Das Klima föhnen mit Al Gore

Mit Al Gore für das Kohle-Aus

Das sogenannte NGO ‚Campact‘ warb in der Endphase der Koalitionsverhandlungen für einen deutschen Ausstieg aus der Kohle-Verstromung bis 2030:

CampactGoreBuchUnbequemeWahrheitWarum mit Al Gore?
Gore
hat 2007 den Friedensnobelpreis zuerkannt bekommen für seine Aktivitäten für den Klimaschutz, insbesondere für den Film ‚An Inconvenient Truth (eine unbequeme Wahrheit) und entsprechende Buchveröffentlichungen im Jahr 2006.
Im Jahr 2017 kam der Folge-Film ‚Immer noch unbequeme Wahrheit – Unsere Zeit läuft‚ heraus, mit dem Gore noch einen draufgelegt hat auf die Dringlichkeit eines radikalen Umsteuerns.

Ein Heuchler heizt dem Klima ein

Jeder normale Mensch würde erwarten, dass ein so eifriger Aktivist für das Weltklima auch und gerade in seinem persönlichen Umfeld vieles unternimmt, um seinen eigenen  Ausstoß von Kohlendioxid klein zu halten. Nicht so Al Gore!
Viel stärker als in Deutschland hinterfragen seit jeher Gores Gegner in den USA seine Werbung für den Klimaschutz und stellen auch die Frage nach seiner persönlichen Glaubwürdigkeit. So wiesen bereits 2007 Medienberichte darauf hin, dass Gore in seiner Villa in Nashville/Tennessee sage und schreibe 221000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbrauchte und dafür 30000 Dollar ausgab.
Gore reagierte mit der Aussage, dass er Geld für Ausgleichsmaßnahmen (wie das Anpflanzen von Wäldern) spende und sich trotzdem in Zukunft bemühen würde, auch persönlich noch besser zu werden.
Die Ausgleichsmaßnahmen halte ich für zweifelhaft, denn es ist schlicht für einen Einzelnen nicht überprüfbar, ob die Zahlungen und die tatsächlichen Maßnahmen in irgendeinem vernünftigen Verhältnis zueinanderstehen. Der Anreiz für Betrug ist so groß, dass er in großem Umfang geschehen muss. Es ist nicht übertrieben, darin einen  modernen Ablaßhandel, also einen lukrativen Freikauf von einem schlechten Gewissen zu sehen, das die Begünstigten den Zahlern einreden.
Noch klarer ist allerdings die Botschaft, dass Gore entgegen seinen Versprechungen von 2007 nichts unternommen hat, um seinen persönlichen Verbrauch zu senken. Der Verbrauch seiner sehr bescheidenen Liegenschaft soll im Jahr 2017 sogar über 230000 Kilowattstunden gelegen haben:

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Ganz abgesehen davon soll der sehr klimabesorgte Herr Gore noch zwei weitere Häuser besitzen, die auch nicht ohne Elektrizität sind.
Aber andere sollen natürlich auf fossile Stromerzeugung verzichten, höhere Stromkosten und eine instabilere Versorgung aus rein erneuerbaren Quellen in Kauf nehmen, um das Weltklima zu retten!
Nase

Campact – ein grüner Satellit

Campact Deutschland ist auf vielfältige Weise mit den deutschen Grünen verbunden. Das lässt sich sowohl auf der Website von Campact als auch in grünen Ortsverbänden durch intensive Zusammenarbeit und starke personelle Überschneidungen leicht feststellen.

Energieeffizienz – die unterschätzte Lösung von unten

Es lohnt sich, Gores Stromverbrauch in Beziehung zu setzen zu sonst üblichen Haushaltsverbräuchen:

TabelleHaushalt

Man erkennt sofort, dass deutsche Haushalte wenig Potenzial haben, die Stromerzeugung global klimaneutraler zu machen, wenn Al Gore und seine Landsleute nicht ebenfalls sehr große Anstrengungen unternehmen.
Warum und in welchem Rahmen sollten wir es trotzdem tun? Die Antwort ist einfach: Mindestens in dem Maße, wie es sich für jeden Einzelnen finanziell lohnt. Und die Voraussetzungen dafür sind denkbar gut, denn Strom ist in Deutschland exorbitant teuer und diese Grafik zeigt, dass das eng mit teurem Strom aus erneuerbaren Energiequellen zusammenhängt:

Euro Cost of Electricity vs solar and wind

Für einen Einzelnen, der keinen direkten Einfluss auf die (unsinnig teure) Subventionierung von Solar- und Windstromerzeugung in Deutschland nehmen kann, macht es absolut Sinn, auf diese im privaten Bereich wirtschaftlich zu reagieren, denn bei diesen Strompreisen garantiert die Anschaffung von LEDs und vielen energieeffizienten Haushaltsgeräten eine sehr hohe Rendite. Die Anschaffung eines LED-Leuchtmittels spielt in der Regel den relativ hohen Anschaffungspreis schon im ersten Jahr des Besitzes wieder durch geringeren Stromverbrauch ein und erwirtschaftet danach in seiner längeren Lebensdauer reinen Gewinn.

Neben dem sicheren, steuerfreien und für jeden Einzelnen erreichbaren Gewinn bietet Energieeffizienz weitere Vorteile für den Einzelnen und die Gesellschaft:

  • Sie schont die Umwelt, denn Stromerzeugung beeinträchtigt tatsächlich in jeder Form irgendwie die Umwelt. Das gilt auch für Solar- und Windkraftanlagen.
  • Sie reduziert die Abhängigkeit von externen Energielieferanten und erhöht damit die Versorgungssicherheit. Insbesondere reduziert sie auch politische Abhängigkeiten von Energielieferanten, seien es mittelöstliche Despotien, Russland oder die USA (die gerne mit verflüssigtem Fracking-Gas ins Geschäft kommen und auch deshalb die billigere Kohle aus der europäischen Stromerzeugung verdrängen würden!)
  • Eine Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wird umso leichter technologisch und wirtschaftlich machbar, je geringer der Strombedarf schon ist. Für heutige Verbräuche sind Stromspeicher nämlich in jedem Fall eine völlige Illusion.
  • Sinkender Stromverbrauch der Privathaushalte, die die Zusatzkosten für Erneuerbare überwiegend alleine bezahlen, würde den EEG-Unsinn mit völlig überhöhten Einspeisevergütungen für Solar- und Windstrom wirtschaftlich massiv unter Druck setzen und letztendlich einen Wechsel zu einem vernünftigeren System erzwingen.

Trotz jahrelanger Klimapropaganda, u.a. von der Kanzlerin persönlich, steht Deutschland im europäischen Vergleich nicht gut da:
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Das liegt u.a. am überstürzten Ausstieg aus der Kernenergie, wie diese Karte zeigt.

Energieeffizienz leistet einen guten Beitrag und war einmal ein ur-grünes Anliegen, und zwar aus allen Gründen, die ich oben aufgelistet habe. Ist Ihnen aufgefallen, dass die Grünen davon kaum noch sprechen?
Das ist kein Wunder, denn heutzutage holzen sie lieber Wälder ab, um dort mit Windenergieanlagen viel Geld auf Kosten der Stromverbraucher und der Umwelt zu verdienen.
Zurück zu den Wurzeln, zurück zur Energieeffizienz, notfalls ohne die Grünen!

Umwelt-Heuchelei auch beim Diesel-Motor

Die Umweltheuchelei, die man bei der Stromerzeugung leicht identifizieren kann, findet man in ähnlicher Form auch bei der Diskussion um die Dieselabgase und Fahrverbote für Dieselfahrzeuge.
Es ist nicht richtig, dass Elektrofahrzeuge automatisch umweltfreundlicher sind als Dieselfahrzeuge oder Benziner:

  • Der meiste Feinstaub entsteht bei Autos durch Reifen und Bremsen, insbesondere an Kreuzungen, wo gebremst und angefahren wird. Dieser wird auch bei Elektrofahrzeugen nicht verschwinden.
  • Elektrofahrzeuge sind in der Herstellung (wegen der Batterie) umweltschädlicher als Autos mit Verbrennungsmotor. Gerade für umweltbewusste Fahrer mit geringer Fahrleistung ist das über die Lebensdauer schwer wettzumachen.
  • Elektrofahrzeuge benötigen in der Regel vor dem Ende ihrer Lebenszeit eine neue Batterie, was ihrer ökologischen (und wirtschaftlichen) Bilanz einen Rückschlag versetzt und die Gesamtbilanz verschlechtert.
  • Die Verschrottung eines bereits gebauten jungen Dieselfahrzeugs  für die Neuanschaffung eines Elektrofahrzeugs ist in jedem Fall ökologisch unsinnig, aber ein gutes Geschäft für die Industrie. Vernünftige Diesel zuende fahren!
  • Bei geringerem Fahrzeuggewicht und Verzicht auf Höchstleistungen sind auch moderne sparsame Benzinmotoren eine ökologisch und ökonomisch interessante Alternative.
  • Völlig ausgespart wird die Frage, woher der Strom für einen auch nur teilweisen Ersatz des Verbrennungsmotors durch Elektromotoren kommen soll. Nur eines ist sicher: Die dafür nötigen enormen Strommengen können nicht täglich und auch nicht wöchentlich bei jedem Wetter aus erneuerbaren Energiequellen bereitgestellt werden. Die Batterie eines Tesla Modell S speichert etwa 70 kWh. Wenn diese (bei einem sparsamen Fahrer) nur einmal wöchentlich voll geladen wird, braucht sein Haushalt pro Jahr 52*70 = 3640 kWh zusätzlichen Strom. Das wäre beinahe eine Verdoppelung des heutigen Durchschnittsverbrauchs!

 

Update 16.03.2018
Natürlich wird die Kritik an Gores ’nachhaltiger‘ Heuchelei in Sachen Umwelt und Klima von der Beschönigungspresse heruntergeredet. Beispielhaft ist dieser Artikel von 2017 im Tagesspiegel:
Apologie

Sehen Sie, wie die mediale Verteidigung funktioniert? Es ist ganz einfach:

  1. Jede Kritik an Gores Heuchelei mit der Öl-Lobby in Verbindung bringen
  2. Das postiv besetzte Wort ‚Bemühungen‘ mit ’schmähen‘ in Verbindung bringen. Die Bemühungen sind aber nun mal nicht real, sondern reine PR!
  3. Nochmals jeden Kritiker mit der bösen Öl-Lobby in Verbindung bringen
  4. Die ‚Attacken‘ in eine Ehre umdeuten
  5. Mit Dingen ablenken, die gar nichts am Thema ändern: „fährt einen Tesla“

Was ist das einzige, was in dem Artikel konsequent nicht widerlegt, noch nicht einmal erwähnt wird? Haben Sie es gemerkt?
Es ist natürlich die Tatsache über seinen extremen Strombedarf: 230000 kWh/Jahr! Würde man sie erwähnen, würde auch so mancher Gutgläubige ins Grübeln kommen – trotz aller Tricks, die sonst angewendet werden.

 

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