Viren im Kabarett

Volker Pispers hat schon vor fast 10 Jahren die Themen brillant verbunden:

Warum hat er eigentlich 2015 seine Kabarett-Karriere beendet? Großer Verlust.

Helmut Schleich, Bayerns bester Strauss-Imitator, hat zum Thema aktuell ein schönes Schleichfernsehen produziert:

Und das vergleichen Sie dann mal mit Wilfried Schmickler. Keine Ahnung

Viel Vergnügen! Mehr oder weniger.

Der Horror der zweiten Welle

Kein Zweifel, die wirtschaftliche Krise als 2. Welle des Corona-Horrors wird schlimm werden. Das ist längst klar, aber nicht Thema dieses Beitrags.
Wie groß ist aber die vielbeschworene Gefahr wirklich, dass es zu einer 2. Infektionswelle kommt, die dazu noch schlimmer als die erste sein soll?
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Vieles spricht gegen eine schnelle 2. Welle

Erstens läuft die erste Welle fast überall aus:

In Italien hatte die Welle des Todesfälle ihren Höhepunkt bereits Anfang April erreicht, in Belgien stieg sie bezogen auf die Einwohnerzahl am höchsten und geht seit Mitte April zurück, aber auch in Schweden geht es seit Ende April runter.
Warum also sollte es in Deutschland bald eine zweite Welle geben, nur weil sich die Maßnahmen mit den Lockerungen dem schwedischen Niveau annähern? Um das zu verhindern, reicht ein Minimum an Disziplin. Massenveranstaltungen mit zu viel Tuchfühlung einfach meiden!

Dagegen spricht auch der Viren-Kalender. Die Corona-Zeit ist seit Mai vorbei und beginnt erst im Dezember wieder:

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Deshalb erwarten auch Corona-nahe Experten eine zweite Welle erst ab Spätherbst. Auch Cristian Drosten ist auf diese Linie eingeschwenkt:
„Christian Drosten blickt demnach aber mit Sorge in Richtung Herbst und Winter: Er frage sich was passiert, wenn man nun sehr glimpflich über den Sommer kommen sollte, bis zum Herbst aber immer noch kein spezifisches Medikament zur Verfügung habe“

Was für eine 2. Welle spricht

Kriegsrhetorik und Mitwirkung von Terrorexperten

Auffällig ist die öffentliche Kriegsrhetorik im Zusammenhang mit dem Virus:
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Noch deutlicher als Merkel wurde Macron:
undefinedDas klingt eher merkwürdig, dürfte aber irgendeine Realität ausdrücken. Also Vorsicht! Der Feind ist da draußen und er schläft nicht, sondern kann jederzeit und überraschend zuschlagen – ohne Rücksicht auf den Kalender!

Und dann sind da noch diese Terror-Experten, die plötzlich auch bei Corona das große Wort führen und sich für eine Impfung stark machen:
undefinedEin Virus ist zwar kein Terrorismus, macht aber auch schön Angst, und Terror-Experten liefern auch hier das Beruhigungsmittel: eine Impfung/Vertrauen zu staatlichen Maßnahmen. Wenn das Angebot nicht angenommen wird, hilft vielleicht eine 2. Welle?

Das Virus ist tückisch

Es tauchen immer wieder Berichte auf, dass die Erkrankung COVID-19 auch besonders tückische Verläufe hat und bleibende Schäden in verschiedenen Organen verursacht. Die Universitätsklinik Innsbruck berichtete über Lungenschäden bei Sporttauchern, das Universitätsspital Zürich über Gefäßveränderungen in verschiedenen Organen. Nach milden Verläufen der Corona-Erkrankungen bei Kindern wird insbesondere aus den USA über Symptome mit Zusammenhang zum Kawasaki-Syndrom berichtet.
Ich kann nicht beurteilen, welche quantitative Bedeutung solche Erkrankungen bisher haben, aber es ist doch deutlich, dass es jenseits des Infektionsgeschehens auch zu einer zweiten Welle an Erkenntnissen über die Schädlichkeit des Virus kommen kann, die erneut zu panischen Reaktionen aus Bevölkerung und Politik führt.

Die Macht der Corona-Tests

Ob eine Infektionswelle als zweite Corona-Welle oder als neue Epidemie interpretiert wird, hängt auch davon ab, ob die aktuell verwendeten Corona-Tests auf sie ansprechen. Manche behaupteten, Drostens Test sei nicht sehr selektiv und nicht ausreichend evaluiert, er produziere falsche Positivergebnisse. Drosten bestreitet das. Wichtig ist aber festzuhalten, dass vorhandene Tests eine Schlüsselrolle spielen, wenn es um die Frage geht: zweite Welle oder anderes Virus? Und nicht alle Tests sind gut.

Viren aus dem Labor

Für Furore hat die Behauptung des Nobelpreisträgers Luc Montagnier (Update 5.6.2021: Seite wurde gelöscht, archivierte Version hier) gesorgt, das Corona-Virus sei im Labor künstlich mit HIV-Bestandteilen hergestellt worden. Manche erklären das für eine Verschwörungstheorie, andere nur für unwahrscheinlich. Wieder andere halten es für unwiderlegt.
Spinnt man den Verdacht aber zuende, kommt man unschwer zu einem Worst-Case-Szenario für eine zweite Welle:

  1. das Corona-Virus stammt aus dem Labor
  2. es wurde nicht allein, sondern mit ähnlichen Verwandten hergestellt
  3. auf alle Varianten reagieren die vorhandenen Corona-Tests positiv
  4. schon vor Herbst wird eine zweite Variante in Umlauf gebracht
  5. die zweite Variante ist heimtückischer als die erste

Fazit

Aktuell spricht nur noch wenig für eine ernsthafte, zweite Corona-Welle vor dem nächsten Winter. Dafür sind die Warnungen davor aber recht verbreitet und eindringlich, gerade auch von Politikern.
Viele Vermutungen, die aber alle auch bestritten werden, lassen sich recht mühelos zu einem ganz üblen Worst-Case-Szenario von einer verheerenden zweiten Corona-Welle zusammenbasteln. Es ist aber völlig unklar, was von solchen Vorhersagen zu halten ist, auch wenn sich einige Aspekte davon („Zweite Welle kommt“, „China ist schuld“, „Bill Gates steckt dahinter“,…) bereits heute in den Nachrichten finden lassen.
Es wäre jedenfalls schön, wenn uns die zweite Welle erspart bliebe, wonach es vorläufig erst einmal aussieht.

Nachtrag 29.05.2020 zum Abschnitt ‚Das Virus ist tückisch‘
Ein Artikel im Focus zu Lungenveränderungen durch das Virus:
„Beobachtungen sind alarmierend
Was mich etwas beunruhigt, ist, dass vier bis acht Wochen nach Entlassung nur zwei der 31 Patienten wieder eine normale Lunge haben
Es wird sicherlich noch einige Überraschungen geben“
Auf dieser Schiene werden sicher noch einige Artikel kommen. Die ist fast ideal, um immer wieder einmal nachzulegen.

Nachtrag 06.06.2020 zum Thema Corona-Tests
Warum die Diskussion um den PCR-Test nicht endet:
„Der Nachweis von viraler RNA weist möglicherweise nicht auf das Vorhandensein eines infektiösen Virus hin, oder darauf, dass 2019-nCoV der Auslöser für klinische Symptome ist“
Inzwischen verzichten die WHO und die amerikanische Lebens- und Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA auf den Nachweis des angabegemäß SARS-CoV-2-spezifischen ORF1-Gens im Rahmen des PCR-Tests; der Nachweis des unspezifischen, auf Coronaviren im allgemeinen hinweisenden E-Gens reicht jetzt aus
erklärt die US-Seuchenschutzbehörde CDC, dass der RNA-Nachweis durch diese Art von Tests weder eindeutig ein ansteckendes Virus noch eindeutig denjenigen Erreger identifiziert, der für klinische Symptome der getesteten Patienten ursächlich ist


Nachtrag 14.06.2020
Dieser Beitrag in Strategika51, der mir durch ein frz. Blog bekanntgemacht wurde, beschreibt die neuesten Berichte aus Peking als Beginn der 2. Corona-Welle, die ansteckender und tödlicher sein soll als die erste. Siehe auch hier und hier.

Nachtrag 15.06.2020
Anscheinend handelt es sich bei dem neuen Ausbruch in Peking um eine Mutation:
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„Das Virus, das für den neuen Corona-Ausbruch in Peking verantwortlich ist, ist nicht mit dem Virus identisch, dass die Pandemie vor Monaten ausgelöst hatte“
„Hinter dem neuen Corona-Ausbruch in Peking steckt vermutlich eine Mutation. Das Virus, das in China Hauptstadt entdeckt wurde, sei nach einer vorläufigen Sequenzierung des Genstamms anders als der Typ, der das Land vorher heimgesucht hat, sagte Zeng Guang, Epidemiologe des Gesundheitsamtes nach Angaben der staatlich kontrollierten «Global Times» am Sonntag“
„Das Virus sei bis zu einem Hackbrett auf dem Xinfadi-Großmarkt zurückverfolgt worden, auf dem importierter Lachs verarbeitet worden sei“
Nicht erwähnt ist, ob die Mutation mit denselben Tests positiv testet, die schon zuvor verwendet wurden.

Nachtrag 16.06.2020
Bei der Mutation in China soll es sich laut einem chinesischen Pressebericht tatsächlich um den Reimport der europäischen Variante handeln:
Yang Peng, a researcher from Beijing CDC told China’s Central Television (CCTV) via telephone interview that it has been preliminarily determined that the virus found on the samples from the market is related to strains China has seen from imported cases. Genome sequencing showed that the coronavirus came from Europe
Das würde dann gleichzeitig das Risiko für Europa durch diesen Ausbruch kräftig reduzieren: das Virus kennen wir inzwischen.

Nachtrag 19.06.2020
Ein Beitrag von Dirk Pohlmann, der mir wie eine gute Übersetzung James Corbetts (mit eigenen Quellen) ins Deutsche erscheint: „Ein Virus als Waffe“

Nachtrag 01.07.2020
Sehenswerter Videobeitrag mit vielen wichtigen Aspekten zum Corona-Komplex.
Das wichtigste Bein, auf dem der Corona-Hype steht, ist der Corona-Test. Und der ist nicht ordentlich validiert und die Blaupause dazu stammt von Christian Drosten.

Nachtrag 05.11.2020
Ein guter Beitrag zu den auffälligen Kriegsaspekten der Corona-Krise:

Erstaunlich viele beobachtete Aspekte lassen sich so erklären.

Fake News über Falschnachrichten

Die Tagesschau verbreitet hochoffiziell im ARD-Verbund „recherchierte“ Falschnachrichten:

Mit Hilfe des Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks hat die ARD angeblich ein besonders prominentes Beispiel für Falschnachrichten identifiziert:

Mit Rot habe ich die Vorwürfe an Bhakdi markiert, mit Grün Tatsachenbehauptungen, mit Gelb Meinungen. Der Faktenfuchs und die Tagesschau haben in dem beanstandeten Video tatsächlich keine Falschnachrichten gefunden, nur eine falsche Meinung von Bhakdi.
Er war und ist nämlich der Meinung, dass die Gefährlichkeit des Virus überschätzt wurde, weil die Daten lückenhaft seien. Diese zentrale Tatsachenbehauptung von ihm über Datenlücken wird pikanterweise im Tagesschau-Artikel ausdrücklich bestätigt. Ob man bei so lückenhaften Daten eher weniger (Bhakdi) oder eher mehr (Bundesregierung) Vorsicht walten lassen sollte, ist also kein Streit über Falschnachrichten, sondern ein reiner Meinungsstreit. Und gerade bei Meinungen über Fakten ist es wichtig, verschiedene kompetente Meinungen anzuhören.

Prominentes Beispiel ja, aber wofür?

Sucharit Bhakdi ist tatsächlich sehr schnell prominent geworden und das von der Tagesschau bemängelte Video hat Stand heute fast 2.5 Mio Aufrufe erhalten.
Jeder kann sich selbst davon überzeugen, dass Bhakdi in diesem Video vom 29. März eher wenig behauptet und sehr viel fragt nach der Qualität der Daten, auf die die Bundesregierung ihre nie dagewesenen Entscheidungen aufbaut:

Von der Tagesschau fälschlich als prominentes Beispiel für Falschnachrichten bezeichnetes Video

Nachtrag 30.11.2020: Das Video und Youtube-Konto von Sucharit Bhakdi wurde (wie viele andere) gelöscht.

Diese Fragen sind sehr berechtigt und stehen im Zentrum der Kritik von vielen qualifizierten Medizinern und Wissenschaftlern, die einen Vorwurf teilen: es wurde mit zu wenig echtem Wissen eine zu große Gefährlichkeit des Virus angenommen und mit extremen Maßnahmen beantwortet, deren Wirksamkeit auch nicht gesichert war.

Sucharit Bhakdi hat als qualifizierter Seuchenmediziner im Ruhestand einen Youtube-Kanal gegründet, um seine Meinung, sein Entsetzen über die Coronapolitik der Bundesregierung in sehr moderatem Ton und an der Sache orientiert zu äußern. Er ist offensichtlich politisch nie in Erscheinung getreten. Damit ist Sucharit Bhakdi ein sehr prominentes Beispiel für Bürgersinn und den Wert von Meinungsfreiheit.

Faktencheck ist Meinungskampf

Weil Fehler bei Entscheidungen unter Druck und Informationsmangel immer möglich (und bei Einsicht auch verzeihlich) sind, ist es nicht nur absurd, sondern auch gefährlich, Fachkritik wie die von Sucharit Bhakdi mit Falschnachrichten in einen Topf zu werfen.
Auch handwerklich hat die Tagesschau hier ganz schlechte Arbeit geleistet: Hätte sie ein Video von Bhakdi nach Falschnachrichten absuchen wollen, dann hätte sie sich dieses frühere Video vornehmen müssen. Erstens enthält es wesentlich mehr Tatsachenbehauptungen und zweitens ist es offensichtlich auch mehr ins Unreine gesprochen als das spätere, das man auch als Versuch einer Verwissenschaftlichung und Konsolidierung seines Standpunkts verstehen kann. Hier darf man nach Fehlern und Falschannahmen suchen.
Ob mögliche Fehler und Falschannahmen dann auch Fake News sind, ist eine ganz andere Frage: auch Bundesregierung und Robert-Koch-Institut haben in der Corona-Pandemie bereits viele Fehler gemacht, wie Kurswechsel zB bei der Kommunikation über die Sinnhaftigkeit von Masken beweisen. Aber ihnen würde die Tagesschau deshalb niemals „Falschnachrichten“ vorwerfen, oder? An diesem Vergleich erkennt man:
Dieser Art der Faktenchecks geht es weniger um Fakten als um Parteinahme im Meinungskampf, im Zweifel immer auf der Seite von Regierung und Behörden. Sie nähren deshalb den Vorwurf, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein Staats- und Regierungsfunk sei. Und das ist noch nicht der Gipfel des Hineinregierens in die Informationsfreiheit des Bürgers.

Pandemie vorbei, Bilanz kommt

Behörden wie das RKI und die Bundesregierung haben seither einen weiteren Monat verschlafen, in dem sie auf Bhakdis berechtigte Fragen hin hätten veranlassen können, dass die riesigen Datenlücken geschlossen werden, um so schnell wie möglich die drastischen Beschränkungen von wirtschaftlicher Aktivität und Grundrechten aufheben zu können.

Inzwischen kommt die Pandemie an ihr vorläufiges Ende. Die Hinweise darauf mehren sich in vielen Ländern und werden sehr bald nicht mehr kleinzureden sein, dass der Höhepunkt schon vor langer Zeit überschritten wurde:

Gleichzeitig steht eine riesige Wirtschaftskrise vor der Tür, die auch vorhergesehen war, und die jetzt wahrscheinlich einen einschneidenden Politikwechsel erzwingen oder in einem katastrophalen Crash enden wird:

Nachtrag 13.05.2020
Bernd Zeller bringt (als generelles Phänomen) exakt auf den Punkt, was die Tagesschau über dieses Video von Bhakdi an Fake News produziert hat:
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Nachtrag 14.05.2020
Dass Sucharit Bhakdi nicht fair behandelt worden ist, zeigen solche Quacksalbereien im FREITAG, halb Entschuldigung für erlittenes Unrecht, halb Weiterbeschuldigung des Opfers, weil er mit den „falschen Leuten“ gesprochen hat:

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Die Frage liegt auf der Hand, warum sich eine „linke“, „oppositionelle“ Zeitung berufen fühlt, wie eine Florence Nightingale des Journalismus, die Opfer der Kriegsmaschinerie des staatlichen Rundfunks auf dem Schlachtfeld zu verbinden.

Nachtrag 3.6.2020
Amazon soll sich geweigert haben, das e-Book von Sucharit Bhakdi ins Programm zu nehmen. Das Buch soll jetzt in 14 Tagen als Taschenbuch erscheinen:

Nachtrag 25.06.2020
Im Deutschlandfunk hat der Statistiker Antes zuletzt darüber gesprochen, dass
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die von ihm (und ebenso Sucharit Bhakdi) monierten Datenlücken bis heute, also in ganzen 3 Monaten, nicht geschlossen worden sind:
Von den Wissenslücken, die ich damals (Ende März) beklagt hatte, ist eigentlich erschreckend wenig gefüllt worden…
Da diese Tests völlig willkürlich und…unter chaotischen Bedingungen ausgewählt werden…, können wir daraus nichts ziehen

Dieses Video bringt die abstrusen Maßstäbe lustig auf den Punkt, mit dem der öffentlich-rechtliche Rundfunk Wissenschaftler entweder bereitwillig zu Wort kommen lässt oder mit FakeNews rigoros ausgrenzt:

Nachtrag 1.7.2020
In seinem Buch „Corona: Fehlalarm?“ berichtet Bhakdi auch über diesen Tweet des Bundesgesundheitsministeriums zwei Tage, bevor die Einschränkungen tatsächlich verkündet wurden:

Er wurde noch nicht einmal gelöscht, ist jetzt noch online. Dazu zwei treffende Punkte von Bhakdi:

Fake News = alles, was die Bundesregierung gerade nicht hören möchte

„Haben wir nicht ein Problem, wenn unsere Regierung selbst Fake News verbreitet?“

Pandemie vorbei

Interessantes, kurzes Interview mit Prof. Dr. Stefan Homburg, der sich auf die Zahlen von RKI und den europäischen Mortalitäts-Monitor (Euro-Momo) konzentriert:

Die wichtigsten Inhalte im Überblick:

Höhepunkt der Pandemie in Deutschland war in der 1. Märzhälfte, wie der Verlauf der Reproduktionszahlen des Robert-Koch-Instituts zeigt:

Der politisch beschlossene Lockdown war weitgehend wirkungslos, denn die ersten Schulschließungen wurden am 13.3. mit Wirkung zum 16.3. verkündet. Erst am Dienstag 17.3. traten nochmals verschärfte Regelungen über die Schließung von Kneipen, Zoos etc. in Kraft. Da war der R-Faktor bereits auf dem Weg steil nach unten. Etwa am 20.3. sank er erstmals unter 1, wo er seither die meiste Zeit blieb.
Trotzdem hat Kanzlerin Merkel letzte Woche wieder davon gesprochen, dass diese Zahl erst noch dauerhaft unter 1 fallen muss. Inzwischen steht sie bei 0.7.

Die Spitzenpolitiker wissen, dass es keine echte Gefahr mehr gibt. Deshalb steigen sie (wie Bundesgesundheitsminister Spahn in der Uniklinik Gießen) auch bedenkenlos in großer Zahl in Aufzüge ein:

Die beste Nachricht von allen ist, dass auch die ganz harten Zahlen über die Gesamtsterblichkeit (Euromomo=Euro-Mortalitätsmonitor) anzeigen, dass die Pandemie in Europa fast vorbei ist:

Nach dieser Kurve dürften die Sterbezahlen jetzt ebenso rapide weiter zurückgehen wie in den Vorjahren. Der Peak 2020 war zwar in der Spitze (schlimmste Woche) so hoch wie 2017, aber in Summe (Fläche unter der grünen Kurve) wesentlich harmloser als damals oder 2018. Selbst 2019 gab es insgesamt vergleichbar viele Grippe-Tote über einen längeren Zeitraum, ohne dass es darüber eine Aufregung in Medien oder Politik gegeben hätte. Die vielen Todesfälle von Bergamo, Lodi oder Madrid haben also die gesamteuropäische Statistik gegenüber „normalen“ Jahren weniger verändert als die Stimmung.

Ergänzungen

Im Interview ist von der Belegung der Intensivstationen die Rede, aber ohne Grafiken und Quellen. Hier habe ich diese Belegung über die Wochen des Lockdowns beobachtet. Sie war immer weit von einer bundesweiten Überlastung entfernt.
Die Zahlen von gestern zeigen, dass nur in Bayern und Baden-Württemberg die Corona-Kranken eine sehr starke Rolle auf den Intensivstationen spielen. In Schleswig-Holstein und anderen nord- und ostdeutschen Bundesländern ist Corona nicht mehr als eine Randerscheinung im Krankheitsgeschehen:

Die regionalen Unterschiede sind also enorm und rechtfertigen keinen Tag Fortsetzung von bundesweiten Beschränkungen der Freiheit und des Wirtschaftslebens, die inzwischen zahllose Gastwirtschaften, Brauereien etc. in ihrer Existenz bedrohen.

Update 21.04.2020

Der Vortrag und die Zahlen von Stefan Homburg haben sich stark verbreitet und deshalb zahlreiche Relativierungsversuche ausgelöst, u.a. in der Tagesschau:

Neben allerlei Gekrittel über Homburgs Vorgehen gibt es da auch diesen blau unterlegten Satz: „Bereits zuvor hatte es einschneidende Vorkehrungen gegen die Verbreitung gegeben“. Dazu drängen sich 3 Fragen sofort auf:

  1. Welche Vorkehrungen?
  2. Warum haben sie sich in den RKI-Statistiken als wirksamer als der erst später verhängte ‚Lockdown‘ erwiesen?
  3. Warum kann man viele der weniger wirksamen, aber harten Maßnahmen nicht sofort weglassen?

Zu Punkt 1 und 2 kommt im ganzen langen Text nichts mehr. Zu Punkt 3 wird , ertränkt in sehr viel Füll- und Rechtfertigungsstoff, mit dem u.a. der Kritiker Homburg schlechtgemacht wird, nur noch ausgeführt, dass die Bundesregierung eben vorsichtig ist und lieber langsam lockert. Dabei hat Homburg einfach Recht: die RKI-Daten legen nahe, dass alle harten Maßnahmen nach dem 16.3. nur noch wenig zur Trendwende beigetragen haben. Entweder sind die RKI-Daten eher nutzlos oder die harten Lockdown-Maßnahmen ab 16.3. In beiden Fällen sieht die dt. Politik nicht gut aus, schlechter als Stefan Homburg mit seiner Kritik.

Hyper-Experten

In der Corona-Debatte treten prominente Wissenschaftler auf, die uns aus anderen Kontexten schon sehr gut bekannt sind. Was machen die hier?

Harald Lesch

Wie beim ‚Klima‘ tritt auch Lesch bei ‚Corona‘ wieder mit vielen Beiträgen zugunsten des offiziellen Narrativs in Aktion und bösen Zweiflern massiv auf die Zehen. Die verbreiten nämlich auch hier ‚FakeNews‘, behauptet Lesch in dem ihm eigenen populärwissenschaftlichen Plauderton:

Dummerweise jongliert er dabei so ungeschickt mit den Zahlen, dass ihn böse Zungen jetzt für einen mittelmäßigen Hütchenspieler halten. Neben all seinen abstrusen Vergleichen („Amokläufer“) geht er aber nicht wirklich darauf ein, dass der Zuwachs an festgestellten Infektionen (die in den allermeisten Fällen weiter völlig harmlos verlaufen) natürlich ganz eng mit der Ausweitung der Tests zusammenhängt: mehr Tests, mehr Infizierte.

Stefan Rahmstorf

Vermutlich, weil Klima und Corona pseudowissenschaftlich betrachtet ganz eng zusammnenhängen, mischt auch der Klimaforscher vom Potsdamer Institut PIK an vorderster Front, in der Klimalounge, in der Debatte mit:
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Die Stoßrichtung ist wieder dieselbe: Mediziner, die anderer Meinung sind als Stefan Rahmstorf und also politisch erwünscht, leugnen angeblich wissenschaftliche Erkenntnisse.
Dabei ist es natürlich niemals eine wissenschaftliche Erkenntnis, dass wegen eines Virus Fachgeschäfte geschlossen werden müssen und mehr als 2 Personen sich nicht mehr treffen dürfen, sondern eine politische Entscheidung, die nicht einer Debatte entzogen werden kann.
Herr Rahmstorf spricht natürlich gerne über „Laien“, wenn ihm etwas nicht gefällt, aber Tatsache bleibt, dass in dieser Pandemie-Debatte Mediziner wie Wodarg, Bhakdi, Moelling, Köhnlein, Werner, Hockertz, …zweifellos sehr viel qualifizierter sind als er selbst, der umstrittene Klimaforscher Dr. Stefan Rahmstorf.
Während Rahmstorf versucht, bei den Argumenten der Corona-Skeptiker die Parallelen zu den Klimaskeptikern herauszuarbeiten, kann man das Verfahren auch umdrehen und bei ihm die Parallelen zu früheren Angriffen aus der behaglichen Klimalounge suchen. Der Hinweis auf die Pensionierung des Kontrahenten darf da wie bei dem Meeresspiegel-Experten Mörner nie fehlen:
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Während die personellen Querverbindungen von Corona- zu Klima-Hypern trotz wissenschaftlicher Ferne sehr zahlreich sind, gibt es ein noch viel delikateres Feld, aus dem sich ein Experte bzw. Spin-Doktor plötzlich auch zum Virus zu Wort gemeldet hat:

Peter R. Neumann

gibt Politikern sehr detaillierte Ratschläge, wie richtiges Verhalten in der Corona-Krise aussieht:

Peter R. Neumann gibt die Marschrichtung vor

Wer ist Peter R. Neumann? Nun, er firmiert in unseren Medien üblicherweise als „Terror-Experte“. Er weiß ganz genau, welches Vorbild der Attentäter von Christchurch hatte und was den Attentäter von Hanau angetrieben hat. Und Peter R. Neumann wusste unmittelbar nach dem Breitscheidplatz-Attentat schneller als die meisten, dass Amri für den IS gehandelt hat:
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(Er war damit fast so schnell wie Lutz Bachmann, der schon am Abend der Tat wusste, dass es sich beim „Täter“ um einen Tunesier handelt, und deshalb endlich von einem Untersuchungsausschuss vorgeladen werden soll)

Jetzt, wo er sich so entschieden zur Corona-Krise äußert, könnte man natürlich auf dumme Fragen kommen:
– Hat Corona doch etwas mit Terror zu tun?
– Oder ist es im weiteren Sinne eine PsyOp, wie uns manche nahelegen?
– Welches Interesse treibt Neumann, vom Terror zum Virus zu wechseln?

Neumann selbst lässt keinen Zweifel aufkommen, dass wir überall mit Terror rechnen sollten:

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Es wäre natürlich interessant, von ihm zu erfahren, wessen Radikalisierung Corona hervorgebracht hat. Denn Radikalisierung ist sein eigentliches Arbeitsfeld.

Noch keine sichere Ahnung

Auch wenn viele Hyper-Experten mehr wissen, weiß ich bisher nicht, als wie gefährlich sich Corona in Deutschland wirklich erweisen wird.
Ich höre mich bei Bekannten ein wenig um, wie es in den Krankenhäusern so aussieht. Bisher habe ich noch nichts von einer dramatischen Krankheitswelle gehört. Hier kann man nachsehen, wie sich das entwickelt.
Wie lange darf das so bleiben, bis die Vorsichtsmaßnahmen zurückgefahren werden? In Italien hat das Drama schließlich schon vor vielen Wochen große Ausmaße angenommen. Nach wievielen Wochen Stillstand verursachen die wirtschaftlichen Folgen mehr Leid als das Virus selbst?
Bis diese Fragen geklärt sind, arbeite ich daran, für mich selbst und meine Familie die wirtschaftlichen Schäden zu begrenzen und schaue mir hin und wieder alte Fernsehsendungen über frühere Epidemien an. Vielleicht lässt sich daraus ja etwas lernen:

ARTE-Sendung von 2009 über die Schweinegrippe, mit Wolfgang Wodarg und Christian Drosten

Nachtrag 04.04.2020
Hier ist das Twitter-Profil von Peter R.Neumann archiviert. Wer dort Terror findet, darf ihn behalten. Vor 9 Monaten hat sich seine Timeline übrigens auch nicht sehr um Terror gedreht.