Dada, Dussel: die Wissenschaft™️

Sensation: die Wissenschaft™️, die nie hinterfragt werden darf, ist persönlich bei Plasbergs ‚Hart aber Fair‘ aufgetreten. Sie heißt Anke Richter-Scheer und ist keine einfache Hausärztin.
Und wie schon länger zu vermuten, leidet diese Wissenschaft™️ an ziemlich schlichten, aber hartnäckigen Logik-Problemen. Wer es noch nicht gesehen hat, kann es sich hier ansehen und hören:

Hausärztin Anke Richter-Scheer plappert über die Wirksamkeit der Impfung

Sogar die Bild-Zeitung hat den ersten Lapsus sofort verstanden und verbreitet:

Die Logik, in der diese Schlussfolgerung Sinn macht, müsste erst noch erfunden werden.
Und der Gastgeber erkennt das ja und interveniert ganz sanft mit den Worten:
„Ich kann es Ihnen nicht ersparen. Jetzt sehe ich den einen oder anderen vor dem Fernseher sitzen, der sagt ‚Siehste, zwei Mal geimpft und gestorben. Was soll denn der ganze Scheiß!'“

Und Recht hat er, sowohl der vor dem Fernseher als auch Plasberg. Die Reaktion ist vernünftig, und die Frage muss gestellt werden.
Aber Frau Dr. Richter-Scheer tut im Grunde etwas Ungeheuerliches und geht auf die allzu berechtigte Frage gar nicht ein:
Ja, umso wichtiger ist es ja, dass wir uns alle impfen lassen, boostern lassen, und da geben Sie mir gleich das Wort in die Hand: die 4. Impfung“
Diese Wissenschaft™️ ist grotesk unsinnig: man darf ihr auf keinen Fall folgen.
Und als wäre das nicht schon Unsinn genug, legt sie gleich nochmals nach:
„Ich habe gerade ein anderes Beispiel erzählt, Altenheim, habe ich höchstpersönlich im September geboostert. Da ist jetzt eine Station zur Hälfte Corona-positiv“
Das ist so abgrundtief unsinnig, weil die einzig sinnvolle Schlussfolgerung ist, dass die Impfung wohl nicht so toll wirkt, dass man sie mit Wissen um die unerwünschten Nebenwirkungen unbedingt haben muss.

Keine Wissenschaft nirgends

Niemand in der Runde ist entsetzt über den Unfug. Niemand interveniert nochmals ernsthaft. Auch Plasberg macht sich das nicht wirklich zu eigen, sondern lässt den Unsinn einfach durchlaufen wie einen Glaubenskult, bei dem es auf die Details der Argumentation nicht wirklich ankommt. Es war ja nicht seine Frage, sondern nur die eines Fernsehzuschauers. Sarkastisch könnte man sie eine ‚populistische‘ Frage nennen.

Aber schon Plasbergs einmaliges Nachhaken hat ein Presseorgan, das das Corona-Narrativ stützt, gar nicht erfreut:

‚Unsensibel‘ war es also von Plasberg, eine naheliegende Frage zu stellen, weil die Frau doch vom Tod ihres Kollegen noch betroffen war:
Betroffenheit geht hier vor jeder Wissenschaft.

Rückblende

Anke Richter-Scheer ist schon im April 2021 bei ‚Hart aber Fair‘ als ‚Impfärztin‘ und Leiterin des Impfzentrums aufgetreten:

‚Lichtblick impfen‘ war im April die einhellige Erwartung der Runde

Der Immunologe Carsten Watzl formulierte am Ende dieser Runde:
Der Impfstoff, der jetzt da ist, wirkt auch gegen die Mutanten…
Wir werden erst im Herbst die meisten Leute mit einer Impfung geschützt haben und dann ist der große Test, dass im Herbst keine 4. Welle auf uns zurollt

Plasberg: „Was Sie ausschließen?“

Carsten Watzl: „Was ich sehr positiv bin, und ich bin Optimist. Das werden wir durch die Impfungen verhindern können

Nüchtern betrachtet ist dieser Test nicht bestanden worden. Keiner in der Runde hat eine skeptische Position vertreten. Alle gemeinsam haben einen falschen Optimismus verbreitet. Warum führen solche Fehlschläge nicht zu einem Übderdenken der eigenen Positionen, wie es wissenschaftlich notwendig wäre?
Es gibt genug Wissenschaftler, die die gesamte Corona-Strategie inklusive des Impfens für verfehlt halten und die durch solche Entwicklungen nur bestätigt wurden. Jüngstes Beispiel ist der Tel Aviver Mikrobiologe Ehud Qimron, der das Scheitern insbesondere der radikalen israelischen Impfstrategie feststellt und damit international stark beachtet wurde, aber nicht in den Medien, die Pseudowissenschaftlern wir Anke Richter-Scheer und Karl Lauterbach pausenlos eine Bühne für ihre einseitige Position geboten haben und weiter bieten. Genau diese extreme Einseitigkeit hat mit einer wissenschaftlichen Grundhaltung nichts zu tun.

Fazit

In dieser Talkshow hat sich die vielbeschworene Wissenschaft, der jeder folgen soll, besonders deutlich als eine Leerstelle erwiesen: Hier wurde nichts gezeigt, was wissenschaftliche Standards erfüllt, noch nicht einmal elementar logische.
Die Wissenschaft™️ in den Medien besteht fast vollständig daraus, dass sie postuliert wird, dass ihr Referenz erwiesen wird und dass der Zuschauer oder Leser ihren Folgerungen folgen soll. Die Talkshow bestätigt aber:

Glaube an die Wissenschaft ist Glaube, keine Wissenschaft

Gleichzeitig gilt der Politiker, der in der Talkshow anwesend war, und mit dem Dr. Richter-Scheer immer wieder Einigkeit demonstriert hat, vielen als einer mit wissenschaftlichem Hintergrundwissen, dem zu vertrauen sei:

Dabei ist er von Anfang nichts anderes als ein Panikmacher, der bereits x-fach widerlegt wurde.