Die södergenannte Impfung

Hat er das wirklich gesagt: die sogenannte Impfung?

Ja, das hat er am 27.7. im Heute-Journal gesagt. Hier der kurze Ausschnitt:

Markus Söder spricht im Heute Journal über die sogenannte Impfung

Und hier die Langfassung mit dem Ausschnitt bei 4:10 min.

Die sogenannte Impfung

Ist es nun eine Impfung oder nur eine sogenannte Impfung, also keine richtige oder normale Impfung?
Die Theorie, dass es keine richtige Impfung ist, kenne ich bisher nur als sogenannte Verschwörungstheorie. Hier auf diesem Blog wurde das (bisher) noch von niemandem behauptet, nur, dass vielleicht ein wenig viele mit der Impfung sterben.

Aber der Faktenfuchs des BR weiß Bescheid:

‚es gebe „eine Handvoll Akteure mit böswilligen Absichten“, die solche Behauptungen aufstellen beziehungsweise teilen, wohlwissend, dass diese nicht stimmen

Schwer vorstellbar, dass der BR den Herrn Ministerpräsidenten meint. Ist Söder diese Bezeichung nur so rausgerutscht oder will er das Publikum so langsam auf eine neue Wahrheit einstimmen?

„Grundlegung einer Impfpflicht“

Gehen wir davon aus, dass es sich um einen Versprecher handelt, werden wir sofort freudig an den CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüsslein erinnert, der sich ebenfalls böse versprochen hat am 18. November im Bundestag:

Und siehe da, die Debatte um die Impfpflicht ist immer noch da, sogar mehr denn je, wie das Interview mit Markus Söder im ZDF zeigt. Die Impfpflicht wird seit längerem immer mal wieder gefordert, auch wenn der Abgeordnete Georg Nüsslein inzwischen nicht mehr im Bundestag ist und auch nicht mehr in der CSU ist. So schnell kann’s gehen: Nüsslein geht und die Impfpflicht kommt.

Wenn Söder auch Recht hat, dann handelt es sich also um die Pflicht zu einer sogenannten Impfung. Prost Mahlzeit!

Totalitäre Ideologie überleben

zum Beispiel als „Querulant“ (Lieblingsvokabel des Großen Diktators für solche Leute) ist möglich.
Der Quer-ulant muss allerdings einige Jahre schwerer Diskriminierung fürs Quer-sprechen und Quer-handeln aushalten.

Das zeigt das Beispiel das katholischen Vikars Ernst Moritz Roth aus dem Siegerland. Ich habe diese Geschichte ausgewählt, weil sie sehr viele Gemeinsamkeiten mit der Geschichte des katholischen Pfarrers aus seinem und meinem Dorf enthält, die mir mein verstorbener Vater erzählt hat:

So fing es auch mit dem Pfarrer aus unserem Dorf an: mit Worten gegen die NS-Ideologie (die nur eine dünne pseudowissenschaftliche Hülle um einen eher kurzfristigen politischen Plan war).
Und das wurde dann verschärft durch Geplänkel um Termine der Hitlerjugend und der kirchlichen Ministrantentreffen. Es ist unklar, wer damit angefangen hat, die Termine so zu legen, dass sie sich mit den anderen überschnitten. Jedenfalls hat der Pfarrer Ministranten an die Hitlerjugend verloren und dann am Sonntag noch klarer gegen die Nazis gepredigt als schon länger.

Die örtliche Geschichte schaukelte sich im Laufe der Zeit auf die übliche Weise weiter auf:

An Prügeleien von Jungmännern kann ich mich in der Geschichte von meinem Vater nicht erinnern. Aber weil er sonst viel davon erzählte, können sie durchaus auch dazugehören. Nun gehört es immer noch zum Wesen von solchen Prügeleien durch Jungmänner, dass sich die Schuldfrage nie klären lässt, selbst wenn sie eigentlich sehr übersichtlich ist. Aber alles andere war natürlich eingeschlossen: Noch sehr zivilisierte Beschimpfungen wie „Querulant“, „Hohlköpfe“ oder „Hampelmänner“.

Solche Konflikt- und Eskalationsgeschichten können eine Weile laufen, aber nicht jahrelang. Dann kommt es unweigerlich zu Maßregelungen durch den Staat und auch durch die eigenen Vorgesetzten:

Damit ist in jedem Staat immer zu rechnen. Wer deswegen schon einknickt, ist kein echter Widerständler, noch nicht einmal ein Quer-ulant. Dabei bleibt es auch nicht:

Trotz allen hartnäckigen Widerstands wird ein Quer-ulant vom Staat normalerweise nicht umgebracht, auch nicht von einem Terror-Regime. Man kann da schon etwas riskieren, um seine Prinzipien nicht zu verraten. Und es gibt auch noch andere Gefahren im Leben.
Der mutige Pfarrer aus dem Dorf meines Vaters, unserem Dorf, wurde übrigens schlechter behandelt und hatte gleichzeitig mehr Glück als der unglückliche Vikar Roth: er wurde irgendwann im Konzentrationslager Dachau eingesperrt, hat es aber überlebt.
Es ist für den einzelnen Quer-ulanten schwer vorhersehbar, wie weit ein Regime gehen wird und ob er Glück hat.

Epilog

Viele haben letztlich auch kein Glück, die einem Regime immer gehorchen und alles tun, was man ihnen sagt. Es kann der Militärdienst in einem unsinnigen Krieg mindestens so tödlich sein wie das Predigen gegen ihn. Mindestens!

Es kann auch die Impfung gegen eine Krankheit für einen selbst tödlicher sein als die Krankheit selbst. Es ist ungewiss, welches Übel einen erwischt. Deshalb ist es in einer freien Gesellschaft vorzuziehen, dass man sich aus freiem Willen entscheidet: Krankheitsrisiko oder Impfung? Dann kann man wenigstens keinem anderen die Schuld geben, wenn es schiefgeht. Das ist auf Dauer sehr wichtig für den inneren Frieden. Denn es gibt nun einmal immer Lebensrisiken, für die es keine dauerhafte kollektive Lösung geben kann.
Am schlimmsten ist es dem Menschen aber, zu etwas gezwungen zu werden, das er für eher nicht sinnvoll oder gar für offensichtlich unsinnig oder gar verbrecherisch hält:

Pfarrerinnen in Schwetzingen mit Chesterton-Zitat

Gedankenexperiment:
Wie lange würde ein Pfarrer in der evangelischen Kirche heute im Amt überleben, der seinen Amtsschwestern auf diesem Foto den Missbrauch des christlichen Glaubens für allzu weltliche Zwecke vorwirft? Wie lange dürfte er in einer staatlichen Schule Religionsunterricht halten?
Würde er damit zweieinhalb Jahre lang durchkommen wie der Vikar Ernst Moritz Roth?
Dabei hat tatsächlich DIE Corona-Wissenschaft ihre Parallelen mit der Eugenik. Und die Eugenik gehörte zur NS-Ideologie, die Ernst Moritz Roth von Beginn an als unchristlich denunzierte, ohne jemals nachzugeben.
Und ich sage es meiner ehemaligen Kirche mit den Worten von Keith Gilbert Chesterton:

Seitdem die Pfarrer nicht mehr an Gott glauben,
glauben sie nicht etwa an nichts, sondern an alles Mögliche

Geimpfte können sehr wohl andere anstecken, wie vielfach erwiesen ist. Die wissenschaftliche Basis für die Behauptung, dass Impfung mehr sei als das Streben nach Eigennutz, nämlich sogar Nächstenliebe, ist damit sehr, sehr dünn. Und ohne eine solide wissenschaftliche Basis handelt es sich dabei eben um eine Ideologie.
Statt um Nächstenliebe geht es beim Impfen eher darum, Freiheiten zurück zu bekommen (die zuvor entzogen wurden und bei Weigerung entzogen bleiben). Das ist kein Geheimnis:


Es gibt einen Zwang, nämlich mit Macht verordnete tägliche Gängelung und Freiheitsentzug, der die Impfung zu einer eigennützigen Entscheidung macht (die sie aber vielleicht doch gar nicht ist). Aber es gibt keinen durchsetzbaren Impfzwang, weder in der Schweiz noch in Deutschland. Bis heute ist jede Impfung ohne Ausrede freiwillig. Wer es nicht will, muss nur Nein! sagen.

Sobald diese (wie gesehen höchst widersprüchliche) Ideologie das Recht für sich in Anspruch nimmt, andere ihrem Willen zu unterwerfen, ist diese Ideologie totalitär. Der Rubikon wird schneller überschritten, als viele denken, lange vor einem KZ.

Baerböcke als Gärtner

Es ist Zeit, von dem nichtendenden Trauerspiel um Annalena Baerbocks geschönten Lebenslauf und ihr schlechtes Buch zu den Sachthemen zurückzukehren.
Weil das an sich weniger lustig ist, nimmt zunächst der Kabarettist Helmut Schleich ihre grünen Ideen zur Außenpolitik in kurzweiligen 1,5 Minuten aufs Korn:

„Alle Ärzte sind sich einig“

Im Netz kursiert ein Video, in dem ein gestandener Chefarzt (Chirurg) kurz nach der Pensionierung so ziemlich alles in Frage stellt, was uns die Politik als medizinisch-wissenschaftliche Wahrheit zu Corona verkaufen will.

Prädikat: absolut hörenswert!

Dr. Sarnes ist ein weiterer Arzt, der nicht zum großen Konsens gehört, auf den sich die Politik, ihre Hofvirologen und Pandemie-Simulanten berufen. Einer von vielen.

Authentizität

Es ist ein Leichtes, sich mit Texten und Fotos zu vergewissern, dass Dr. Thomas Sarnes derjenige ist, der zu sein er behauptet. Er war bis Ende 2019 Chefarzt der Chirurgie und Leitender Chefarzt der Oberhavel-Klinik in Oranienburg nördlich von Berlin.

Beiträge zeichnen Entwicklung nach

Seit seiner Pensionierung, also durch die ganze Corona-Zeit hindurch, hat Dr. Sarnes eine schöne Serie von Beiträgen im Rügener Inselreport veröffentlicht, die eine bemerkenswerte Entwicklung nachzeichnen:

Mai 2020: Warum Angst ein schlechter Ratgeber ist
Diese Bundesregierung hat energisch reagiert und ich sage, das war richtig so…
Das Handeln der Medien ist aus meiner Sicht unverantwortlich

Oktober 2020: Dr. Sarnes zu Maskenpflicht, Statistik und Politikern
„Das ganze Thema der Masken ist ja eine Posse. …Es wird eine Menge an Unsinn geredet und es wird immer wieder versucht, einer Maske eine positive medizinische Bedeutung zuzumessen. Da fällt immer gerne der Begriff der Studien, die das angeblich klar belegen würden. Man muss aber zur Kenntnis nehmen: es gibt nicht eine einzige Studie, die eine positive Wirkung oder einen Effekt einer Mund-Nasen-Maske belegen kann. Im Gegensatz dazu gibt es unzählige Studien, die die Wirkungslosigkeit wissenschaftlich belegen. In meinen Augen als Arzt ist die Verpflichtung für Kinder, eine Maske zu tragen, eine Form von Körperverletzung. Hier kann ich nur zu energischem elterlichen Widerstand gegen diese Verantwortungslosigkeit aufrufen“

November 2020: Was sind PCR-Tests und RNA-Impfstoffe?
„Das, was das RKI meldet sind keine Infektionen, sondern es sind positive Testergebnisse…
Die gegenwärtige Anwendungsweise steht der eigentlichen Benutzung und dem Sinn und Ziel dieses Tests völlig entgegen
Medizin ist genau das Gegengesetzte von dem, was wir hier gerade erleben. Es macht mir Angst, dass auch unsere Amtsärzte scheinbar Probleme haben, hier frei zu arbeiten. Gerade sie wissen sehr genau, was Inzidenzen bedeuten. Ich habe kein Verständnis dafür, dass Impfungen, wenn sie denn überhaupt erforderlich sind, nicht von den behandelnden Ärzten gemacht werden, sondern in anonymisierten „Impfzentren“ durchgeführt werden sollen“

Dezember 2020: Hommage an meine Lehrer
Es wurde aber behauptet, es gäbe Kranke, also Infizierte, die keine Beschwerden hätten, selbst nichts von ihrer Erkrankung spüren oder wüssten, dennoch aber andere anstecken und so in Lebensgefahr bringen könnten. Dazu als Arzt meine feste Überzeugung aus Wissen und langer Erfahrung bestehend, das gibt es nicht. Hier ist auch nicht der Virologe gefragt. Diese Themen bearbeiten die Wissenschaftler auf dem Gebiet der Infektionsbiologie. Dazu gibt es auf höchster wissenschaftlicher Ebene klare Positionen. Man hätte den Sommer nutzen können, hier zur Vernunft zu kommen, alle inneren und äußeren Verstrickungen zu lösen und zur Normalität zurück zu finden. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Menschen in diesem Land ohne Frage den Politikern verziehen“

Februar 2021: Warnung: „Versucht so etwas nie wieder!“
Sofortige Änderung der Teststrategie. Testzentren schließen, Routinetestungen unterlassen, Eingangstestungen in Kliniken beenden. Testungen werden nur noch in den Arztpraxen durchgeführt im Rahmen der Diagnostik und zwar nach Ermessen des Arztes. …Ich nenne das „Rückführung von Kompetenz“ vom Politiker zum Arzt. Dann werden wir auf ganz einfache Art nur noch die Kranken haben. Und dann dürfen wir auch diese Zahl, die wir ermitteln, Inzidenz nennen. Die Letalität von COVID-19 hat die WHO beziffert mit rund 0,14 %. Das ist nicht weltbewegend, weil wir diesen Wert dann ermitteln von den Kranken, nicht von den positiv getesteten Menschen. Abkehr von der 0-Covid-Strategie. Das ist so absurd und realitätsfern, dass ich mir Sorgen mache

März 2021: Wissenschaft oder Politik? Impfschutz oder Impfrisiko?
„Es gab früher, als Medizin noch von Ärzten gemacht wurde den Grundsatz, niemals in eine aktive bzw. laufende Krankheitswelle hinein zu impfen. Aber gut, vielleicht hat sich ja auch hier, seit Medizin von Politikern gemacht wird, die „Erkenntnis“ geändert
Was mir persönlich Angst macht, ist diese Leichtigkeit und Hemmungslosigkeit, mit der sie unsere Grundrechte nehmen und diese dann, wenn wir artig machen was sie sagen, als Privilegien angeboten werden“

Auf der ‚Schwarzen Liste‘

Ein bemerkenswertes Interview beschäftigt sich damit, dass und wie Dr. Sarnes auf eine ‚Schwarze Liste‘ des Bundesgesundheitsministeriums geraten ist, weil er angeblich ‚unrichtige Gesundheitszeugnisse‘ ausgestellt haben soll:
Ich war ein klinisch tätiger Chirurg und Orthopäde und komme schon aus diesem Grund gar nicht in den Verdacht, Atteste zu derartigen Problemen auszustellen. Ich würde sehr erstaunt sein, wenn man mir ein solches, von mir ausgefülltes und unterzeichnetes Attest als Begründung zu dem Vorwurf auf den Tisch legen könnte

Nachtrag 16.7.2021

Stiko gegen die Politik

Ein sehr schönes Beispiel von Ärzten mit Amt, die mit der Politik nicht übereinstimmen und das auch öffentlich äußeren, haben in den letzten Wochen Mitglieder der Stiko (Ständige Impfkommission) gegeben. Stiko-Chef ging mit einem Interview in der taz voran:

Die wichtigsten Aussagen (mit Überschriften von mir):
Gesunde Kinder sind durch Corona nicht ernsthaft gefährdet
Für gesunde Kinder und Jugendliche der Altersgruppe ist das Risiko an Covid-19 zu sterben derzeit rein statistisch gleich null
Long-Covid ist mehr ein Gerücht
Zusammenfassend kann man jedenfalls sagen, dass es zu Long Covid in dieser Altersgruppe einfach keine verlässlichen Daten gibt“
Impf-Risiken sind nicht ausreichend untersucht
„Da lässt sich schon mit Hilfe der Mathematik ableiten, dass die Studie keine Risiken abbilden kann, die seltener als 1:100 sind“
Sehr geringes Krankheitsrisiko und unklare Impfrisiken sprechen gegen die Impfung von Kindern
Wenn die Kinder und Jugendlichen ein sehr geringes Krankheitsrisiko haben, dann müssen wir auch verdammt sicher mit der Impfung sein“

Im Ergebnis gibt es bis heute keine Stiko-Empfehlung für die Impfung von Kindern und Jugendlichen.

Politischer Druck

Und dagegen gibt es offensichtlich Druck aus der Politik:

Klar ist hier nur eines: Die Politik übt Druck auf Ärzte aus, damit Empfehlungen so ausfallen, wie sie es will.
Und wenn die Stiko nachgibt, dann wird die Politik sagen, dass sich „die meisten Ärzte“ und „die Wissenschaft“ einig sind, dass die Impfung richtig ist. Und das ist dann auch sehr schnell die Basis für einen Impfzwang oder für Schikanen gegen Ungeimpfte.

Noch halten viele Ärzte dagegen

Dabei steht Stiko-Chef Mertens mit seiner Haltung unter Medizinern keineswegs allein. Prof Hübner vom Hauner’schen Kinderspital:


Und Prof. Kremsner hat gestern Abend bei Markus Lanz praktisch dieselbe Argumentation vertreten wie Mertens:
„Die Impfstoffe haben derzeit bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zur Krankheit noch zu viele Nebenwirkungen“

Das hat er auch bei Lanz gesagt, und Habeck saß daneben und hat es sogar noch zusammengefasst

Der Streit vor allem zwischen Söder und der Stiko spitzt sich derweil weiter zu:

Und am gestrigen Abend hat Stiko-Chef Mertens bei Lanz selbst gesagt, dass er seine Enkel im Moment nicht impfen lassen würde:

Norbert Walther-Borjahns war regelrecht empört.
Man wird jetzt sehen, wie die Politik damit umgeht, dass sie beim Kinderimpfen auf geballten und anhaltenden Widerspruch von Ärzten stoßen.

Sehr faire Zusammenfassung von Mertens‘ Position in den Stuttgarter Nachrichten: Nur einmal verliert Thomas Mertens die Ruhe

Fazit

Die Politik versucht vorzugeben, was richtige Wissenschaft ist, und diejenigen Ärzte zu dirigieren oder auszusortieren, die dem noch widersprechen.

Nachtrag 20.07.2021
Die Politik lässt nicht locker. Der sächsische Ministerpräsident erklärt sogar öffentlich, warum er eine Empfehlung der Stiko in den nächsten Tagen erwartet:

Im Klartext:
Die Stiko muss liefern, damit die Politik Sicherheit und Akzeptanz bekommt.
Die Frage, ob das Chance/Risiko-Verhältnis der Impfung bei Kindern in Ordnung ist, ist da zweitrangig. Die Notwendigkeit der Impfung auch von Kindern scheint für die Politik a-priori festzustehen. Wodurch?

Auch Stiko-Chef Mertens hat bereits für Wirbel gesorgt und die Berichte über LongCovid bei Kindern als wissenschaftlich unbelegt dargestellt. Das ist für das in Medien häufig bemühte Narrativ äußerst unangenehm:

Nachtrag 25.7.2021
Söder will ein Impfprogramm für Schüler unabhängig vom Votum der Stiko auf den Weg bringen:
„Wir müssen uns für den August auf ein gemeinsames Impfprogramm für Schülerinnen und Schülern festlegen – und zwar unabhängig von der Stiko“
Zur Not lässt die Politik inzwischen auch das Feigenblatt vom medizinischen Konsens fallen, der hinter ihren Maßnahmen stehe.

Dabei geht es nicht nur um die Stiko, sondern zB auch um eine aktuelle Studie der Uni Heidelberg, die nachweist, dass Kinder ohne Impfung und auch ohne starke Erkrankung eine gute Immunität gegen COVID-19 ausbilden:
„Trotzdem zeigten die Kinder 11 bis 12 Monate nach der Infektion stärkere und länger anhaltende spezifische Antikörperspiegel als Erwachsene“
Die Wissenschaftsleugner sitzen in der Politik.

Die Verwandlung

einer akzeptablen Hypothese in „Verschwörungstheorie“ und wieder zurück ist für die „Wahrheitssysteme“ machbar.

Die Hypothese

um die es hier als eindringliches Beispiel geht, ist die Hypothese, dass das Coronavirus nicht natürlich bzw. zufällig entstanden, sondern in einem Labor künstlich erzeugt worden ist.
Diese These ist früh aufgekommen und hat zunächst ihren wichtigsten Vertreter im französischen Medizin-Nobelpreisträger Luc Montagnier gefunden. Montagniers begründete Vermutung schaffte es aber im April/Mai 2020 im deutschsprachigen Raum nur in eine entlegene Provinzzeitung (aus der sie später auch wieder gelöscht wurde) und z.B. in eine anständige Agrarzeitung:


Beide randständigen Artikel stellten zwar die These einigermaßen sachlich dar, aber vorsichtig mit Diskussion der Möglichkeit von ‚Fake News‘.

Widerlegungsversuche

Wenn auch die Laborthese kaum irgendwo auf Deutsch wissenschaftlich neugierig und korrekt diskutiert wurde, so wurde sie doch prominent und polemisch bekämpft, z.B. im Ärzteblatt schon vor Montagniers Äußerung im März 2020:

Auffällig ist, dass niemand konkret genannt wird, der schon bis zu diesem Zeitpunkt das Gegenteil behauptet hätte, also widerlegt werden sollte, nur ganz namenlos ‚mancher Verschwörungstheoretiker‚.
Und es bleibt festzuhalten, dass es rein logisch von einem echten Gegenbeweis keinen Weg zurück zur Hypothese geben kann. Kommt die Hypothese doch wieder ins Spiel, dann war der ‚Beweis‘ erwiesenermaßen falsch und derjenige, der ihn so genannt hat, hat sich grob getäuscht.

Und beim Faktenerfinder Correctiv wurde später speziell auf Montagniers HIV-These gezielt:

Alice Echtermann von Correctiv ist vorsichtiger als das Ärzteblatt, denn sie erklärt nicht die Laborthese in voller Allgemeinheit für widerlegt, sondern nur speziell Montagniers HIV-These. Aber ihre Argumente waren nicht wissenschaftlich valide, denn weder wird eine These dadurch schon widerlegt, dass andere Wissenschaftler ihr widersprechen, noch dadurch, dass jemand ein Paper zurückzieht.
Zusätzlich sei erwähnt, dass Alice Echtermann eine Kommunikationswissenschaftlerin ist und auf Fake News spezialisiert. Das ist nun allerdings hier keine vertrauenswürdige Qualifikation, denn in einer solchen Debatte unter Naturwissenschaftlern ist ja nicht a priori klar, was wahr ist und was Fake News: natürliche Entstehung ist grundsätzlich genauso eine Möglichkeit wie die Entstehung im Labor. Und die Entstehung im Labor ist ja heute noch (oder wieder) eine Option.
Nicht nur, dass Frau Echtermann hier zu freigiebig mit dem FakeNews-Begriff hantierte, ist ihr aus heutiger Sicht auf die Füße gefallen, sondern auch die Berufung auf den deutschen Virologen-Halbgott Christian Drosten am Ende ihres Artikels:.

Drosten bekleckert sich mit Rum

Drosten hat sich nämlich gegen Montagniers These erstaunlich weit aus dem Fenster gehängt, mit erstaunlich wenig wissenschaftlichen Argumenten. Der Focus berichtete prominent darüber:

Anmerkung: wenn es wirklich „nur eine Antwort“ darauf hätte geben können, hätte es auch nie wieder eine Debatte darüber geben können. Die gibt es aber inzwischen wieder! Der überhebliche Ton, den dieser Focus-Bericht transportiert, ist also in jedem Fall bereits heute als unangemessen identifiziert. Und hier wird nicht nur die HIV-These ausgeschlossen, sondern ganz allgemein jede Entstehung im Labor.

Die (recht kurze) Originalstelle mit Drosten findet sich im Interview mit Drosten beim NDR am 12. Mai 2020:

Auffällig an den Aussagen von Drosten ist zweierlei:
– sie sind sehr emotional und arbeiten stark mit Wiederholungen: erledigt, erledigt, erledigt (bedeutet wohl: geh doch bitte weg!)
– er beruft sich auf einen Konsens, sogar einen lateinischen ‚Konsensus‘, der heute so nicht mehr existiert und damit viel weniger wert war, als er damals hoffte
– nur eines der Argumente hat überhaupt einen wissenschaftlichen Inhalt.
Dieses (grün markierte) statistische Argument ist aber strenggenommen nur ein Argument gegen die Stichhaltigkeit von Montagniers Begründung, nicht aber gegen die Laborherkunft als solche. Montagniers Argument war, dass die Mutation wegen ihrer statistischen Unwahrscheinlichkeit künstlich hergestellt sein MUSS. Auch wenn sie nicht überzufällig wäre, KÖNNTE sie aber immer noch künstlich hergestellt worden sein, denn auch kleine Änderungen können natürlich im Allgemeinen künstlich hergestellt werden.
Zwischenfazit: Drostens Attacke gegen Montagniers These war auffällig emotional und stand gleichzeitig wissenschaftlich auf ziemlich dünnen Beinen. Er hat sich hier für jeden Naturwissenschaftler erkennbar nicht mit Ruhm für eine hochwissenschaftliche Argumentation bekleckert.

Dunkler internationaler Verdacht

Während in Deutschland im Frühjahr 2020 die natürliche Entstehung des Virus eisern als absolute Wahrheit verteidigt wurde, gab es international, vor allem in angelsächsischen Medien wie Newsweek bereits drastische Nachrichten und Vorwürfe zu den Laboraktivitäten in Wuhan:

Im Labor in Wuhan sollte angeblich bis kurz vorher an genau dem geforscht worden sein, was 2019 ausgebrochen ist: ein neues Coronavirus mit schärferen Eigenschaften.
Das aus heutiger Sicht besonders Interessante war aber, dass diese chinesischen Forschungen angeblich aus den USA finanziert wurden mit Geldern vom amerikanischen Virologen-Papst Anthony Fauci, der damals noch Präsident Trump beriet und mit ihm über Corona im Clinch lag. Seine ‚leadership‘ in der Pandemie kann dabei durchaus doppeldeutig verstanden werden.

Was damals ausgerechnet in US-Medien berichtet wurde, in deutschen aber gar nicht, passte wiederum ganz hervorragend zu dem, was Montagnier und andere sich als angebliche Hirngespinste ausgedacht haben sollten, warum auch immer.

Große deutsche FakeNews-Wende

Es kommt nicht oft vor (aber in den letzten Jahren immer öfter), dass die deutsche Medienlandschaft fast einstimmig eine 180°-Kehrtwende hinlegt und plötzlich eine These diskutiert und teilweise rehabilitiert, die sie zuvor tief im FakeNews-und „ekligen“ Verschwörungssumpf entsorgt hatte: so eine Aktion ist ja auch immer oberpeinlich, aber manchmal unvermeidlich, wenn sich Medien zu einstimmig und zu weit aus dem Fenster hängen, um unerwünschte Ansichten zu diffamieren.
Genau das ist aber mit der Laborthese im Februar 2021 passiert. In mehr Medien als sie zuvor diffamiert wurde, wurde sie jetzt offen diskutiert, teilweise zustimmend, teilweise ablehnend, aber jedenfalls nicht mehr außerhalb jeder Diskussion:

Auffällige Punkte:

  • Bilder untermauern oftmals die Laborthese, auch wenn der Text ihr vehement widerspricht
  • Der NDR, der ein Jahr zuvor noch Drostens Unsinn-Verdikt über die Laborthese verbreitet hatte, berichtet erstaunlich positiv über Wiesendangers „neue“ Erkenntnisse
  • Der SPIEGEL, der zunächst kein gutes Haar an Wiesendanger ließ („krude Corona-Studie“) legte erst kürzlich („aktuelle Recherchen befeuern die Theorie“) zugunsten der Laborthese nach und gab dem ganzen noch einen gruseligen, anti-chinesischen Oberton („Todesschreie der Marderhunde“)

Der Medienjournalist Stefan Niggemeier, der an gekonnter Medienkritik selbst ganz gerne eine Meinung serviert, kritisierte einerseits die Qualität der Studie und die Medien:

und garnierte das Ganze damit, dass er ebenfalls und entschieden die Laborthese rehabilitierte:
„Dabei ist die Frage nach dem Ursprung des Virus zweifelsohne brisant und offen: Selbst die WHO räumte nach einigem Hin und Her ein, dass sie die These, dass das Virus aus einem Labor kommen könnte, nicht ausgeschlossen hat

Mit diesem höchsten Segen hat der Medien-Mainstream in Deutschland eine heikle Operation abgeschlossen:
Seine eigenen starken Meinungen über die Laborthese abgefrühstückt und das Tor in eine Zukunft geöffnet, in der die Laborthese offensichtlich noch eine Rolle spielen wird.

Gut gealtert

sind meine Kommentare zum Thema Laborthese. Ich habe:

Mit dem Ende der pauschalen, unwissenschaftlichen Verleumdung der Labortheorie als „FakeNews“ oder „Verschwörungstheorie“ endet allerdings nicht das Lügen insgesamt, sondern:

Fragen werden bleiben, der Spin auch

Selbst, wenn die Laborthese sich als richtig erweisen würde, wären folgende wichtigen Fragen immer noch offen:

  • Wurde das Virus absichtlich oder durch einen Unfall freigesetzt?
    (Bisher wurde und wird in erster Linie die Unfallthese ins Gespräch gebracht)
  • Sind die Orte der Entstehung und der Freisetzung dieselben?
    (Bei der Unfallthese ist das fast zwingend erforderlich, bei einer absichtlichen Freisetzung keineswegs, denn das Virus kann dafür an den Freisetzungsort transportiert werden)
  • Waren die Viren, die zunächst in Wuhan/China und dann in Bergamo/Europa auftraten, wirklich identisch?
    (Ein Nein könnte gut erklären, warum China so viel weniger Tote hatte als Europa und Amerika. Chinesische Medien berichteten 2020 von einem Reimport des Bergamo-Virus als Ursache einer neuen kleineren Infektionswelle)

Diese Fragen, die naturgemäß in China ganz anders beantwortet werden als in den USA sind vor allem interessant im Zusammenhang mit dem Nebel, der sich um die Finanzierung der Aktivitäten in Wuhan rankt, siehe den oben erwähnten Newsweek-Beitrag von 2020: Nebel aus chinesischen Forschern und amerikanischem Geld. Internationaler Nebel, sehr undurchsichtig.

Weitere offene Fragen und Möglichkeiten zwischen natürlicher Entstehung und Erzeugung in einem chinesischen Labor behandelt dieser interessante Artikel:

Er behandelt 4 verschiedene Thesen:

Die These Nr. 2 betrifft die Wuhan-Militärspiele kurz vor dem Ausbruch – und ist eine (immer noch) unaussprechliche Verschwörungstheorie.

Vom selben Autor gibt es auch einen schönen Beitrag über die Hofvirologen Drosten und Fauci:

Sehr interessant ist auch dieser Artikel des britischen Autors Jonathan Cook:

Ausblick

Eine Prognose ist mit dieser Vorarbeit leicht:
Die Laborthese wird mehr Fahrt aufnehmen, häufiger und dringlicher vorgebracht werden. Kritik daran wird in den Mainstream-Medien weiter zurückgedrängt werden.

Und gerade heute kam das neue Cicero-Heft ins Haus:

Der Artikel ist nicht ganz plump, erwähnt immerhin einmal auch die Geschichte, dass Faucis Organisation die Forschung an Fledermausviren in Wuhan finanziert hat, aber es geht doch um China, China und China.

Das Editorial dazu gibt es online hier.
Recht amüsant liest sich die Passage über Trump und Biden:
„Doch der ehemalige US-Präsident war ein denkbar schlechter Gewährsmann. Denn einem notorischen Lügner wie ihm konnte man leicht unterstellen, dass er mit seinem Geraune lediglich ablenken wollte vom eigenen Versagen im Kampf gegen Corona. Und so war die Sache, zumindest in der Öffentlichkeit, schnell abgehakt.
Doch siehe da: Auch unter Trumps Nachfolger Joe Biden ist plötzlich wieder von der Laborthese die Rede. Und zwar mit reger Beteiligung amerikanischer Geheimdienste, die nach und nach gezielt Indizien lancieren, wonach das Virus keineswegs von einem Markt in der chinesischen Metropole Wuhan stammt, sondern aus dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Wuhan Institute of Virology“

Zwei Anmerkungen dazu:
– die Schuldzuweisung für das voreilige „Abhaken“ der Laborthese geht vor Trump an die Medien. Das ist oben recht breit ausgeführt.
– Ich für mein Teil bin nicht überzeugt, dass ich einem dementen Greis wie Biden mehr Vertrauen entgegenbringen sollte als einem „notorischen Lügner“ wie Donald Trump. Nein, Trump war wenigstens noch in der Lage, selbstständig zu lügen.

Lautsprecher Lauterbach

Zwei hervorragende Beiträge von Bernhard Kirner zu Karl Lauterbach und seiner Narrenfreiheit in den Medien. Heute das glatte Gegenteil von gestern erzählen? Karl Lauterbach muss dafür vor allem in den öffentlich-rechtlichen Medien mit kaum einer kritischen Frage rechnen.
Er geniesst nämlich völlige Narrenfreiheit:

Er habe schon im Januar gewusst, dass wir einen guten Sommer haben werden und Ende Mai werde Deutschland endgültig durchstarten. Ach ja, die verschwundene dritte Welle – wo es exponentiell aufwärts gehe, da gehe es eben auch wieder exponentiell abwärts
So ist er, der Fliegen-Karle: Frechheit siegt!
Zu den vorher erkennbaren Fehlprognosen zur „3. Welle“, die jetzt eben klein geredet oder auch komplett unter den Teppich gekehrt werden, vergleiche auch diesen Beitrag.

Zuvor hatte Bernhard Kirner bereits weitere Horror-Prognosen Lauterbachs aufs Korn genommen und als völlig gegenstandslos enttarnt:

Es ist, als seien solche Horror-Visionen, raffiniert und intelligent konstruiert, um panische Angst zu schüren, niemals abgegeben worden.
Das funktioniert nur deshalb, weil Medien einem Gauner wie Lauterbach volle Rückendeckung geben, wenn ihre Geschichten zu Staub zerfallen, während sie andere nicht mehr einladen, weil sie sich (angeblich) geirrt hätten:

Nachtrag 9.7.2021
Oskar-Lafontaine hat in einem Facebook-Beitrag Lauterbach explizit als ‚Covid-Heulboje‘ bezeichnet:


Nachtrag 26.7.2021
Beitrag zu Karl Lauterbach bei kla.tv

Zieht Euch warm an!

, es ist kühl 🙂.
Und der kalte Jahresanfang 2021 leitet viel Wasser auf die Mühlen der Klimaskeptiker.

Das berichten die Medien:

Konkret für ganz Deutschland: Deutschland erlebt den kältesten April seit 40 Jahren
„Temperaturdurchschnitt … in diesem Jahr 6,1 Grad“

Kältester April seit 40 Jahren

Damit gehört der April nicht zu den 10 kältesten seit 1881:

Aber 2021 ist sehr nahe an den kältesten Jahren dran und die Serie der sehr warmen Frühjahre von 2000-2020 ist definitiv unterbrochen.
In den kalten 1970er Jahren (3 von 10 Einträgen mit besonders kaltem April!) warnten „die Wissenschaft“ und vor allem die Medien die Politik vor einer neuen Eiszeit, auch wenn das heute oft geleugnet wird, gibt es dafür viele Belege.

Wie kalt der April 2021 war, zeigt auch der Blick auf einige Wetterstationen quer durch Deutschland ausgehend von meinem Wohnort:

(Datenquelle)
München (500 m), Hohenpeißenberg (980 m), Wasserkuppe (920m) und Brocken (1140 m):

Erstaunlich, wie schnell die Apriltemperaturen auf dem kurzen Weg nach Norden abnehmen!

Die Kälte zu Jahresanfang betraf aber nicht nur den Monat April und nicht nur Deutschland, sondern alle Monate und ganz Europa:

Kalter Jahresstart in ganz Europa

Zunächst 31 Jahre Januartemperaturen an den vier deutschen Wetterstationen von oben:

  • An allen 4 Orten lag der Januar 2021 unter Durchschnitt und linearem Trend
  • An allen 3 Bergwetterstationen ist der lineare Trend negativ, auf dem Brocken sogar stark negativ. Lediglich die Wärmeinsel München fällt da ein wenig aus der Reihe

31 Jahre Februartemperaturen:

  • An allen 4 Wetterstationen lag der Februar 2021 über Durchschnitt und linearem Trend
  • An allen 3 Bergwetterstationen gibt es keinen eindeutig positiven Temperaturtrend, auf dem nördlichen Brocken sogar einen eindeutig negativen. Lediglich die städtische Wärmeinsel München weicht wieder nach oben ab.

Die Temperaturen für Januar und Februar 1990-2021 in Deutschland widerlegen also die Klimathese, dass hierzulande die Bedingungen für Schnee im Winter schlechter werden. Eine entsprechende, medial verbreitete These ist damit nach 20 Jahren faktisch wiederlegt:

Jedenfalls liegt es nicht an den Wintertemperaturen, wenn der Schnee weniger wird.
So hat die erste Februarhälfte 2021 bei Kälte und Schnee nichts zu wünschen übriggelassen und erinnerte ebenfalls an die 1970er Jahre, auch wenn es dann in der zweiten Februarhälfte vorübergehend deutlich wärmer wurde.

31 Jahre Märztemperaturen:

An allen vier Wetterstationen ist im März über 31 Jahre kaum ein Trend erkennbar, und 2021 lag recht nahe am Durchschnitt.

Aber überall in Europa gab es in den ersten vier Monaten 2021 zahlreiche Kälterekorde zu vermelden:

Klimawissenschaft leugnet globale Kälte

Für die recht eindeutige Kälte in Europa, die ja nicht ganz neu ist, sondern sich auch schon 2019 und 2020 erstmals nach vielen Jahren wieder mit starken Maifrösten bemerkbar machte, lieferten namhafte Klimaforscher in den letzten Monaten ihre Erklärungen

Özden Terli behauptet:
„Letztendlich ist es ja auch so, dass wir gar nicht mehr so eine große Kälte in der Arktis haben…
Da ist viel Wissenschaft hinter…“
Eher nicht so. Das ist eine eher ziemlich unwissenschaftliche Sicht der Dinge. Es fängt ja schon damit an, dass physikalisch betrachtet Kälte nichts ist als die Abwesenheit von Wärme. Wenn es in der Arktis so schrecklich warm wird, warum sollte es dann in Mitteleuropa deshalb kalt werden? Umgekehrt würde Terli niemals auf die Idee kommen, eine Hitzewelle in Europa etwa darauf zurückzuführen, dass sich Afrika so stark abkühlt und dort eigentlich gar nicht mehr viel Wärme übrig ist. Woher kommt diese Asymmetrie in der Argumentation?

Stefan Rahmstorf hat das Argument schon länger vorbereitet:

Das ‚Schlappmachen‘ des Golfstroms soll erklären, warum Europa trotz lebensgefährlicher Erwärmung der Welt immer häufiger friert. Und dieses Argument kommt dann auf allen Kanälen wieder.

Diese Golfstrom-Erklärungen für Europa werden dem Phänomen nicht gerecht, weil eben auch die Kälte im Winter 2020/21 ein globales Phänomen war, mit vielen Einzelereignissen, die in hiesigen Medien kaum berichtet wurden. Beispielsweise war es auch in den USA im April sehr kalt, so dass Kälterekorde aufgestellt wurden:

Das galt auch und gerade im Süden und an der karibischen Küste schon so sehr, dass Meeresschildkröten vor der Kälte in Sicherheit gebracht werden mussten, was nicht oft vorkommt. Dieses Phänomen ist aber nicht durch einen schwächelnden Golfstrom zu erklären, denn der liefert der Karibik nie Wärme, sondern entzieht sie ihr umso mehr, je stärker er ist.

Und in Peking,weitab vom Golfstrom, wurde im Januar ebenfalls ein 50-jähriger Kälterekord registriert:

Nicht viel Anderes wurde aus Japan berichtet:

Auch der sehr frühe und starke Wintereinbruch in Südafrika zeigt eher eine globale Abkühlung an als ein Schwächeln des Golfstroms:

Die Kälte in den ersten 4 Monaten 2021 war global, egal, was dt. Klimaforscher dazu sagen!

Klima-Außenseiter unwiderlegt!

Der kalte Jahrestart 2021 ist auch deshalb so bemerkenswert, weil er sehr gut zu den Prognosen einiger Klimaskeptiker wie David Dilley und Piers Corbyn passt, deren Auffassung ich vor 1,5 Jahren diskutiert habe:

Nach Dilleys Prognose von 2007 geht es ab 2020 rapide abwärts mit den Temperaturen, und die vulkanischen und seismischen Aktivitäten nehmen zu. Letzteres war 2020/21 übrigens ebenfalls weltweit und auch in Kroatien und am Ätna zu beobachten.

Der Wetterfrosch mit astrophysikalischem Hintergrundwissen Piers Corbyn war Ende 2019 als Sachverständiger im Bundestag ebenfalls der Meinung, dass wir eher am Anfang einer kleinen Eiszeit stünden als vor einer weiteren Erwärmung. Hier das Paper auf dem Bundestagsserver:
„The recent low activity solar cycle 24 and expected low cycle 25 mean we are at the early part of another Little Ice Age“
Diese Prognose hat er auch ein Jahr später wiederholt. Hier die NASA-Grafik zu den Sonnenzyklen 24 und 25 aus dem Artikel:

Der Sonnenzyklus 25 steigt jetzt bis zu seinem (erneut niedrigeren Maximum) 2025 an.
Erst danach würde eine Abkühlung nochmals stärker Fahrt aufnehmen.

Die Temperaturen der letzten Monate haben beiden eher radikalen Klimaskeptikern stärker recht gegeben, als ich es damals so kurzfristig für möglich gehalten hätte. Sie liegen weiter gut im Rennen um die beste Prognose: sogar verbessert.
Und dem IPCC-97%-Konsens, dem ich damals noch 70% Plausibilität gegeben habe, gebe ich heute nur noch 50% oder weniger. Denn die IPCC-konformen Modelle haben den offensichtlichen Temperatureinbruch 2020/21 überhaupt nicht vorhergesagt.

Ausblick: Sven-Plöger-Erwärmung?

Köstlich genug:

Schau’n mer mal!
Prognosen bleiben schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen

Der Mai hat jedenfalls schon mal gut kühl begonnen, nicht nur in Deutschland:

Nachtrag 18.5.2021
Sehr schöne und informative Daten zu den Eisheiligen:
Die Eisheiligen werden schon lange kälter in Deutschland


Nachtrag 16.7.2021
Die globale Temperaturentwicklung von 1979-2021:

Sie zeigt seit Jahresanfang 2020 eine markante Abkühlung von 0.4°C über dem Durchschnitt der Jahre 1991-2020 auf knapp darunter.
Die wichtige Botschaft lautet: die Kühle, die wir in Europa und Deutschland seit 2020 registrieren, wird nicht durch Hitze anderswo kompensiert, sondern schlägt auf die globalen Zahlen durch.

Ich distanziere mich von mir

mein Lieblingstext unter den #allesdichtmachen-Videos kommt von Hanns Zischler, sowohl was die Form als auch was die Inhalte betrifft.

Ihm ist ein wunderbarer Text gelungen: „Ich bin, aber auch manchmal nicht😀, Schauspieler…“

„…ich distanziere mich von morgens bis abends. Ich nehme Abstand“

Er wusste offenbar genau, was folgen würde, und hat es gleich in seinen Text eingebaut. Damit ist er fein raus und hat doch viel von dem gesagt, was zu sagen war.

Warum diese Distanzierung inzwischen „von morgens bis abends“ stattfinden muss, macht Markus Gläser mit Text und Kameraführung sichtbar:

Der Sprecher hat seine „Ecke“ gar nicht unter Kontrolle. Sie wird ihm von außen zugewiesen und er muss sich dort hinbewegen, wo der „Kameramann“ (bzw. die aktuelle Kamera) ihn haben will, sonst fällt er raus – aus der Wahrnehmung.

Abschied von Überzeugungen

Die szenische Illustration der „rechten Ecke“ bringt das auf den Punkt, was Rainer Mausfeld vor mehr als einem Jahr analysiert und prognostiziert hat: Durch geeignetes Framing lässt sich der ‚Kampf gegen Rechts‘ gegen absolut jede Art von Opposition instrumentalisieren:

Mausfeld schreibt:
Zugleich dient die durch eine Verwendung bedeutungsleerer, doch effektstarker Worthülsen hervorgebrachte politische Diskursvermüllung – der gegenüber sich jedes altmodische Reden über fake news nur noch als lächerlich erweist – einem weitergehenden machtstrategischen Ziel.
Es geht nämlich um das machtstrategisch sehr viel tiefere psychotechnische Ziel, bei der Bevölkerung – in Hannah Arendts Worten – grundsätzlich die Befähigung zu blockieren oder zu zerstören, überhaupt irgendwelche Überzeugungen ausbilden zu können

Das Buch ist 2019 erschienen und wusste also noch nichts von der neuartigen Corona-Angst!
(Ich halte Rainer Mausfeld für einen sehr guten Analytiker zu Themen wie ‚Angst und Macht‘, würde diese Analyse aber nie auf ‚kapitalistische Demokratien‘ einschränken, weil sie in allen Gesellschaften eine Rolle spielen, insbesondere auch in sozialistischen)

Ziel ist es dabei, dass Untertanen jeder Wendung der Regierungspolitik folgen, ohne sich auch nur daran zu erinnern oder gar zu stören, dass ihnen die Regierung früher das Gegenteil ihrer heutigen Entscheidung als richtig verkündet hat. Nehmen wir beispielsweise diese Gegenüberstellung von 1989 und 2021:



Völlig unabhängig davon, ob jemand an das Freiheitsversprechen von 1989 geglaubt oder es für das Instrument einer neuen (unwillkommenen) Herrschaft gehalten hat, ob er also damals rechts oder links war, kann er eigentlich erkennen, dass sich die realexistierende Bundesrepublik im Jahr 2021 von diesem Freiheitsversprechen endgültig emanzipiert hat. Und er könnte deshalb die Herrschenden und die Mituntertanen auf den Verlust der (versprochenen) Freiheit hinweisen und auf die Rückkehr zu einer offeneren Form der Diktatur. Genau das gilt es aber im Sinne der Legitimation der neuen Herrschaft zu verhindern. Zu diesem Zweck muss die sich rein logisch aus der Bedeutung der Sprache ergebende gemeinsame Einsicht in den Verlust der Freiheit von Rechten und Linken als Gefahr bekämpft werden. Zu diesem Zweck wird jetzt jede Anhänglichkeit an die alte Freiheit, Bewegungsfreiheit, Berufsfreiheit, Meinungsfreiheit, als „rechts“ geframet, selbst wenn sie von lebenslangen Linken kommt. Die Begriffe „rechts“ und „links“ haben also ihre Bedeutung eingebüsst und werden reine Machtinstrumente im Meinungskampf. Freiheit ist immer rechts und in typisch Orwell’scher Manier bedeutet gleichzeitig der linke Wert der „Solidarität“ nichts anderes mehr als Gehorsam gegenüber der Regierung.

Der Lack ist ab

Wie offen auf Kritik (woran auch immer) inzwischen die offene Drohung mit der Keule der gesellschaftlichen und beruflichen Vernichtung folgt, hat Politiker (SPD) und Rundfunkrat Garrelt Duin deutlich gemacht:

Wer so gegen Regierungspolitik spricht, muss seine Arbeit für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk verlieren! Das ist offensichtlich DDR, ganz unabhängig davon, ob man die DDR für eine üble Diktatur (alt-rechts) oder für ein nicht perfektes, aber im Prinzip gutgemeintes Staatswesen (alt-links) hält. Die Einsicht in die Strukturgleichheit der DDR und der heutigen BRD ist gar nicht mehr von der Hand zu weisen: auch in der DDR gab es immer noch Regimetreue, die die Bestrafung (Ausbürgerung) Biermanns als zu hart empfanden. Sie konnten das zunächst auch noch sagen, bis sie sich entscheiden mussten, was sie opfern wollten: den Dissidenten oder ihre Existenz IM Staat.

Und solche Entscheidungen müssen ab heute auch die 53 Schauspieler treffen, die an allesdichtmachen.de mitgewirkt haben:

Der Druck ist derselbe und die Konsequenzen auch: drinnen oder draußen. Und deshalb wird auch die überwältigende Zustimmung für eine Politik, die die Macht hat, kaum ausbleiben:

Nachtrag 16.5.2021
Die extreme Berichterstattung (um nicht ‚Hetze‘ zu sagen) über #allesdichtmachen ist dem Tagesspiegel böse nach hinten losgegangen. Das zeigte schon dieses Mea Culpa im Tagesspiegel selbst:
„Wir haben ihn mit Äußerungen aus diesen Auftritten zitiert und diese als ‚antidemokratisch‘ bezeichnet. Dieser Begriff ist durch Brandenburgs Äußerungen nicht gedeckt. Online haben wir das korrigiert. Zudem haben wir Paul Brandenburg vor der Publikation nicht um eine Stellungnahme gebeten – eigentlich ein journalistisches Muss“
Ein Rückblick in Meedia bestätigt diesen Eindruck:

Nachtrag 29.4.2021
Interview von Jan Josef Liefers mit der Berliner Zeitung:


Im Tagesspiegel ist ein Artikel gegen #allesdichtmachen erschienen. Unter den Autoren ist Julius Geiler, der mir bereits im Zusammenhang mit der Demonstration von Leipzig als jorunalistischer Hetzer und Schlägertyp aufgefallen ist: Tageshetze spiegelt. Es ist einigermaßen lustig, dass sie ausgerechnet den Clip von Hanns Zischler (s.o.) in den Artikel eingebettet haben, der mir so gut gefällt.

Nachtrag 28.4.2021
Die „Tagesschau“ wählte für ihre Meldung nicht einen Titel wie „Schauspieler kritisieren Coronapolitik“, das wäre alter Journalismus gewesen, sondern: „Internet-Aktion sorgt für Kritik“. Die Beteiligten, hieß es dort, würden weiter beschäftigt, auf Bewährung vermutlich. Wo bin ich, welches Jahr, welches Land?

Nachtrag 26.4.2021
Offensichtlich ist, dass Unterstützung für die Meinungsfreiheit derzeit eher von der CDU (Laschet, Sack) kommt als von der SPD (Schwesig, Duin).

Nachtrag 25.04.2021
Einer der Köpfe der Aktion, Dietrich Brüggemann, hat ein Interview gegeben. Sehr klar und lesenswert:
Ich habe damit gerechnet, dass sie (die Aktion) missverstanden wird. ✅
Dass hier eine privilegierte Situation kritisiert wird, indem wir sie spielerisch einnehmen und satirisch so überhöhen, damit jeder merkt, dass das bescheuert ist
Wir haben eine gewisse Anzahl an Toten, die akzeptieren wir, nur Corona-Tote akzeptieren wir nicht
Wir haben ein schizophrenes System aus zwei Regelwerken, und das führt dazu, dass wir uns absurden Regeln unterwerfen und uns etwas vorlügen und uns als Gesellschaft in eine Zwangsjacke stecken, was zu psychischen Verrenkungen führt
-Es ist nicht die Aufgabe von Schauspielern, Musikern, Künstlern, Lösungen zu präsentieren
Es gibt eine Gruppe von alten, erprobten Medizinern um einen gewissen Matthias Schrappe. Die schreiben ein Thesenpapier nach dem anderen, wie man das alles anders und deutlich besser machen könnte
In den Medien gibt es schon ein bisschen Widerspruch, aber es bleibt vollkommen wirkungslos. Ein Widerspruch bis zum gewissen Grad ist vollkommen okay, aber wenn man dann zu laut wird oder zu grell, dann wird aufgeheult. Dann gibt es einen unglaublichen Shitstorm. Deswegen ist es tatsächlich so, dass sich Leute nicht trauen, ihre Meinung zu sagen
Das, was ich für sinnvoll hielt, war fast immer eher links. Auch in dieser Situation tue ich, was ich für richtig halte
Die Diskussion, wie viel Lockdown verhältnismäßig ist und wie viel wir kaputt machen in unserer Gesellschaft – das kann man doch nicht der AfD überlassen. Und den Prozess dann stigmatisieren und jedem, der protestiert, sagen: „Du vertrittst jetzt hier AfD-Positionen.“ Das ist doch totalitär. Damit ist das ganze Thema im Keim erstickt
Aber generell und in der Gruppe kann ich Ihnen sagen, dass so ein Shitstorm gar nicht so leicht auszuhalten ist. Das macht die Leute wirklich fertig. Teilweise kriegen sie Morddrohungen
Von einigen Leuten, deren Videos nicht mehr online sind, weiß ich, dass die komplett hinter der Aktion stehen und das wahnsinnig wichtig finden, aber die Kinder werden bedroht und sie möchten das Video deswegen erstmal nicht mehr online haben
Unser Ansatz war, dass wir den Diskursraum wieder aufmachen, und das ist geglückt, es wird drüber geredet
Dass viele Millionen Menschen in diesem Land die Welt nicht nicht mehr verstehen und die Maßnahmen in dem Ausmaß auch nicht mehr mittragen wollen. Dass wir damit auch eine Wahrheit ausgesprochen haben
Dass jede Menge Heuchelei und Selbstbetrug im Spiel sind, auch von Seiten der bessergestellten Klasse, die auf Twitter die Lufthoheit hat
-Interviewer: Prallt die Kritik, der sogenannte Shitstorm, an Ihnen weitgehend ab? Immerhin kann sowas in Zeiten von „Cancel Culture“ auch ganz schnell berufliche Probleme mit sich bringen
Aber diese Hassattacken auf Leute, wie man auch bei Hendrik Streeck seit einem Jahr beobachten kann die Schärfe, der Tonfall, der totalitäre, einseitige Vernichtungsfuror, der sich ihm gegenüber breit macht der drängt das ganze Land in eine Richtung, in der ich nicht sein möchte
In der Presse steht wenig davon, aber wenn man ein paar internationalen Wissenschaftlern auf Twitter folgt, dann sieht man da schon einiges. Wenn man das in Deutschland sagt, wird man wieder gleich als Querdenker beschimpft. Und das ist ein bisschen schwierig
Der hat für die Verantstaltungszenen gesprochen. Hat das irgendwas gebracht? Hat das irgendwen interessiert? Niemanden, der etwas zu sagen hat
Helldeutscher Kopf:

Nachtrag 24.4.2021
Interessant zu verfolgen und zu dokumentieren, wer eine besondere Freude an Widerrufen auszuleben hat:

„Was einmal gedacht wurde, kann nicht zurückgenommen werden“ (Friedrich Dürrenmatt)

Auch Garrelt Duin hat inzwischen widerrufen, aber nicht alles:

Freunde des Grundgesetzes

In Dresden deklamierte am 17.4.2021 einer alleine mit seinem Fahrrad an der Hand das Grundgesetz. Sehen Sie selbst, was dann passiert ist:

Quelle

Das Endergebnis:

Brüssel war kein Unfall, sondern ist jetzt überall.

Nachtrag 19.4.2021
Weiterer Videobeitrag dazu:

Andererseits ist ganz klar, dass nicht alle Polizisten mit diesem Vorgehen einverstanden ist. Dazu der Einsatzleiter der Stuttgarter Polizei bei einer Anti-Corona-Demonstration:

Nachtrag 20.4.2021
Ein Beitrag eines Namensvetters zum Grundgesetztag aus dem letzten Jahr:

„Wir müssen also sehr hellhörig werden, wenn das Grundgesetz zur rein taktischen Waffe in der politischen Auseinandersetzung eingesetzt – in Wirklichkeit aber versucht wird, die Grundrechte auszuhebeln. Darum ist es ein Segen, dass die Grundrechtsartikel der „Ewigkeitsformel“ unterliegen: Sie dürfen in ihrem ‚Wesensgehalt (nicht) angetastet werden‚ (Art. 19 Abs. 2 GG)“
Das gilt eigentlich in jeder Richtung!

Original: Christian Wolffs Blog

Nachtrag 21.4.2021
Heute in Berlin waren die Freunde des Grundgesetzes wieder im Einsatz:


Straße des 17. Juni

Nachtrag 22.4.2021
Beinahe wäre ich noch auf ein Video hereingefallen, auf dem ein böser Polizist eine nette alte Dame zu Boden wirft, natürlich grundlos. Aber dem war nicht ganz so:

Das Video mit der älteren Dame, die von einem Polizisten niedergerungen wird, wird gerade unter Polizeigewalt getaggt. Klar, ist ja heftig. Wieso sie allerdings auf die Idee kommt, dem Beamten eine pfeffern zu wollen, weiss wohl nur sie. In so einer Lage nicht sehr klug. #b2104

Originally tweeted by Dr. ju. tub. Dunning-Kruger (@iHeini) on April 21, 2021.

Diese wesentliche Zusatzinfo habe ich bei Tichys Einblick gefunden.
Also immer schön kritisch bleiben! In alle Richtungen! Man will uns hemmungslos aufhetzen, beide Seiten.
Dass die Ermächtigungen für die Bundesregierung überflüssig und gefährlich sind, bleibt davon aber unberührt.

Nachtrag 6.5.2021
Der pensionierte Richter Dr. jur. Manfred Kölsch äußert seine Ansicht zu den Vorgängen in Deutschland:

(Nachtrag 22.6.2021: wie so oft wurde das Video von Manfred Kölsch auf Youtube gelöscht. Hier gibt es noch eine Version:

Nachtrag 24.5.2021
Norbert Häring hat mit Sascha Wolf gesprochen und einige Hintergründe zu der Grundgesetzvorlesung in Dresden zusammengetragen.
Die wichtigsten Punkte:
– Gegen Sascha Wolff, der in Dresden das Grundgesetz vorgelesen hat, läuft kein Verfahren.
– Wolff will zivil-und strafrechtlich gegen die Polizisten vorgehen, die ihn zu Boden gebracht haben
– Die offiziellen Stellungnahmen der Polizei sind widersprüchlich und verraten eine gewisse Distanzierung von den NRW-Kollegen, die für die Aktion verantwortlich waren

Von Brüssel nach Waterloo

Heute ging eine Szene durch die sozialen Medien, bei der gestern in Brüssel eine junge Frau von einem Polizeipferd umgeritten und schwer verletzt wurde:

Offensichtlich nicht gewalttätige junge Frau wird von einem Polizeipferd von hinten umgeritten: alles nur für ihre Gesundheit

Die Szene ist ab Sekunde 28 auch in diesem längeren Video des belgischen Sportsenders DHSports enthalten, der auch andere Berichte und auch Fotos von verletzten Polizisten auf seiner Website bereithält:

Übersetzung des französischen Tweets:
„Heute in Brüssel viele zehn Polizisten, zu Pferde oder zu Fuß, mit Aufstandsausrüstung + Wasserwerfern, um eine Versammlung im Bois de la Cambre aufzulösen, 1 Frau schwer verletzt durch ein Pferd! Diese ganze Armee ist mobilisiert im Namen der Epidemie“

Und folgende längere Szene von hinter den Polizeilinien habe ich ebenfalls im Netz gefunden:

Deutsche Medienberichte

Die Auseinandersetzungen waren der Tagesschau einen Bericht wert:

Das in den Bericht eingebettete Video zeigt die Szene mit der umgerittenen Frau nicht, aber einige Szenen, die die Gewalt gegen die Polizei dokumentieren.

Die ZEIT betont die Illegalität der Veranstaltung:

berichtet aber im Gegensatz zu anderen Zeitungen nur von 3 verletzten Polizisten (siehe auch belgische Berichte unten).

Einen langen, ziemlich guten und um Objektivität bemühten Artikel hat die Frankfurter Rundschau:

Hier ist auch der Vorfall mit der umgerittenen Frau enthalten.

Belgische Medienberichte

In Le Soir gibt es einen Bericht mit vielen Fotos und Videoausschnitten.

Die Anwesenden sind (gegen 17 Uhr) offensichtlich nicht so betrunken wie in dt. Berichten behauptet und rufen „Freiheit! Freiheit! Freiheit!“

Ein belgischer Medienbericht von Sudinfo ist besonders informativ zu dem Vorfall mit dem Polizeipferd, enthält nicht nur das Video, sondern auch zahlreiche Fotos und eine Zusammenfassung des Polizeiberichts:

Demnach wurden 26 Personen verletzt, davon nur 3 Polizisten. (Über den Zustand der umgerittenen Frau ist nichts bekannt)
6 Polizeifahrzeuge wurden beschädigt, 5 hatten die Scheiben eingeschlagen und die Reifen zerstochen. Mehrere Polizeipferde müssen zum Tierarzt.
Ca. 20 Personen wurden am Donnerstagabend in Gewahrsam genommen, gegen 4 ein Haftbefehl erlassen und eine Person steht bereits am 22 April vor Gericht.

La Libre Belgique berichtete dagegen am Freitag von 23 verletzten Polizisten unter insgesamt 26 Verletzten. Mit 3 bis 23 Polizisten gibt es doch eine erhebliche Bandbreite. Von den verletzten 8 Teilnehmern seien 2 ins Krankenhaus gekommen.
DHNet berichtet, dass nur ein Polizist ins Krankenhaus gekommen sei und dieses bereits wieder verlassen habe. Auch zwei leichtverletzte Teilnehmer seien ins Krankenhaus gekommen.

Über die umgerittene Frau findet man keine spezifischen Berichte.

Der Kanal 7sur7 hat ein Interview mit einer anonymen Organisatorin des Events im Park, das ‚La Boum‘ genannt wird. Sie sagt mehr oder minder, dass es eine Gaudi hätte werden sollen, um aus dem Alltag auszubrechen und die Leute zum Lachen zu bringen. Der Veranstaltungssektor habe seit einem Jahr alles verloren. Sie spricht von einem ‚Boisson d’Avril‘, einem Aprilscherz bzw. einer April-Gaudi, die sie im Park veranstalten wollten.
Im Nachrichtenteil berichtet der Sender von erneut 11 Verhaftungen am Freitag, davon nur eine mit Haftbefehl wegen Schlägen gegen ein Pferd. Kuriosum: zwei Pferde seien reiterlos in ihre Kaserne zurückgekehrt.

Alles in allem kann ich jetzt nicht behaupten, dass belgische Medien besser und umfassender über die Vorfälle im Park berichtet hätten als deutsche Medien, aber sie stellten definitiv mehr Fotos und Videos online, die zeigen, dass die jungen Leute keineswegs so betrunken oder generell gewalttätig waren, wie in manchen Berichten behauptet.

Lage: auf dem Weg nach Waterloo

Der Stadtpark ‚Bois de la Cambre‘ liegt an der Nationalstraße von Brüssel nach Waterloo:

Corona-Lage in Belgien ist jetzt unkritisch

Nicht ganz so schlecht ist die Corona-Lage in Belgien, das anfangs das am schwersten betroffene Land in Europa war. Belgien zählt derzeit weniger „Fälle“, also positive Tests, als Frankreich oder Schweden, aber mehr als Deutschland:

Bei den Corona-Toten sieht es noch besser aus. Belgien liegt etwa auf dem Niveau von Schweden und Deutschland, aber deutlich unter Frankreich:

Und diese relativ entspannte Lage spiegelt sich auch im Sterblichkeitsmonitor Euromomo wieder, der alle Todesfälle unabhängig von der Ursache misst:

In Belgien liegt die Sterblichkeit derzeit auf normalem Niveau, in Deutschland herrschte in den letzten Wochen sogar Untersterblichkeit.

Maßnahmen unrechtmäßig

Die Corona-Maßnahmen in Belgien sind nach einem Gerichtsurteil unrechtmäßig erlassen.
Das bestritt auch die Tagesschau am Tag vor den Auseinandersetzungen nicht:

Die Maßnahmen sind unrechtmäßig, aber was nicht passt, kann und wird noch passend gemacht werden, so die Tagesschau.
Rechtmäßigkeit hin oder her, das Ergebnis steht in jedem Fall fest.
Lockerungen sind jedenfalls nicht in Sicht. Ob das etwas mit der Gewalt in Belgien zu tun haben könnte?

Nachtrag 12.4.2021
Gute Nachricht: die umgerittene Frau aus dem Park ist zwar K.O. gegangen, aber nicht gefährlich verletzt worden. Es hätte aber natürlich böse ausgehen können.