Pohlmann von Muller eingewickelt

Der furchtlose Dirk Pohlmann hat einen Vortrag zum Klimawandel gehalten. Weil Pohlmann auch immer gut informiert und informativ ist, überrascht es nicht, dass sein Vortrag zum Klimawandel erheblich mehr Substanz hat als der von Harald Lesch:

Trotzdem bin ich im Ergebnis nicht überzeugt. Hier die Detailkritik:

Der 97%-Konsens

Faktenorientiert, wie er nun einmal ist, weist Dirk Pohlmann darauf hin, dass sich nur 30% der untersuchten Artikel zu der Frage äußerten, ob der Klimawandel überwiegend menschengemacht ist oder nicht, und davon hätten 97% die Frage bejaht.
Er behauptet aber, dass sich die übrigen 70% nicht äußern würden, weil sie „von einem Konsens ausgehen“. Das ist nicht mehr als eine (kühne) Annahme. Ebenso gut könnte man behaupten, sie hätten dazu noch keine Meinung oder sie würden sich wegen des großen Konformitätsdrucks nicht trauen, ihre Meinung zu sagen. Mit großer Leichtigkeit entfernt er sich also hier von den harten Fakten.
Aber sein Beispiel zeigt auch, wie die Annahme oder Behauptung eines Konsenses dazu beiträgt, den Konsens zu verstärken und den Dissens wegzudiskutieren. Das ist wohl auch der Sinn dieses behaupteten Konsenses.

Experimente zum Mikroeffekt

(von Minute 6:15 bis 22:30)
Diese sind absolut sehenswert und beeindruckend. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass CO2 Infrarotstrahlung stark absorbiert, also die Strahlung in einem ganz bestimmten Spektralbereich, in dem die Absorptionsbande der Molekülschwingung von CO2 liegt.
Natürlich sind dazu ein paar Randbedingungen zu beachten:

  • In den Experimenten war die CO2-Konzentration nicht weit von 100% entfernt. Das Herunterrechnen auf den aktuellen CO2-Gehalt der Atmosphäre von 400 ppm= 0,04% ist nicht trivial und erfordert eigene Modellrechnungen oder Experimente. Das wurde aber in dem Vortrag nicht diskutiert. (würde man die gesehenen 15-20°C Temperaturdifferenz einfach linear herunterrechnen, was sicherlich zu wenig ist, blieben davon nur Bruchteile eines Grades beim Anstieg von 280 auf 560ppm)
  • Auch dürfte das Strahlungsspektrum der verwendeten Lichtquellen ziemlich optimal für die Absorption gewesen sein. Eine brennende Kerze wie im letzten Experiment zum Beispiel hat eine Temperatur von 600-1000°C. Ihr Strahlungsspektrum ist damit völlig anders als das der relativ kühlen Erdoberfläche im Temperaturbereich von meist 0-30°C. Die effektive Wirkung von CO2 im Wechsel der Jahreszeiten, von Tag und Nacht, auf unterschiedlicher geografischer Breite und in verschiedenem Abstand von der Erdoberfläche ist daraus noch lange nicht quantitativ ableitbar.

Klimasensitivität von CO2

Wären die oben beschriebenen Experimente wirklich so aussagekräftig, wie man zunächst vermuten mag, müssten sie sich durch Verfeinerung des Versuchsaufbaus und  Verdünnung von CO2 bis hinunter auf 400ppm nutzen lassen, um die Klimasensitivität von CO2 quantitativ zu bestimmen. Diese ist definiert als die mittlere Temperaturerhöhung durch Verdoppelung des CO2 in der Atmosphäre (von 280 auf 560 ppm). Es gehört aber zu den großen Merkwürdigkeiten der CO2-Klimawissenschaft, dass dieser Wert experimentell nicht einmal annähernd bestimmt ist, worauf seriöse Skeptiker gerne hinweisen, sondern als Fit-Parameter aus dem Vergleich der Klimamodelle mit der realen Temperaturentwicklung abgeleitet wird.
Der so abgeleitete Wert sinkt zu allem Überfluss mit der Verfeinerung der Klimamodelle tendenziell immer weiter ab:

ClimateSensitivity

D.h. die Klimawirksamkeit von CO2 wird zunehmend geringer eingeschätzt. Genau darum dreht sich die Debatte auch von seriösen Skeptikern: es könnte viel weniger sein, als uninformierte Alarmisten und Propagandisten oft behaupten. Die nehmen nämlich gerne das Worst-Case-Szenario und quälen damit ihre Kinder.

Der Mann-Ball-Prozess

Als ein Beispiel für Faktenverfälschung durch Klimakskeptiker nennt Dirk Pohlmann den Mann-Ball-Prozess und die Verbreitung des Urteils in klimaskeptischen Zirkeln wie Tichys Einblick,  EIKE und vor allem Rainer Rupp bei KenFM. Das sei jedoch eine völlige Fehlinterpretation des Urteils, erläutert er ebenfalls bei KenFM und so auch in seinem Vortrag.
Damit habe ich überhaupt kein Problem, denn die Argumente schienen mir nie besonders stichhaltig.
Es sollte klar sein: Wissenschaftlicher Streit kann vor Gericht nicht zufriedenstellend geklärt werden —- und die Richtigkeit politischer Weichenstellungen (siehe unten) ebenfalls nicht.

Der Exxon-Chart

Dirk Pohlmann zitiert auch den „Exxon-Chart“ als Beweis dafür, dass die Wissenschaftler von Exxon schon immer gewusst hätten, was CO2 bewirke, also als Turbo-Beweis für die Richtigkeit der Theorie vom menschengemachten Klimawandel.
Der Exxon-Chart, der aus dem  „1982 Exxon Primer on CO2 Greenhouse Effect“ der wissenschaftlichen Abteilung des Ölmultis Exxon von (angeblich) 1982 stammt, machte im Frühjahr 2019 Furore, weil er den CO2-Gehalt der Atmosphäre und die Temperatur im Jahr 2019 (rot) erstaunlich exakt prognostizierte:TrueChart

Zu diesem Chart und dem „internen“ Paper gibt es einiges zu fragen:

  • Wie war es möglich, die CO2-Emissionen so exakt zu prognostizieren, wenn doch der heutige Kohleverbrauch Chinas im Jahr 1982 unmöglich abschätzbar war, wie dieser Chart mit dem drastischen Anstieg ab 2000 zeigt:
    CoalBurning
  • Welche quantitative Klimasensitivität von CO2 konnte im Jahr 1982 richtig angesetzt werden, wenn diese doch heute noch um Faktoren unklar und strittig ist (s.o.) ?
  • Was hat eigentlich die Klimawissenschaft seit 1982 geleistet, wenn schon damals der heutige CO2-Gehalt der Atmosphäre und ihre mittlere Temperatur für noch gar nicht spezialisierte Forscher der Ölindustrie so exakt berechenbar waren? 🤔
  • Woher wissen wir, dass das „interne“ Paper tatsächlich schon 1982 existiert hat und nicht später gebastelt wurde? Die Lage wäre natürlich eine andere, wenn das Papier nicht erst 2019, sondern im Jahr 1982 öffentlich geworden wäre. Dann wäre das ein erstaunlicher und nicht bestreitbarer Treffer. So kann es allerdings auch ein geschickter Versuch sein, mit einem nachträglich gebastelten Fake-Dokument (man beachte die Optik eines schlechten Scans im PDF) das eingängige Narrativ von der bösen Ölindustrie zu stärken, die alles immer unter der Decke gehalten hat, bis es (endlich!) rauskam, ausgerechnet im Klima-Hype-Jahr 2019 🤔
  • Wie soll es möglich sein, das Erreichen des 2°-Zieles kurz vor dem Jahr 2060 zu verhindern, wenn die Prognose über die letzten 37 Jahre schon so punktgenau war?

Das Exxon-Chart ist ein zweischneidiger Glücksfall: eigentlich zu glücklich, um wahr zu sein. Eine Geschichte, die vielleicht nicht ganz zufällig an die Wandlung des Saulus zum Paulus erinnert.

Damaskuserlebnis des Richard Muller

Das Klima-Narrativ kennt viele solcher Bekehrungsgeschichten. Richard A. Muller hat 2004 einen berühmten Vortrag gehalten, in dem er die Art und Weise kritisiert, in der die Daten für die Hockeyschläger-Kurve gewonnen wurden (‚Climategate‘). Dieses Video sollte man kennen:

2012 hat Muller die Seiten gewechselt und das in der New York Times verkündet. Ebenso wie er für den ersten Teil seiner Stellungnahme von den Klimaskeptikern gefeiert wird, wird er von den Klimaalarmisten für seine Konversion zum Klima-Paulus gefeiert:

Dabei hat er nie öffentlich erläutert, warum seine Kritik von 2004 an der Datengewinnung der Klimawissenschaft falsch war. Deshalb bleibt diese Kritik auch valide. Ebenso valide wie sein folgender Einwand, dass eine Klimaschutzpolitik Europas und der USA notwendig wirkungslos bleiben muss angesichts vermehrter Produktion in anderen Teilen der Welt:

Dieser Zuwachs vor allem in China, Indien und anderen Schwellenländern ist ja eine Realität, die nicht vergeht, wenn allein die Europäer ihren CO2-Ausstoß kräftig vermindern:
World_fossil_carbon_dioxide_emissions_six_top_countries_and_confederationsMitstreiterin in seinem Datenanalyse-Projekt war übrigens auch Judith Curry. Und sie hat die umgekehrte Richtung eingeschlagen: zur Skepsis. Und in ihrem Blogbeitrag zu Mullers ‚Bekehrung‘ mahnt sie ihn zur Vorsicht:
One of the strongest voices criticising the study comes from the BEST team itself. Dr Judith Curry, head of the School of Earth and Atmospheric Sciences at the Georgia Institute of Technology, declined to be a co-author on the latest BEST study, and says on her blog she does not “see any justification in [BEST’s] argument for” the group’s statement that its warming data fits with manmade carbon dioxide. Curry’s not alone: former climate scientist William Connolley claims BEST has done “none of the attribution work you’d expect”.
And finally, some advice to Muller from a dedicated student of the dynamics of the climate science/policy interface (moi): Don’t overplay your hand“

Und gerade Judith Curry ist meine Kronzeugin dafür, dass die Debatten in der Klimawissenschaft eher politische sind als wissenschaftliche:
What is climate science for?

“In liberal democracy, we generally expect that experts and expert knowledge should be given some privileged status in public decision-making to temper political values. Yet, even when expertise is explicitly embraced, it can be manipulated for political ends.”

“The political use of climate science for the purposes of agenda-setting is employed to bolster advocacy groups’ strategic positions concerning whether and (broadly) how to act on climate change in the first place…

Und an anderer Stelle:
“Climatology has become a political party with totalitarian tendencies”

Mehr Bekehrungen im Politikestablishment

In einem seiner schwächsten Argumente bezieht sich Dirk Pohlmann auf Frank Luntz. Er berichtet, wie der Republikaner als Wahlkampfberater unter G.W. Bush Ratschläge erteilte, wie wahlkämpfende Parteifreunde die Klimaerwärmung durch CO2 kleinreden und u.a. als ‚Klimawandel‘ verharmlosen sollten. Dieser selbe Luntz hat sich ebenfalls ausgerechnet im Klima-Hype-Jahr 2019 bekehrt:
FrankLuntz
Warum sollte jemand, der vor 15 Jahren schamlos gelogen hat (so Pohlmann), heute die (ganze) Wahrheit sagen? Dirk Pohlmann weist auch gerne darauf hin, dass auch US-Militärs und die Koch-Brüder, Inbegriff gieriger und politikbeeinflussender Ölmagnaten, jüngst das Klima-Lager gewechselt hätten. Was spricht aber dagegen, dass diese Leute damit heute weiter die Wahrheit verbiegen, nur in der anderen Richtung?
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass auch Richard Muller kein reiner Wissenschaftler ist. Er betreibt auch eine Beratungsfirma in Energiefragen und hat sich für die in den letzten gut 10 Jahren für die USA auch finanziell zunehmend wichtiger gewordene Fracking-Industrie eingesetzt: „Why every serious environmentalist should favour Fracking“. Außerdem spielt er eine wichtige Rolle als Politik-Berater in nationalen Sicherheitsfragen als Mitglied der JASON Defense Advisory Group und äußert sich auch entsprechend: „Is Osama bin Laden behind the mail attacks?“. Er kommt (natürlich) zum Ergebnis, dass Osama und die 14 Teppichmesser dahinterstecken, aber das ist nun wirklich kein physikalisches Thema, und fishy ist die Anthrax-Geschichte auch noch. Gerade bei Muller ist also keineswegs ausgeschlossen, dass seine Wende in der Klimafrage weniger wissenschaftlich als geostrategisch begründet ist.

Geostrategischer Kurswechsel?

Was könnten für Teile des US-Establishments die geostrategischen Gründe sein, öffentlich und nach außen von Klima-Leugnung auf Klima-Alarmismus umzuschalten? Da fallen mir so einige ein, zum Beispiel:

  1. Die gewachsene wirtschaftliche und finanzielle Bedeutung der Fracking-Industrie hatte ich bereits erwähnt. Die Industrie ist an der Wall Street hochverschuldet und kämpft bei niedrigen Gaspreisen darum, die Investitionen wieder hereinzuholen. Wie von Muller mit Umwelt-Argumenten empfohlen, hat sie dafür die US-Kohlewirtschaft zurückgedrängt. Warum dasselbe nicht im Ausland wiederholen, z.B. mit deutscher Kohle, aber auch arabischem Öl oder sogar russischem Gas (Nordstream 2)? Da hilft auch grüne Politik.
  2. Vor 15 Jahren hatten die USA gerade den Irak erobert und hofften, sich damit für lange Zeit die Kontrolle über die Verteilung des Öls in der Region gesichert zu haben. Seither haben ähnliche Projekte aber herbe Rückschläge erlitten, nicht nur im Irak, sondern auch in Libyen und Syrien. Öl, das jetzt vielleicht andere kontrollieren, ist aber ein böser Rohstoff.
  3. China hat sich seit 2000 mit immer rasanterer Geschwindigkeit zum größten CO2-Emittenten und auch zu einem enormen industriellen Konkurrenten entwickelt. Eine Anti-China-Politik der USA wurde mit Donald Trump offiziell. Es wäre durchaus vorteilhaft, wenn sich die rechte Politik Trumps, eines vehementen Klimaleugners, im linken politischen Spektrum und gerade auch in Europa neben dem gerne aufgenommenen Uiguren-Thema noch mit einer klimapolitischen Komponente ergänzen ließe. Durch Übertreiben und Instrumentalisieren des menschengemachten Klimawandels ließe sich eine flankierende  propagandistischen Waffe gegen China und seine wirtschaftliche Macht schmieden.

Symbolbild

Der etwas unscharfe Zusammenhang zwischen Klima-Hype vor allem in Deutschland und Geopolitik der USA soll vorerst durch diese drei Herren symbolisiert werden:

EF5nvBJWwAMbh7L

Rezo << Ströer Media << Cerberus Capital Management << CEO Stephen Feinberg << Vorsitz President’s Intelligence Advisory Board, ernannt von Donald Trump:
Zwei blaue Clowns links und rechts und ein seriöser Mann in der Mitte 😉
Natürlich gibt es einen großen inhaltlichen Widerspruch zwischen Trump und Rezo in der Klimafrage, aber der amerikanischen Politik geht es nie um eine widerspruchsfreie ‚Haltung‘, eine sehr deutsche Idee, sondern darum, die Welt und besonders die Vasallen dorthin zu bewegen, wo sie sie haben will. In diesem Fall heißt das für Deutschland: zu einer weniger wettbewerbsfähigen Industrie. Mit einer extremen Klimapolitik für Deutschland kann das natürlich auch funktionieren.

Fazit und Ausblick

Dirk Pohlmann hat einen besseren Beitrag zur Klimadiskussion abgeliefert. Aus meiner Sicht hat er allerdings nur gezeigt, dass es schlechte Argumente auch unter Klimaskeptikern gibt. Nicht gezeigt hat er dagegen, dass der Klima-Alarmismus in seiner aktuell in Deutschland beliebten Form rational und wissenschaftlich begründet und die einzig mögliche Interpretation der Datenlage ist. (Nach meiner Meinung ist das auch schwer erreichbar, denn die öffentlich bekannten Daten geben das weiterhin kaum her).
In einem nächsten Beitrag will ich der Frage nachgehen, wie eine rationale hiesige Energiepolitik im Kleinen und Größeren aussehen könnte angesichts der weiterbestehenden Unsicherheiten in der Klimafrage und der skizzierten geopolitischen Hintergründe und Krisensymptome.

 

Munich Climate Conference 2019

(Zur deutschen Version dieses Berichts)
Last weekend, the climate conference of EIKE took place here in Munich. I went there to listen to the following lectures:
ProgramSaturdayMorningIn this blog post, I summarize these lectures and add links to the video clips for you to follow the lectures on your own and in full detail (Only the first talk was in German and is not easily accessible for most of the international public).

Christian Schlüchter, Switzerland

Prof. em. Christian Schlüchter is a geologist and has studied the glaciers of the Alps in great detail. He reports the findings of very old timber in and below glaciers and what those trees taught him about the glacial epochs of the Alps:
Schlüchter1
The video clip of the 40 minute talk (in German) is available here.
One of the most intuitive finds of Schlüchter’s is this huge tree trunk, found at a glacier tongue (see the most beautiful glacier snout behind!).
This place nowadays is clearly above the limit of vegetation and still there is this tree which attracted Schlüchter’s curiosity and fuelled his research: How old is it? Where and under what conditions has it grown and why is it here:

SchluechterBaum

The first part of his humerous talk covered how such records (timber, turfs, insects etc) have been found and age dated using 14C as a standard method.

The most important slide of his talk shows the last 12,000 years: lower scale from 10,000 BC to 2,000 AC. At the top, the summer temperature deltas compared to 2005 are shown, in the lower half the glacier extent compared to 2005:

SchlüchterÜberblick

Long periods of time in the last 12,000 years, temperatures were higher than in 2005. Early on, from 10,000 to 8.800 BC, and again in the last few hundred years temperatures were significantly lower.
In color, he shows fossil records of his work and those of other research groups all over the world (KGI=King George Island, SVA=Svalbard, CUM=Cumberland Peninsula, SJ=Schnieder Joch/Switzerland). Among his fossil records is also a well-preserved wasp (German: Die WESPE) found in a junk of turfs from under a glacier. The most renowned fossil record, of course is ‚Iceman‚, Europe’s oldest known natural human mummy, found on a glacier at the Italian/Austrian border in 1991.

The key message from this slide is that all of these records were left in times when the alpine glacier extent was smaller than in 2005.

Warm periods: more life

The timberline was at least 300 meters higher which indicates a minimum of 1.8° C higher temperatures. An example of this gives Hannibal, who managed to cross the Alps with elefants because the higher regions were much less covered by ice than in recent centuries.

Warm periods: more civilization

As his summary, Schlüchter gave the following facts:

  • More than 50% of the last 11000 years alpine glaciers were smaller than 2005
  • This fact he baptized ‚dominance of the Hannibalistic world‘
  • Alpine glaciers have shown huge dynamics
  • events of glacier growth were fast and short
  • the little ice age (from the end of the medieval warm period to about 1850) was the longest glacier extension since the last ice age 12000 years ago
  • every warming followed an accelerated course

At the end of his talk, Schlüchter was asked whether and when the Himalayas glaciers would be ice-free as suggested by some. He answered that he does not do prognostics, obviously not very interested in getting into the hottest climate debates.

Find more information about:

Nicola Scafetta, Italy

Nicola Scafetta is an italian physicist und climate modeller who works at Naples university. He is well-known for his criticism of IPCC climate models and, of course not uncontested for creating his own climate models and comparing them to IPCC results. His talk in Munich again took aim at the weaknesses und faults of IPCC climate models:

Scafetta1
His talk took 52 minutes and is available here.
He started by discussing the climate forcings in IPCC models and noted that the solar component they introduce in the models ( I marked that with a blue frame) is negligible compared to anthropogenic forcings:
ScafettaIPCCModelle

Then he presented the results of the IPCC models which, at first sight, support them and are promoted by the IPCC:

ScafettaIPCCArgument

After a short excursus why the argument does not hold as much water as suggested he discussed several areas where the climate models according to him are constantly failing. A key case is the medieval warm period, which he showed here together with the Roman warm period and the modern warm period. This tells us that he does not, of course, deny climate change as such:

ScafettaMediavalWarmPeriod

On this slide, he states that the IPCC models (light blue line) fail to reproduce the medieval warm period (red real data) in the left part of the chart:

ScafettaModelFailure

He notes that the models tend to reproduce the notorious ‚hockeystick‘ shape and therefore fail at the medial warming bump!
(This is an echo of a very old climate change controversy, documented here)
He also shows similar failures for longer periods and demonstrates that the ulimate reason for this is that the models are not capable of reproducing climate variations which follow periodic solar activity.

Therefore, ten years ago, he contrasted his own model forecasts, which take those into account, (black line) to those of the IPCC (dashed blue line), which leads to the climax of the talk:

ScafettaPrognosenVor10Jahren

Ten years later, after noting that the El Nino spikes in the real data (black line) are a separate problem, he left it to the audience to judge which model was better : IPCC 2013 models (green ribbon area) or Scafetta 2013 model (yellow ribbon area):

ScafettaDatenheute

Well, they both are not perfect which denies the claim that the „science is settled“. But Scafetta has a point if only he represents data and forecasts correctly.

After this, his  summary is not much of a surprise:

ScafettaFazit

Nir Shaviv, Israel

Nir Shaviv is a well-known but moderate climate skeptic. Besides the lecture on alpine glaciers by Christian Schlüchter, he was my main reason to choose this half day from the conference program:
NirShaviv1 The video of Shaviv’s 39 minutes talk is available here.
Shaviv continued where Scafetta had ended and discussed the IPCC world and its errors.
For a start, he presented its lines of thinking:

ShavivIPCC

Next, he discussed the validity of each building block, marked the errors und deconstructed the standard picture. He emphasized that the climate sensitivity of CO2 is a priori unknown and largely overestimated by the IPCC:
ShavivCo2Sensitivity

He judged it a severe shortcoming that other forcings than green house gases are ruled out by the IPCC: the sun!ShavivSun

He pointed out that the IPCC overestimates climate sensitivity of CO2 at the expense of solar influences. While IPCC modelers managed to hide this for 20th century data, it will lead to a serious overestimate of temperatures in the 21st when solar influences will be cooling. He therefore expects a much lower temperature rise than predicted by the IPCC, a modest (and manageable) one:

ShavivNoCatastrophe

He presented several arguments why climate sensitivity of CO2 is (drastically)  overestimated. As a first example, known temperature changes by previous volcano eruptions have been much lower than the models suggest:

ShavivSensitivityEvidence1

Second, much higher than today’s CO2 concentrations in the history of the earth had apparently very little to no impact on temperatures (which is in fact a standard argument for every amateur climate skeptic):

ShavivSensitivityEvidence2

Using physical arguments Shaviv manages to set an upper limit for the climate sensitivity of CO2. This should convince the audience to accept additional forcings behind the 20th century temperature rise. Like Scafetta he points at a solar driven forcing.

In this way, self-assured Shaviv arrives at a scathing judgment about climate science (red frame is mine):

ShavivFazit

To finish, he points out that the link from solar activity to earth temperature need not be direct solar irradiation but could be more indirect interactions. This leads him to hand over to Henrik Svensmark with whom he apparently is closely harmonized, because Svensmark presents a possible interaction of solar activity with earth climate from his own research:

Henrik Svensmark, Denmark

Henrik Svensmark is a Danish physicist und climate researcher. As other speakers he reports that he finds it more and more difficult to raise funds for his research because its results contradict the IPCC position:

Svensmark1
His talk of 32 minutes is available here.
The mechanism he investigated is the influence of cosmic rays on the creation of clouds. This happens through creation of ions which serve as clouding seeds in the atmosphere:

CosmicRayCloudLink

By experiments and also by correlation measurements Svensmark has investigated this mechanism of cloud creation by cosmic rays.
This is interesting because IPCC researchers cite reduction of cloud creation by global warming as a possible positive feedback mechanism which could escalate global warming to catastrophic levels. Svensmark assumes that it provides a way how solar activity, via its solar winds, has a climate impact on the earth which adds to the direct impact of solar irradiation to the earth.

The importance of cloud creation as a cooling climate factor is thus undisputed, unlike Svensmark’s conclusion:

SvensmarkConclusion

As Shaviv has oulined in his talk, Svensmark’s research opens an indirect channel by which solar cycles could have more impact on the earth’s climate than the IPCC admits. Solar winds would modulate cloud creation with the typical periodicities of the sun’s  cycles. Cloud creation by cosmic rays could thus help to close the gap between climate models and real climate data which Scafetta demonstrated in his talk, e.g. the failure to reproduce the medieval warm period.

Scientific summary

As a physicist I found all 4 talks interesting. They demonstrate that real and sophisticated science on climate was presented at that conference. Nothing suggests that this is less serious or valid science than anything I experienced during my time as a master and Ph.D student in physics. The presented results make it seem rather improbable that the climate models of the IPCC are complete, beyond any doubt or worth a 97% consensus.

Intimidation, Relocation, Police protection

When this conference was scheduled in its usual location, a Munich hotel, a media campaign smeared it as anti-scientific, right-wing and even for ‚killing people‘ by denying climate change. The most prominent newspaper pushing that campaign was the Berlin based newspaper Tagesspiegel, which published several articles smearing the conference. Shortly before its start, the Munich based Umweltinstitut published an open letter calling the hotel to cancel the conference which it did after a group of activists entered its lobby and smeared the conference and upset guests. The hotel management declared that

„Denying climate change is not compatible with NH group values“

Find a rather lurid report of the events in English here. Unfortunately, there are no other reports in English language media which represent the events in a less martial way.

The conference, however, took place in a different location and under police protection, but in an orderly way and without any serious troubles.
Not only was a police car placed outside the entrance when I entered and left the places:

Polizeischutz

but also inside the building there were security people and police officers.
I find it rather bizarre that a conference discussing the contents I have heard (and presented in this report) should find it difficult to find a location and should even need police protection.
This is clearly an attack on freedom of science and speech by a very small number of activists and, in the first place, by publicly funded ‚green‘ institutions and national media. One of the frequent reprovals in national media was that the conference organized by EIKE was in connection with the Heartland Institute and its International Climate Conferences.
The spirit of smearing and outlawing that is going on in the climate ’scientific‘ debate as  around the Munich conference is best described in this conversation between ex-US-Senator Ron Paul and climate scientist Judith Curry:

„Curry:  I think that the solar influences are not given sufficient attention“

 

Update 23.12.2019
Comparisons of Scafetta’s with IPCC models can be found here.
There also seems to be a strongly decreasing trend in estimates of climate sensitiviy which is a crucial argument not only by Scafetta but also for Nir Shaviv’s reasoning:
ClimateSensitivity

Note that a