Zieht Euch warm an!

, es ist kühl 🙂.
Und der kalte Jahresanfang 2021 leitet viel Wasser auf die Mühlen der Klimaskeptiker.

Das berichten die Medien:

Konkret für ganz Deutschland: Deutschland erlebt den kältesten April seit 40 Jahren
„Temperaturdurchschnitt … in diesem Jahr 6,1 Grad“

Kältester April seit 40 Jahren

Damit gehört der April nicht zu den 10 kältesten seit 1881:

Aber 2021 ist sehr nahe an den kältesten Jahren dran und die Serie der sehr warmen Frühjahre von 2000-2020 ist definitiv unterbrochen.
In den kalten 1970er Jahren (3 von 10 Einträgen mit besonders kaltem April!) warnten „die Wissenschaft“ und vor allem die Medien die Politik vor einer neuen Eiszeit, auch wenn das heute oft geleugnet wird, gibt es dafür viele Belege.

Wie kalt der April 2021 war, zeigt auch der Blick auf einige Wetterstationen quer durch Deutschland ausgehend von meinem Wohnort:

(Datenquelle)
München (500 m), Hohenpeißenberg (980 m), Wasserkuppe (920m) und Brocken (1140 m):

Erstaunlich, wie schnell die Apriltemperaturen auf dem kurzen Weg nach Norden abnehmen!

Die Kälte zu Jahresanfang betraf aber nicht nur den Monat April und nicht nur Deutschland, sondern alle Monate und ganz Europa:

Kalter Jahresstart in ganz Europa

Zunächst 31 Jahre Januartemperaturen an den vier deutschen Wetterstationen von oben:

  • An allen 4 Orten lag der Januar 2021 unter Durchschnitt und linearem Trend
  • An allen 3 Bergwetterstationen ist der lineare Trend negativ, auf dem Brocken sogar stark negativ. Lediglich die Wärmeinsel München fällt da ein wenig aus der Reihe

31 Jahre Februartemperaturen:

  • An allen 4 Wetterstationen lag der Februar 2021 über Durchschnitt und linearem Trend
  • An allen 3 Bergwetterstationen gibt es keinen eindeutig positiven Temperaturtrend, auf dem nördlichen Brocken sogar einen eindeutig negativen. Lediglich die städtische Wärmeinsel München weicht wieder nach oben ab.

Die Temperaturen für Januar und Februar 1990-2021 in Deutschland widerlegen also die Klimathese, dass hierzulande die Bedingungen für Schnee im Winter schlechter werden. Eine entsprechende, medial verbreitete These ist damit nach 20 Jahren faktisch wiederlegt:

Jedenfalls liegt es nicht an den Wintertemperaturen, wenn der Schnee weniger wird.
So hat die erste Februarhälfte 2021 bei Kälte und Schnee nichts zu wünschen übriggelassen und erinnerte ebenfalls an die 1970er Jahre, auch wenn es dann in der zweiten Februarhälfte vorübergehend deutlich wärmer wurde.

31 Jahre Märztemperaturen:

An allen vier Wetterstationen ist im März über 31 Jahre kaum ein Trend erkennbar, und 2021 lag recht nahe am Durchschnitt.

Aber überall in Europa gab es in den ersten vier Monaten 2021 zahlreiche Kälterekorde zu vermelden:

Klimawissenschaft leugnet globale Kälte

Für die recht eindeutige Kälte in Europa, die ja nicht ganz neu ist, sondern sich auch schon 2019 und 2020 erstmals nach vielen Jahren wieder mit starken Maifrösten bemerkbar machte, lieferten namhafte Klimaforscher in den letzten Monaten ihre Erklärungen

Özden Terli behauptet:
„Letztendlich ist es ja auch so, dass wir gar nicht mehr so eine große Kälte in der Arktis haben…
Da ist viel Wissenschaft hinter…“
Eher nicht so. Das ist eine eher ziemlich unwissenschaftliche Sicht der Dinge. Es fängt ja schon damit an, dass physikalisch betrachtet Kälte nichts ist als die Abwesenheit von Wärme. Wenn es in der Arktis so schrecklich warm wird, warum sollte es dann in Mitteleuropa deshalb kalt werden? Umgekehrt würde Terli niemals auf die Idee kommen, eine Hitzewelle in Europa etwa darauf zurückzuführen, dass sich Afrika so stark abkühlt und dort eigentlich gar nicht mehr viel Wärme übrig ist. Woher kommt diese Asymmetrie in der Argumentation?

Stefan Rahmstorf hat das Argument schon länger vorbereitet:

Das ‚Schlappmachen‘ des Golfstroms soll erklären, warum Europa trotz lebensgefährlicher Erwärmung der Welt immer häufiger friert. Und dieses Argument kommt dann auf allen Kanälen wieder.

Diese Golfstrom-Erklärungen für Europa werden dem Phänomen nicht gerecht, weil eben auch die Kälte im Winter 2020/21 ein globales Phänomen war, mit vielen Einzelereignissen, die in hiesigen Medien kaum berichtet wurden. Beispielsweise war es auch in den USA im April sehr kalt, so dass Kälterekorde aufgestellt wurden:

Das galt auch und gerade im Süden und an der karibischen Küste schon so sehr, dass Meeresschildkröten vor der Kälte in Sicherheit gebracht werden mussten, was nicht oft vorkommt. Dieses Phänomen ist aber nicht durch einen schwächelnden Golfstrom zu erklären, denn der liefert der Karibik nie Wärme, sondern entzieht sie ihr umso mehr, je stärker er ist.

Und in Peking,weitab vom Golfstrom, wurde im Januar ebenfalls ein 50-jähriger Kälterekord registriert:

Nicht viel Anderes wurde aus Japan berichtet:

Auch der sehr frühe und starke Wintereinbruch in Südafrika zeigt eher eine globale Abkühlung an als ein Schwächeln des Golfstroms:

Die Kälte in den ersten 4 Monaten 2021 war global, egal, was dt. Klimaforscher dazu sagen!

Klima-Außenseiter unwiderlegt!

Der kalte Jahrestart 2021 ist auch deshalb so bemerkenswert, weil er sehr gut zu den Prognosen einiger Klimaskeptiker wie David Dilley und Piers Corbyn passt, deren Auffassung ich vor 1,5 Jahren diskutiert habe:

Nach Dilleys Prognose von 2007 geht es ab 2020 rapide abwärts mit den Temperaturen, und die vulkanischen und seismischen Aktivitäten nehmen zu. Letzteres war 2020/21 übrigens ebenfalls weltweit und auch in Kroatien und am Ätna zu beobachten.

Der Wetterfrosch mit astrophysikalischem Hintergrundwissen Piers Corbyn war Ende 2019 als Sachverständiger im Bundestag ebenfalls der Meinung, dass wir eher am Anfang einer kleinen Eiszeit stünden als vor einer weiteren Erwärmung. Hier das Paper auf dem Bundestagsserver:
„The recent low activity solar cycle 24 and expected low cycle 25 mean we are at the early part of another Little Ice Age“
Diese Prognose hat er auch ein Jahr später wiederholt. Hier die NASA-Grafik zu den Sonnenzyklen 24 und 25 aus dem Artikel:

Der Sonnenzyklus 25 steigt jetzt bis zu seinem (erneut niedrigeren Maximum) 2025 an.
Erst danach würde eine Abkühlung nochmals stärker Fahrt aufnehmen.

Die Temperaturen der letzten Monate haben beiden eher radikalen Klimaskeptikern stärker recht gegeben, als ich es damals so kurzfristig für möglich gehalten hätte. Sie liegen weiter gut im Rennen um die beste Prognose: sogar verbessert.
Und dem IPCC-97%-Konsens, dem ich damals noch 70% Plausibilität gegeben habe, gebe ich heute nur noch 50% oder weniger. Denn die IPCC-konformen Modelle haben den offensichtlichen Temperatureinbruch 2020/21 überhaupt nicht vorhergesagt.

Ausblick: Sven-Plöger-Erwärmung?

Köstlich genug:

Schau’n mer mal!
Prognosen bleiben schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen

Der Mai hat jedenfalls schon mal gut kühl begonnen, nicht nur in Deutschland:

Ich distanziere mich von mir

mein Lieblingstext unter den #allesdichtmachen-Videos kommt von Hanns Zischler, sowohl was die Form als auch was die Inhalte betrifft.

Ihm ist ein wunderbarer Text gelungen: „Ich bin, aber auch manchmal nicht😀, Schauspieler…“

„…ich distanziere mich von morgens bis abends. Ich nehme Abstand“

Er wusste offenbar genau, was folgen würde, und hat es gleich in seinen Text eingebaut. Damit ist er fein raus und hat doch viel von dem gesagt, was zu sagen war.

Warum diese Distanzierung inzwischen „von morgens bis abends“ stattfinden muss, macht Markus Gläser mit Text und Kameraführung sichtbar:

Der Sprecher hat seine „Ecke“ gar nicht unter Kontrolle. Sie wird ihm von außen zugewiesen und er muss sich dort hinbewegen, wo der „Kameramann“ (bzw. die aktuelle Kamera) ihn haben will, sonst fällt er raus – aus der Wahrnehmung.

Abschied von Überzeugungen

Die szenische Illustration der „rechten Ecke“ bringt das auf den Punkt, was Rainer Mausfeld vor mehr als einem Jahr analysiert und prognostiziert hat: Durch geeignetes Framing lässt sich der ‚Kampf gegen Rechts‘ gegen absolut jede Art von Opposition instrumentalisieren:

Mausfeld schreibt:
Zugleich dient die durch eine Verwendung bedeutungsleerer, doch effektstarker Worthülsen hervorgebrachte politische Diskursvermüllung – der gegenüber sich jedes altmodische Reden über fake news nur noch als lächerlich erweist – einem weitergehenden machtstrategischen Ziel.
Es geht nämlich um das machtstrategisch sehr viel tiefere psychotechnische Ziel, bei der Bevölkerung – in Hannah Arendts Worten – grundsätzlich die Befähigung zu blockieren oder zu zerstören, überhaupt irgendwelche Überzeugungen ausbilden zu können

Das Buch ist 2019 erschienen und wusste also noch nichts von der neuartigen Corona-Angst!
(Ich halte Rainer Mausfeld für einen sehr guten Analytiker zu Themen wie ‚Angst und Macht‘, würde diese Analyse aber nie auf ‚kapitalistische Demokratien‘ einschränken, weil sie in allen Gesellschaften eine Rolle spielen, insbesondere auch in sozialistischen)

Ziel ist es dabei, dass Untertanen jeder Wendung der Regierungspolitik folgen, ohne sich auch nur daran zu erinnern oder gar zu stören, dass ihnen die Regierung früher das Gegenteil ihrer heutigen Entscheidung als richtig verkündet hat. Nehmen wir beispielsweise diese Gegenüberstellung von 1989 und 2021:



Völlig unabhängig davon, ob jemand an das Freiheitsversprechen von 1989 geglaubt oder es für das Instrument einer neuen (unwillkommenen) Herrschaft gehalten hat, ob er also damals rechts oder links war, kann er eigentlich erkennen, dass sich die realexistierende Bundesrepublik im Jahr 2021 von diesem Freiheitsversprechen endgültig emanzipiert hat. Und er könnte deshalb die Herrschenden und die Mituntertanen auf den Verlust der (versprochenen) Freiheit hinweisen und auf die Rückkehr zu einer offeneren Form der Diktatur. Genau das gilt es aber im Sinne der Legitimation der neuen Herrschaft zu verhindern. Zu diesem Zweck muss die sich rein logisch aus der Bedeutung der Sprache ergebende gemeinsame Einsicht in den Verlust der Freiheit von Rechten und Linken als Gefahr bekämpft werden. Zu diesem Zweck wird jetzt jede Anhänglichkeit an die alte Freiheit, Bewegungsfreiheit, Berufsfreiheit, Meinungsfreiheit, als „rechts“ geframet, selbst wenn sie von lebenslangen Linken kommt. Die Begriffe „rechts“ und „links“ haben also ihre Bedeutung eingebüsst und werden reine Machtinstrumente im Meinungskampf. Freiheit ist immer rechts und in typisch Orwell’scher Manier bedeutet gleichzeitig der linke Wert der „Solidarität“ nichts anderes mehr als Gehorsam gegenüber der Regierung.

Der Lack ist ab

Wie offen auf Kritik (woran auch immer) inzwischen die offene Drohung mit der Keule der gesellschaftlichen und beruflichen Vernichtung folgt, hat Politiker (SPD) und Rundfunkrat Garrelt Duin deutlich gemacht:

Wer so gegen Regierungspolitik spricht, muss seine Arbeit für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verlieren! Das ist offensichtlich DDR, ganz unabhängig davon, ob man die DDR für eine üble Diktatur (alt-rechts) oder für ein nicht perfektes, aber im Prinzip gutgemeintes Staatswesen (alt-links) hält. Die Einsicht in die Strukturgleichheit der DDR und der heutigen BRD ist gar nicht mehr von der Hand zu weisen: auch in der DDR gab es immer noch Regimetreue, die die Bestrafung (Ausbürgerung) Biermanns als zu hart empfanden. Sie konnten das zunächst auch noch sagen, bis sie sich entscheiden mussten, was sie opfern wollten: den Dissidenten oder ihre Existenz IM Staat.

Und solche Entscheidungen müssen ab heute auch die 53 Schauspieler treffen, die an allesdichtmachen.de mitgewirkt haben:

Der Druck ist derselbe und die Konsequenzen auch: drinnen oder draußen. Und deshalb wird auch die überwältigende Zustimmung für eine Politik, die die Macht hat, kaum ausbleiben:

Nachtrag 29.4.2021
Interview von Jan Josef Liefers mit der Berliner Zeitung:


Im Tagesspiegel ist ein Artikel gegen #allesdichtmachen erschienen. Unter den Autoren ist Julius Geiler, der mir bereits im Zusammenhang mit der Demonstration von Leipzig als jorunalistischer Hetzer und Schlägertyp aufgefallen ist: Tageshetze spiegelt. Es ist einigermaßen lustig, dass sie ausgerechnet den Clip von Hanns Zischler (s.o.) in den Artikel eingebettet haben, der mir so gut gefällt.

Nachtrag 28.4.2021
Die „Tagesschau“ wählte für ihre Meldung nicht einen Titel wie „Schauspieler kritisieren Coronapolitik“, das wäre alter Journalismus gewesen, sondern: „Internet-Aktion sorgt für Kritik“. Die Beteiligten, hieß es dort, würden weiter beschäftigt, auf Bewährung vermutlich. Wo bin ich, welches Jahr, welches Land?

Nachtrag 26.4.2021
Offensichtlich ist, dass Unterstützung für die Meinungsfreiheit derzeit eher von der CDU (Laschet, Sack) kommt als von der SPD (Schwesig, Duin).

Nachtrag 25.04.2021
Einer der Köpfe der Aktion, Dietrich Brüggemann, hat ein Interview gegeben. Sehr klar und lesenswert:
Ich habe damit gerechnet, dass sie (die Aktion) missverstanden wird. ✅
Dass hier eine privilegierte Situation kritisiert wird, indem wir sie spielerisch einnehmen und satirisch so überhöhen, damit jeder merkt, dass das bescheuert ist
Wir haben eine gewisse Anzahl an Toten, die akzeptieren wir, nur Corona-Tote akzeptieren wir nicht
Wir haben ein schizophrenes System aus zwei Regelwerken, und das führt dazu, dass wir uns absurden Regeln unterwerfen und uns etwas vorlügen und uns als Gesellschaft in eine Zwangsjacke stecken, was zu psychischen Verrenkungen führt
-Es ist nicht die Aufgabe von Schauspielern, Musikern, Künstlern, Lösungen zu präsentieren
Es gibt eine Gruppe von alten, erprobten Medizinern um einen gewissen Matthias Schrappe. Die schreiben ein Thesenpapier nach dem anderen, wie man das alles anders und deutlich besser machen könnte
In den Medien gibt es schon ein bisschen Widerspruch, aber es bleibt vollkommen wirkungslos. Ein Widerspruch bis zum gewissen Grad ist vollkommen okay, aber wenn man dann zu laut wird oder zu grell, dann wird aufgeheult. Dann gibt es einen unglaublichen Shitstorm. Deswegen ist es tatsächlich so, dass sich Leute nicht trauen, ihre Meinung zu sagen
Das, was ich für sinnvoll hielt, war fast immer eher links. Auch in dieser Situation tue ich, was ich für richtig halte
Die Diskussion, wie viel Lockdown verhältnismäßig ist und wie viel wir kaputt machen in unserer Gesellschaft – das kann man doch nicht der AfD überlassen. Und den Prozess dann stigmatisieren und jedem, der protestiert, sagen: „Du vertrittst jetzt hier AfD-Positionen.“ Das ist doch totalitär. Damit ist das ganze Thema im Keim erstickt
Aber generell und in der Gruppe kann ich Ihnen sagen, dass so ein Shitstorm gar nicht so leicht auszuhalten ist. Das macht die Leute wirklich fertig. Teilweise kriegen sie Morddrohungen
Von einigen Leuten, deren Videos nicht mehr online sind, weiß ich, dass die komplett hinter der Aktion stehen und das wahnsinnig wichtig finden, aber die Kinder werden bedroht und sie möchten das Video deswegen erstmal nicht mehr online haben
Unser Ansatz war, dass wir den Diskursraum wieder aufmachen, und das ist geglückt, es wird drüber geredet
Dass viele Millionen Menschen in diesem Land die Welt nicht nicht mehr verstehen und die Maßnahmen in dem Ausmaß auch nicht mehr mittragen wollen. Dass wir damit auch eine Wahrheit ausgesprochen haben
Dass jede Menge Heuchelei und Selbstbetrug im Spiel sind, auch von Seiten der bessergestellten Klasse, die auf Twitter die Lufthoheit hat
-Interviewer: Prallt die Kritik, der sogenannte Shitstorm, an Ihnen weitgehend ab? Immerhin kann sowas in Zeiten von „Cancel Culture“ auch ganz schnell berufliche Probleme mit sich bringen
Aber diese Hassattacken auf Leute, wie man auch bei Hendrik Streeck seit einem Jahr beobachten kann die Schärfe, der Tonfall, der totalitäre, einseitige Vernichtungsfuror, der sich ihm gegenüber breit macht der drängt das ganze Land in eine Richtung, in der ich nicht sein möchte
In der Presse steht wenig davon, aber wenn man ein paar internationalen Wissenschaftlern auf Twitter folgt, dann sieht man da schon einiges. Wenn man das in Deutschland sagt, wird man wieder gleich als Querdenker beschimpft. Und das ist ein bisschen schwierig
Der hat für die Verantstaltungszenen gesprochen. Hat das irgendwas gebracht? Hat das irgendwen interessiert? Niemanden, der etwas zu sagen hat
Helldeutscher Kopf:

Nachtrag 24.4.2021
Interessant zu verfolgen und zu dokumentieren, wer eine besondere Freude an Widerrufen auszuleben hat:

„Was einmal gedacht wurde, kann nicht zurückgenommen werden“ (Friedrich Dürrenmatt)

Auch Garrelt Duin hat inzwischen widerrufen, aber nicht alles:

Freunde des Grundgesetzes

In Dresden deklamierte am 17.4.2021 einer alleine mit seinem Fahrrad an der Hand das Grundgesetz. Sehen Sie selbst, was dann passiert ist:

Quelle

Das Endergebnis:

Brüssel war kein Unfall, sondern ist jetzt überall.

Nachtrag 19.4.2021
Weiterer Videobeitrag dazu:

Andererseits ist ganz klar, dass nicht alle Polizisten mit diesem Vorgehen einverstanden ist. Dazu der Einsatzleiter der Stuttgarter Polizei bei einer Anti-Corona-Demonstration:

Nachtrag 20.4.2021
Ein Beitrag eines Namensvetters zum Grundgesetztag aus dem letzten Jahr:

„Wir müssen also sehr hellhörig werden, wenn das Grundgesetz zur rein taktischen Waffe in der politischen Auseinandersetzung eingesetzt – in Wirklichkeit aber versucht wird, die Grundrechte auszuhebeln. Darum ist es ein Segen, dass die Grundrechtsartikel der „Ewigkeitsformel“ unterliegen: Sie dürfen in ihrem ‚Wesensgehalt (nicht) angetastet werden‚ (Art. 19 Abs. 2 GG)“
Das gilt eigentlich in jeder Richtung!

Original: Christian Wolffs Blog

Nachtrag 21.4.2021
Heute in Berlin waren die Freunde des Grundgesetzes wieder im Einsatz:


Straße des 17. Juni

Nachtrag 22.4.2021
Beinahe wäre ich noch auf ein Video hereingefallen, auf dem ein böser Polizist eine nette alte Dame zu Boden wirft, natürlich grundlos. Aber dem war nicht ganz so:

Das Video mit der älteren Dame, die von einem Polizisten niedergerungen wird, wird gerade unter Polizeigewalt getaggt. Klar, ist ja heftig. Wieso sie allerdings auf die Idee kommt, dem Beamten eine pfeffern zu wollen, weiss wohl nur sie. In so einer Lage nicht sehr klug. #b2104

Originally tweeted by Dr. ju. tub. Dunning-Kruger (@iHeini) on April 21, 2021.

Diese wesentliche Zusatzinfo habe ich bei Tichys Einblick gefunden.
Also immer schön kritisch bleiben! In alle Richtungen! Man will uns hemmungslos aufhetzen, beide Seiten.
Dass die Ermächtigungen für die Bundesregierung überflüssig und gefährlich sind, bleibt davon aber unberührt.

Nachtrag 6.5.2021
Der pensionierte Richter Dr. jur. Manfred Kölsch äußert seine Ansicht zu den Vorgängen in Deutschland:

Von Brüssel nach Waterloo

Heute ging eine Szene durch die sozialen Medien, bei der gestern in Brüssel eine junge Frau von einem Polizeipferd umgeritten und schwer verletzt wurde:

Offensichtlich nicht gewalttätige junge Frau wird von einem Polizeipferd von hinten umgeritten: alles nur für ihre Gesundheit

Die Szene ist ab Sekunde 28 auch in diesem längeren Video des belgischen Sportsenders DHSports enthalten, der auch andere Berichte und auch Fotos von verletzten Polizisten auf seiner Website bereithält:

Übersetzung des französischen Tweets:
„Heute in Brüssel viele zehn Polizisten, zu Pferde oder zu Fuß, mit Aufstandsausrüstung + Wasserwerfern, um eine Versammlung im Bois de la Cambre aufzulösen, 1 Frau schwer verletzt durch ein Pferd! Diese ganze Armee ist mobilisiert im Namen der Epidemie“

Und folgende längere Szene von hinter den Polizeilinien habe ich ebenfalls im Netz gefunden:

Deutsche Medienberichte

Die Auseinandersetzungen waren der Tagesschau einen Bericht wert:

Das in den Bericht eingebettete Video zeigt die Szene mit der umgerittenen Frau nicht, aber einige Szenen, die die Gewalt gegen die Polizei dokumentieren.

Die ZEIT betont die Illegalität der Veranstaltung:

berichtet aber im Gegensatz zu anderen Zeitungen nur von 3 verletzten Polizisten (siehe auch belgische Berichte unten).

Einen langen, ziemlich guten und um Objektivität bemühten Artikel hat die Frankfurter Rundschau:

Hier ist auch der Vorfall mit der umgerittenen Frau enthalten.

Belgische Medienberichte

In Le Soir gibt es einen Bericht mit vielen Fotos und Videoausschnitten.

Die Anwesenden sind (gegen 17 Uhr) offensichtlich nicht so betrunken wie in dt. Berichten behauptet und rufen „Freiheit! Freiheit! Freiheit!“

Ein belgischer Medienbericht von Sudinfo ist besonders informativ zu dem Vorfall mit dem Polizeipferd, enthält nicht nur das Video, sondern auch zahlreiche Fotos und eine Zusammenfassung des Polizeiberichts:

Demnach wurden 26 Personen verletzt, davon nur 3 Polizisten. (Über den Zustand der umgerittenen Frau ist nichts bekannt)
6 Polizeifahrzeuge wurden beschädigt, 5 hatten die Scheiben eingeschlagen und die Reifen zerstochen. Mehrere Polizeipferde müssen zum Tierarzt.
Ca. 20 Personen wurden am Donnerstagabend in Gewahrsam genommen, gegen 4 ein Haftbefehl erlassen und eine Person steht bereits am 22 April vor Gericht.

La Libre Belgique berichtete dagegen am Freitag von 23 verletzten Polizisten unter insgesamt 26 Verletzten. Mit 3 bis 23 Polizisten gibt es doch eine erhebliche Bandbreite. Von den verletzten 8 Teilnehmern seien 2 ins Krankenhaus gekommen.
DHNet berichtet, dass nur ein Polizist ins Krankenhaus gekommen sei und dieses bereits wieder verlassen habe. Auch zwei leichtverletzte Teilnehmer seien ins Krankenhaus gekommen.

Über die umgerittene Frau findet man keine spezifischen Berichte.

Der Kanal 7sur7 hat ein Interview mit einer anonymen Organisatorin des Events im Park, das ‚La Boum‘ genannt wird. Sie sagt mehr oder minder, dass es eine Gaudi hätte werden sollen, um aus dem Alltag auszubrechen und die Leute zum Lachen zu bringen. Der Veranstaltungssektor habe seit einem Jahr alles verloren. Sie spricht von einem ‚Boisson d’Avril‘, einem Aprilscherz bzw. einer April-Gaudi, die sie im Park veranstalten wollten.
Im Nachrichtenteil berichtet der Sender von erneut 11 Verhaftungen am Freitag, davon nur eine mit Haftbefehl wegen Schlägen gegen ein Pferd. Kuriosum: zwei Pferde seien reiterlos in ihre Kaserne zurückgekehrt.

Alles in allem kann ich jetzt nicht behaupten, dass belgische Medien besser und umfassender über die Vorfälle im Park berichtet hätten als deutsche Medien, aber sie stellten definitiv mehr Fotos und Videos online, die zeigen, dass die jungen Leute keineswegs so betrunken oder generell gewalttätig waren, wie in manchen Berichten behauptet.

Lage: auf dem Weg nach Waterloo

Der Stadtpark ‚Bois de la Cambre‘ liegt an der Nationalstraße von Brüssel nach Waterloo:

Corona-Lage in Belgien ist jetzt unkritisch

Nicht ganz so schlecht ist die Corona-Lage in Belgien, das anfangs das am schwersten betroffene Land in Europa war. Belgien zählt derzeit weniger „Fälle“, also positive Tests, als Frankreich oder Schweden, aber mehr als Deutschland:

Bei den Corona-Toten sieht es noch besser aus. Belgien liegt etwa auf dem Niveau von Schweden und Deutschland, aber deutlich unter Frankreich:

Und diese relativ entspannte Lage spiegelt sich auch im Sterblichkeitsmonitor Euromomo wieder, der alle Todesfälle unabhängig von der Ursache misst:

In Belgien liegt die Sterblichkeit derzeit auf normalem Niveau, in Deutschland herrschte in den letzten Wochen sogar Untersterblichkeit.

Maßnahmen unrechtmäßig

Die Corona-Maßnahmen in Belgien sind nach einem Gerichtsurteil unrechtmäßig erlassen.
Das bestritt auch die Tagesschau am Tag vor den Auseinandersetzungen nicht:

Die Maßnahmen sind unrechtmäßig, aber was nicht passt, kann und wird noch passend gemacht werden, so die Tagesschau.
Rechtmäßigkeit hin oder her, das Ergebnis steht in jedem Fall fest.
Lockerungen sind jedenfalls nicht in Sicht. Ob das etwas mit der Gewalt in Belgien zu tun haben könnte?

Nachtrag 12.4.2021
Gute Nachricht: die umgerittene Frau aus dem Park ist zwar K.O. gegangen, aber nicht gefährlich verletzt worden. Es hätte aber natürlich böse ausgehen können.

Wir haben keinen Einfluss

Dieses Video-Fundstück einfach mal anhören und wirken lassen:

Ich gehe davon aus, dass Christian Lindner hier die Wahrheit sagt:
Die Landesregierung NRW hatte keinen Einfluss darauf, wie sie das Gerichtsurteil gegen die Ungleichbehandlung verschiedener Läden umsetzte. Die Entscheidung, alle Läden auf stärkere Gängelung statt auf Lockerung zu vereinheitlichen, kam aus Berlin (oder darüber), nicht aus Düsseldorf.
Die Landeskabinette werden noch nicht einmal anständig informiert. Das erinnert an alte Geschichten.
Und die Bundeskanzlerin hat offensichtlich zunehmend Probleme mit diesem inoffiziellen Überbügeln der Landesebene (Lindner: „Ausnahmezustand“) und würde es deshalb gerne formalisieren, die Länder also offiziell entmachten.
Der Angriff auf die verfassungsmäßige, föderale Ordnung kommt also von ganz oben.

Ausgangssperren

Und Lindner hat auch bei den Ausgangssperren Recht:

Das zeigt zum Beispiel auch der Vergleich mit Frankreich, wo seit dem 14. Januar landesweit eine Ausgangssperre ab 18:00 Uhr gilt. So haben sich seither die ‚Inzidenzen‘ in Deutschland und Frankreich auseinanderentwickelt: in die falsche Richtung!

Die Daten sind sehr eindeutig: es ist unmöglich, dass die Fallzahlen ein guter Indikator sind und Ausgangssperren gleichzeitig wirksam. Beides passt nicht zusammen, und daran krankt die gesamte Corona-Politik.

Murmeltiertag

Der 26.3. ist Murmeltiertag.
Heute vor einem Jahr erkannte Gesundheitsminister Jens Spahn die Ruhe vor dem Sturm in den Kliniken:

Weil „keiner genau sagen kann“, was kommt, sollte es ganz schlimm kommen. Kam es aber nicht:
Von wegen Überlastung. Im Pandemiejahr 2020 herrschte in Deutschlands Kliniken historischer Leerstand

Und dieses Jahr vor derselben Kulisse sagte Spahn wieder Dasselbe in etwas anderen Worten:

Wenn das so ungebremst weitergeht, laufen wir Gefahr, dass unser Gesundheitssystem im April an seine Grenzen kommt“
Mit vielen Einschränkungen kommt er zu dem Schluss, dass vielleicht etwas an seine Grenzen kommt. Den Zusammenbruch bastelt daraus der Spiegel-Texter.

Wie ist die Lage?

Das sagt das RKI im heutigen Situationsbericht über die Lage auf den Intensivstationen:

Vom heutigen Stand, der bereits um den 10.11.2020 herum einmal erreicht war, benötigte die Belegung 7 Wochen bis zum Maximum Anfang Januar – ohne Zusammenbruch. Das spricht nicht dafür, dass es noch im April zu einem „Zusammenbruch“ kommen wird.

Das Mutanten-Spiel

Politiker und RKI warnen deshalb vor der neuen „englischen“ Mutation B1.1.7, die alles viel gefährlicher machen soll. Sie ist aber schon fast 3 Monate da und trotzdem sind die Zahlen seither vor allem gesunken.
Und Dänemark wurde (angeblich) bereits vor 6 Wochen von dieser Mutante übernommen:

Und wie sahen seither die Zahlen für Dänemark aus?
Bei den Todesfällen war Dänemark nie schlechter als Deutschland und ist jetzt viel besser:

Sogar bei den Fällen, also positiven Tests, liegt Dänemark inzwischen etwas niedriger als Deutschland:

Und bei den Krankenhauseinweisungen sieht es nicht anders aus. Dort hat Dänemark in den letzten 10 Wochen ein Hoch weit hinter sich gelassen:

Die Mutante B1.1.7 hat für Dänemark nichts schlechter gemacht. Deshalb will Dänemark jetzt einen Öffnungsplan ausarbeiten und alle Maßnahmen demnächst aufheben:

Die Argumente für einen „Zusammenbruch“ (SPIEGEL, nicht Spahn) im April überzeugen nicht.
Dafür müsste Spahn noch ein As aus dem Ärmel zaubern. Vielleicht hat ja Bill Gates etwas für ihn?

Nachtrag 2.4.2021
Dr. Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), widerspricht den Warnungen in BILD:

„Eine totale Überlastung unseres Gesundheitssystems oder gar Triage wird es in den kommenden Wochen absehbar nicht geben

Nachtrag 12.4.2021
Der Prognose-Zeitraum bis Ende April ist jetzt fast zu Hälfte verstrichen. Und es gibt weiterhin keine Anzeichen, dass die Murmeltier-Prognose ernsthaft eintreten könnte, obwohl sich die Medien sehr bemühen, die sie in die Welt gesetzt haben:

Nachtrag 7.5.2021
Heute Bilanz von Spahn und RKI zB berichtet von der ZEIT:

Seine Warnung war ein Witz, die 3. Welle mehr herbeigeredet als Realität.
Hier die RKI-Zahlen zu den Todesfällen:

Daten der Johns-Hopkins-Universität über Todesfälle:

Krankenhauseinweisungen:

Und Belegung der Intensivstationen mit Corona-Fällen:

Die Abweichung der dt. Intensivpatienten von den Krankenhausneueinweisungen sowie den schwedischen und dänischen bleibt aber ein Rätsel!
Fazit: außer dem statistischen Rätsel Intensivpatienten war da gar nichts besorgniserregend!

Gemeinsam Zukunft

Bericht von der Kundgebung der gleichnamigen Initiative am 31.03.2021 auf der Theresienwiese in München.
Die Veranstalter haben sich vorher stark von den Querdenkern abgegrenzt und wurden darin auch von Medien unterstützt.

Ablauf

Die Veranstaltung begann pünktlich um 16:00 Uhr. Sie blieb überschaubar:

Ich schätze sie auf 200, höchstens 300, Teilnehmer. Eine schwedische Fahne war auch da und immer wieder prominent im Blick.
Die Veranstalter hatten ein buntes Programm aus Musik- und Redebeiträgen zusammengestellt. Ein bekannter FDP-Bundespolitiker hatte der Veranstaltung eine Grußbotschaft geschickt, die abgespielt wurde.
Die Stimmung litt insgesamt unter der winterlichen Kälte (2°C, starker Wind und leichter Schneefall), von der sich zumindest diese Künstlerin aber nicht abschrecken ließ, im leichten Gewand aufzutreten:

Angenehm war, dass der auf diesen Demonstrationen übliche Masken-Hickhack hier kein Thema war: praktisch alle trugen Masken, wie von den Veranstaltern angemahnt. Das erspart diese ständigen Unterbrechungen und tut den Beiträgen gut.
Die Polizei war mit (übertrieben) vielen Fahrzeugen anwesend, oft mit im Stand laufenden Motoren, und die Polizisten patrouillierten auch durch die Reihen, fanden aber kaum etwas zu beanstanden. Dabei waren die Abstände nicht unbedingt größer als auf Querdenker-Demos, die ich auch schon besucht habe.

Angesichts der Kälte und der 7 km, die ich noch nach Hause zu radeln hatte, habe ich die Veranstaltung kurz nach 17 Uhr verlassen. Zum Glück, denn die sich wieder erwärmenden Finger taten nach 2,5 h draußen dann doch schon ordentlich weh.

Inhalte

Die meisten Plakat-Inhalte wären ebenso wie die schwedische Fahne auf praktisch jeder Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen konsensfähig gewesen:

Die Redner kamen dagegen viel stärker aus regionalen, nicht bundesweit medial bekannten Initiativen und aus bayerischen Unternehmen, mit Schwerpunkt aus Niederbayern:

Das war aus meiner Sicht ein Plus gegenüber den Querdenken-Demos.

Auch die Redner haben den Lockdown als überzogene Maßnahme gebrandmarkt, sowie die teilweise völlig willkürlichen Detailregelungen, von denen ein Teil der Wirtschaft regelrecht stranguliert werde. Einer der anwesenden Unternehmer sprach von einer brutalen Enteignung durch staatliche Zwangsmaßnahmen.

Die Schilderungen der Not in betroffenen mittelständischen Unternehmen aber auch in Familien und für die Kinder wirkten sehr authentisch.
Etwas übertrieben finde ich dagegen das Bedürfnis, sich von sogenannten ‚Coronaleugnern‘ abzugrenzen, nicht nur bei den Veranstaltern:

Wer ist schon Coronaleugner?

Wenn man auf anderen Demos war, weiß man, dass solche Plakate sich mehr von Medien-Popanzen abgrenzen als von echten Menschen, denn wer ist schon „Coronaleugner“?
Der Frame sitzt allerdings fest.

Fazit

Sympathische kleine Kundgebung mit widrigen äußeren Umständen, auf der aber auch Kinder ihren Spaß hatten:

Die Veranstalter sollten sich aber noch mehr auf ihre Botschaft und die legitimen Interessen konzentrieren, die sie vertreten.
Übertriebene Abgrenzung von Medien-Popanzen bringt nur wenige Punkte, auch wenn sie zB in der SZ gerne berichtet wird: Keine Chance für Maskenmuffel

Und er war tatsächlich auch da:

Nach meiner Beobachtung ging er ordentlich maskiert und weitgehend inkognito durch die Reihen, aber ich habe ihn sofort erkannt.
Die Süddeutsche berichtet, dass er, der SPD-MdB Florian Post und MdL Fabian Mehring von den Freien Wählern später noch gesprochen haben. Schade, habe ich kältebedingt leider verpasst. Über die Inhalte ihrer Beiträge berichtet die SZ ja keinen Pieps:


Das hätte mich schon noch interessiert, mehr als Klatsch und eine Szene mit Pippi Langstrumpf.

Nachtrag 31.03.2021
Im Oberland hat sich eine Initiative mittelständischer Unternehmen gegen die Corona-Maßnahmen gegründet: Wir stehen zusammen. Textauszug:
Das geht nicht ganz ohne Streit ab.

Es ist doch nur…

Absolut sehenswerte Dramatisierung des Wegs in einen dystopischen Abgrund. Ähnlichkeiten mit realen Ereignissen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt:

Original: https://www.youtube.com/watch?v=W61Zfb6pD1k

Nachtrag 19.03.2021
Sehr gutes zweites Video von Hans-Jörg Karrenbrock:

Kluger Mann. Duckmäuserei ist nicht immer klug.

Nachtrag 30.03.2021, noch ein gutes Video:

Grenzüberschreitende Wissenschaft

Dirk Pohlmann spricht mit dem Wissenschaftsphilosophen und Leopoldina-Mitglied Prof. Dr. Michael Esfeld über die Instrumentalisierung der Wissenschaft in der Corona-Krise:

Michael Esfeld ist im Dezember durch die Kritik an der Stellungnahme der Leopoldina für die Corona-Politik der Regierung bekannt geworden.
Diese Kritik hat ein breites Echo verursacht: BILD, Achse des Guten, TichysEinblick, Frische Sicht, NZZ, Nau.ch, MDR, KenFM, Schweriner Volkszeitung.
Es fällt aber auf, dass die überregionalen deutschen Tages- und Wochenzeitungen dabei (mal wieder) weitgehend ausfallen.

Déjà vu: Eugenik

Besonders bemerkenswert finde ich die Passage, in der Michael Esfeld die grenzüberschreitend verwendete, also missbrauchte Wissenschaft in der Corona-Politik mit dem vergleicht, was im Zusammenhang mit der „wissenschaftlichen“ Eugenik zu Beginn des 20. Jahrhunderts, etwa zwischen 1900 und 1930 passiert ist:
„Die Eugenik ist ein sehr gutes Beispiel, treffend für die jetzige Situation….In der Eugenik ging es darum, ein Übel abzuwenden….Das Übel bestand darin, dass wissenschaftlich mit absoluter Notwendigkeit erwiesen war (Sie können direkt die Phrasen von heute nehmen), dass es minderwertige Gene gibt, dass bestimmte Menschengruppen Träger dieser minderwertigen Gene sind…Deshalb drohte der Untergang der zivilisierten Menschheit, ein bevorstehendes großes Übel und da muss man jetzt staatlich eingreifen…“

Grenzüberschreitender wissenschaftlicher Irrweg

Diese internationalen, keineswegs ursprünglich deutschen Ideen lassen sich sehr gut in diesem empfehlenswerten Buch von Hermann Ploppa nachlesen:

Und nicht nur das: im Jahre 1914 erarbeiteten US-Regierung, angesehene Stiftungen wie Carnegie oder Rockefeller, sowie die besten Wissenschaftler amerikanischer Universitäten ein detailliertes Rassenaufartungsprogramm nicht nur für die USA, sondern für die gesamte Menschheit. Nach diesem Plan sollten bis zum Jahre 1985 allein in den USA 45 Millionen „Minderwertige“ „eliminiert“ werden. Adolf Hitler hat dieses Programm in „Mein Kampf“ mit Eifer propagiert. Hitler hat auch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er den US-Amerikanern Henry Ford, Madison Grant und Lothrop Stoddard entscheidende Anregungen verdankt.

Déjà vu: Industrielle Revolution

Der oben erwähnte Henry Ford war nicht nur ein Anhänger eugenischer und rassenhygienischer Ideologien/Wissenschaft, sondern auch eine Schlüsselfigur der Industriellen Revolution, genaugenommen der Zweiten Industriellen Revolution.
Und wie bei der Eugenik, bei der Michael Esfeld eine klare Parallele zur Corona-Wissenschaft sieht, verbindet sich auch in der Corona-Politik eine Komponente von (Volks-)Gesundheit mit einer starken Komponente von Industriepolitik.

Klaus Schwab

Niemand verbindet beide Themen unbekümmerter und offensichtlicher als Klaus Schwab, der als Gründer des Weltwirtschaftsforums (ausgerechnet in Davos) berühmt wurde:

Zwischen beiden Buchtiteln liegt gerade mal ein gutes Jahr

Die Sprengkraft der Vierten Industriellen Revolution wird seit Jahren beschrieben, manchmal nicht nur mit ihren Verheißungen, sondern auch mit ihren düsteren Schatten.
Wenn Schwab das mit Covid-19 verbindet, bleibt wenig Raum für Interpretationen: Die Coronakrise ist kaum in erster Linie eine Gesundheitsfrage, sondern ein Vehikel für mehr, für Technologie- und Kapitalinteressen.
Schwab wird von den einen kritiklos als wohltätiger Visionär („ihnen geht es darum, eine bessere Zuunft zu gestalten“) gefeiert:

von anderen aber als Prophet eines neuen Faschismus bezeichnet:

Bill Gates

Während Klaus Schwab kein Unternehmer ist, gibt es mit Bill Gates einen zweiten Prominenten in der Corona-Krise, der noch besser zu Henry Ford passt. Gates ist ein Big Player der Dritten industriellen Revolution.
Und der Machtballung in den Händen der Digitalkonzerne. Ich finde es beispielsweise schon lange verdächtig, wie aggressiv das von ihm gegründete Microsoft sich das Recht erobert, Updates quasi automatisch auf den Rechner jedes Benutzers zu schieben und auch noch die Anmeldung am PC möglichst mit einem Microsoft-Account vornehmen zu lassen. Wer das duldet, muss sich nicht wundern, wenn solche Konzerne anschließend auch wie selbstverständlich Meinungsäußerungen auf ihren Plattformen zensieren.
Und dieser Bill Gates ist natürlich aus rein humanitären Gründen ein Big Player im globalen Gesundheitswesen geworden.

Fazit

Der von Michael Esfeld und Dirk Pohlmann vorgenommene Vergleich mit der (pseudowissenschaftlichen) Eugenik vom Beginn 20. Jahrhunderts und die Verbindung mit der dahinterliegenden industriellen Dynamik und Macht, die dem Faschismus den Weg bereiteten, zeigen, dass die pseudowissenschaftliche Corona-Politik und ihre tiefe Verbindung mit der industriellen Dynamik der fortschreitenden Digitalisierung ein hohes Potenzial haben, wieder totalitären Ideologien und Praktiken den Weg zu ebnen.
Die aggressiven Löschungen von Corona-Kritik auf den Plattformen der Digitalkonzerne legen schon heute täglich Zeugnis davon ab. Wenn Digitalkonzerne das mit absolutem Gesundheitsschutz begründen, handelt es sich im wesentlichen um eine pseudowissenschaftliche Ideologie.

Nachtrag 7.3.2021
Dass der von Michael Esfeld gezogene Vergleich mit der Hongkong-Grippe angemessen ist, zeigen übrigens die Zahlen zu Corona in Frankreich.
Corona ist deshalb keine Pandemie, die nie existiert hat, sondern eine massiv aufgebauschte.

Nachtrag 29.4.2021
Michael Esfeld hat in einem großen Beitrag für die NZZ nachgelegt:

„Der Mechanismus besteht darin, aktuelle Herausforderungen zum Anlass zu nehmen, existenzielle Krisen herbeizureden – ein Killervirus, das umgeht, eine Klimakrise, welche die Existenzgrundlagen der Menschheit bedroht. Die Angst, die man auf diese Weise schürt, ermöglicht es dann, Akzeptanz dafür zu erhalten, die Grundwerte unseres Zusammenlebens beiseitezuschaffen…
Wie die alten, so kommen auch die neuen Feinde der offenen Gesellschaft aus ihrem Inneren. Für Wissenschafter und Intellektuelle ist es offenbar schwer einzugestehen, kein normatives Wissen zu haben, das die Steuerung der Gesellschaft ermöglicht“

Vorsicht, Covid-Gehirnnebel!

Unter anderem durch Karl Lauterbach verbreitet sich ein gefährlicher Covid-Gehirnnebel

Eigentlich ist das nur normaler Promi-Blödsinn aus dem Relotius-Magazin, aber Lauterbach interpretiert es leicht sexistisch, indem er den Gehirnnebel, das #MadCovSyndrom, speziell mit Frauen in Verbindung bringt

Mutante bei der Polizei?

Eine mutmaßliche Mutante von MadCov lässt sich inzwischen bei der Polizei häufiger beobachten und verursacht das #MadCopSyndrom.
Gerade in Hamburg gab es am Wochenende mehrere Ausbrüche, etwa bei einer (für den Verfolgten und die Kollegen) lebensgefährlichen Verfolgungsjagd mit dem Dienstwagen. Der Verfolgte soll Bekannte umarmt, also heilige Corona-Regeln gebrochen haben:

Später am Tag dann wieder das inzwischen eher Alltägliche:
Alten Mann wegen Wenig bis Nichts zu Boden bringen

Kein Grund zur Besorgnis?

Zumindest im Fall Gwyneth Paltrow gibt es schon Entwarnung, dass die Hirnnebel-Symptome, obwohl sehr stark, gar nichts mit Corona zu tun haben:

Ungelogen, kein Fake von B oder mir!
Es gibt keine Hinweise, dass der SPIEGEL weniger Blödsinn über oder mit Gwyneth Paltrow berichtet als der Musikexpress: ganz normaler Medien-Promi-Bullshit eben.

Ob sich für den Gehirnnebel bei Polizisten, die wohl von gefährlichen Corona-Dienstanweisungen befallen sind, eine ebenso harmlose Auflösung findet, steht leider noch in den Sternen.