Weiße Hoffnung fürs Reich

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Und dieser Hoffnungsträger für uns alle heißt Joe Biden.
Deshalb hier einige kurze Hinweise zur Person:

Joe ist inzwischen ziemlich dement

Klingt hart, weil es in deutschen Medien meist nur sehr vornehm umschrieben wird: Joe Biden ist … fragil…kein guter Redner…
Nein, Joe Biden kann keinen klaren Gedanken mehr formulieren und wirkt wie ein Kandidat für betreutes Wohnen.
Das wurde in dieser US-Sendung nach einer Vorwahl-Veranstaltung vor mehr als einem Jahr ganz deutlich herausgearbeitet:

Er kann nichts dafür, dass er dement ist. Es ist Schicksal, aber die US-Wähler können auch nichts dafür.
Was war Biden denn für ein Politiker, bevor er so dement wurde?

Stolzer Vater des ‚Patriot Act‘

Meldung nicht aus diesem Wahlkampf, sondern von 2015!

„Ich habe nach dem Bombenattentat von Oklahoma City ein Anti-Terror-Gesetz entworfen. Und das Gesetz, dass John Ashcroft (Justizminister unter G.W.Bush nach dem 11. September) vorlegte, war mein Gesetz“

Diese Nachricht findet sich in vielen US-Artikeln von 2015, aber auch wieder in 2020.
Es gibt wenig Zweifel, dass Joe Biden einen großen Einfluss auf die heute gültige Anti-Terror-Gesetzgebung der USA und damit die Abschaffung von Bürgerrechten hatte.

Großer Freund der Europäer

In einer Rede hat Joe Biden im Oktober 2014 öffentlich erklärt, wie Barack Obama und er die Europäer zu Sanktionen gegen Russland zwangen, weil sie diese nicht von sich aus verhängen wollten:

Der Leser mag selbst ermessen, wieviel klarer er 2014 noch gesprochen hat: seine Gedankengänge waren damals noch 100% verständlich. Die Inhalte sind hier auf Deutsch nachzulesen.
In sonstigen Fragen der Außenpolitik steht Joe Biden für Positionen, die sich im Kern wenig von Donald Trump unterscheiden, sowohl gegenüber Deutschland, als auch gegenüber China.

Angeben mit Heldentaten

Überhaupt prahlte Joe Biden immer gern und öffentlich mit seinen Heldentaten. Hier beispielsweise erzählte er frank und frei, wie er den ukrainischen Präsidenten Poroshenko erpresste, damit er den Generalstaatsanwalt entlässt:

I looked at them and said: ‚I’m leaving in six hours. If the prosecutor is not fired, you’re not getting the money.‘ Well, son of a bitch, he got fired

„Ich schaute sie an und sagte: ‚Ich reise in 6 Stunden ab. Wenn der Staatsanwalt nicht gefeuert wird, bekommen Sie das Geld nicht.‘ Nun gut, Hurensohn, er wurde gefeuert“

Nebenbei zeigt auch dieses Video vom Januar 2018, wie schnell Biden seine Sprechfähigkeit schon bis zu diesem Zeitpunkt, vor allem aber seither verloren hat. Bis zu seinen sehr auffälligen Auftritten im Vorwahlkampf 2019 waren es nur noch 1,5 Jahre. Es ist damit vorgezeichnet, dass er eine Amtszeit kaum wird zu Ende bringen können:
Joe Biden, sollte er gewählt werden, wird wohl der erste Präsident sein, den man zu seinem Amtseid wird geleiten müssen. Die Medien versuchen es zu verbergen, aber man muss kein Fachkundiger sein, um zu sehen, dass Joe Biden inzwischen an deutlich fortgeschrittener Demenz erkrankt ist

Einst harter Rechtsausleger

Es gibt durchaus lichte Momente in deutschen Qualitätsblättern, in denen diese anerkennen, dass Joe Biden zeitlebens ein Rechtsaußen unter den Demokraten war:

Faktencheckern fällt es schwer, selbst die Behauptung zu widerlegen, dass Joe Biden in den 1990er Jahren an Gesetzgebung beteiligt war, die schwarze Amerikaner als ‚Raubtiere‘ ins Visier nahm:

Es ist eine ziemlich schwache Ausrede, dass die eindeutigeren Aussagen von Hillary Clinton kamen, Joe Biden sich aber nur ähnlich geäußert hat. Was wie eine Widerlegung klingen soll, ist im Grunde eine Bestätigung, auch wenn sie Clinton noch mehr belastet als Biden: beide Demokraten leugnen ihre gemeinsame Vergangenheit.

Die große linke Hoffnung?

Die Gewissheit, dass schwarze Amerikaner sich automatisch hinter Joe Biden versammeln könnte trügerisch sein:

Demokratische Frauen allerdings stehen unabhängig von der Hautfarbe wie eine Eins hinter Joe Biden:

Und dieser Linie folgt auch die deutsche Presse, egal, ob die Stuttgarter Zeitung:

oder die Badische:

Fragil lautet die Umschreibung für das Offensichtliche: altersdement.
Und trotzdem ist Joe Biden, um eine deutsche Formulierung zu verwenden, alternativlos, damit die USA bleiben können, was sie immer waren:

„Ein Zweiparteiensystem mit zwei rechten Flügeln“

Wahre Worte zum Farewell

Die wahren Worte kamen von Richard Grenell, dem scheidenden US-Botschafter in Deutschland. Er sagte:

Sie machen einen großen Fehler, wenn Sie denken, der amerikanische Druck sei vorbei. Sie kennen die Amerikaner nicht

Er sagte das als Antwort auf die Interpretation von Noah Barkin:
„Deutschland atmet kollektiv auf“ – wegen Grenells Abschied, der während seiner zweijährigen Amstzeit dafür bekannt war, sehr undiplomatisch Druck auf das ‚Partnerland‘ Deutschland auszuüben.

Barkin hat für sein Aufatmen ca. 1600 Likes erhalten, Grenell für die Antwort aber im etwa selben Zeitraum 28000.
Am nächsten Tag legte Grenell nochmals mit Details zu seinen konkreten Forderungen nach:

Sie wollten immer, dass ich aufhöre, öffentlich zu fordern, dass Sie Ihre Verpflichtungen gegenüber der NATO bezahlen und Nordstream 2 beenden. Aber das ist US-Politik. Und ich arbeite für das amerikanische Volk

Grenells patzige Antwort an Andreas Nick, CDU-Politiker

Dafür bekam er 47200 Likes, steht damit also keineswegs isoliert.

Abgleich mit der „Theorie“

Ich finde die Nennung von Details gut, weil ich sie mit alten Beiträgen abgleichen kann, in denen ich über Dasselbe spekuliert hatte. Diese Forderungen tauchen nämlich so ähnlich immer wieder aus verschiedenen Mündern auf, nicht nur von einem etwas rüpeligen Botschafter.
So war mir vor mehr als einem Jahr aufgefallen, dass der SPIEGEL kaum verklausuliert einer Beraterin von Joe Biden ähnliche Forderungen in den Mund legte und Merkel einen Tritt in den Hintern formulierte:

Einige Wochen später hat die Kanzlerin ganz schlimm gezittert.
Gegen Jahresende hat sich mir der Eindruck aufgedrängt, dass das womöglich und sehr wahrscheinlich auch mit dem (von Grenell betriebenen und jetzt als dauerhaft angekündigten) Druck gegen Nordstream 2, der Pipeline zur Hölle, zu tun hat.

Zensuren für Grenell

Auf Twitter hat Grenell für seine Arbeit auch Zensuren bekommen. Natürlich lobte ihn Donald Trump junior:
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Lob gab es auch von Nile Gardiner , einem britischen Außenpolitik-Pundit:

Er sagte sinngemäß, dass Grenells harte Worte in Deutschland dringend nötig seien.

Und ein interessantes Zeugnis kam auch von Peter R. Neumann, dem auf diesem Blog bekannten Terror- und Coronaexperten. Leider hat Neumann um den 28. Mai herum große Teile seiner Twitterhistorie gelöscht, so dass ich sie zunächst nicht mehr gefunden habe. Aber Google kennt sogar zwei Tweets von ihm zu Grenells Abschiedsworten:

Und im Google-Cache ließ sich auch der Originaltext noch finden:
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Und später am Tag entstand noch eine (gegenüber Grenell) höflichere Variante des Tweets:
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Zusätzlicher Adressat war jetzt der neokonservative Publizist und Politiker David Frum.
Die Quintessenz seines Zeugnisses lautet: Grenell hat Recht, aber er verprellt die Verbündeten und ist deshalb ineffektiv.
Bei diesem Zeugnis überrascht es nicht, dass sich Neumann als Anhänger von Joe Biden sieht:
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Passt: gleiche Außenpolitik wie Trump, aber mit anderem Image.
Und ganz nebenbei haben wir gelernt, dass Peter R. Neumann im Kern Außenpolitik macht. Da liegt es auch nahe, dass Terrorismus und Corona im Kern keine Science sind, sondern Felder oder Werkzeuge der Außenpolitik und Neumann dort als sogenannter ‚Spindoktor‘ wirkt.

Ausblick

Neuer Botschafter, also Nachfolger von Grenell, wurde Jeremy Issacharoff

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Das klingt jetzt noch nicht so, als würde er sich von Grenell distanzieren und eine völlig andere Politik machen.

Apokalyptischer Tritt in den Hintern

Der Spiegel kam am letzten Samstag mit einem grotesken Titel heraus:

NACH IHR DIE FINSTERNIS

Angela Merkels apokalyptischer Blick auf die Lage der Welt

Du lieber Himmel, so schlimm sieht es aus! Aber es war tatsächlich schon schlimmer, sogar in Farbe

MerkelBande

Dieser Eindruck eiAngelaMerkelner großen Finsternis bedrückt mich seit Jahren, nicht nach ihr, sondern gleichzeitig mit ihr.
Da stimmt offensichtlich etwas nicht: Warum regiert sie so, wie sie regiert? Warum macht sie das Gegenteil der Politik , die sie ihren Wählern einmal versprochen hat (mir gottseidank nie). Was macht sie durch? Wie schlimm wird sie bedroht? Trinkt sie? Warum hilft ihr niemand?

Da war natürlich ein großes Erstaunen: sollte ein Spiegel-Redakteur tatsächlich dieselben Fragen an Angela Merkel haben? Und sie sogar in diesem Heft beantwortet werden?

Eigentlich war das nicht zu erwarten, aber zum ersten Mal seit Jahren hat mich diese  trügerische Hoffnung verleitet, mal wieder am Samstagmorgen einen gedruckten Spiegel zu kaufen. Der Artikel selbst befindet sich hier, augenblicklich noch hinter der Bezahlschranke.

Aber es gibt keine Antworten

die wirklich von Angela Merkel kommen.
Im Grunde steht nur ein Aufguß des seit Jahren Bekannten drin: trotz ihrer nicht mehr in Abrede gestellten Düsternis sei Angela Merkel eine Lichtgestalt, lässt der Redakteur René Pfister natürlich eine Amerikanerin sagen, denn höhere Weihen werden immer aus Amerika nach Deutschland gespendet:

„eine Frau, die gegen den Nationalismus kämpfe und den Klimawandel.
Die Kanzlerin habe Standards gesetzt beim Umgang mit den Verzweifelten dieser Welt“

Und nun wieder Pfister: „Angela Merkel hat ein Lächeln im Gesicht.(aha. Wo?)..Sie hat trotz allem, einen Ruf als bescheidenste Politikerin des Westens zu verteidigen.“
„Es ist alles ein bisschen dick aufgetragen“ schreibt René Pfister selbst ganz richtig, sehr dick. Angela Merkel ist fast eine Heilige, und doch klingt alles auch irgendwie nach betreutem Regieren, wie auf Besuch bei der Oma, die so bewundert wird, weil sie so tapfer immer noch den Kaffee selbst kocht, was Rührung auslöst und vorweggenommenen Abschiedsschmerz: „Wir werden sie noch vermissen“, sagt Herfried Münkler.

All die Erinnerungen an die „internationale Ordnung, so wie wir sie kennen“, die jetzt „immer mehr ins Wanken gerate“.
Und das Schlimme, was in der Zukunft droht, ist doch seit Jahren Dasselbe:

Trump, Putin, China und Trump

Moment, China ist aber neu in der Liste der Alpträume! Da stand früher immer noch Erdogan oder Orban. China ist definitiv neu auf der Achse des Bösen. China war vor nicht so langer Zeit noch ein Verbündeter im Freihandel. Da verschiebt sich was, fällt uns auf.

Aber sonst ist die Geschichte unverändert schlimm: „Obama, so erzählen es seine Leute, habe Merkel sehr dazu ermutigt, noch einmal anzutreten“.„Merkel weiß um Trumps Desinteresse an Details“. „Putin bleibt erst bockig…aber mit Fleiß kann sie Putin nicht zur Vernunft zwingen. Er hat kein Interesse an einem Frieden…“

Der Weiße Ritter Joe tritt auf

Zwei Mal schafft er es in die Geschichte: Joe Biden oder immerhin seine Beraterin Smith. Rettet er uns vor Donald Trump?
„Merkel hätte die Macht, etwas Großes anzustoßen“, sagt Julianne Smith, die stellvertrende Sicherheitsberaterin des früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden. „Aber was wir erleben ist ein gelähmtes Deutschland, und das ist schlecht für Europa und schlecht für die USA.“
Ganz unvermittelt lässt Pfister später Frau Smith richtig scharf werden:
Heute, acht Jahre später ist das Unverständnis über Merkels Untätigkeit in Wut umgeschlagen. „Es ist eine Schande, dass Merkel nicht die Chance des Moments ergreift und Führungsstärke zeigt“, sagt die Biden-Beraterin Smith.
Da ist jetzt Schluss mit lustig und Heiligenschein und Oma-Gemütlichkeit und Arbeitsverweigerung:

Kommen Sie endlich in die Gänge, Frau Merkel!

Was denn? Sie ist doch schon so lange im Amt, zwar noch beeindruckend rüstig, aber doch kurz vor der Finsternis, die nach ihr kommt. Was kann sie denn noch leisten, für den guten Joe Biden? Raus mit der Sprache!

„Sie müsste die Deutschen an den Gedanken gewöhnen, dass die Bundeswehr mehr Geld braucht und dass die deutschen Soldaten künftig häufiger in gefährliche Einsätze geschickt werden“
„Ein erster Schritt in Richtung mehr Verantwortung wäre eine Reform des deutschen Parlamentsvorbehalts für bewaffnete Einsätze, der es im Moment schwer macht, schnell auf Krisen zu reagieren. Aber Merkel weiß, wie umstritten das ist, also lässt sie lieber die Finger davon“

Die will wohl nicht so, wie sie soll? So richtig neu sind die beiden Forderungen auch nicht. Genaugenommen sind sie länger in der deutschen Politik als Angela Merkel: Asbach-uralt.

Und Moment, wieso braucht es dafür eigentlich den edlen Ritter Biden und seine Frau Smith? Ist sich der in diesen Punkten mit dem angeblichen Finsterling Donald Trump nicht 100% einig? Wickie

Na klar, ich hab’s: es handelt sich hier um

Eine Spiegel-Propaganda-Geschichte

mit der Angela Merkel vom Auftraggeber des Spiegel, der amerikanischen „außenpolitischen Community“ als Ganzes , und nicht etwa vom bösen Trump oder dem guten Biden, zur Lieferung ihres Tributs aufgefordert wird. Die ganze Lobhudelei für ihre humanitäres, umweltpolitisches  Engagement und ihren Kampf gegen den Nationalismus sind nur die Verpackung, in der ihr René Pfister die Anweisung überreicht.
Und der Blick in die Finsternis ihres Gesichts sollte allen den Ernst der Lage deutlich machen.
Das ist die letzte Warnung: nach ihr kommt nur noch die Finsternis!

Tatsächlich wird die Bundeskanzlerin und / oder die dt. Öffentlichkeit mit solchen Medienveröffentlichungen unter Druck gesetzt und gesteuert. Diejenigen, die in Deutschland nicht gewählt sind, teilen ihr so mit, wohin die Reise gehen muss, egal, was ihre Wähler wollen.  Gleichzeitig werden auch die Wähler bearbeitet, damit sie die Unausweichlichkeit akzeptieren.
War es so nicht auch schon 2015? Die intensive Berichterstattung über das palästinensische Mädchen Reem und der Vorwurf der Empathielosigkeit? Die medial stark in Szene gesetzte Geschichte um Alan Kurdi? Man ahnt, wie gering ihr Entscheidungsspielraum tatsächlich sein könnte. Die Frage, inwieweit sie freiwillig mitspielt, bleibt unbeantwortet, ist aber womöglich auch gar nicht entscheidend: Solange die Öffentlichkeit nicht lernt, diese Botschaften zu lesen und sich ihnen ggf. auch zu widersetzen, ist es müßig zu verlangen, dass es eine Bundeskanzlerin tut.