Zusammentreffen in Bergamo

Bis zum heutigen Tag habe ich keine voll befriedigende Erklärung gehört, warum die Corona-Epidemie gerade in den norditalienischen Provinzen Bergamo und Brescia so tödlich zugeschlagen hat.
Sucharit Bhakdi nannte die (wie in China oder auch in Belgien) schlechte Luft der Region und die daraus folgende Lungenvorbelastung als eine Ursache. Prof Hockertz wies früh auf schlechte Krankenhaushygiene in Italien hin. Faktenchecks bestätigen das. Warum schlug die Coronawelle dann aber so regional unterschiedlich zu? Eine weitere genannte Ursache war das Championsleague-Spiel Bergamo:Madrid als Superspreader-Event.

In einem Interview mit Radio München über das Impfen hat Prof. Hockertz jetzt eine weitere potenzielle Ursache genannt:

Prof. Stephan Hockertz warnt vor millionenfacher vorsätzlicher Körperverletzung und weist am Ende auf eine Meningitis-Zwangsimpfung hin, die der tödlichen Corona-Welle um Bergamo und Brescia um wenige Wochen vorausgegangen war. Er spricht ab Minute 29:50 von 35000 im Januar gegen Meningokokken Geimpften in dieser Region

Die Tatsache einer Massenimpfung gegen Meningitis (Hirnhautentzündung) als solche scheint Prof. Hockertz nicht erfunden zu haben.
Am 18.Januar 2020 erschien dieser Artikel in BSNews aus Brescia:

Meningitis-Notfall: 34000 Menschen zwischen Brescia und Bergamo geimpft


Einige Zahlen aus dem Artikel:
„In wenigen Wochen wurden fast 34.000 Menschen gegen Meningocco C geimpft, mit Spitzenwerten von 70% des erwarteten Ziels“
„In Brescia wurden 9200 Menschen durch Spezialkliniken geimpft, zusätzlich zu 1700 Menschen, die von Ärzten und Kinderärzten behandelt wurden, 1000 Studenten und 300 Arbeiter“
„In den vom außerordentlichen Plan betroffenen Gemeinden der Provinz Bergamo – inkl. Gallera – wurden 21.331 Bürger geimpft, davon 1680 Schüler direkt in Schulen und 2414 Arbeitnehmer in ihren Unternehmen

Meningitis-Impfung in der Grippesaison gefährlich

Im Interview sagte Hockertz zu dieser Impfung:
Wenn wir von Mengikokken-Impfungen sprechen, dann habe ich eine erhöhte Sterblichkeitsrate zB dann, wenn die Menschen parallel mit einer anderen Infektion zu kämpfen haben. Das ist ja sowieso auch immer eine große Schwierigkeit bei Zwangsimpfungen, dass ich jeden Einzelfall anamnetisch mir anschauen muss: hat dieser Mensch zurzeit eine Infektion, hat er andere Schwierigkeiten mit dem Immunsystem, denn eine Impfung stellt ja immer eine Belastung des Immunsystems dar. Wenn ich mir die Menigokokken-Impfung anschaue, dann ist diese sicherlich risikoreich…
Danach kommt die Passage über das Zusammentreffen dieser Impfung in Bergamo und Brescia mit der Corona-Welle. Selbst anhören!

Ich wundere mich sehr, dass ich bisher über diese Meningitis-Massenimpfung in der Region gar nichts gehört und gelesen habe im Zusammenhang mit der Ursachenanalyse für das Corona-Desaster. Ein relevanter Aspekt könnte es ja durchaus sein.
Als Einwand gegen eine vorschnelle Schlussfolgerung mache ich noch geltend, dass der italienische Artikel ausdrücklich auch viele Impfungen bei Schulkindern, Studenten und Arbeitnehmern erwähnt, während die Todesfälle bekanntermaßen (wie überall in der Welt) stark bei sehr alten Menschen aufgetreten sind. Das Durschnittsalter der Corona-Toten in der Region Bergamo soll über 80 Jahren gelegen haben.
Eine Ursache-Wirkung-Beziehung von Meningitis-Impfung und dem Verlauf der Corona-Erkrankung müsste durch eine Detailkorrelation von beidem natürlich erst noch etabliert werden.

Gates sieht Super-Chance

Bill Gates lässt in einem Interview mit der US Chamber of Commerce Foundation die Katze aus dem Sack:

Das Transkript des ganzen Interviews findet sich hier mit Datum vom 26.6.2020. Es wird auch aus dem Interview klar, dass das Interview kürzlich, also nach dem Ausbruch von Corona 2020, stattgefunden hat. Gates sagt in dem Ausschnitt im Video:

„In fact, the testing could have been ramped up very quickly. A few countries that have almost avoided the epidemic entirely like Taiwan, New Zealand, and Australia, they took their experience and actually prepared, and moved a lot faster. We have to prepare for the next one. That will get attention this time

„Tatsächlich hätten die Tests sehr schnell ausgeweitet werden können. Einige wenige Länder, die die Epidemie beinahe vollständig vermieden haben wie Taiwan, Neuseeland und Australien, haben ihre Erfahrungen gemacht und sich tatsächlich vorbereitet und schneller gehandelt. Wir müssen uns auf die nächste vorbereiten. Und die wird dann wirklich Aufmerksamkeit bekommen

Vor dem letzten Satz macht er eine Pause und baut er auch stimmlich sehr stark Spannung auf, und als er ihn ausspricht, läuft ihm ein unwiderstehliches Grinsen übers Gesicht wie einem schlechten Pokerspieler, der weiß, dass er 4 Asse oder einen Royal Flush auf die Hand bekommen hat. Und auch seine Frau grinst im Standbild ganz glücklich, obwohl es doch um eine für viele Menschen sehr schlimme Sache geht (Remember: 500000 Tote weltweit). Das war aber noch gar nix, das nächste Release wird wirklich richtig cool:

Die natürlichste Frage der Welt lautet: Was weiß Gates? Und woher?

Ist das die 2. Welle, über die selbst ein intensiver Medienkonsument wenig Beunruhigendes weiß und Schlimmes nur vermuten kann?

Ist es dieselbe 2. Welle, die Markus Söder in derselben Woche auch ganz sicher kommen sah:
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Was tun?

Sich Gedanken darüber machen, wie eine 2. Welle aussehen könnte.
Unnötige Risiken meiden: Menschenmengen, Super-Spreader-Events, Flugreisen
Abwehrkräfte stärken: Sommer an der frischen Luft verbringen, viel schlafen, sich gut ernähren
Vorräte überprüfen: Lebensmittel, Nudeln, Reis, Konserven, Falt-Wasserkanister, Werkzeug, wichtige Ersatzteile für Haus und Fahrrad etc.
Kontakte knüpfen und pflegen: Kontakte zu welchen Menschen sind wirklich wichtig, wenn es wieder Kontaktbeschränkungen gibt? Wer tickt ähnlich bei der Virus-Angst? Wer ist stabil und zuverlässig? Wer sorglos oder panisch?
Nachrichten verfolgen: welche Nachrichten sind wirklich neu und nicht die übliche langweilige Panikmache oder die übliche Schlamperei?

Das Leben geniessen! Es wird nichts besser davon, dass man es sich schon vor der nächsten Welle vermiesen lässt.


In Ulm und über Ulm hinaus

Der Volkswirt Prof. Christian Kreiß von der Hochschule Aalen hat am Wochenende in Ulm eine sehr gute Rede über die wirtschaftlichen Folgen und möglichen Hintergründe der Corona-Krise gehalten.
Seine ökonomische Denkrichtung könnte man als sozialliberal im besten Sinne bezeichnen. Aber hier seine Rede:

Prof. Christian Kreiß auf der Corona-Demo in Ulm am 14.06.2020

Nachtrag 17.06.2020
Das Video mit der Rede von Prof. Kreiß auf dem Kanal von GD-TV Schwäbisch Gmünd wurde von Youtube gelöscht wegen „Verstoß gegen die Community-Richtlinien“ (eine Farce von Argument). Deshalb musste ich das Video von einem anderen Kanal einbetten. Urteilen Sie selbst über diese „Community-Richtlinien“:

Nachtrag 14.07.2020
Auch das zweite Video ist gelöscht. Hier geht es zu einer Kopie bei KenFM.

Mit dieser Ansicht ist er nicht weit von den Zusammenhängen entfernt, die ich bereits am 15.03. auf diesem Blog erörtert habe: Corona und Wirtschaftskrise gehören zusammen, und die Wirkrichtung könnte täuschen. Tatsächlich hat er selbst das auch bereits am 30.03.2020 besser erörtert.
Kreiß hat früher im Spiegel über das passende Thema ‚gekaufte Forschung‘ und für die Grünen-Bundestagsfraktion ein Gutachten über geplanten Verschleiß geschrieben. Das daraus entstandene Buch wurde hier besprochen.

https://www.spektrum.de/fm/47/thumbnails/Kreiss_GeplanterVerschleiss.jpg.4104235.jpg

Die Korönung des George

Die Meldung über die Corona-Infektion von George Floyd ist völlig nutzlos für das Verständnis des Falls.
Sie erlaubt aber einen Einblick in die Techniken des medialen Themenwechsels.

Was könnte uns diese Meldung sagen wollen:

Mögliche Motive

Ich sehe mindestens zwei unabhängige Motive für diese irrelevante Meldung:

  1. George Floyd soll implizit als krank-ansteckender Typ dargestellt, der gewalttätige Polizist Chauvin zumindest teilweise vom berechtigten Vorwurf der Tötung eines wehrlosen Mitmenschen entlastet werden
  2. Die ‚Todesursache Corona‘, die in den meisten Fällen ein Sterben ‚mit Corona‘, nicht an Corona bedeutet, wird als eher zweifelhafte Diagnose vorgeführt.

Beide Punkte lassen sich kaum explizit machen, weil sie nicht PC sind, und bleiben deshalb beim Leser eher als (unguter) Beigeschmack hängen, wenn er die Meldung wieder hinter sich lässt, ein wenig ratlos ob ihrer medizinischen Absurdität.
Nur der österreichische ‚Kurier‘ deutet in seiner Meldung den Punkt 2 mehr als nur an, was ihn ein wenig aus der Reihe heraushebt. In den letzten Wochen war es unschicklich zu erwähnen, dass ein Sterben ‚mit Corona‘ eher wenig über die Todesursache aussagt. Der Fall Floyd zeigt da natürlich mustergültig, wie absurd die Zählung des RKI sein kann.

Zwischen beiden Motiven gibt es auch einen gewissen Widerspruch, weil Punkt 1 nicht wirkt auf die sogenannten „Verschwörungstheoretiker“, denen Punkt 2 und die damit verbundene Desinformation schon lange bewusst ist. Aber als schlechter Nachgeschmack können natürlich beide Eindrücke gemeinsam im Kopf des Lesers zurückbleiben, wenn er sich bisher wenig um die merkwürdigen Begleitumstände dieser Pandemie gekümmert hat.

Auffällig ist auch, dass die gelisteten Artikel tendenziell eher im Boulevard- und Billig-Journalismus angesiedelt sind.
Dieser Punkt wird besonders am Beispiel der BBC deutlich, die diese Meldung nicht in ihrer englischsprachigen Ausgabe, sondern im Liveticker der Pidgin-Ausgabe bringt. Auch die WELT hat die Meldung nicht in einem eigenen Artikel, sondern nur in einem Corona-Liveticker gebracht.

Linksliberale Medien kombinieren anders

In Medien, die seriöser wirken wollen, findet man diese platte Meldung über Corona (lat. die Krone) bei George Floyd nicht so leicht.
Hier werden eher wie in der ZEIT, die beiden Themen ‚Corona‘ und ‚Rassendiskriminierung‘ sorgsam zu einem Potpourri des Bösen und (natürlich) der Läuterung zusammengerührt, für die George Clooney einmal mehr der richtige „alte weiße Mann“ ist:

Ganz ähnlich schmeckt die ‚Süddeutsche‘ den Eintopf ab:

Die Klage über die Durchsetzung der Abstandsregeln durch die Polizei kommt ihr allerdings in Berichten über Demonstrationen in Deutschland nicht in den Sinn: Die SZ klagt hierzulande eher darüber, dass die Regeln von der Polizei nicht durchgesetzt werden. Während sie bei den Demonstrationen in den USA auch teilweise massive und tödliche Gewalt nicht kriminalisiert und pauschal allen Protestierenden anlastet, stellt sie Demonstranten in Deutschland auch dann bereitwillig unter Extremismusverdacht, wenn von ihnen keinerlei Gewalt ausgeht:
„Die Polizei sprach am Sonntag von einer ‚teils großen Aggressivität‘. Viele Teilnehmer skandierten unter anderem ‚Freiheit‘, ‚Widerstand‘, ‚Volksverräter‘ und ‚Wir alle sind das Volk'“
Viele Ladenbesitzer und Gewaltopfer in den USA wären wahrscheinlich sehr froh, wenn auch dort nur ’skandiert‘ werden würde. Aber dort gelten natürlich ganz andere Maßstäbe. Es geht ja um eine gute Sache.

Der Hype ist tot. Es lebe der Hype!

Es würde mich nicht überraschen, wenn diese Episode mit dem positiven Corona-Test bei George Floyd einen deutlichen Einschnitt in der Intensität der Corona-Berichterstattung markieren würde, die sich so wie bisher aktuell nicht länger verkaufen lässt.
Wenn die platteren Medien diese Corona-Welle in dieser Art auslaufen lassen, verebbt sie auch in den ‚feineren‘ Medien und muss auf neue Entwicklungen hoffen.
Aber ein neuer Hype, mit dem sich die Öffentlichkeiten vieler Länder gleichzeitig treiben lassen, steht ja zum Glück bereits unter vollem Dampf.

Nachtrag 07.06.2020
Bin ein wenig überrascht, wie schnell es geht:
Wenn sich 14 Tage nach solchen „Super-Spreader-Events“ keine gewaltige 2. Infektionswelle zeigt oder zeigen lässt, wird es niemandem mehr zu erklären sein, dass Abstandsregeln notwendig sind:
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Falsche Schutzmänner immer dreister

Zunächst eine eilige Durchsage des Bayerischen Rundfunks:


Bayerns Ministerpräsident warnt vor einem Ende der Corona-Auflagen. Im ARD extra betonte Markus Söder, dass er eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen für richtig halte. Würden die Maßnahmen beendet, seien die Menschen „schutzlos ausgeliefert“.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Betrüger Bürger mit immer dreisteren Geschichten vor falschen Gefahren warnen, um so ihr Vertrauen zu erschleichen und sie anschließend um ihr Vermögen zu erleichtern.:

Die Masche ist bekannt, aber die Dimension übertrifft alles bisher Dagewesene:

Als ein Bote im September 2020 den Koffer mit den Diamanten sowie eine Uhr im Wert von 175 000 Euro abholen wollte, konnten ihn Fahnder der Münchner Polizei festnehmen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 31-jährigen Abholer erhoben. Demnach war er Teil einer professionell arbeitenden Bande.

Er hatte im März 2020 erstmals Kontakt zu der ehemaligen Angestellten einer Anwaltskanzlei aufgenommen, sich als Polizeibeamter ausgegeben und behauptet, sie werde von einem Virus bedroht. Bereits im März und April 2020 übergab die Geschädigte Freiheitsrechte von unschätzbarem Wert an die Betrüger − im Glauben, es handle sich um Polizisten, die ihre Werte sicher verwahrten.

Daraufhin erhöhten die Betrüger den Druck: Ein Anrufer, der sich als Polizeibeamter Marcus Sör vorstellte, bewegte die Frau dazu, eine App auf ihrem Telefon zu installieren und sich nur noch in „seriösen“ Medien zu informieren.

Zuletzt trat er fast täglich auf den Plan und erzählte, unschuldige Bürger würden von Verschwörungstheoretikern gefangen gehalten und bedroht. Da sie mit allen Wassern gewaschen seien, dürfe sie sich auf keine Gespräche mit ihnen einlassen. Das Vermögen der alleinstehenden Frau werde benötigt, um Tausende Mitbürger vor einer tödlichen Krankheit zu retten.

Viren im Kabarett

Volker Pispers hat schon vor fast 10 Jahren die Themen brillant verbunden:

Warum hat er eigentlich 2015 seine Kabarett-Karriere beendet? Großer Verlust.

Helmut Schleich, Bayerns bester Strauss-Imitator, hat zum Thema aktuell ein schönes Schleichfernsehen produziert:

Und das vergleichen Sie dann mal mit Wilfried Schmickler. Keine Ahnung

Viel Vergnügen! Mehr oder weniger.

Der Horror der zweiten Welle

Kein Zweifel, die wirtschaftliche Krise als 2. Welle des Corona-Horrors wird schlimm werden. Das ist längst klar, aber nicht Thema dieses Beitrags.
Wie groß ist aber die vielbeschworene Gefahr wirklich, dass es zu einer 2. Infektionswelle kommt, die dazu noch schlimmer als die erste sein soll?
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Vieles spricht gegen eine schnelle 2. Welle

Erstens läuft die erste Welle fast überall aus:

In Italien hatte die Welle des Todesfälle ihren Höhepunkt bereits Anfang April erreicht, in Belgien stieg sie bezogen auf die Einwohnerzahl am höchsten und geht seit Mitte April zurück, aber auch in Schweden geht es seit Ende April runter.
Warum also sollte es in Deutschland bald eine zweite Welle geben, nur weil sich die Maßnahmen mit den Lockerungen dem schwedischen Niveau annähern? Um das zu verhindern, reicht ein Minimum an Disziplin. Massenveranstaltungen mit zu viel Tuchfühlung einfach meiden!

Dagegen spricht auch der Viren-Kalender. Die Corona-Zeit ist seit Mai vorbei und beginnt erst im Dezember wieder:

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Deshalb erwarten auch Corona-nahe Experten eine zweite Welle erst ab Spätherbst. Auch Cristian Drosten ist auf diese Linie eingeschwenkt:
„Christian Drosten blickt demnach aber mit Sorge in Richtung Herbst und Winter: Er frage sich was passiert, wenn man nun sehr glimpflich über den Sommer kommen sollte, bis zum Herbst aber immer noch kein spezifisches Medikament zur Verfügung habe“

Was für eine 2. Welle spricht

Kriegsrhetorik und Mitwirkung von Terrorexperten

Auffällig ist die öffentliche Kriegsrhetorik im Zusammenhang mit dem Virus:
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Noch deutlicher als Merkel wurde Macron:
undefinedDas klingt eher merkwürdig, dürfte aber irgendeine Realität ausdrücken. Also Vorsicht! Der Feind ist da draußen und er schläft nicht, sondern kann jederzeit und überraschend zuschlagen – ohne Rücksicht auf den Kalender!

Und dann sind da noch diese Terror-Experten, die plötzlich auch bei Corona das große Wort führen und sich für eine Impfung stark machen:
undefinedEin Virus ist zwar kein Terrorismus, macht aber auch schön Angst, und Terror-Experten liefern auch hier das Beruhigungsmittel: eine Impfung/Vertrauen zu staatlichen Maßnahmen. Wenn das Angebot nicht angenommen wird, hilft vielleicht eine 2. Welle?

Das Virus ist tückisch

Es tauchen immer wieder Berichte auf, dass die Erkrankung COVID-19 auch besonders tückische Verläufe hat und bleibende Schäden in verschiedenen Organen verursacht. Die Universitätsklinik Innsbruck berichtete über Lungenschäden bei Sporttauchern, das Universitätsspital Zürich über Gefäßveränderungen in verschiedenen Organen. Nach milden Verläufen der Corona-Erkrankungen bei Kindern wird insbesondere aus den USA über Symptome mit Zusammenhang zum Kawasaki-Syndrom berichtet.
Ich kann nicht beurteilen, welche quantitative Bedeutung solche Erkrankungen bisher haben, aber es ist doch deutlich, dass es jenseits des Infektionsgeschehens auch zu einer zweiten Welle an Erkenntnissen über die Schädlichkeit des Virus kommen kann, die erneut zu panischen Reaktionen aus Bevölkerung und Politik führt.

Die Macht der Corona-Tests

Ob eine Infektionswelle als zweite Corona-Welle oder als neue Epidemie interpretiert wird, hängt auch davon ab, ob die aktuell verwendeten Corona-Tests auf sie ansprechen. Manche behaupteten, Drostens Test sei nicht sehr selektiv und nicht ausreichend evaluiert, er produziere falsche Positivergebnisse. Drosten bestreitet das. Wichtig ist aber festzuhalten, dass vorhandene Tests eine Schlüsselrolle spielen, wenn es um die Frage geht: zweite Welle oder anderes Virus? Und nicht alle Tests sind gut.

Viren aus dem Labor

Für Furore hat die Behauptung des Nobelpreisträgers Luc Montagnier gesorgt, das Corona-Virus sei im Labor künstlich mit HIV-Bestandteilen hergestellt worden. Manche erklären das für eine Verschwörungstheorie, andere nur für unwahrscheinlich. Wieder andere halten es für unwiderlegt.
Spinnt man den Verdacht aber zuende, kommt man unschwer zu einem Worst-Case-Szenario für eine zweite Welle:

  1. das Corona-Virus stammt aus dem Labor
  2. es wurde nicht allein, sondern mit ähnlichen Verwandten hergestellt
  3. auf alle Varianten reagieren die vorhandenen Corona-Tests positiv
  4. schon vor Herbst wird eine zweite Variante in Umlauf gebracht
  5. die zweite Variante ist heimtückischer als die erste

Fazit

Aktuell spricht nur noch wenig für eine ernsthafte, zweite Corona-Welle vor dem nächsten Winter. Dafür sind die Warnungen davor aber recht verbreitet und eindringlich, gerade auch von Politikern.
Viele Vermutungen, die aber alle auch bestritten werden, lassen sich recht mühelos zu einem ganz üblen Worst-Case-Szenario von einer verheerenden zweiten Corona-Welle zusammenbasteln. Es ist aber völlig unklar, was von solchen Vorhersagen zu halten ist, auch wenn sich einige Aspekte davon („Zweite Welle kommt“, „China ist schuld“, „Bill Gates steckt dahinter“,…) bereits heute in den Nachrichten finden lassen.
Es wäre jedenfalls schön, wenn uns die zweite Welle erspart bliebe, wonach es vorläufig erst einmal aussieht.

Nachtrag 29.05.2020 zum Abschnitt ‚Das Virus ist tückisch‘
Ein Artikel im Focus zu Lungenveränderungen durch das Virus:
„Beobachtungen sind alarmierend
Was mich etwas beunruhigt, ist, dass vier bis acht Wochen nach Entlassung nur zwei der 31 Patienten wieder eine normale Lunge haben
Es wird sicherlich noch einige Überraschungen geben“
Auf dieser Schiene werden sicher noch einige Artikel kommen. Die ist fast ideal, um immer wieder einmal nachzulegen.

Nachtrag 06.06.2020 zum Thema Corona-Tests
Warum die Diskussion um den PCR-Test nicht endet:
„Der Nachweis von viraler RNA weist möglicherweise nicht auf das Vorhandensein eines infektiösen Virus hin, oder darauf, dass 2019-nCoV der Auslöser für klinische Symptome ist“
Inzwischen verzichten die WHO und die amerikanische Lebens- und Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA auf den Nachweis des angabegemäß SARS-CoV-2-spezifischen ORF1-Gens im Rahmen des PCR-Tests; der Nachweis des unspezifischen, auf Coronaviren im allgemeinen hinweisenden E-Gens reicht jetzt aus
erklärt die US-Seuchenschutzbehörde CDC, dass der RNA-Nachweis durch diese Art von Tests weder eindeutig ein ansteckendes Virus noch eindeutig denjenigen Erreger identifiziert, der für klinische Symptome der getesteten Patienten ursächlich ist


Nachtrag 14.06.2020
Dieser Beitrag in Strategika51, der mir durch ein frz. Blog bekanntgemacht wurde, beschreibt die neuesten Berichte aus Peking als Beginn der 2. Corona-Welle, die ansteckender und tödlicher sein soll als die erste. Siehe auch hier und hier.

Nachtrag 15.06.2020
Anscheinend handelt es sich bei dem neuen Ausbruch in Peking um eine Mutation:
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„Das Virus, das für den neuen Corona-Ausbruch in Peking verantwortlich ist, ist nicht mit dem Virus identisch, dass die Pandemie vor Monaten ausgelöst hatte“
„Hinter dem neuen Corona-Ausbruch in Peking steckt vermutlich eine Mutation. Das Virus, das in China Hauptstadt entdeckt wurde, sei nach einer vorläufigen Sequenzierung des Genstamms anders als der Typ, der das Land vorher heimgesucht hat, sagte Zeng Guang, Epidemiologe des Gesundheitsamtes nach Angaben der staatlich kontrollierten «Global Times» am Sonntag“
„Das Virus sei bis zu einem Hackbrett auf dem Xinfadi-Großmarkt zurückverfolgt worden, auf dem importierter Lachs verarbeitet worden sei“
Nicht erwähnt ist, ob die Mutation mit denselben Tests positiv testet, die schon zuvor verwendet wurden.

Nachtrag 16.06.2020
Bei der Mutation in China soll es sich laut einem chinesischen Pressebericht tatsächlich um den Reimport der europäischen Variante handeln:
Yang Peng, a researcher from Beijing CDC told China’s Central Television (CCTV) via telephone interview that it has been preliminarily determined that the virus found on the samples from the market is related to strains China has seen from imported cases. Genome sequencing showed that the coronavirus came from Europe
Das würde dann gleichzeitig das Risiko für Europa durch diesen Ausbruch kräftig reduzieren: das Virus kennen wir inzwischen.

Nachtrag 19.06.2020
Ein Beitrag von Dirk Pohlmann, der mir wie eine gute Übersetzung James Corbetts (mit eigenen Quellen) ins Deutsche erscheint: „Ein Virus als Waffe“

Nachtrag 01.07.2020
Sehenswerter Videobeitrag mit vielen wichtigen Aspekten zum Corona-Komplex.
Das wichtigste Bein, auf dem der Corona-Hype steht, ist der Corona-Test. Und der ist nicht ordentlich validiert und die Blaupause dazu stammt von Christian Drosten.

Fake News über Falschnachrichten

Die Tagesschau verbreitet hochoffiziell im ARD-Verbund „recherchierte“ Falschnachrichten:

Mit Hilfe des Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks hat die ARD angeblich ein besonders prominentes Beispiel für Falschnachrichten identifiziert:

Mit Rot habe ich die Vorwürfe an Bhakdi markiert, mit Grün Tatsachenbehauptungen, mit Gelb Meinungen. Der Faktenfuchs und die Tagesschau haben in dem beanstandeten Video tatsächlich keine Falschnachrichten gefunden, nur eine falsche Meinung von Bhakdi.
Er war und ist nämlich der Meinung, dass die Gefährlichkeit des Virus überschätzt wurde, weil die Daten lückenhaft seien. Diese zentrale Tatsachenbehauptung von ihm über Datenlücken wird pikanterweise im Tagesschau-Artikel ausdrücklich bestätigt. Ob man bei so lückenhaften Daten eher weniger (Bhakdi) oder eher mehr (Bundesregierung) Vorsicht walten lassen sollte, ist also kein Streit über Falschnachrichten, sondern ein reiner Meinungsstreit. Und gerade bei Meinungen über Fakten ist es wichtig, verschiedene kompetente Meinungen anzuhören.

Prominentes Beispiel ja, aber wofür?

Sucharit Bhakdi ist tatsächlich sehr schnell prominent geworden und das von der Tagesschau bemängelte Video hat Stand heute fast 2.5 Mio Aufrufe erhalten.
Jeder kann sich selbst davon überzeugen, dass Bhakdi in diesem Video vom 29. März eher wenig behauptet und sehr viel fragt nach der Qualität der Daten, auf die die Bundesregierung ihre nie dagewesenen Entscheidungen aufbaut:

Von der Tagesschau fälschlich als prominentes Beispiel für Falschnachrichten bezeichnetes Video

Diese Fragen sind sehr berechtigt und stehen im Zentrum der Kritik von vielen qualifizierten Medizinern und Wissenschaftlern, die einen Vorwurf teilen: es wurde mit zu wenig echtem Wissen eine zu große Gefährlichkeit des Virus angenommen und mit extremen Maßnahmen beantwortet, deren Wirksamkeit auch nicht gesichert war.

Sucharit Bhakdi hat als qualifizierter Seuchenmediziner im Ruhestand einen Youtube-Kanal gegründet, um seine Meinung, sein Entsetzen über die Coronapolitik der Bundesregierung in sehr moderatem Ton und an der Sache orientiert zu äußern. Er ist offensichtlich politisch nie in Erscheinung getreten. Damit ist Sucharit Bhakdi ein sehr prominentes Beispiel für Bürgersinn und den Wert von Meinungsfreiheit.

Faktencheck ist Meinungskampf

Weil Fehler bei Entscheidungen unter Druck und Informationsmangel immer möglich (und bei Einsicht auch verzeihlich) sind, ist es nicht nur absurd, sondern auch gefährlich, Fachkritik wie die von Sucharit Bhakdi mit Falschnachrichten in einen Topf zu werfen.
Auch handwerklich hat die Tagesschau hier ganz schlechte Arbeit geleistet: Hätte sie ein Video von Bhakdi nach Falschnachrichten absuchen wollen, dann hätte sie sich dieses frühere Video vornehmen müssen. Erstens enthält es wesentlich mehr Tatsachenbehauptungen und zweitens ist es offensichtlich auch mehr ins Unreine gesprochen als das spätere, das man auch als Versuch einer Verwissenschaftlichung und Konsolidierung seines Standpunkts verstehen kann. Hier darf man nach Fehlern und Falschannahmen suchen.
Ob mögliche Fehler und Falschannahmen dann auch Fake News sind, ist eine ganz andere Frage: auch Bundesregierung und Robert-Koch-Institut haben in der Corona-Pandemie bereits viele Fehler gemacht, wie Kurswechsel zB bei der Kommunikation über die Sinnhaftigkeit von Masken beweisen. Aber ihnen würde die Tagesschau deshalb niemals „Falschnachrichten“ vorwerfen, oder? An diesem Vergleich erkennt man:
Dieser Art der Faktenchecks geht es weniger um Fakten als um Parteinahme im Meinungskampf, im Zweifel immer auf der Seite von Regierung und Behörden. Sie nähren deshalb den Vorwurf, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein Staats- und Regierungsfunk sei. Und das ist noch nicht der Gipfel des Hineinregierens in die Informationsfreiheit des Bürgers.

Pandemie vorbei, Bilanz kommt

Behörden wie das RKI und die Bundesregierung haben seither einen weiteren Monat verschlafen, in dem sie auf Bhakdis berechtigte Fragen hin hätten veranlassen können, dass die riesigen Datenlücken geschlossen werden, um so schnell wie möglich die drastischen Beschränkungen von wirtschaftlicher Aktivität und Grundrechten aufheben zu können.

Inzwischen kommt die Pandemie an ihr vorläufiges Ende. Die Hinweise darauf mehren sich in vielen Ländern und werden sehr bald nicht mehr kleinzureden sein, dass der Höhepunkt schon vor langer Zeit überschritten wurde:

Gleichzeitig steht eine riesige Wirtschaftskrise vor der Tür, die auch vorhergesehen war, und die jetzt wahrscheinlich einen einschneidenden Politikwechsel erzwingen oder in einem katastrophalen Crash enden wird:

Nachtrag 13.05.2020
Bernd Zeller bringt (als generelles Phänomen) exakt auf den Punkt, was die Tagesschau über dieses Video von Bhakdi an Fake News produziert hat:
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Nachtrag 14.05.2020
Dass Sucharit Bhakdi nicht fair behandelt worden ist, zeigen solche Quacksalbereien im FREITAG, halb Entschuldigung für erlittenes Unrecht, halb Weiterbeschuldigung des Opfers, weil er mit den „falschen Leuten“ gesprochen hat:

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Die Frage liegt auf der Hand, warum sich eine „linke“, „oppositionelle“ Zeitung berufen fühlt, wie eine Florence Nightingale des Journalismus, die Opfer der Kriegsmaschinerie des staatlichen Rundfunks auf dem Schlachtfeld zu verbinden.

Nachtrag 3.6.2020
Amazon soll sich geweigert haben, das e-Book von Sucharit Bhakdi ins Programm zu nehmen. Das Buch soll jetzt in 14 Tagen als Taschenbuch erscheinen:

Nachtrag 25.06.2020
Im Deutschlandfunk hat der Statistiker Antes zuletzt darüber gesprochen, dass
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die von ihm (und ebenso Sucharit Bhakdi) monierten Datenlücken bis heute, also in ganzen 3 Monaten, nicht geschlossen worden sind:
Von den Wissenslücken, die ich damals (Ende März) beklagt hatte, ist eigentlich erschreckend wenig gefüllt worden…
Da diese Tests völlig willkürlich und…unter chaotischen Bedingungen ausgewählt werden…, können wir daraus nichts ziehen

Dieses Video bringt die abstrusen Maßstäbe lustig auf den Punkt, mit dem der öffentlich-rechtliche Rundfunk Wissenschaftler entweder bereitwillig zu Wort kommen lässt oder mit FakeNews rigoros ausgrenzt:

Nachtrag 1.7.2020
In seinem Buch „Corona: Fehlalarm?“ berichtet Bhakdi auch über diesen Tweet des Bundesgesundheitsministeriums zwei Tage, bevor die Einschränkungen tatsächlich verkündet wurden:

Er wurde noch nicht einmal gelöscht, ist jetzt noch online. Dazu zwei treffende Punkte von Bhakdi:

Fake News = alles, was die Bundesregierung gerade nicht hören möchte

„Haben wir nicht ein Problem, wenn unsere Regierung selbst Fake News verbreitet?“

Pandemie vorbei

Interessantes, kurzes Interview mit Prof. Dr. Stefan Homburg, der sich auf die Zahlen von RKI und den europäischen Mortalitäts-Monitor (Euro-Momo) konzentriert:

Die wichtigsten Inhalte im Überblick:

Höhepunkt der Pandemie in Deutschland war in der 1. Märzhälfte, wie der Verlauf der Reproduktionszahlen des Robert-Koch-Instituts zeigt:

Der politisch beschlossene Lockdown war weitgehend wirkungslos, denn die ersten Schulschließungen wurden am 13.3. mit Wirkung zum 16.3. verkündet. Erst am Dienstag 17.3. traten nochmals verschärfte Regelungen über die Schließung von Kneipen, Zoos etc. in Kraft. Da war der R-Faktor bereits auf dem Weg steil nach unten. Etwa am 20.3. sank er erstmals unter 1, wo er seither die meiste Zeit blieb.
Trotzdem hat Kanzlerin Merkel letzte Woche wieder davon gesprochen, dass diese Zahl erst noch dauerhaft unter 1 fallen muss. Inzwischen steht sie bei 0.7.

Die Spitzenpolitiker wissen, dass es keine echte Gefahr mehr gibt. Deshalb steigen sie (wie Bundesgesundheitsminister Spahn in der Uniklinik Gießen) auch bedenkenlos in großer Zahl in Aufzüge ein:

Die beste Nachricht von allen ist, dass auch die ganz harten Zahlen über die Gesamtsterblichkeit (Euromomo=Euro-Mortalitätsmonitor) anzeigen, dass die Pandemie in Europa fast vorbei ist:

Nach dieser Kurve dürften die Sterbezahlen jetzt ebenso rapide weiter zurückgehen wie in den Vorjahren. Der Peak 2020 war zwar in der Spitze (schlimmste Woche) so hoch wie 2017, aber in Summe (Fläche unter der grünen Kurve) wesentlich harmloser als damals oder 2018. Selbst 2019 gab es insgesamt vergleichbar viele Grippe-Tote über einen längeren Zeitraum, ohne dass es darüber eine Aufregung in Medien oder Politik gegeben hätte. Die vielen Todesfälle von Bergamo, Lodi oder Madrid haben also die gesamteuropäische Statistik gegenüber „normalen“ Jahren weniger verändert als die Stimmung.

Ergänzungen

Im Interview ist von der Belegung der Intensivstationen die Rede, aber ohne Grafiken und Quellen. Hier habe ich diese Belegung über die Wochen des Lockdowns beobachtet. Sie war immer weit von einer bundesweiten Überlastung entfernt.
Die Zahlen von gestern zeigen, dass nur in Bayern und Baden-Württemberg die Corona-Kranken eine sehr starke Rolle auf den Intensivstationen spielen. In Schleswig-Holstein und anderen nord- und ostdeutschen Bundesländern ist Corona nicht mehr als eine Randerscheinung im Krankheitsgeschehen:

Die regionalen Unterschiede sind also enorm und rechtfertigen keinen Tag Fortsetzung von bundesweiten Beschränkungen der Freiheit und des Wirtschaftslebens, die inzwischen zahllose Gastwirtschaften, Brauereien etc. in ihrer Existenz bedrohen.

Update 21.04.2020

Der Vortrag und die Zahlen von Stefan Homburg haben sich stark verbreitet und deshalb zahlreiche Relativierungsversuche ausgelöst, u.a. in der Tagesschau:

Neben allerlei Gekrittel über Homburgs Vorgehen gibt es da auch diesen blau unterlegten Satz: „Bereits zuvor hatte es einschneidende Vorkehrungen gegen die Verbreitung gegeben“. Dazu drängen sich 3 Fragen sofort auf:

  1. Welche Vorkehrungen?
  2. Warum haben sie sich in den RKI-Statistiken als wirksamer als der erst später verhängte ‚Lockdown‘ erwiesen?
  3. Warum kann man viele der weniger wirksamen, aber harten Maßnahmen nicht sofort weglassen?

Zu Punkt 1 und 2 kommt im ganzen langen Text nichts mehr. Zu Punkt 3 wird , ertränkt in sehr viel Füll- und Rechtfertigungsstoff, mit dem u.a. der Kritiker Homburg schlechtgemacht wird, nur noch ausgeführt, dass die Bundesregierung eben vorsichtig ist und lieber langsam lockert. Dabei hat Homburg einfach Recht: die RKI-Daten legen nahe, dass alle harten Maßnahmen nach dem 16.3. nur noch wenig zur Trendwende beigetragen haben. Entweder sind die RKI-Daten eher nutzlos oder die harten Lockdown-Maßnahmen ab 16.3. In beiden Fällen sieht die dt. Politik nicht gut aus, schlechter als Stefan Homburg mit seiner Kritik.

Der heimliche WHO-Chef

Das ist nicht von mir, sondern aus der ZEIT von vor ziemlich genau 3 Jahren:

Der Zeit-Artikel verweist auch auf diese ARTE-Dokumentation:

Über den Einfluss von Gates auf die WHO schreibt die ZEIT:
Und die WHO konzentriert sich in der Tat auffällig stark auf das, was Bill Gates sich wünscht: impfen zum Beispiel…
Nun sind Impfungen unbestritten eine extrem effektive Form der Gesundheitsvorsorge. Die Kinderlähmung Polio zum Beispiel trat dank umfassender Impfprogramme in den vergangenen Jahren immer seltener auf. 2016 gab es weltweit nur noch 42 bestätigte Fälle, 1988 waren es noch 350.000 gewesen. Dies ist nur eines von vielen positiven Beispielen. Aber Impfungen allein halten Menschen nicht gesund.“

Heimliche Sterilisation durch Impfung

Aber Impfungen allein halten Menschen nicht gesund“ schrieb die ZEIT. Manchmal ist aber sogar schlimmer und die ZEIT hätte schreiben müssen:
„Aber Impfungen halten Menschen nicht allein gesund“.
Denn 2013/14, also Jahre vor dem ZEIT-Artikel gab es in Kenia einen Skandal, bei dem die katholische Kirche den begründeten Verdacht äußerte, dass ein von WHO und UNICEF finanziertes und durchgeführtes Impfprogramm heimlich auch der Sterilisation von Frauen diente:

Der Verdacht wurde durch 3 Indizien erhärtet:

  1. Das Programm beschränkte sich auf Frauen im gebärfähigen Alter
  2. Der Impfstoff wurde mit Polizeischutz verteilt und nicht an örtliche Ärzte übergeben, sondern von WHO-Personal verabreicht.
  3. In abgezweigtem Impfstoff wurde ein Schwangerschaftshormon festgestellt, durch das später eine Immunreaktion auf eine Schwangerschaft ausgelöst werden sollte

Diese Vorwürfe und Verdachtsgründe wurden in verschiedenen katholischen Publikationen berichtet:

Die Faktenlage im Fall des Impfmissbrauchs von Kenia ist deutlich. Und es handelt sich hier nicht um einen obskuren Verdacht der katholischen Kirche, denn die ZEIT hat schon 1988 über genau diese Methodik mit hCG berichtet:

Jeder darf sich für Geburtenkontrolle einsetzen. Gerade auf dem Kontinent, dessen Bevölkerung mit Abstand am stärksten wächst, dürfte es sinnvoll sein, das rapide Bevölkerungswachstum unter Kontrolle zu bringen.
Eine ganz andere Sache ist es aber, Sterilisationen gegen den Willen der betroffenen Menschen durchzuführen, sei es heimlich mit Betrug oder mit offenem Zwang
. Solche Aktionen werden im Allgemeinen nur mit skrupellosen Diktaturen in Verbindung gebracht:
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Wie die ZEIT in ihrem Artikel berichtet hat, geht es auf den Einfluss von Bill Gates zurück, dass sich die WHO so stark auf Impfungen konzentriert. Nun ist es aber auch kein Geheimnis, dass sich Bill Gates stark für Geburtenkontrolle, besonders in Afrika, einsetzt. Darüber berichteten auch deutsche Medien offen und eher wohlwollend:

So ist es auch im Fall der heimlichen Sterilisationskampagne von Kenia nicht nur durch die vor Ort gesammelte Evidenz und eine etablierte Methodik, sondern auch durch den bereits dokumentierten Einfluss von Gates auf die WHO und die öffentlichen Äußerungen von Bill Gates mehr als plausibel, dass hier tatsächlich Geburtenkontrolle unter falscher Flagge durchgeführt wurde: eine schwere Menschenrechtsverletzung.

Kein Skandal für den Mainstream

Umso erstaunlicher ist es, dass man nach 2014 in großen deutschen Medien keine Berichte über die missbräuchliche Impfkampagne von Kenia fand, weder in der ZEIT, noch in der ‚Süddeutschen Zeitung‘, noch im SPIEGEL, noch in der FAZ, noch in der WELT.
Der Tagesspiegel machte sogar noch 2019 Propaganda für die Gates-Stiftung, indem er ihren Vertreter heucheln ließ:
Eines der hauptsächlichen Hindernisse des WHO-Programms zur Ausrottung von Polio waren Gerüchte über angebliche Impfschäden oder dass die Regierung damit die Bevölkerung sterilisieren wolle. Solche Desinformationen erschweren unsere Bemühungen für die Verbesserung der globalen Gesundheit erheblich. In diesem Fall können „fake news“ Menschenleben kosten
Solche Gerüchte kommen nach den Erfahrungen von Kenia nicht aus dem Nichts, sondern sind wohl begründet. Die Verweigerung auch sinnvoller Impfungen ist auch eine Folge von aufgeflogenem Impfmissbrauch.

Im westlichen Ausland ist die Lage kaum besser. Die ‚New York Times‘ hat nicht berichtet. Die ‚Washington Post‚ hat immerhin über das Faktum der Kontroverse zwischen den kenianischen Bischöfen und der WHO berichtet.
Die ‚Faktenchecker‘ der franz. ‚Le Monde‘ verwiesen 2017 solche franz. Berichte (u.a. in La Croix) wie in dt. katholischen Medien ebenso wie der ‚Tagesspiegel‘ in das Reich der ‚Fake News‘. Der Guardian und die Times berichteten nicht, die BBC nur die frühen Dementis der Regierung von Kenia.

Es ist also offensichtlich, dass sich westliche Medien, die sich auch gerne mal als Menschenrechtsanwälte verstehen, wenn es gerade passt, nicht wirklich aktiv um Menschenrechtsverletzungen in Afrika kümmern, wenn sie von westlich dominierten Organisationen begangen werden.

Nachtrag 15.04.2020
Die Tagesschau hat sich des Themas angenommen, natürlich als Verteidigerin von Bill Gates: „Menschenfreund oder Geschäftemacher?“:

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Der grün unterstrichene Teil ist richtig. Das ist ja ziemlich genau die Geschichte, die ich oben im Beitrag zusammengestellt habe. Diese Meldung scheint also (aus verschiedenen Quellen) so stark durchzudringen, dass sich die Tagesschau bemüßigt fühlt, zugunsten von Bill Gates einzugreifen. Warum eigentlich? Was hat ein unabhängiges, deutsches, öffentlich-rechtliches Medium mit Bill Gates zu tun?
Der orange markierte Teil dagegen liefert nur eine sehr schwache Widerlegung der erhobenen Vorwürfe. Um das zu erkennen, zitiere ich eine oben bereits zitierte Quelle von 1988:
Die Menge der Antikörper war allerdings relativ schnell, nach etwa sechs bis zehn Monaten, wieder abgeklungen. In einer Testperson kam es zu immunologischen Komplikationen durch das Trägereiweiß, das denaturierte Diphteriegift. Wie aus einem soeben erschienenen Bericht (Research in Reproduction, WHO, Genf 1988) hervorgeht, ist bereits ein verbesserter Impfstoff im Tierversuch vorgetestet worden, der noch längere Wirksamkeit bei verminderten Nebenwirkungen erwarten läßt
Eine dauerhafte Sterilisierung ist also wohl nicht das Ziel. Den Kritikern der Impfkampagne in Kenia war bereits aufgefallen, dass die Impfungen mit 5 Mal ungewöhnlich oft wiederholt werden sollten. Das passt sogar ganz gut zusammen damit, dass die Dauer der Sterilisierung möglichst lange ausgedehnt werden sollte. 5 Mal 10 Monate und (nach dem zwischenzeitlich erreichten Stand) auch deutlich länger wäre also der erreichte Zeitraum gewesen. Der Versuch ist also damit überhaupt nicht widerlegt – im Gegenteil: eine temporäre und nur partielle Sterilisierung passt noch besser zur Heimlichkeit der Aktion.

Nachtrag 16.04.2020
Die etablierten Medien sind wohl nicht ganz unabhängig in ihrer Berichterstattung über die Aktivitäten von Gates-Stiftung und WHO:
Aktivitäten der Stiftung in Deutschland beschränken sich nicht nur auf gesundheitliche Aspekte. Auch etablierte Medien werden finanziell unterstützt. Zum Beispiel erhielt der SPIEGEL im Dez. 2018 2,5 Millionen Dollar, die ZEIT im Dez. 2019 300.000 Dollar“
Artikel: Der Impfaktivismus der Gates-Stiftung

Nachtrag 17.04.2020
Die Presseerklärung der katholischen Bischofskonferenz von Kenia, unterschrieben von mehr als 20 kenianischen Bischöfen.

Nachtrag 23.07.2020
Jakob Simmank hat sich in einem Widerruf von seinem eigenen Artikel distanziert:

Er nennt das natürlich nicht so, sondern behauptet, sein Artikel sei undifferenziert wiedergegeben oder gar missbraucht worden.
Als jemand, der seinen Artikel hier früher verlinkt hat als alle namentlich genannten „Verschwörungstheoretiker“, kann ich das aber nicht bestätigen. Ich habe den Artikel nur zitiert und zwar korrekt.
Er ist mit seinem damaligen Titel unzufrieden und distanziert sich von ihm.
Darauf wendet sich aber der Satz von Friedrich Dürrenmatt an:

Der Leser darf gerne überprüfen, welche Vorwürfe, die Simmank seinen Rezipienten macht, auf meinen Artikel oben zutreffen.
Sein Problem ist einfach, dass sich die Welt gedreht hat, sein Artikel von damals heute wirklich gut reinpasst und die ZEIT 2019 eine Zuwendung von der Gates-Stiftung erhalten hat.