischen Maßstäbe ganz böse verrutscht. Das kann schon einmal passieren, wenn jemand über sein Steckenpferd spricht, die Impfpflicht nämlich:

Montgomery sagt der Kanzlerin, was sie zu tun hat

Sein Spezialgebiet ist das Hineingrätschen in politische Entscheidungen. Gerade so als wäre er nicht einfach ein Arzt (der Titel ‚Weltärztechef‘ ist ziemlich umstritten, wird ihm von vielen Journalisten aber gerne verliehen), sondern eher so etwas wie ein Generalgouverneur und Vize-König im kolonialen Indien.

Und diese Spur ist vielleicht gar nicht ganz falsch.

Ein illustrer Name

Montgomery trägt nämlich einen ziemlich illustren Namen, den des britischen Feldmarschalls Bernard Montgomery.
Er ist außerdem tatsächlich der Sohn eines britischen Stabsoffiziers und einer deutschen Mutter. Wenige Jahre nach seiner Geburt hat der Vater sich von seiner Mutter getrennt und ist nach England zurückgekehrt, wo ihn der junge Frank Ulrich regelmäßig in den Ferien besucht hat.
Sehr sorgfältig vermeiden sowohl sein Wikipedia-Eintrag als auch andere Lebensläufe von Frank Ulrich Montgomery die Nennung der genaueren Identität des Vaters. So einfach lassen sich mehr Details nicht finden: er bleibt ein namenloser, wenn auch nicht ganz gewöhnlicher britischer Offizier.
Der berühmte General Bernard Montgomery hat seinen aktiven Militärdienst 1958 als Stellvertreter des NATO-SACEUR beendet, den er 1951 als letzte Station noch als Stellvertreter von General Eisenhower auf dem Kontinent angetreten hatte. Frank Ulrich ist Jahrgang 1952.

Umgang mit der Peitsche

Auffällig bei Frank Ulrich Montgomery ist sein herrisches Auftreten, selbst gegenüber gewählten Regierungsvertretern in Deutschland (siehe oben). Noch eine deutliche Spur arroganter und maßloser äußert er sich über namenloses Volk in diesem Land:


Wikipedia berichtet über Bernard Montgomery:
„Montgomery was notorious for his lack of tact and diplomacy…
Antony Beevor, in discussing Montgomery’s counterproductive lack of tact in the final months of the war, described him as ‚insufferable'“

„Montgomery ließ es notorisch an Taktgefühl und Diplomatie mangeln…
Antony Beevor beschrieb ihn, als er Montgomerys schädlichen Mangel an Takt in den letzten Monaten des Krieges beschrieb, als ‚unausstehlich'“

Solche Zufälle kommen in den allerbesten Familien vor.

Bernard Montgomery (links)

Nachtrag 26.12.2021
Montgomery darf zwar „Bund und Länder“ kritisieren, wie er mag, aber Richter sollen ihre Entscheidungen als 3. Gewalt nicht aufheben.
Ich hätte nicht gedacht, dass er seinen Allüren so schnell die Krone aufsetzen würde: Montgomery spricht von „kleinen Richterlein“, die ihm wohl als letzte auf den Senkel gegangen sind.

Im Vergleich zu „kleinen Richterlein“ fühlt sich Montgomery als ganz großer Welt*Chef bzw. als Vizekönig. Und so führt er sich auch auf.

Nachtrag 30.12.2021
Die Bundesärztekammer (und zuvor schon die Kassenärztliche Vereinigung) haben sich von Montgomery scharf distanziert:
Das BÄK-Präsidium wies daraufhin, dass solche richterlichen Entscheidungen alles andere als Anma­ßungen seien. Solch eine Kontrollfunktion sei das schützenswerte Fundament der Gewaltenteilung in Deutschland….
Das BÄK-Präsidium sprach Montgomery jegliches Mandat ab, für die Ärzte in Deutschland zu gesund­heits­politischen Fragen zu sprechen

Mehr Ärzte mit Widerspruch

Der pensionierte Gerichtsmediziner Johann Missliwetz hat sich auf einer Veranstaltung der oberösterreichischen MFG über Corona-Risiken und Impf-Risiken geäußert:

Johann Missliwetz mit

Sein eingangs vorgestelltes (realistisches) Beispiel einer 36-jährigen Patientin, einmal als Corona-Opfer und einmal als Impf-Opfer, illustriert die ungleiche Bewertung solcher an sich ähnlichen Fälle, die ich bereits im Januar des letzten Jahres in einem Blogbeitrag dokumentiert hatte.
Seine kritische Einstellung zur Corona-Politik ist durchaus mit der von Chefarzt Thomas Sarnes zu vergleichen. Einer von sehr vielen, die in der offiziellen Öffentlichkeit keine Rolle spielen.
Von Johann Missliwetz kann man sich zB durch seine Einführung in die Gerichtsmedizin einen Eindruck ohne Corona-Bezug verschaffen oder im Zusammenhang mit einem konkreten Fall von 2015.

Die Forderung nach mehr Obduktionen von Toten nach Impfung deckt sich mit dem, was der Heidelberger Pathologe Schirmacher bereits im August gefordert hat:
Er geht von einer beträchtlichen Dunkelziffer an Impftoten aus…Von den meisten Patienten, die nach und möglicherweise an einer Impfung sterben, bekämen die Pathologen gar nichts mit.
Schirmacher geht davon aus, dass 30 bis 40 Prozent davon an der Impfung gestorben sind“

Für noch aktive Mediziner ist es sehr viel riskanter, sich kritisch zur Corona-Politik zu äußern:

Entfernung kritischer Ärzte aus dem Establishment

Der Hochschullehrer Andreas Sönnichsen hat einen Prozess gegen die Ärztekammer Wien gewonnen:

Auch eine Grazer Notärztin, die sich spontan und im Zusammenhang mit zwei von der Impfung ausgelösten Notfällen negativ zur Corona-Impfung geäußert hat, bekam Ärger mit der Ärztekammer:

Ihr Freispruch und der Sieg von Sönnichsen sind schön, denn die österreichischen Ärztekammern gehen sehr radikalisiert gegen Ärzte vor, die der Corona-Impfung kritisch gegenüberstehen. Sie ernten im Zusammenhang damit auch Protest von zahlreichen Ärzten.

Gleichzeitig ist Andreas Sönnichsen von der Medizin-Universität Wien wegen seiner fortgesetzt nicht-angepassten Äußerungen zur Corona-Politik entlassen worden:

Nachtrag 21.12.2021
Dieses Video von Dr. Thomas Sarnes habe ich gerade erst gefunden:

Überraschung am Abend:
Der Virologe Kekulé wird des Dienstes an der Hochschule Halle enthoben:

„Die Gründe, die zur vorläufigen Dienstenthebung Kekulés geführt haben, werden in dem Brief nicht genannt“
Interessant und etwas unerwartet. So kritisch wie Andreas Sönnichsen hat sich Kekulé nie geäußert. Die Gründe mit der Lehrtätigkeit wirken jedenfalls vorgeschoben, denn bei einem Professor, der nicht „umstritten“ ist, wird da regelmäßig ein Auge zugedrückt. Es ist schließlich verständlich, dass ein Hochschullehrer der „zweifellos hervorragende wissenschaftliche Arbeit“ leistet, nicht „so viel Zeit hat“ für seine Lehrtätigkeit.

Nachtrag 22.12.2021
Ich habe Kekulé in den letzten Wochen nicht so recht mitbekommen, weil ich seit Jahren praktisch nie fernsehe, aber nach einer kleinen Suche erschließt sich mir schon, warum er gesäubert werden musste: Er hat das Narrativ von der Erlösung durch Impfung gekillt, sanft zwar, aber doch deutlich:

Und das sogar prominent bei Lanz:

„Falsche Versprechen“ an Geimpfte? Geht gar nicht!

Weiteres Foul von Kekulé:

Zweifel zu säen an der Wirksamkeit einer Booster-Impfung gegen Omikron, die die armen Politiker gerade dem schon skeptischen Publikum verkaufen müssen: Was hat sich der Mann nur dabei gedacht? War doch klar, dass es darauf eine Antwort geben muss!

Meinung wird Missbrauch

Der Leiter der Intensivstation der Unfallklinik Murnau, Wolfram Popp, hat auf einer Demonstration einer Gruppe Pflegekräfte der Klinik gegen die Impfpflicht für sie in Murnau folgendes Interview gegeben.
Hören Sie mal rein und gewinnen Sie einen eigenen Eindruck von seinen Aussagen:

Murnau: Wolfram Popp gibt ein Interview

Der Münchner Merkur hat als eine von wenigen MSM berichtet:

Angeblich prüft die Klinik Maßnahmen gegen den Angestellten. Er habe seine Funktion missbraucht:
Dieser hat am 6. Dezember 2021 im Rahmen einer Protestaktion gegen die Impfpflicht in seiner Funktion als Führungskraft der Klinik den Nutzen der Corona-Schutzimpfungen in Frage gestellt. Dabei hat er seine Funktion missbraucht, um seine privaten Ansichten öffentlich und unautorisiert im Klinikkontext zu verbreiten

Wer sich das Video angesehen hat, weiß, dass er den Nutzen der Impfungen nicht generell in Frage gestellt hat, sondern vor allem für gesunde und fitte Jüngere und auch für sich selbst mit knapp über 50 mehr Risiken als Nutzen sieht.

Bleibt eine Frage:
Wie kann sich die Führungskraft einer Klinik in diesem Land noch öffentlich kritisch äußern, ohne „ihre Funktion zu missbrauchen“?
Besteht Meinungsfreiheit im Jahr 2021 darin, entweder zuzustimmen oder zu schweigen?

Und eine Anmerkung:
Was Wolfram Popp über die 2021 zunehmende Anzahl an Herzkreislauf- und neurologischen Notfällen in Murnau und Bayern gesagt hat, deckt sich mit dem, was ich im letzten Beitrag berichtet habe. Hier nochmals die Grafik aus dem RKI-Bericht dazu:

Nachtrag 13.12.2021
Das Meinungsbild in den Leserbriefen zu Popps Aussagen ist erstaunlich einheitlich positiv.

Dieser Tweet bringt Popps Situation auf den Punkt. Er gilt auch für Stationsleiter:

Ein Fall 1 ist u.a. Chefarzt Dr. Thomas Sarnes.

Rätselraten um Übersterblichkeit

Es rauscht im Blätterwald. Nach Monaten, in denen nur ‚Schwurbler‘ darüber berichtet haben, ist jetzt in größeren Medien angekommen, dass es 2021 (im auffälligen Gegensatz zu 2020) eine andauernde Übersterblichkeit gibt.

2021 mehr Sterbefälle als 2020

Der ‚Standard‘ bringt in einem bemerkenswerten Artikel die Fakten für Österreich:

Die Zahlen sind nämlich eindeutig: im Herbst 2021 liegen die Zahlen der Corona-Toten um etwa 1/3 niedriger als 2020:

Tägliche Corona-Tote in Österreich 2020 und 2021

Noch deutlicher wird das, wenn man nicht die täglichen Todesfälle plottet, sondern die Summe aller Todesfälle seit 1. Oktober:

Corona-Tote seit 1. Oktober in Österreich 2020 und 2021

Entgegen allen anderslautenden Meldungen sterben im Herbst 2021 also viel weniger Menschen mit Corona als 2020.
Gleichzeitig liegen die Zahlen aller Toten, also ursachenunabhängig, 2021 höher als 2020:

Alle Toten in Österreich 2020 und 2021

(Der letzte Datenpunkt in KW 46 fällt mutmaßlich deshalb aus der Reihe, weil es für 2021 noch Nachmeldungen geben wird, für 2020 aber nicht, KW 46 liegt schließlich nicht einmal 3 Wochen zurück)

Der Artikel spekuliert über einige mögliche Ursachen, ohne zu einem Schluss zu kommen. Eine Möglichkeit diskutiert er aber ausdrücklich nicht:
Die Möglichkeit, dass die Impfung evtl. zwar die Zahl der Corona-Toten reduziert, aber dieser Effekt durch Tote wegen der Nebenwirkungen mehr als aufgehoben wird.

Übersterblichkeit 2021 ist unbestritten

Der Effekt einer Übersterblichkeit in 2021 gegenüber 2020 und noch mehr gegenüber allen anderen Vorjahren wird nicht nur aus Österreich berichtet, sondern z.B auch aus Deutschland und aus Großbritannien.

Für Deutschland entnimmt man dieselbe Tatsache einem Bericht des Statistischen Bundesamtes vom 30.11.2021:

Die Grafik zeigt, dass 2021 seit KW 16 die Sterblichkeit über allen Vorjahren 2017-2020 liegt mit Ausnahme weniger Sommerwochen, in denen 2021 die Hitzewelle ausgefallen ist, die in den Vorjahren regelmäßig zu einer erhöhten Sterblichkeit geführt hat. Die Grafik zeigt auch (rote Linie unten), dass die Übersterblichkeit 2021 insbesondere gegenüber 2020 nicht durch Corona-Tote erklärt werden kann. Das zeigen auch andere Datenquellen. Diese Zahlen waren nämlich 2020 und 2021 sehr ähnlich:

Corona-Tote Deutschland nach Johns-Hopkins-Universität

Wie kommt also die deutliche Übersterblichkeit 2021 zustande, wenn nicht durch Corona-Tote?

Noch deutlicher fällt die Übersterblichkeit in Schottland aus, vor allem in KW40-KW45:

Gesamtsterblichkeit in Schottland 2021 (rote Kurve) im Vergleich zu den Vorjahren

Auch in England und Wales lag die Sterblichkeit in KW46 16,9% über dem 5-Jahres-Durchschnitt, etwas mehr als in den Vorwochen, im Trend aber ähnlich.
Und auch hier ist die Übersterblichkeit nur zum Teil durch Corona-Tote zu erklären:

Die gesamteuropäische Sicht auf die regionale Übersterblichkeit von KW40-KW47 gibt es bei Euromomo:

Neben Österreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich fallen auch die Niederlande, Belgien, Slowenien, Ungarn, Estland, die Ukraine und zuletzt Spanien durch hohe Übersterblichkeit (mittelblaue oder dunkelblaue Färbung) auf.

Herzprobleme?

In keinem der oben verlinkten Artikel wird die Ursache der Übersterblichkeit in Österreich, Deutschland oder dem Vereinigten Königreich überzeugend geklärt.

Aber dem aufmerksamen Zeitungsleser fallen natürlich die vielen Fußballer, sonstigen Sportler und Normalos ein, die plötzlich und unerwartet irgendwo umfallen wie Christian Eriksen mit Herzproblemen. In der Berliner Zeitung gab es zum Beispiel eine lange Liste mit Fußballern, die auf dem Platz oder danach umgefallen sind. Manche sind wieder aufgestanden, andere haben aber zur Statistik der Todesfälle 2021 beigetragen. Und zu einer Übersterblichkeit geführt?

Und solche Fälle gibt es auch im Vereinigten Königreich nicht selten. Der Telegraph zählte 3 in einer Woche, vermied aber die Antwort auf die Frage nach der Ursache.
Dem britischen PoC, Ex-Fußballer und Sportkommentator Trevor Sinclair wurde kurzerhand die Sendung gekappt, als er nach einer möglichen Ursache für den Kollaps von John Fleck fragte:

Deshalb war er so frei die Frage nochmals selbst auf Twitter zu stellen und mehr als 10000 Likes einzusammeln:

„Jeder, mit dem ich über diese Herzprobleme von Fußballern spreche (die beunruhigenderweise zur Zeit häufiger aufzutreten scheinen), [will wissen], ob sie mit COVID-Impfstoffen zu tun haben oder nicht“

Britische Zeitungsberichte bestätigen inzwischen, dass es eine starke Zunahme von Herzproblemen in der Breite der Bevölkerung gibt. Von bis zu 300000 Fällen ist im ‚Evening Standard‚ die Rede:

„Bis zu 300000 Menschen stehen vor Herzkrankheiten wegen Stress-Störungen nach der Pandemie“

Die angegebene Ursache wirft Fragen auf:
– ist die Pandemie denn in UK schon vorbei? (In Deutschland nicht)
– warum traten diese Stress-Störungen erst 2021 auf und nicht schon 2020?
– und was ist mit der Frage von Trevor Sinclair nach einer anderen Ursache?

Und auch in Deutschland gibt es eine Häufung u.a. von Notfällen mit Herzproblemen:

Der RKI-Bericht dazu enthält u.a. folgende Grafik über das erhöhte Niveau von Herzkreislaufproblemen in Notaufnahmen ab Mai in 2021:

Einen ähnlichen zeitlichen Verlauf zeigen die Notaufnahmen aus neurologischen Gründen:

Herzprobleme durch Impfung

Dabei ist ein Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung und Herzproblemen gerade junger Männer sehr wohl bekannt.

Das gilt sowohl für Großbritannien:

als auch für Deutschland:

„Allerdings sind auch nach der Impfung mit Biontech/Pfizer Fälle von Myokarditis oder Perikarditis aufgetreten, jedoch deutlich seltener. Betroffen sind vor allem junge Männer und männliche Jugendliche – warum es den Geschlechterunterschied bei dieser Nebenwirkung gibt, ist noch nicht geklärt“

Also grundsätzlich ist der Zusammenhang sehr wohl bekannt. Es könnte sich also lohnen, etwas genauer nach einem rein quantitativen Fehler zu suchen.

Fazit

  1. In einigen europäischen Ländern gibt es in 2021 eine markante Übersterblichkeit gegenüber den Vorjahren und auch gegenüber dem Pandemie-Jahr 2020
  2. In großen Medien und offiziellen Verlautbarungen gibt es zur Ursache zwar Rätselraten, aber keine überzeugende Antwort
  3. Ein Zusammenhang mit den 2021 gerade im Sport häufiger als normal zu beobachtenden Herzproblemen scheint auch zahlenmäßig naheliegend
  4. Ein Zusammenhang zu den in 2021 durchgeführten Corona-Impfungen ist tabu und wird nur von ‚Schwurblern‘ und unvorsichtigen Teilnehmern des medialen Betriebs zur Diskussion gestellt, aber nicht gerne diskutiert.

Nachtrag 6.12.2021
Sehr informatives, knappes Video über die deutschen Zahlen und die selektive Berichterstattung:

Zusammenfassung in einer Grafik:

und einem kurzen Text des ’subjektiven Studenten‘:
Die prozentuale Übersterblichkeit in Deutschland nimmt von Woche zu Woche zu.
Im letzten Jahr gab es zu dem Thema (selber Zeitraum) zig Artikel – damals ca. 8%.
Heute liest man nichts dazu. Jemand eine Idee warum?

Der Blogger Peter F. Mayer hat heute einen Beitrag über die dubiose Erklärung des „Evening Standard‘ durch das ‚postpandemic stress disorder‘ veröffentlicht:
Postpandemische Belastungsstörung soll Impfschäden vertuschen

Gestern schrieb ich, dass der Zusammenhang zwischen der Impfung und Herzproblemen und damit der Sterblichkeit eine rein quantitative Frage sei, also keine des Ob, sondern nur des Wieviel.
Heute bestätigt ein Artikel der Frankfurter Rundschau, dass Bewegung in der Sache jederzeit möglich ist:

Die dramatische Bebilderung eines Problems, das immer noch klein geredet wird, finde ich außerdem problematisch.
Offensichtlich werden die Leser mit einem Problem aufgeputscht, das einerseits verharmlost wird, von dem aber hinterher niemand behaupten kann, er habe davon nichts wissen können, weil er gar nicht darüber informiert wurde. Strategie einer anderen Art von Spannung!

Der Autor Alex Berenson behauptet, die Impfung würde auch in Schweden eine Übersterblichkeit verursachen. Die Impfquote ist dort etwas höher als in Deutschland oder Österreich. Allerdings lässt sich diese im Vergleich zu den oben diskutierten Ländern bei Euromomo praktisch nicht erkennen:

Das Problem scheint also wesentlich weniger ausgeprägt bis kaum relevant zu sein, aus welchem Grund auch immer.

Nachtrag 9.12.2021
Das statistische Bundesamt hat die Sterbefallzahlen am Dienstag aktualisiert. Das Problem besteht in KW 47 unvermindert fort. Die Übersterblichkeit ist durch Corona-Tote nicht erklärbar:

Ganz besonders deutlich wird das im direkten Vergleich mit demselben Zeitraum in 2020 (rot gestrichelte Kästen) und mit farblicher Markierung der Flächen von Über-(rot) und Untersterblichkeit (grau) gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2016-2019:

Nachtrag 15.12.2021
Wenn eine Information ein großes Publikum erreicht und für Zweifel an einem offiziellen Narrativ weckt, muss ein ‚Faktencheck‘ her, der die Fakten in ein besseres Licht rückt. In ganz wichtigen Fällen kommt der von der Tagesschau:

Wie es in einem solchen Faktenfick leider häufig vorkommt, ist der wissenschaftlich dünn und logisch ungenügend. Alle Einzelargumente laufen darauf hinaus, dass ein Zusammenhang zwischen Impfung und häufigeren Herzkreislaufproblemen nicht nachgewiesen sei oder nicht zwingend, weil es auch andere mögliche Ursachen oder Zufälle gäbe. Die Nichtnachweisbarkeit, sofern man sie denn akzeptiert, beweist aber keinesfalls die Nichtexistenz eines Zusammenhangs („Es gibt keinen Zusammenhang“).
Auch in den Detailanalysen stecken zahlreiche Fehler und Lücken. So argumentiert z.B. der Kardiologe Stephan Baldus, dass der Anstieg der Herzprobleme im Mai zeitlich nicht zur Impfung von jüngeren Männern passt und zur Myokarditis, die diese auslösen kann. Das mag stimmen, aber niemand hat behauptet, dass diese Notfälle vor allem bei jüngeren Männern auftreten und immer auf eine Myokarditis zurückzuführen sind. Schnelle Herzinfarkte auch bei älteren Männern und Frauen zählen da nämlich auch dazu:

Dann passt das nämlich zeitlich sehr gut, wovon dieses „überspezifische Dementi“ ablenkt.

Die Übersterblichkeit hat sich übrigens in KW 48 weiter verschärft: auf 28% gegenüber dem Medien der Jahre 2017-2020.

Nachtrag 4.1.2022
Aus unerwarterer Ecke gibt es jetzt Zahlen dazu auch aus den USA, und die sind brutal. Der Chef eines regionalen Lebensversicherung hat erklärt:
„(Versicherte) Todesfälle bei Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren sind 2021 um 40% gestiegen“
Dazu sagt er noch:
“Um ihnen klarzumachen, wie schlimm das ist: ein 3Sigma- oder Einmal-in -200Jahren-Ereignis wäre ein Anstieg um 10% im Vergleich zu vor der Pandemie…Deshalb sind 40% ganz außerhalb von dem, was man je gehört hat“

Medien-Wissenschaft grotesk

Selten wurde der Stumpfsinn dessen, was in Medien den Menschen als zweifelsfreie Wissenschaft verkauft wird, so grotesk demonstriert wie in diesem Ausschnitt aus einer ORF-Sendung:

Hier wird offensichtlich nicht sachorientiert beraten, sondern es werden Vorurteile gepflegt, die keineswegs in Frage gestellt werden dürfen.
Zu den Vorurteilen gehört es, dass Schlaganfälle nach Impfung extrem selten sind und sowieso nur bei AstraZeneca auftreten. Dagegen steht:

  1. Ein Einzelfall kann mit einem Seltenheitsargument aus der Ferne nicht entschieden werden. Dafür sind Details in jedem Fall Voraussetzung.
  2. Schlaganfälle treten nicht nur mit AstraZeneca auf. Hier ein ebenfalls in einem Medium verschwurbelter Fall mit Moderna:

Diskussion dieser ebenfalls grotesken Medien-Wissenschaft hier.

Und natürlich sind auch Schlaganfälle nach Pfizer-Impfung bekannt, sogar in ÖR-Medien:
„nach einer Impfung mit dem Impfstoff von Pfizer/Biontech war ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall durch Gehirnblutungen zu beobachten“

Wissenschaftliche Tatsache ist, dass Schlaganfälle bei einer COVID-Erkrankung durch das Spike-Protein verursacht werden können. Entsprechend können sie auch bei jeder Impfung auftreten, die mit dem Spike-Protein arbeitet, sei es eine mRNA- oder eine Vektor-Impfung. Das ist keine Frage des Ob, sondern der Häufigkeit: durch Ferndiagnose wissenschaftlich nicht seriös ausschließbar, aber eben politisch unpassend.

Weitere Fakten zu dem peinlichen ‚Experten‘-Auftritt im ORF.

Korrelation und (Un-)Wirksamkeit

Die Thüringer Landtagsabgeordnete Dr. Ute Bergner (früher FDP, heute ‚Bürger für Thüringen‘) hat eine statistische Auswertung in Auftrag gegeben. Sie hat die Arbeit von Prof. Dr. Rolf Steyer und Dr. Gregor Kappler  veröffentlicht:

der thüringischen Gesundheitsministerin übergeben und darüber auch im Landtag vorgetragen:

Das wichtigste Ergebnis ist diese Grafik:

Relative Sterbehäufigkeit in KW36-40 und Impfquote in den deutschen Bundesländern. Jedes Bundesland ist entsprechend seiner Bevölkerung größer oder kleiner dargestellt

Die Grafik zeigt, dass Länder mit höherer Impfquote eine höhere Übersterblichkeit haben als Sachsen und Thüringen. Wenn über alle Bundesländer hinweg die Korrelation zwischen aktueller Impfquote und Sterbefällen im Zeitraum Anfang September bis Anfang Oktober berechnet wird, ergibt sich ein positiver Wert von +0.31. Das bedeutet, dass statistisch eine hohe Impfquote eher zu mehr Sterbefällen führt. Die Korrelation ist nicht besonders stark, geht aber für eine vermeintlich gesundheitsförderliche Maßnahme wie eine Impfung eindeutig in die falsche Richtung.
Die Auswertung hat zwei Schwachpunkte

  1. Den ausgewählten Zeitraum von KW 36-40
    Es ist nicht ganz klar, warum sich eine Impfung irgendwann bis Sommer 2021 genau in diesem Zeitraum positiv auf Sterbefälle auswirken sollte. Der Zusammenhang kann sich durchaus in den nächsten Wochen und Monaten noch (mehrfach) ändern. Es wird aber schwierig bleiben, eine richtige Metrik für die Gesundheit der Bevölkerung zu finden.
  2. Die Granularität der Einheit ‚Bundesland‘ ist sicherlich nicht optimal, allein schon, weil die Größe der Bundesländer stark variiert. Landkreise wäre sicherlich besser, aber die Daten scheinen nur pro Bundesland vorzuliegen.

Weitere Auswertungen

Der auf diesem Blog bereits früher zitierte und verlinkte Thorsten Wiethölter hat praktisch zum selben Zeitpunkt ähnliche Korrelationsrechnungen veröffentlicht und ist zu für die Impfung noch ungünstigeren Ergebnissen.

Er hat die offiziellen Corona-Todesfälle, also nicht alle Sterbefälle, zur Impfquote in den Bundesländern in Beziehung gesetzt. Hier das Ergebnis:

Impfquote und Corona-Todesfälle KW36-42, also über einen etwas längeren Zeitraum

Mit einer Korrelation von +0.449 zwischen Impfquote und Corona-Todesfällen fällt das Ergebnis noch ungünstiger für die Impfung aus. Man sieht zB, dass das Land Brandenburg bei den Corona-Todesfällen viel niedriger liegt als bei allen Todesfällen und damit den Korrelationswert verbessert, weil es eine niedrige Impfquote hat, während Bremen (HB) mit hoher Impfquote bei den reinen Corona-Todesfällen höher liegt als bei allen Todesfällen.

Noch stärker ist die von Wiethölter berechnete Korrelation zwischen Impfquote und Corona-Intensivfällen:

Eine Korrelation von +0.543 ist schon beachtlich. Der Wertbereich reicht schließlich nur von -1 bis +1. Man sieht deutlich, dass die Messpunkte nicht sehr weit von der Regressionsgerade entfernt liegen. Nur Schleswig-Holstein (SH), das über die ganze Pandemie wenige Kranke und Tote hatte, liegt auffällig weit von der Geraden entfernt. Brandenburg liegt aber mit einer um mehr als 10 Prozentpunkte niedrigeren Impfquote kaum schlechter, ebenso Sachsen-Anhalt.

Wichtig ist bei all diesen Auswertungen: Sie zeigen keinen statistischen Hinweis auf eine positive Wirkung der Impfung auf schwere Verläufe und Todesfälle.
Das ist aber genau die Behauptung, die Politik und Medien als eine wissenschaftliche Wahrheit nur postulieren, nicht aber belegen.

Ein Arzt meldet sich erneut

Speziell zur Impfung hat sich auch Dr. Sarnes wieder mit einem Video gemeldet:
Noch nie in der Geschichte gab es eine Situation, in der den Menschen von der Regierung mit einer solchen Aggressivität eine medizinische Behandlung aufgezwungen wurde


Nachtrag 25.11.2021
Na, wer sagt’s denn, die kleine statistische Auswertung hat sogar eine Reaktion der Tagesschau provoziert:
Die von den Autoren errechnete Korrelation von +0,31 ist zudem nicht ‚erstaunlich hoch‘
Richtig. Das habe ich ebenfalls gesagt. Aber warum ist sie überhaupt positiv, wenn der Nutzen der Impfung so unbestritten groß ist? Diese Frage muss natürlich erst einmal gemieden werden!
Zudem wäre die Ermittlung einer Korrelation nur ein erster Anhaltspunkt“ – richtig.
Weiterhin sei die Auswahl des Untersuchungszeitraums von gerade einmal fünf Wochen problematisch“ – hatte ich oben auch geschrieben.
So geht das Paul-Ehrlich-Institut davon aus, dass es seit Beginn der Impfkampagne bis September in nur 48 Fällen möglich oder wahrscheinlich ist, dass der Tod tatsächlich auf die Impfung zurückzuführen ist“ – kein Argument gegen die Auswertung, sondern möglicherweise einfach ein Fehler des PEI.
Zum Schluß werden noch die Autoren zitiert:
Die Impfung als Todesursache sei nur eine von vielen denkbaren Hypothesen – mehrere davon könnten richtig sein, aber: ‚Ich habe nicht den Eindruck, dass die Sterbefälle nach Impfung sorgfältig auf ihre Ursachen untersucht werden. Zumindest legen mir das berichtete Einzelfälle nahe.'“
Da kann ich wieder nur zustimmen!

Nachtrag 19.12.2021
Auch in Westeuropa ist eine eindeutige Korrelation (in der erhofften Richtung) zwischen Impfquote und Übersterblichkeit nicht erkennbar:
Erläuterungen und Ergänzungen zu der Grafik gibt es hier.

Konzerne haben die Macht

übernommen.

Dieses sehr gute Interview mit Norbert Häring bitte anschauen, solange es bei Youtube noch nicht gelöscht ist:

Das Blog von Norbert Häring ist eine Fundgrube. Er schießt sehr selten zu schnell, recherchiert sorgfältig und macht deshalb auch selten Fehler.
Er spielte (als einer von 4 Ökonomen) bereits in meinem allerersten Blog-Beitrag über Corona eine Rolle: es war schon damals relativ klar, dass es einen starken Zusammenhang (in der einen oder anderen Richtung) zwischen Corona und der Wirtschaft gab.

IT-Trends die ich (aus Sicht des Kundennutzens) bis heute nicht verstanden habe:

  • den intelligenten Kühlschrank, der selbst die Milch nachbestellt
  • Auslagern von kritischen Unternehmensanwendungen und -daten in die Cloud, d.h. meist zu Amazon (AWS)
  • Digitalisierung der Schulen, insbesondere der Grundschulen

Alle diese Hypes ergeben natürlich dann Sinn, wenn man sie allein aus Sicht der Anbieter, der Tech-Konzerne, ihres Gewinn– und Machtstrebens betrachtet

Anzeige eines Interessenskonflikts: Ich bin seit über 25 Jahren in der IT tätig.

Nachtrag 8.11.2021
Norbert Häring, Max Otte und Mathias Bröckers im Gespräch mit Walter von Rossum. Es ist wie immer in solchen Runden interessant, worin sie sich einig sind und wo die Unterschiede liegen.

Sitzen auf einer Tretmine?

Prof. Martin Haditsch, Mediziner und Hochschullehrer, hat sich in einem langen Interview über viele Aspekte der Corona-Pandemie und -Impfung geäußert:

Interessant sind speziell die Passagen über die Zählung von teilweise geimpften Todesfällen als ungeimpfte und das Langfristrisiko der Impfung: das dürfte auch Joshua Kimmich interessieren.

Ich hatte ja bereits früher qualifizierte Hochschulmediziner und eh. Chefärzte auf dem Blog, die sich ähnlich kritisch geäußert haben. Von einem Konsens DER medizinischen Wissenschaft kann also keine Rede sein. Und Kimmich hätte jedes Recht, die Impfung aus Vorsicht lieber noch ein Weilchen bleibenzulassen. Es geht ja gar nicht darum, ob noch etwas ganz Neues gefunden wird, sondern darum, ob irgendwann noch mehr von dem zugegeben wird, was manche bereits berichten.
Bei der Schweinegrippe dauerte es weniger als ein Jahr, bis es Berichte über Narkolepsie-Fälle nach der Impfung gab, aber mehrere Jahre bis endgültig klar war, dass diese Berichte stimmten und nicht fehlerhaft waren. Heute würde man sagen: keine Verschwörungstheorie.
Ähnliche Berichte über untragbare und häufigere Nebenwirkungen der Corona-Impfung gab es schneller. Und es würde noch etwas dauern, bis zugegeben würde, dass auch sie stimmen und inakzeptabel sind.

Hier zum Weiterlesen noch ein Artikel mit Details zum Interview von Prof. Haditsch