Mit Lüge oder Wahrheit gemobbt?

Brigitte Macron klagt wieder gegen Behauptungen, sie sei eigentlich ein Mann. Es ist nicht klar, ob Mobbing auch Lüge bedeuten muss oder ob die Wahrheit schlimmer mobbt.

Dieser Artikel in der FAZ berichtete über einen Prozess, der im Oktober in Paris gegen 10 Angeklagte begann, die wiederholt behauptet haben, Brigitte Macron sei ursprünglich ein Mann:

Dass Brigitte Macron die Identität ihres Bruders Jean-Michel Trogneux angenommen haben soll, ist eine merkwürdige Verdrehung der FAZ, denn die eigentliche Behauptung geht genau andersherum:
Die heute als Brigitte Macron bekannte Frau an Emmanuel Macrons Seite sei als Junge mit Namen Jean-Michel Trogneux in Amiens geboren worden, und dieser Junge habe als Erwachsener die Identität seiner Schwester Brigitte Trogneux angenommen und lebe heute als Transfrau unter diesem Namen mit Emmanuel Macron zusammen.
Das ist natürlich starker Tobak. Aber warum eigentlich sollte es in einer Zeit, in der Transfrauen einfach Frauen sein sollen, unmöglich sein? Warum ist das Thema sogar „abscheulich“? Die eigentliche Frage ist doch, inwieweit es Belege dafür gibt, dass an der Geschichte etwas dran ist.

In einem früheren Prozess haben die Macrons zuletzt eine Niederlage erlitten, obwohl deutsche Medien wie die SZ vorher sicher waren, dass die vier Angeklagten den Prozess auch in dieser zweiten Instanz verlieren würden. Die in diesem Prozess verhandelten Behauptungen sind im wesentlichen dieselben, auch mindestens zwei Angeklagte, Aurélien Poirson-Atlan alias Zoé Sagan und Amandine Roy, sind identisch.

Feinheiten der Prozesse

In dem neuen Strafverfahren geht es im Kern nicht um die Richtigkeit oder Unwahrheit der Tatsachenbehauptungen über die Identität oder das Leben von Brigitte Macron, sondern allein um den Vorwurf, dass Brigitte Macron mit der Wiederholung dieser Behauptungen im Internet gemobbt werde, sog. Cybermobbing.
Dieser Vorwurf leidet allerdings etwas daran, dass sie selbst auf den Social-Media-Plattformen gar nicht präsent ist, auf denen die Angeklagten ihre Behauptungen verbreitet haben. Deshalb konzentriert sich die Anklage darauf, dass Brigitte Macron u.a. auf Staatsbesuchen mit diesen Geschichten behelligt und so indirekt wirksam gemobbt werde. Ihre Lebensqualität und auch die ihrer Kinder und Enkel leide daran.

Gleichzeitig haben die Macrons einen Zivilprozess in den USA gegen die Bloggerin Candace Owens angestrengt, die die Trans-Geschichte über Brigitte Macron in den USA und weltweit einem großen Millionenpublikum nahegebracht hat:

Behauptungen, dass sie diese Geschichte erfunden habe, sind aber völlig falsch, denn sie kursiert in Frankreich bereits seit bald nach Macrons Amtsantritt, und Owens hat erst 2024 begonnen, sie in der englischsprachigen Welt bekannt zu machen und zu unterstützen.
An einer Stelle sagte sie, dass sie sich so sicher sei, dass sie ihre Karriere darauf wette. Ausgehend von ihr haben sich auch andere englischsprachige Youtuber, Podcaster etc. dieser Geschichte angenommen, so dass sie sehr schnell eine große internationale Bekanntheit erlangt hat.

Das Buch

Zentral für die Fakten, auf denen die Theorie über Brigitte Macron beruht, sind die Recherchen des französischen Journalisten Xavier Poussard, die dieser in Zusammenarbeit mit Candace Owens in einem Buch auf Französisch und Englisch veröffentlicht hat: „Brigitte werden“.

Das Titelbild enthält ein Foto des jungen Jean-Michel Trogneux und damit die zentrale These: dieser Junge sei seine Schwester Brigitte Macron und First Lady Frankreichs geworden. Und natürlich auch die Details, wie das möglich sein soll.

Zeitweiser Bestseller bei Amazon: das Buch mit den Rechercheergebnissen und Argumenten

Bevor das Buch herauskam, hatte Xavier Poussard seine Recherchen schon seit 2021 in der Zeitschrift Faits&Documents (Tatsachen&Dokumente) veröffentlicht, aber er war auch nicht der erste, der sich damit beschäftigte.

Auffällig an dem Buch (Devenir Brigitte) von Xavier Poussard ist, dass es nicht juristisch attackiert wird. Auf der Ebene des Mobbings geht das auch gar nicht, denn ein Buch mobbt nicht, sondern behauptet einen Sachverhalt zu dokumentieren und plausibel zu machen.

Das Buch wird aber auch nicht wegen Verleumdung beklagt, um etwa seinen Vertrieb zu unterbinden oder es beschlagnahmen zu lassen. Weil es dafür anders als beim Mobbing-Vorwurf notwendig wäre zu beweisen, dass die behaupteten Tatsachen tatsächlich falsch sind, bedeutet das schon sehr viel.
Unter anderem zeigt es, dass die Tatsachenbehauptungen nicht so leicht als falsch zu beweisen sind. Deshalb sollte man durchaus das tun, was „seriöse“ Medien ebenfalls gerne vermeiden: die Argumente genauer ansehen oder auch nur zu benennen, von Widerlegen mal ganz zu schweigen.

Xavier Poussard lebt aber lieber in Italien als in Frankreich, um sich dem Zugriff des franz. Staates zu entziehen. Der Staat könnte ihn ja auch wegen vorgeschobener andere Gründe verfolgen.

Eine romantische Geschichte

Das Privatleben der Macrons, vor allem Brigitte Macron, die kein öffentliches Amt bekleidet, ist nicht zuerst durch „Verschwörungstheoretiker“ in die Öffentlichkeit gezerrt worden, sondern durch PR-Kampagnen im Präsidentschaftswahlkampf von 2017. Diese fanden natürlich in erster Linie in Frankreich statt, sind aber auch deutlich in deutschsprachige Medien herübergeschwappt. Hier eine kleine Auswahl:

In Frankreich kamen auch Bücher auf den Markt, die Brigitte Macron als großartiger Frau der neuen Art huldigten:

Das Buch links nennt Brigitte Emmanuels „Kompass“, der Titel des Buches in der Mitte lautet „Die Vertraute“, der des Buches rechts „Die Freizügige“.

Fast alle, die sich mit Brigitte Macron näher beschäftigt haben, nennen diesen Kult um ihre Person im Jahr als Anstoss für ihre Neugierde sowie den Altersunterschied von fast 25 Jahren zwischen Emmanuel und Brigitte. Er sei nicht 15 gewesen, als sie sich kennenlernten, sondern erst 14 und sie 39 Jahre. Nur die Annahme, dass sie eine Frau war, habe überhaupt erlaubt, diese Geschichte als wunderbare Romanze zu framen und nicht als ungeheuren Missbrauchsskandal zu verdammen.

Was sind denn die verbreitetsten Argumente für die These, dass Brigitte Macron als Mann geboren wurde?

Die Argumente

Visuelle Argumente

Als Ausgangspunkt für den Verdacht, dass Brigitte Macron eigentlich ein Mann ist, sind visuelle Eindrücke wichtig. Es beginnt damit, dass selbst Klatschzeitungen bereits darüber berichtet haben, dass sie mutmaßlich eine Perücke trägt. Zu voll sei ihr Haar für ihr Alter, zu gleichförmig die Frisur. Und sie wirke auch oft nicht so weiblich wie behauptet:

Richtig spannend wird es aber dann, wenn man die erwachsene Brigitte mit Jugendbildern des Mädchens Brigitte Trogneux und ihres Bruders Jean-Michel vergleicht:

Brigitte Trogneux links und ihr Bruder Jean-Michel mit 18 Jahren 1963 in Algier

Der Aufenthalt von Jean-Michel in Algier im Jahr 1963 ist wichtig und wird auch bei den nichtvisuellen Argumenten noch eine Rolle spielen.

Auf diesem Bild sieht man den Jungen Jean-Michel und seine Schwester Brigitte Trogneux sowie die erwachsene Brigitte Macron:

Gesichtserkennungssoftware, die biometrische Daten altersübergreifend vergleicht, stellt mit Jean-Michel eine deutlich bessere Übereinstimmung fest, als mit Brigitte Trogneux.

Das lässt sich bei geeigneten Zusammenstellungen auch per Augenschein nachvollziehen:

Hier noch mal die Ergebnisse von Gesichtserkennungssoftware mit verschiedenen Fotos von Brigitte Macron:

Man muss aber kein großer Gesichtserkennungsexperte sein, um zu vermuten, dass die Vergleichsergebnisse mit Brigitte Trogneux (Mitte rechts) möglicherweise an dem Kopftuch leiden, das sie trägt und das ihre Ohren verdeckt.

Relativ oft genannt wird auch dieses Video, das Brigitte Macron bei einem Auftritt vor längerer Zeit zeigen soll:

Ihre vehemente, geradezu grobe Haltung und Gestik und vor allem das breitbeinige Hinsetzen am Ende halten viele für überdeutlich.

Zuletzt noch diese Fotos aus der Amtszeit von Macron, bei denen sich etwas abzeichnen soll, was da nicht hingehöre:

Gala

Und natürlich das ebenfalls noch junge Video aus Indonesien nährt Fragen nach den wirklichen Verhältnissen im Präsidentenpaar und der bizarren Machtposition von Brigitte Macron:

Biografische Unstimmigkeiten

Neben den rein visuellen Argumenten, gibt es auch Aussagen und Fakten, die Zweifel an der Identität von Brigitte Macron nähren. Ein wichtiges Beispiel entstand im Zusammenhang mit dem Staatsbesuch des Präsidentenpaares in Algerien im Jahr 2017.
In einem algerischen Medium war zu lesen:

Tatsächlich hat Brigitte Macron niemals in Algier studiert. Aber ihr Bruder Jean-Michel Trogneux hat 1963 mit 18 Jahren dort studiert. Ein Foto oben zeigt ihn in jener Zeit. Der tatsächlich geplante Besuch an der Universität 2017 wurde dann kurzfristig abgesagt, aus nicht ganz klaren Gründen.
Die einen behaupten nun, dass Brigitte Macron hier ein Fehler unterlaufen ist, der eilig korrigiert wurde, weil sie ihre Erinnerung als Jean-Michel nicht von ihrer angenommenen Identität als Brigitte getrennt hat, was natürlich auf Dauer leicht passieren könnte, wenn jemand für eine angenommene Identität denken muss, um keine Widersprüche zu produzieren.
Die anderen behaupten (erst, seit die Transtheorie über Brigitte Fahrt aufgenommen hat), dass das algerische Medium 2017 ohne Belege ein falsches Gerücht in die Welt gesetzt habe, über das 2017 aber auch in franz. Medien berichtet wurde. In diesem Fall müsste dahinter aber schon 2017 eine Absicht gestanden haben, die ihre volle Wirkung erst 2025 entfaltet hat. Oder es müsste sich um einen reinen Zufall gehandelt habe, dass dieses einfach so erfundene Gerücht 2025 so wichtig wurde für die Vermutung, dass Brigitte Macron eigentlich Jean-Michel Trogneux sei.

Unklarheiten und Unglaubliches

Es gibt umgekehrt aber auch in dieser Theorie eine Menge Fragezeichen. Ein wichtiges ist die Herkunft der 3 Kinder von Brigitte Macron.
Die einen behaupten, dass Brigitte diese Kinder wirklich bekommen hat, bevor sie starb und ihr Bruder Jean-Michel ihre Identität annahm. Die Kinder würden mitspielen, weil sie ihren Onkel nicht bloßstellen wollen.
Die anderen behaupten, die echte Brigitte sei jung gestorben und Jean-Michel Trogneux habe die Kinder adoptiert, nachdem er Brigittes Identität angenommen habe.

Es kommt aber noch schlimmer, denn Jean-Michel hat tatsächlich einen eigenen Sohn, Jean Jacques Trogneux:

Und dessen Ähnlichkeit mit Emmanuel Macron ist enorm:


Und an dieser Stelle wird es tatsächlich „abscheulich“, unfassbar oder satanistisch oder was auch immer.
Ich habe mir jedenfalls ein paar Bücher bestellt, um mich tiefer einzulesen, u.a. das von Xavier Poussard, denn Stand heute traue ich mir kein Urteil über den Wust an Informationen zu, der sich in diesem Fall zusammenballt.


Nachtrag 10.12.2025
Die BBC hat gestern einen Artikel über eine mutmaßlich frauenfeindliche Äußerung von Brigitte Macron veröffentlicht. Nun gut, passt hier inhaltlich nicht ganz rein. Aber die Bildauswahl tut es doch. Unfassbar:

Was soll das sein? Ein Wink mit dem Zaunpfahl?



Macronette am Ende?

Es läuft politisch nichts mehr zusammen für Macron. Auch sonst hat er in 8,5 Jahren Amtszeit genug Dubioses für einen Rücktritt angesammelt.

Nach nur 27 Tagen im Amt hat der zuletzt von Macron ernannte Premierminister Sébastien Lecornu seinen Rücktritt erklärt.
Auch wenn er vielleicht doch noch weiterwurstelt, wird es politisch für seinen Chef Macron immer enger:
Er hat in 8,5 Amtsjahren jedes Vertrauen verspielt, dass er für Frankreich noch etwas positiv bewegen könnte. Seine Initiativen werden immer kurzatmiger, die Optionen gehen ihm für alle Beobachter erkennbar aus.

Nach sehr sachlichem Beginn, bin ich Stück für Stück zum Ergebnis gekommen, dass er ein politischer Schaumschläger ist, der wahrscheinlich auf seinen Posten geschoben wurde, ohne eine Idee zu haben, was er eigentlich für Frankreich erreichen will.

Hier ein paar Puzzlestücke, die eine sehr miserable, dubiose Präsidentschaft dokumentieren:

Von Anfang an schmuddelige Gewalt

Kein Jahr nach einer Menge verklärter Lobhudelei von den üblichen Meinungsmachern flog Macrons Sicherheitschef Alexandre Benalla als Gewalttäter auf, der sich als Polizist ausgegeben und Demonstranten verprügelt hatte:


Mehrjährige „Ermittlungen“ und Verfahren gegen Benalla überstand Macron erstaulicherweise unbeschadet, obwohl sich hier deutlich zeigte, dass um ihn herum ein unrechtmäßig agierender halbseidener Sumpf existierte.

Auf dem Höhepunkt der Affäre erklärte Macron sogar: „Benalla war nicht mein Liebhaber“. Das wirft natürlich diese Frage auf:

Zu dementieren ist eben nur das, was auch für möglich gehalten werden kann:

Schon komisch!

Bestätigt: noch mehr Gewalt

Noch im selben Jahr bestätigte Macron nicht durch einen gewalttätigen Einzeltäter, sondern mit Hilfe des Polizeiapparats, welches Potenzial in seiner Regierung steckte: die Gelbwesten bekamen so viel Gewalt zu spüren wie keine andere französische Protestbewegung seit Jahrzehnten:


Die Gewalt gegen Gelbwesten nahm nur wenige Monate nach der Affäre Benalla solche ungewöhnlichen Ausmaße an, dass sogar die Tagesschau vorübergehend Fragen stellte:

Fragen zu Brigitte

In den letzten Monaten wurden international auch Indizien und Berichte bekannt, dass seine wesentlich ältere Frau Brigitte vielleicht gar keine Frau ist, sondern eine „Transfrau“.
Deutsche Medien berichteten großspurig und siegesgewiss über Verfahren gg. französische Journalisten, die das seit Jahren behauptet hatten:

Dass Brigitte Macron und der Elysée-Palast dieses Verfahren verloren haben, wurde danach in den meisten Medien nur noch verschämt oder gar nicht berichtet.
Zuletzt strengten die Macrons noch ein Verfahren gegen die amerikanische Bloggerin Candace Owens an, die entgegen anderslautenden Behauptungen diese Vermutungen nicht erfunden, aber im angelsächsischen Raum im letzten Jahr unter Millionen von Zuschauern bekannt gemacht hat.
Eine deutschsprachige Einleitung in das Thema gibt dieses Video:

Dabei ist zu berücksichtigen, dass Macron gerade oder noch nicht einmal 15 Jahre alt war, als er nach offizieller Lesart die über 40-jährige Person Brigitte Macron, seine Lehrerin, kennenlernte. Außerdem dürfte Macron erpressbar sein, wenn er mit einer Frau verheiratet ist, die als Mann geboren wurde, und beide das öffentlich leugnen und sich als ganz normales Ehepaar ausgeben.
Das Thema lässt sich allerdings noch etwas besser aufbereiten, als es Hoss & Hopf hier getan haben, denn die Argumente für die These sind viel besser, als MSM zugeben. Sie vermeiden es sogar, in die Details der Argumente zu gehen, weil das kontraproduktiv sein könnte für die Absicht, diese Vermutung als verrückt hinzustellen.

Wieviel Macht hat Brigitte Macron?

Diese Frage kam ebenfalls in den letzten Wochen auf, weil Brigitte Macron zufällig bei einem Stoß/Klaps gegen Macrons Kopf gefilmt wurde:


Den Macrons ist es nicht gelungen, diese Szene, die ein sehr unvorteilhaftes Bild des Präsidenten hinterlässt, von Medien als „Alberei“ eines Ehepaares aus der Welt erklären zu lassen. Es gibt durchaus auch andere Indizien, dass Brigitte ihm auch beibringt, wo es politisch langgehen soll. Dabei ist sie nicht gewählt, jedenfalls nicht von den Wählern.

Politik: Keine Erfolge

Obwohl sein Aufstieg zum Minister und später zum Präsidenten durch eine ihm zugeschriebene Wirtschaftskompetenz begründet wurde, konnte Macron hier nie die erwarteten Reformen und Verbesserungen erreichen. Frankreichs Staatshaushalt und Wirtschaft stehen heute näher am Abgrund als jemals zuvor.

Bei alledem stellt sich die Frage, warum Macron und seine Präsidentschaft gerade auch von deutschen Medien so verbissen verteidigt werden. An gutem Regieren und objektiven Erfolgen für das französische Volk kann es jedenfalls nicht liegen.

Nachtrag 12.10.2025
Auch die deutschsprachige Presse bereitet jetzt ihre Leser auf das Ende von Macron vor. In der NZZ und im Handelsblatt sehr ähnlich:

Die NZZ kommentiert Macron inzwischen sogar als „untalentiert“.