Korrelation und (Un-)Wirksamkeit

Die Thüringer Landtagsabgeordnete Dr. Ute Bergner (früher FDP, heute ‚Bürger für Thüringen‘) hat eine statistische Auswertung in Auftrag gegeben. Sie hat die Arbeit von Prof. Dr. Rolf Steyer und Dr. Gregor Kappler  veröffentlicht:

der thüringischen Gesundheitsministerin übergeben und darüber auch im Landtag vorgetragen:

Das wichtigste Ergebnis ist diese Grafik:

Relative Sterbehäufigkeit in KW36-40 und Impfquote in den deutschen Bundesländern. Jedes Bundesland ist entsprechend seiner Bevölkerung größer oder kleiner dargestellt

Die Grafik zeigt, dass Länder mit höherer Impfquote eine höhere Übersterblichkeit haben als Sachsen und Thüringen. Wenn über alle Bundesländer hinweg die Korrelation zwischen aktueller Impfquote und Sterbefällen im Zeitraum Anfang September bis Anfang Oktober berechnet wird, ergibt sich ein positiver Wert von +0.31. Das bedeutet, dass statistisch eine hohe Impfquote eher zu mehr Sterbefällen führt. Die Korrelation ist nicht besonders stark, geht aber für eine vermeintlich gesundheitsförderliche Maßnahme wie eine Impfung eindeutig in die falsche Richtung.
Die Auswertung hat zwei Schwachpunkte

  1. Den ausgewählten Zeitraum von KW 36-40
    Es ist nicht ganz klar, warum sich eine Impfung irgendwann bis Sommer 2021 genau in diesem Zeitraum positiv auf Sterbefälle auswirken sollte. Der Zusammenhang kann sich durchaus in den nächsten Wochen und Monaten noch (mehrfach) ändern. Es wird aber schwierig bleiben, eine richtige Metrik für die Gesundheit der Bevölkerung zu finden.
  2. Die Granularität der Einheit ‚Bundesland‘ ist sicherlich nicht optimal, allein schon, weil die Größe der Bundesländer stark variiert. Landkreise wäre sicherlich besser, aber die Daten scheinen nur pro Bundesland vorzuliegen.

Weitere Auswertungen

Der auf diesem Blog bereits früher zitierte und verlinkte Thorsten Wiethölter hat praktisch zum selben Zeitpunkt ähnliche Korrelationsrechnungen veröffentlicht und ist zu für die Impfung noch ungünstigeren Ergebnissen.

Er hat die offiziellen Corona-Todesfälle, also nicht alle Sterbefälle, zur Impfquote in den Bundesländern in Beziehung gesetzt. Hier das Ergebnis:

Impfquote und Corona-Todesfälle KW36-42, also über einen etwas längeren Zeitraum

Mit einer Korrelation von +0.449 zwischen Impfquote und Corona-Todesfällen fällt das Ergebnis noch ungünstiger für die Impfung aus. Man sieht zB, dass das Land Brandenburg bei den Corona-Todesfällen viel niedriger liegt als bei allen Todesfällen und damit den Korrelationswert verbessert, weil es eine niedrige Impfquote hat, während Bremen (HB) mit hoher Impfquote bei den reinen Corona-Todesfällen höher liegt als bei allen Todesfällen.

Noch stärker ist die von Wiethölter berechnete Korrelation zwischen Impfquote und Corona-Intensivfällen:

Eine Korrelation von +0.543 ist schon beachtlich. Der Wertbereich reicht schließlich nur von -1 bis +1. Man sieht deutlich, dass die Messpunkte nicht sehr weit von der Regressionsgerade entfernt liegen. Nur Schleswig-Holstein (SH), das über die ganze Pandemie wenige Kranke und Tote hatte, liegt auffällig weit von der Geraden entfernt. Brandenburg liegt aber mit einer um mehr als 10 Prozentpunkte niedrigeren Impfquote kaum schlechter, ebenso Sachsen-Anhalt.

Wichtig ist bei all diesen Auswertungen: Sie zeigen keinen statistischen Hinweis auf eine positive Wirkung der Impfung auf schwere Verläufe und Todesfälle.
Das ist aber genau die Behauptung, die Politik und Medien als eine wissenschaftliche Wahrheit nur postulieren, nicht aber belegen.

Ein Arzt meldet sich erneut

Speziell zur Impfung hat sich auch Dr. Sarnes wieder mit einem Video gemeldet:
Noch nie in der Geschichte gab es eine Situation, in der den Menschen von der Regierung mit einer solchen Aggressivität eine medizinische Behandlung aufgezwungen wurde


Nachtrag 25.11.2021
Na, wer sagt’s denn, die kleine statistische Auswertung hat sogar eine Reaktion der Tagesschau provoziert:
Die von den Autoren errechnete Korrelation von +0,31 ist zudem nicht ‚erstaunlich hoch‘
Richtig. Das habe ich ebenfalls gesagt. Aber warum ist sie überhaupt positiv, wenn der Nutzen der Impfung so unbestritten groß ist? Diese Frage muss natürlich erst einmal gemieden werden!
Zudem wäre die Ermittlung einer Korrelation nur ein erster Anhaltspunkt“ – richtig.
Weiterhin sei die Auswahl des Untersuchungszeitraums von gerade einmal fünf Wochen problematisch“ – hatte ich oben auch geschrieben.
So geht das Paul-Ehrlich-Institut davon aus, dass es seit Beginn der Impfkampagne bis September in nur 48 Fällen möglich oder wahrscheinlich ist, dass der Tod tatsächlich auf die Impfung zurückzuführen ist“ – kein Argument gegen die Auswertung, sondern möglicherweise einfach ein Fehler des PEI.
Zum Schluß werden noch die Autoren zitiert:
Die Impfung als Todesursache sei nur eine von vielen denkbaren Hypothesen – mehrere davon könnten richtig sein, aber: ‚Ich habe nicht den Eindruck, dass die Sterbefälle nach Impfung sorgfältig auf ihre Ursachen untersucht werden. Zumindest legen mir das berichtete Einzelfälle nahe.'“
Da kann ich wieder nur zustimmen!

Nachtrag 19.12.2021
Auch in Westeuropa ist eine eindeutige Korrelation (in der erhofften Richtung) zwischen Impfquote und Übersterblichkeit nicht erkennbar:
Erläuterungen und Ergänzungen zu der Grafik gibt es hier.

C-Pandemie in einer Grafik

Die schöne Grafik oben von Thorsten Wiethölter zeigt, dass Corona in Deutschland im Jahr 2020 keine zusätzliche Sterblichkeit gegenüber anderen Jahren verursacht hat.

Sie spiegelt also statistisch und im Rückblick genau das wieder, was der Gerichtsmediziner Klaus Püschel nach ca. 100 Obduktionen von Corona-Toten bereits Mitte April 2020 festgestellt hatte:
Laut Püschel hätten die von ihm untersuchten Todesopfer so schwere Vorerkrankungen gehabt, dass sie „auch wenn das hart klingt, alle im Verlauf dieses Jahres gestorben wären“
Dann wären sie immer noch im selben Jahr gestorben und ebenfalls in die oben gezeigte Statistik eingegangen, nur mit einer anderen Todesursache, die für diese Statistik aber keinen Unterschied macht.
Diese eine Grafik beweist also auch auf einen Blick, dass sämtliche Medienberichte über eine Pandemie, die in Deutschland angeblich wütete, 2020 ganz ohne Grundlage in den harten Daten waren.

Eigene Plausibilisierungen

Ich hatte mir dieselben Daten des statistischen Bundesamtes bereits im März angesehen und aufbereitet, um entsprechende Behauptungen von Dritten zu verifizieren. Hier dabei entstandene Grafiken, die die Entwicklung der Sterbezahlen übers Jahr zeigen:

Sterbefälle in der Altersgruppe 0-79 Jahre in den Jahren 2016-2021

Man sieht in dieser Grafik, dass in der Altersgruppe von 0-79 Jahren das Jahr 2020 nicht auffällig ist gegenüber dem Jahr 2018, als es im Frühjahr eine starke Grippewelle gab. Im Frühjahr 2020 ist dagegen nichts zu erkennen, aber ein etwas kleinerer Buckel am Jahresende.
In der Altersgruppe über 80 Jahren sah das Bild dann doch etwas anders aus:

Sterbefälle in der Altersgruppe 80+ Jahre 2016-2021

Hier erkennt man am Jahresende 2020 eine ausgeprägtere Sterbewelle unter den sehr alten Menschen als im Frühjahr 2018.
D.h. es sind in absoluten Zahlen am Jahresende 2020 mehr Menschen über 80 gestorben als in der schweren Grippewelle im Frühjahr 2018.
Diese Darstellung berücksichtigt aber nicht, dass die Gesamtzahl der über 80-Jährigen im Jahr 2020 größer war als im Jahr 2018.
In der Alterspyramide Stand 2018 waren zwei stärkere Jahrgänge noch 78 und 79 Jahre alt:

Alterspyramide (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Durch diesen Effekt ist die Altersgruppe der Über-80-Jährigen von 2018 bis 2020 von 5,4 auf 5,9 Mio kräftig, um fast 10%, gewachsen.
Die Grafik von Thorsten Wiethölter ganz oben fasst zusammen, dass wegen dieses Basiseffekts im Jahr 2020 auch das individuelle Risiko eines Über-80-Jährigen zu versterben nicht höher war als 2018!

Erbsenzählerei im vollen Detail

In diesem Videobeitrag erläutert Marcel Barz im vollen Detail solche Effekte in der Sterbestatistik und anderen Statistiken zur Pandemie

Ups, die Zensurplattform Youtube hat das Video von Marcel Barz inzwischen als wichtig identifiziert und gelöscht. Deshalb hier noch eine andere Kopie:

In seinem Beitrag spielt auch dieser Vergleich eine Rolle:

Deutschland versus Schweden

Er zeigt, dass die alterskorrigierten Zahlen in Deutschland und Schweden praktisch dasselbe Bild zeigen, dass also dieses positive Bild nicht durch die strengen Maßnahmen in Deutschland entstanden sein kann.

Die Daten von Marcel Barz stimmen sehr gut mit denen überein, die Jens bereits vor ihm aufbereitet und auf Twitter veröffentlicht hatte:

Sterbewahrscheinlichkeit nach Altersklassen 2016-2020 in Deutschland:

Sterbewahrscheinlichkeit (in Promille statt Prozent) nach Altersklassen 2010-2020 in Schweden:

In beiden Ländern war 2020 kein besonders sterbeträchtiges Jahr, mehr zwar als das besonders günstige 2019, aber weniger als die meisten anderen.

Fazit

Viele Autoren kommen mit Daten aus seriösen Quellen zum Ergebnis, dass 2020 in Deutschland keine Killer-Pandemie unterwegs war und in Schweden (bei viel weniger Maßnahmen) ebenso wenig.
Es lag also eher nicht daran, dass die harten deutschen Maßnahmen besonders wirksam waren.

Ausblick

Das Statistische Bundesamt hat seine Sonderauswertung zur Todesursachenauswertung 2020 auf Mitte Oktober verschoben, also auf nach der Bundestagswahl:

Man darf auch schon gespannt sein auf die Über- /Untersterblichkeit im Jahr 2021. Die fällt nämlich bisher in verschiedenen Ländern ganz verschieden aus:

Nachtrag 31.08.2021
Neuestes Update von Jens zur Sterblichkeit in Deutschland 2021:


Der Ex-Offizier und Video-Autor Marcel Barz ist ein sehr interessanter Mensch, der sich ein Lehm-Haus gebaut hat. Faszinierend:

Wohnen im Lehmhaus in Brandenburg

Nachtrag 17.9.2021
Das Video von Marcel Barz wurde auf Youtube zunächst gelöscht, dann wieder online gestellt. Inzwischen haben sich die Faktenchecker der Arbeit angenommen.
Die schlechteste Arbeit kommt natürlich mal wieder von Volksverpetzer/Laschyk. Er ist eine Lusche und denkt eigentlich immer, er habe etwas widerlegt, sobald er daran vorbeigeredet hat:

In typischer Faktenficker-Manier könnte ich jetzt damit beginnen, dass es gar kein „Fake-Video“ war, sondern ein unbestreitbar echtes Video.
Bei den Inhalten weicht er dann auf Zahlen aus dem Ausland aus, obwohl Marcel Barz doch nur über Zahlen aus Deutschland (und Schweden) gearbeitet hat. Was soll das? Marcel Barz wollte zeigen, dass sich in den dt. Zahlen keine Pandemie finden lässt. Und das hat er geschafft. Um zu zeigen, dass das kaum das Verdienst der Maßnahmen sein kann, nimmt er schwedische Zahlen, die ziemlich genauso aussehen, obwohl es dort viel weniger Maßnahmen gab. Das ist Logik! Völlig unlogisch ist es dagegen, darauf mit amerikanischen Zahlen oder spanischen zu reagieren.
Während Barz über die Ganzjahreszahlen spricht, greift sich Laschyk kurze Perioden heraus, um ihn zu widerlegen. Auch das ist statistisch aber nicht möglich. Es gibt immer wieder Perioden mit Über- oder Untersterblichkeit, die sich in normalen Jahren abwechseln und ausgleichen. In Jahren mit mehr Sterblichkeit, zB 2018 und 2020 bei den Über-80-Jährigen (siehe meine Grafiken oben!) bleibt dann im Jahressaldo ein Plus übrig. Der Punkt von Barz (und Wiethölter) ist aber, dass dieser kleine Überschuss 2020 nicht größer war als 2018, wenn man alterskorrigiert, also berücksichtigt, dass die Alterskohorte über 80 in den 2 Jahren um mehr als 9% gewachsen ist. Barz und Wiethölter sind an dem Punkt von einem Dampfplauderer wie Laschyk nicht angreifbar. Laschyk schwurbelt einfach nur herum.

Hier hat Marcel Barz die Fragen und Unterstellungen einer anderen Faktencheckerin von Correctiv veröffentlicht, erläutert und mit Leichtigkeit widerlegt.
These: Diese Faktenchecker-Journos von Volksverpetzer und Correctiv wären allesamt nicht in der Lage, selbstständig einen statistischen Datensatz wie die Sterbezahlen des Statistischen Bundesamts aufzubereiten, um Bevölkerungsdaten zu korrigieren und dann in einem klar strukturierten Video vorzustellen, wie es Marcel Barz getan hat.

Nachtrag 26.10.2021
Ein Artikel des MDR bestätigt viele Punkte der Inhalte von oben: