Was wählen?

* Foto zeigt einen Feldhasen auf dem Deich von Neuharlingersiel im August 2021. Es gibt heuer sehr viele von ihnen im ganzen Land. Sie sind sehr vorsichtige Tiere und ducken sich, bis es wirklich nicht mehr anders geht.

Ich gehe morgen wählen. Der eine oder andere hat dazu eine andere Meinung. Ich will niemanden bekehren, gehe aber selbst hin. Hier ein guter Beitrag, der das ganz gut begründet:

Auch sonst stimme ich diesem Beitrag zu mindestens 90% zu, auch und gerade was die beiden Wahloptionen für jemanden betrifft, der die Corona-Maßnahmen für stark übertrieben bis willkürlich und despotisch hält, nämlich die Basis oder AfD.

Der Beitrag macht nur einen kleinen Fehler. Er spricht nämlich im Prinzip nur von Parteien und der Zweitstimme, nicht aber von der Erststimme und der Wahlkreiskandidatin. Diese werden oft unterschätzt. Deshalb ergänze ich hier meine Überlegungen zur Erststimmenstrategie:

Gute Leute in schlechten Parteien

Und diese aus meiner Sicht guten Leute würde ich mit der Erststimme wählen, wenn sie in meinem Wahlkreis kandidieren und zu den 2-3 Favoriten gehören und das völlig unabhängig von meiner aktuellen Opposition zu ihrer Partei:

SPD

Ein gutes Beispiel ist der SPD-Abgeordnete Florian Post im Nachbarwahlkreis München-Nord. Er hat gute Chancen, den Wahlkreis zu gewinnen, obwohl ihn die Landes- und die Bundes-SPD am liebsten loswerden wollen.

Florian Post stimmte nicht nur politisch konsequent gegen den Corona-Notstand, sondern hat ebenso wie die Freien Wähler Klage gegen die Bundes-Notbremse eingereicht.

CDU/CSU

Eines ist aber auch klar: während Florian Post der einzige in der SPD ist, der konsequent gegen die übergriffige Corona-Politik gearbeitet hat und auch wieder kandidiert, gibt es in der Union einige mehr, die sich immer wieder klar und mutig äußern. Hier eine Liste derjenigen, die gegen die letzte Verlängerung der epidemischen Notlage gestimmt haben:

Michael Abercron @mvabercron – Wahlkreis 007 Pinneberg
Maik Beermann @MaikBeermann – Wahlkreis 40 Nienburg II – Schaumburg
Veronika Bellmann – Wahlkreis 161 Mittelsachsen
Jens Koeppen @JensKoeppen – Wahlkreis 57 Uckermark – Barnim I
Jens Lehmann – Wahlkreis 152 Leipzig I
Carsten Linnemann – Wahlkreis 137 Paderborn
Saskia Ludwig @SaskiaLudwigCDU – Wahlkreis 61 Potsdam
Andreas Mattfeldt @AMattfeldt – Wahlkreis 34 Osterholz – Verden
Sylvia Pantel @SylviaPantel – Wahlkreis 107 Düsseldorf-Süd
Albert Rupprecht – Wahlkreis 235 Weiden (einziger CSU-ler!)
Jana Schimke @JanaSchimke – Wahlkreis 62 Wahlkreis Dahme-Spreewald
Christian Stetten @CvStetten – Wahlkreis 268 Schwäbisch Hall – Hohenlohe
Dietlind Tiemann @dr_tiemann – Wahlkreis 60 Brandenburg an der Havel
Albert Weiler – Wahlkreis 196 Saalfeld-Rudolstadt
Klaus-Peter Wilsch – Wahlkreis 178 Rheingau-Taunus-Limburg

Diese Direktkandidaten würde ich mir in jedem Fall genauer ansehen, wenn ich in diesen Wahlkreisen wählen dürfte.
Auffällig ist dabei, dass die Mehrheit der dissidenten CDU-Abgeordneten aus dem Osten kommt. Und von der CSU ist auch nur ein einziger dabei, aber zur CSU unten mehr, denn CSU geht sonst eigentlich gar nicht.

Grüne und Linke

Selbstverständlich würde ich auch grünen und linken Abgeordneten die Erststimme geben, die sich gegen den Corona-Notstand gestellt haben und für einen Sieg im Wahlkreis in Frage kommen:

z.B. Canan Bayram – Wahlkreis 83 Friedrichshain-Prenzlauer Berg Ost

Sie hat als einzige grüne Abgeordnete gegen die Bundes-Notbremse (und auch andere Grundrechtseinschränkungen) gestimmt.

Reine Erststimmen-Taktik

In vielen Wahlkreisen tritt aber kein Kandidat an, der gegen die Corona-Maßnahmen steht und eine Chance auf das Direktmandat hat.
So ist es zB in meinem Wahlkreis 218 München-Ost.
Es steht der CSU-Platzhirsch Wolfgang Stefinger gegen Claudia Tausend von der SPD und Vaniessa Rashid von den Grünen. Stefinger ist ein politischer Leisetreter, der noch durch keine inhaltliche Positionierung aufgefallen ist und vor allem mit freundlichen Fotos von sich wirbt. Auch Claudia Tausend hat zu allen ‚Maßnahmen‘ schön konform ‚Ja‘ gesagt. Vaniessa Rashid war bisher nicht im Bundestag, hat aber zu dem Thema keinen Dissens erkennen lassen. Für sie spricht nur, dass sie Margarete Bause die Kandidatur abgenommen hat.

Hier kommt jetzt die reine Wahlarithmetik ins Spiel:
Die CSU gewinnt in Bayern schon lange mehr Direktmandate als ihr nach den Zweitstimmen zusteht, hat also viele Überhangmandate. Ein Mandatsgewinn von Stefinger bedeutet deshalb in jedem Fall ein zusätzliches Mandat für die CSU.
Anders bei SPD und Grünen: sie gewinnen viel weniger Direktmandate als ihnen nach dem Zweitstimmenanteil insgesamt an Mandaten zustehen. Das bedeutet, dass der Mandatsgewinn von Tausend oder Rashid einen der Listenkandidaten ihrer eigenen Partei den Einzug in den Bundestag kostet, also kein zusätzliches Mandat für ihre Parteien bringt. Wer die Mandate für die Maßnahmen-Parteien insgesamt minimieren will, darf deshalb nicht CSU wählen, und das spart auch noch Ausgleichsmandate und damit viel Geld:

Bleibt die Frage, ob ich Tausend oder Rashid wählen sollte:
Zwischenzeitlich war ich davon ausgegangen, dass Rashid durch den grünen Trend am Ende vor Tausend liegen würde, ich sie also wählen müsste, um mit besseren Chancen gegen die CSU zu stimmen. Nach dem Stimmungsverlust für die Grüne Baerbock und dem Aufwind für die Scholz-SPD ist das allerdings eher unwahrscheinlich. Der Vorsprung der SPD war vor 4 Jahren doch noch erheblich, und die Wähler im Münchner Osten sind konservativ, dürften jetzt also lieber Tausend wählen als Rashid. Deshalb sollte ich morgen auch Tausend wählen, Hauptsache nicht Stefinger!
Wahltaktik hängt leider stark von zuverlässigen Prognosen ab und ist deshalb fehleranfällig:



Der ″Erfolg“ der Impfungen am Beispiel Israels

Hochinteressante Grafik von Thorsten Wiethölter zu Impfaktivität, Corona-Infektionen, -Sterbefällen und Gesamtsterblichkeit in Israel:

ZeitreihenWiethölter

Die Zeitreihen von Februar 2020 bis Anfang September 2021 stützen in der Zusammenschau das Narrativ nicht, dass die Impfungen tatsächlich einen großen, positiven und dauerhaften Einfluss auf das Krankheitsgeschehen hätten.
Vielmehr fällt auf, dass die Corona-Todesfälle (rote Fläche) mit den Impfkampagnen (hellgrüne Fläche) zwei Mal zugenommen haben, auch außerhalb der normalen Corona-Saison.
Auch die Über-/Untersterblichkeiten, insbesondere bei unter 65-Jährigen (dunkelblaue gestrichelte Kurve), sind interessant.

Details zu den Kurven im Originalbeitrag von Thorsten Wiethölter lesen:

Betrachtungen und Daten zur Coronakrise

Einleitung

Im folgenden Beitrag geht es nicht um mögliche Impfnebenwirkungen oder die möglicherweise auf lange Sicht desaströsen Folgen für Kinder, Erwachsene oder ganze Gesellschaften aufgrund staatlicher Interventionen. Das sind ganz eigene Themen, für die aus den hier betrachteten Daten keine Rückschlüsse gezogen werden können, obwohl ich auch diese Themenbereiche mit höchster Besorgnis betrachte.

Hier geht es vielmehr um die Betrachtung der Entwicklung der Corona-Pandemie im Kontext des Impffortschritts. Und dies am Beispiel Israels.

Seit etwa 18 Monaten beschäftigt mich, dass die offiziellen Erzählungen ganz einfach nicht zu den in der realen Welt beobachtbaren Zahlen und Entwicklungen passen. Viele ursprünglich vehement verteidigte Erzählungen wurden ja sogar bereits widerlegt, an anderen wird zäh festgehalten, obwohl die Begründungen manchmal fadenscheinig sind, teilweise sogar hahnebüchen unlogisch und unplausibel sind oder die zugrunde liegenden Daten vollkommener Schrott sind.

Daran, dass viele Daten – immer noch (!) – qualitativ fragwürdig oder sogar richtiggehend Schrott sind, kann…

Ursprünglichen Post anzeigen 1.994 weitere Wörter

C-Pandemie in einer Grafik

Die schöne Grafik oben von Thorsten Wiethölter zeigt, dass Corona in Deutschland im Jahr 2020 keine zusätzliche Sterblichkeit gegenüber anderen Jahren verursacht hat.

Sie spiegelt also statistisch und im Rückblick genau das wieder, was der Gerichtsmediziner Klaus Püschel nach ca. 100 Obduktionen von Corona-Toten bereits Mitte April 2020 festgestellt hatte:
Laut Püschel hätten die von ihm untersuchten Todesopfer so schwere Vorerkrankungen gehabt, dass sie „auch wenn das hart klingt, alle im Verlauf dieses Jahres gestorben wären“
Dann wären sie immer noch im selben Jahr gestorben und ebenfalls in die oben gezeigte Statistik eingegangen, nur mit einer anderen Todesursache, die für diese Statistik aber keinen Unterschied macht.
Diese eine Grafik beweist also auch auf einen Blick, dass sämtliche Medienberichte über eine Pandemie, die in Deutschland angeblich wütete, 2020 ganz ohne Grundlage in den harten Daten waren.

Eigene Plausibilisierungen

Ich hatte mir dieselben Daten des statistischen Bundesamtes bereits im März angesehen und aufbereitet, um entsprechende Behauptungen von Dritten zu verifizieren. Hier dabei entstandene Grafiken, die die Entwicklung der Sterbezahlen übers Jahr zeigen:

Sterbefälle in der Altersgruppe 0-79 Jahre in den Jahren 2016-2021

Man sieht in dieser Grafik, dass in der Altersgruppe von 0-79 Jahren das Jahr 2020 nicht auffällig ist gegenüber dem Jahr 2018, als es im Frühjahr eine starke Grippewelle gab. Im Frühjahr 2020 ist dagegen nichts zu erkennen, aber ein etwas kleinerer Buckel am Jahresende.
In der Altersgruppe über 80 Jahren sah das Bild dann doch etwas anders aus:

Sterbefälle in der Altersgruppe 80+ Jahre 2016-2021

Hier erkennt man am Jahresende 2020 eine ausgeprägtere Sterbewelle unter den sehr alten Menschen als im Frühjahr 2018.
D.h. es sind in absoluten Zahlen am Jahresende 2020 mehr Menschen über 80 gestorben als in der schweren Grippewelle im Frühjahr 2018.
Diese Darstellung berücksichtigt aber nicht, dass die Gesamtzahl der über 80-Jährigen im Jahr 2020 größer war als im Jahr 2018.
In der Alterspyramide Stand 2018 waren zwei stärkere Jahrgänge noch 78 und 79 Jahre alt:

Alterspyramide (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Durch diesen Effekt ist die Altersgruppe der Über-80-Jährigen von 2018 bis 2020 von 5,4 auf 5,9 Mio kräftig, um fast 10%, gewachsen.
Die Grafik von Thorsten Wiethölter ganz oben fasst zusammen, dass wegen dieses Basiseffekts im Jahr 2020 auch das individuelle Risiko eines Über-80-Jährigen zu versterben nicht höher war als 2018!

Erbsenzählerei im vollen Detail

In diesem Videobeitrag erläutert Marcel Barz im vollen Detail solche Effekte in der Sterbestatistik und anderen Statistiken zur Pandemie

Ups, die Zensurplattform Youtube hat das Video von Marcel Barz inzwischen als wichtig identifiziert und gelöscht. Deshalb hier noch eine andere Kopie:

In seinem Beitrag spielt auch dieser Vergleich eine Rolle:

Deutschland versus Schweden

Er zeigt, dass die alterskorrigierten Zahlen in Deutschland und Schweden praktisch dasselbe Bild zeigen, dass also dieses positive Bild nicht durch die strengen Maßnahmen in Deutschland entstanden sein kann.

Die Daten von Marcel Barz stimmen sehr gut mit denen überein, die Jens bereits vor ihm aufbereitet und auf Twitter veröffentlicht hatte:

Sterbewahrscheinlichkeit nach Altersklassen 2016-2020 in Deutschland:

Sterbewahrscheinlichkeit (in Promille statt Prozent) nach Altersklassen 2010-2020 in Schweden:

In beiden Ländern war 2020 kein besonders sterbeträchtiges Jahr, mehr zwar als das besonders günstige 2019, aber weniger als die meisten anderen.

Fazit

Viele Autoren kommen mit Daten aus seriösen Quellen zum Ergebnis, dass 2020 in Deutschland keine Killer-Pandemie unterwegs war und in Schweden (bei viel weniger Maßnahmen) ebenso wenig.
Es lag also eher nicht daran, dass die harten deutschen Maßnahmen besonders wirksam waren.

Ausblick

Das Statistische Bundesamt hat seine Sonderauswertung zur Todesursachenauswertung 2020 auf Mitte Oktober verschoben, also auf nach der Bundestagswahl:

Man darf auch schon gespannt sein auf die Über- /Untersterblichkeit im Jahr 2021. Die fällt nämlich bisher in verschiedenen Ländern ganz verschieden aus:

Nachtrag 31.08.2021
Neuestes Update von Jens zur Sterblichkeit in Deutschland 2021:


Der Ex-Offizier und Video-Autor Marcel Barz ist ein sehr interessanter Mensch, der sich ein Lehm-Haus gebaut hat. Faszinierend:

Wohnen im Lehmhaus in Brandenburg

Nachtrag 17.9.2021
Das Video von Marcel Barz wurde auf Youtube zunächst gelöscht, dann wieder online gestellt. Inzwischen haben sich die Faktenchecker der Arbeit angenommen.
Die schlechteste Arbeit kommt natürlich mal wieder von Volksverpetzer/Laschyk. Er ist eine Lusche und denkt eigentlich immer, er habe etwas widerlegt, sobald er daran vorbeigeredet hat:

In typischer Faktenficker-Manier könnte ich jetzt damit beginnen, dass es gar kein „Fake-Video“ war, sondern ein unbestreitbar echtes Video.
Bei den Inhalten weicht er dann auf Zahlen aus dem Ausland aus, obwohl Marcel Barz doch nur über Zahlen aus Deutschland (und Schweden) gearbeitet hat. Was soll das? Marcel Barz wollte zeigen, dass sich in den dt. Zahlen keine Pandemie finden lässt. Und das hat er geschafft. Um zu zeigen, dass das kaum das Verdienst der Maßnahmen sein kann, nimmt er schwedische Zahlen, die ziemlich genauso aussehen, obwohl es dort viel weniger Maßnahmen gab. Das ist Logik! Völlig unlogisch ist es dagegen, darauf mit amerikanischen Zahlen oder spanischen zu reagieren.
Während Barz über die Ganzjahreszahlen spricht, greift sich Laschyk kurze Perioden heraus, um ihn zu widerlegen. Auch das ist statistisch aber nicht möglich. Es gibt immer wieder Perioden mit Über- oder Untersterblichkeit, die sich in normalen Jahren abwechseln und ausgleichen. In Jahren mit mehr Sterblichkeit, zB 2018 und 2020 bei den Über-80-Jährigen (siehe meine Grafiken oben!) bleibt dann im Jahressaldo ein Plus übrig. Der Punkt von Barz (und Wiethölter) ist aber, dass dieser kleine Überschuss 2020 nicht größer war als 2018, wenn man alterskorrigiert, also berücksichtigt, dass die Alterskohorte über 80 in den 2 Jahren um mehr als 9% gewachsen ist. Barz und Wiethölter sind an dem Punkt von einem Dampfplauderer wie Laschyk nicht angreifbar. Laschyk schwurbelt einfach nur herum.

Hier hat Marcel Barz die Fragen und Unterstellungen einer anderen Faktencheckerin von Correctiv veröffentlicht, erläutert und mit Leichtigkeit widerlegt.
These: Diese Faktenchecker-Journos von Volksverpetzer und Correctiv wären allesamt nicht in der Lage, selbstständig einen statistischen Datensatz wie die Sterbezahlen des Statistischen Bundesamts aufzubereiten, um Bevölkerungsdaten zu korrigieren und dann in einem klar strukturierten Video vorzustellen, wie es Marcel Barz getan hat.

Lasst die Hände von unseren Kindern

Guter Vortrag von Andreas Sönnichsen.
Er ist immer sehr korrekt, vorsichtig und moderat in seinen Aussagen.
Gerade deshalb lohnt es sich aufzupassen, wo er sehr klar und deutlich wird:

Prof. Dr. Andreas Sönnichsen ist Mediziner und Hochschullehrer und Spitzenkandidat der Partei ‚die Basis‚ in Bayern für die Bundestagswahl gemeinsam mit Christian Kreiß und Frank Roedel.

Stiko kippt wahrscheinlich um

Die Stiko, die sich eine Weile tapfer gewehrt hatte gegen eine Empfehlung für die Impfung bei Kindern und Jugendlichen, wird sich der Politik wahrscheinlich beugen. Das kündigte schon diese Geschichte an:

Auch solche Kommentare dienten wahrscheinlich dazu, den Druck der Politik nach außen wegzunehmen, um der Stiko vor einer geänderten Empfehlung Glaubwürdigkeit zu verschaffen.
Jedenfalls haben sich jetzt die Nachrichten deutlich ins Gegenteil bzw. in die von der Politik gewünschte Richtung entwickelt:

Nachtrag 30.08.2021
Nach der (erwarteten) Kehrtwende der Stiko gibt Kritik aus verschiedenen Richtungen:

Auch Prof. Kekule hat sich im Focus kritisch geäußert:

Auffällig ist, dass sich Stiko-Chef Mertens zur neuen Entscheidung nicht selbst geäußert, sondern einen anderes Mitglied der Kommission vorangelassen hat.
Nach dieser entschiedenen Äußerung bei ‚Lanz‘ ist das aber nicht überraschend. Seine eigenen Enkel würde er wohl weiter nicht impfen lassen:

Schlaganfall im Pressestübchen

Ein absurdes Stück Journalismus wurde uns neulich im Münchner Merkur serviert (Sicherungskopie hier).
Nach der Schlagzeile (s.o.) mit dem Mini-Schlaganfall konnte man nur gespannt sein auf den Artikel: wie winzig war denn der kleine Schlaganfall?

Klar, schwere Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung sind extrem selten. Deshalb wird diese Behauptung unten auch mehrfach widerlegt. Immerhin hat es eine Dorfnerin, also quasi eine Frau vom Dorf, schlimm getroffen. Ganz oben war sogar von krass die Rede, sie hatte nämlich einen kleinen Schlaganfall. Einen kleinen nur.

Bevor es aber zur Sache geht, nämlich zur Winzigkeit dieses Schlaganfalls, muss nochmals eindringlich betont werden, dass sich das Opfer unbedingt wieder impfen lassen würde. Und diese Wiederholung soll auch nicht die letzte bleiben in diesem Artikel:

Sie würde es wieder tun, aber mit etwas mehr Vorsicht, wie immer die auch aussehen mag: schließlich hat sie sich nur eine Piks geben lassen. Den aber vorsichtiger beim nächsten Mal!
Nein, nein, nein, mit Verschwörungstheorien will sie nichts zu tun haben, mit der Verschwörungstheorie zum Beispiel, dass die Impfung manchmal echt krasse Nebenwirkungen haben kann. Die nimmt sie einfach nicht ernst.

Wie alle normalen Menschen hat sie sich anfangs natürlich impfen lassen:

Und dann kamen die ganz normalen Nebenwirkungen, von denen jeder schon gehört hat: Schüttelfrost, Fieber und Kopfweh, mehr nicht. Nichts Krasses jedenfalls.
Und dann war alles wieder vorbei, bis zum zweiten Piks. Da wurde es aber richtig krass ernst:

Hier ist es jetzt richtig rot geworden: Schlaganfall, mini zwar, aber doch ganz schön voll krass: Ich habe total verwaschen geredet… Erinnerungslücken und Probleme mit der linken Körperhälfte. Man fragt sich schon, was daran „mini“ sein soll bei einer 33-Jährigen. Es sind dieselben Symptome wie beim alten, weißen Mann. Aber das vergeht, wenn auch nicht immer, so doch bei ihr.

Und dann noch die Lehren daraus. Zunächst einmal scheinen solche Nebenwirkungen ja gar nicht so selten zu sein, wie eingangs behauptet, denn im Krankenhaus gab es am selben Tag vorher schon drei andere Fälle mit heftigen Nebenwirkungen. Heftig, aber nicht ernst? Und dann, oh Zufall, hat vor ihr noch ein ähnlich gelagerter Fall im Rettungswagen gelegen? Zufälle gibt’s, auch wenn das natürlich extrem selten ist:

Dann wird alles aber ganz grün:Sie hat schon gesagt, dass sie sich unbedingt wieder impfen lassen würde, aber vorher würde sie gerne mehr über die Nebenwirkungen REDEN.
Man fragt sich: Wozu reden?, wenn doch das Ergebnis schon vorher feststeht, aber gut: wir wollen mal nicht kleinlich sein. Das Reden ist natürlich schön, wenn man gerade bei einem Mini-Schlaganfall dem Tod von der Schippe gesprungen ist. 😁 Das darf doch kein Grund sein, sich nicht impfen zu lassen!

Fazit

Dieser Artikel widerspricht sich selbst vom ersten bis zum letzten Satz. Der Leser erfährt gleichzeitig von total krassen Nebenwirkungen, die bei einer 33-Jährigen kaum so schlimm werden würden, wenn sie die Krankheit bekommt statt die Impfung.
Aber, hey, diese Impfung ist das total wert, weil die Nebenwirkungen zwar total selten sind, aber am selben Tag am selben Ort doch mehrmals so ähnlich aufgetreten sind. Und überhaupt in Erding, größer als Dorfen, gibt es dafür gar keine Nebenwirkungen, sagen die Ärzte im Krankenhaus. Was will man mehr?

Entweder will der Journalist den Leser mit diesem Artikel total verwirren, bis er nichts mehr weiß und krasse Nebenwirkungen nicht mehr von Null-Risiko unterscheiden kann. Oder er will entgegen seinen Vorgaben (alles total sicher!) dem Leser eine hochgeheime Botschaft zukommen lassen, dass die Impfung doch voll krass gefährlich ist. Das ist ähnlich wirr, wie der Herr Söder über die sogenannte Impfung spricht.

Heidelberg calling

Im fernen Heidelberg hat der Chefpathologe Erkenntnisse, die schrecklich gut zu den Erfahrungen von Mini-Dorfen passen:

Mehr als 40 Menschen habe man bereits obduziert, die binnen zwei Wochen nach einer Impfung gestorben sind. Schirmacher geht davon aus, dass 30 bis 40 Prozent davon an der Impfung gestorben sind
40 alleine in Heidelberg und davon 12 bis 16 an der Impfung gestorben.
Nun, was heißt dann hier noch schwere Nebenwirkungen sind extrem selten?
Ist der Tod, dem die Dorfnerin nun nicht wirklich bequem von der Schippe gesprungen ist, etwa keine schwere Nebenwirkung?
Wenn so wenig zusammenpasst, sollte man einfach von Desinformation sprechen.
Und wenn Hubert Aiwanger, dem von den Nebenwirkungen die Spucke wegbleibt, was ihm ahnungslose Journos vorwerfen, ein schönes Beispiel braucht, muss er nur nach Dorfen schauen, 56 km von seinem Heimatort entfernt und nur 50 km von seinem Ministerium in München.
Oder eben zum Pathologen Schirmacher in Heidelberg. Über dessen Obduktionsergebnisse und Forderung wurde immerhin auch im Münchner Merkur berichtet: Er geht von einer beträchtlichen Dunkelziffer an Impftoten aus. Aber die sind nun wirklich extrem selten! Extrem viel seltener noch als die vielen Blutgerinsel.

Die Basis: Wirtschaft

Christian Kreiß ist gemeinsam mit Frank Roedel und dem Mediziner Andreas Sönnichsen Spitzenkandidat der neuen Partei dieBasis in Bayern für die Bundestagswahl am 26.9.2021. Er kandidiert auch im Wahlkreis Fürstenfeldbruck.

Wer ist Christian Kreiß?

Der Lebenslauf von Christian Kreiß aus einer Veröffentlichung der Bundestagsfraktion der Grünen:

Kreiß war Co-Autor einer grünen Studie über ‚geplanten Verschleiß‘

Der Wikipedia-Eintrag über Christian Kreiß ist (Stand heute) auch gar nicht mal so negativ und durchaus tauglich für eine erste Information.

Der Kreiß seiner Bücher

Die oben erwähnte Studie für die Bundestagsfraktion der Grünen war die Grundlage für das Buch über geplanten Verschleiß:

Die rechts neben dem Buchcover zitierte Inhaltsangabe und Rezension gibt ganz gut Auskunft über das Buch. Eine kritische Reszension gab es in der FAZ (hinter Paywall) , in der Süddeutschen Zeitung auch. Natürlich ist es schwer beweisbar, dass der Verschleiß geplant ist, aber es ist naheliegend, und dass immer mehr Produkte schwer oder gar nicht zu reparieren sind, ist eine Tatsache. Wollen wir das? Ich nicht. Wie kommt man wieder raus: schwierig. Aber durch Initiative von unten eher als durch Regelungen von Oben. Vielleicht geht das auch nur in einer schweren Krise?

Ich habe selbst zwei Bücher von Kreiß gelesen. Zunächst das Mephisto-Prinzip:
Im Youtube-Kanal einer Fürstenfeldbrucker Sozialinitiative hat Christian Kreiß sein Buch selbst vorgestellt:

In der Ökonomie und in größeren Zeitungen ist das Buch praktisch gar nicht zur Kenntnis genommen worden.

Gegen den Neoliberalismus

Es fällt auf, dass dieses Buch fast ausschließlich in sozialen, christlichen, ökologischen und lokalen Medien vorgestellt und (positiv) besprochen worden ist.
Das passt zu meinem Verständnis der Ideen, die in dem Buch enthalten sind: Kreiß zeigt sich als christlich (protestantisch: Luther wird in dem Buch oft zitiert) geprägter Kritiker des ungezügelten (Finanz-)Kapitalismus.

Er ist aber kein bewusster Sozialist/Zentralplaner, sondern ein in ihrer Praxis und Theorie kundiger Anhänger einer (menschengerechten) Marktwirtschaft. Als solcher sah er die globale Wirtschaft (und Gesellschaft!) 2019 kurz vor einem Abgrund stehen, den er auf die Zersetzung von Anstand und Moral durch die entfesselte Ökonomie zurückführt. Diese seien Grundlage für eine funktionierende Marktwirtschaft. Da die Entfesselung der Ökonomie das Programm des Neoliberalismus ist, ist Kreiß ein christlich-sozial-grün orientierter Gegner des Neoliberalismus.

Das zweite und hochaktuelle Buch von Kreiß, das ich gelesen habe, beschäftigt sich mit gekaufter, also korrupter Wissenschaft:

Hier beschreibt Kreiß z.B. wie Facebook mit 7,5 Mio Euro einen Lehrstuhl für die Ethik künstlicher Intelligenz an der TU München finanziert hat. Er bezeichnet die angebliche Unabhängigkeit des Lehrstuhlinhabers Christoph Lütge und der Forschung als Illusion, denn Facebook kann laut Vertrag (bei Nichtgefallen) die zugesagte Förderung jederzeit einstellen. Andere Beispiele sind die Einflußnahme u.a. der Autoindustrie auf Gefälligkeitsforschung im Komplex des Diesel-Abgas-Skandals. Viele Inhalte finden bereits sich in diesem Artikel in der Süddeutschen wieder.

Spannende Personalie Christoph Lütge

Bei der Recherche zu diesem Artikel ist mir aufgefallen, dass der von Christian Kreiß als von Facebook geförderter Inhaber des Ethik-Lehrstuhls an der TUM kritisierte Christoph Lütge exakt derselbe ist, der von Markus Söder aus dem bayerischen Ethikrat geworfen wurde, weil er die Corona-Politik kritisiert hat:

Das ist natürlich eine bemerkenswerte Tatsache: Lütge steht also in der Corona-Politik auf derselben Seite wie Kreiß: gegen den Lockdown und eine nicht diskursbereite Politik.
Andererseits löscht Facebook angeblich Coronapolitik-kritische Kommentare und profitiert (gemeinsam mit anderen Tech-Konzernen) von der Corona-Politik. Das bedeutet nach dem ersten Anschein, dass Lütge von Facebook doch wesentlich unabhängiger ist, als Kreiß vermutet hatte.
Die Welt scheint wesentlich komplexer zu sein, als es allzu einfache Zeichnungen der Frontlinie suggerieren. Davon nehme ich mindestens mit, dass sich unsere Welt (und das Denken über sie) in einem tiefen Umbruch befindet, in dem alte Gewissheiten und Fronten rasant verfallen.
Christoph Lütge kritisiert inzwischen nicht nur den Lockdown, sondern auch die Instrumentalisierung der Wissenschaft durch die Politik:

Und mit dem bereits auf diesem Blog behandelten Michael Esfeld hat er ein Buch herausgebracht:

Weitere Bücher

Kreiß hat viel geschrieben. Die Stoßrichtung der Titel ist ähnlich wie in den beiden, die ich selbst gelesen habe:

Ein Werbeverbot sehe ich allerdings auch kritisch: Es gibt immer wieder gute Ideen. Warum sollte man für die nicht werben dürfen? Wer entscheidet, ob Werbung berechtigt ist oder nicht? An dieser Stelle kann die gute Absicht sehr leicht in Zwangsbewirtschaftung umschlagen.
Aus der richtigen Analyse eines Problems, hier einem erkennbaren Übermaß von unehrlicher Werbung, folgt nämlich noch lange keine Lösung.
Entscheidend wäre, dass Menschen Werbung sehr viel kritischer betrachten. Ich vermeide schon lange Produkte, für die zu viel geworben wird: schließlich kostet Werbung viel Geld, und der Aufwand, der in die Werbung geht, kann nicht mehr für Herstellung und Qualität des Produkts ausgegeben werden.

Fazit

Ich finde die Kritik von Christian Kreiß in vielen Punkten nachvollziehbar und gerechtfertigt. Mit seinen Büchern positionierte sich Christian Kreiß jedenfalls langfristig nicht als rechts, sondern eher als links, vielleicht sogar „links-grün“, wie das rechte Feindbild heißt.
Einerseits wäre ich sehr dankbar, wenn sich nach Jahren wieder eine moderat linke Politik herauskristallisieren könnte, die für mich wieder wählbar ist.
Richtige Fragen und berechtigte Kritik garantieren aber andererseits noch keine richtigen Antworten.
Christian Kreiß ist ein gut informierter und streitbarer Kopf. Ich werde bis zur Bundestagswahl weiter darüber nachdenken, ob ich die Basis und ihn wählen und verstärkt für sie werben soll.
Die Freien Wähler und andere sind weiter im Rennen, u.a. mit der Kritik von Hubert Aiwanger an Impfpflicht und Impf-Apartheid.
Es bleibt unübersichtlich und schwierig zu erkennen, für welche Politik einzelne Akteure wie Kreiß wirklich stehen und in welchem Ausmaß sie Recht haben und etwas in einer Richtung bewegen wollen und können, die ich unterstützen will.

Impfung als Kommunion

Radio München hat einen guten Audio-Beitrag zu den religiösen Aspekten der Corona-Impfung im Programm:

Der religiöse Aspekt ist umso interessanter, als die tatsächliche Schutzwirkung der Impfung insbesondere gegen die sogenannte Delta- bzw. indische Variante mehr als nur in Zweifel steht:

Schutzwirkung im Zweifel

CDC-Studie: Bei einem Ausbruch in Massachusetts mit 469 Positiven waren 74% vollständig geimpft. Bei 69% Geimpften in der entsprechenden Kohorte, ist also keine Schutzwirkung ableitbar.
79% von diesen hatten Symptome: Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Das ist nach allen Maßstäben sehr viel, weil Corona bei Ungeimpften oft symptomlos bleibt.
4 mussten hospitalisiert werden: das sind mit 0.86% der Positiven nicht gerade wenige.
Hohe Viruslast: also ansteckend waren die Kranken (natürlich) auch.
Diese Delta-Variante scheint so ziemlich alle Mythen zu widerlegen, die über Corona bisher verbreitet wurden.

Auch in Israel hat sich das Infektionsrisiko durch die Impfung nicht verbessert.

In UK, wo auch besonders früh und viel geimpft wurde, sind die Todesfälle MIT Corona bereits wieder weit über deutsches oder schwedisches Niveau angestiegen:

Bei Hospitalisierungen sieht es nicht wesentlich anders aus

Wo ist die positive Wirkung der Impfung?

Zahlen aus Schottland (entsprechende Zahlen werden für ganz UK nicht gesammelt und veröffentlicht) passen zu Massachusetts und zeigen, wie viele der Toten einer Woche geimpft waren:

Mit einer guten Wirksamkeit der Impfung und diesen Impfquoten ist das alles nicht gut vereinbar:

Vor allem sind die Todesfälle mit Corona in UK auch mehr als vor einem Jahr, als es eine Impfung noch gar nicht gab. Auch mit dem zeitlichen Verlauf der Impfung scheint es nicht zusammenzuhängen:

Israel hat am schnellsten viel geimpft (legt aber seit längerem nicht mehr viel zu), Dänemark, Deutschland und Schweden dagegen spät. UK kam dazwischen.
Die Schweden waren lange die Impfunwilligsten – bisher ohne jeden Nachteil beim Krankheitsgeschehen.

Nebenwirkungen weiter hoch

Der Chef-Pathologe meiner Alma Mater fordert mehr Obduktionen von toten Geimpften:

Mehr als 40 Menschen habe man bereits obduziert, die binnen zwei Wochen nach einer Impfung gestorben sind. Schirmacher geht davon aus, dass 30 bis 40 Prozent davon an der Impfung gestorben sind
Natürlich wird das auch bestritten. Aber meine eigene kleine Sammlung von Presseberichten über Todesfälle nach Impfung und die fast stereotype Leugnung eines Impfzusammenhangs spricht für seine These.

Meschnig lesen

Der Autor des intelligenten Radio-München-Beitrags, Alexander Meschnig, hat ziemlich viel geschrieben. Das muss man sich merken und vielleicht das eine oder andere Buch auch mal lesen:

Die södergenannte Impfung

Hat er das wirklich gesagt: die sogenannte Impfung?

Ja, das hat er am 27.7. im Heute-Journal gesagt. Hier der kurze Ausschnitt:

Markus Söder spricht im Heute Journal über die sogenannte Impfung

Und hier die Langfassung mit dem Ausschnitt bei 4:10 min.

Die sogenannte Impfung

Ist es nun eine Impfung oder nur eine sogenannte Impfung, also keine richtige oder normale Impfung?
Die Theorie, dass es keine richtige Impfung ist, kenne ich bisher nur als sogenannte Verschwörungstheorie. Hier auf diesem Blog wurde das (bisher) noch von niemandem behauptet, nur, dass vielleicht ein wenig viele mit der Impfung sterben.

Aber der Faktenfuchs des BR weiß Bescheid:

‚es gebe „eine Handvoll Akteure mit böswilligen Absichten“, die solche Behauptungen aufstellen beziehungsweise teilen, wohlwissend, dass diese nicht stimmen

Schwer vorstellbar, dass der BR den Herrn Ministerpräsidenten meint. Ist Söder diese Bezeichung nur so rausgerutscht oder will er das Publikum so langsam auf eine neue Wahrheit einstimmen?

„Grundlegung einer Impfpflicht“

Gehen wir davon aus, dass es sich um einen Versprecher handelt, werden wir sofort freudig an den CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüsslein erinnert, der sich ebenfalls böse versprochen hat am 18. November im Bundestag:

Und siehe da, die Debatte um die Impfpflicht ist immer noch da, sogar mehr denn je, wie das Interview mit Markus Söder im ZDF zeigt. Die Impfpflicht wird seit längerem immer mal wieder gefordert, auch wenn der Abgeordnete Georg Nüsslein inzwischen nicht mehr im Bundestag ist und auch nicht mehr in der CSU ist. So schnell kann’s gehen: Nüsslein geht und die Impfpflicht kommt.

Wenn Söder auch Recht hat, dann handelt es sich also um die Pflicht zu einer sogenannten Impfung. Prost Mahlzeit!

Nachtrag 1.8.2021
Wenn die Impfung keine richtige Impfung ist: was dann?
Hier dazu eine sehr gute Beobachtung:


Totalitäre Ideologie überleben

zum Beispiel als „Querulant“ (Lieblingsvokabel des Großen Diktators für solche Leute) ist möglich.
Der Quer-ulant muss allerdings einige Jahre schwerer Diskriminierung fürs Quer-sprechen und Quer-handeln aushalten.

Das zeigt das Beispiel das katholischen Vikars Ernst Moritz Roth aus dem Siegerland. Ich habe diese Geschichte ausgewählt, weil sie sehr viele Gemeinsamkeiten mit der Geschichte des katholischen Pfarrers aus seinem und meinem Dorf enthält, die mir mein verstorbener Vater erzählt hat:

So fing es auch mit dem Pfarrer aus unserem Dorf an: mit Worten gegen die NS-Ideologie (die nur eine dünne pseudowissenschaftliche Hülle um einen eher kurzfristigen politischen Plan war).
Und das wurde dann verschärft durch Geplänkel um Termine der Hitlerjugend und der kirchlichen Ministrantentreffen. Es ist unklar, wer damit angefangen hat, die Termine so zu legen, dass sie sich mit den anderen überschnitten. Jedenfalls hat der Pfarrer Ministranten an die Hitlerjugend verloren und dann am Sonntag noch klarer gegen die Nazis gepredigt als schon länger.

Die örtliche Geschichte schaukelte sich im Laufe der Zeit auf die übliche Weise weiter auf:

An Prügeleien von Jungmännern kann ich mich in der Geschichte von meinem Vater nicht erinnern. Aber weil er sonst viel davon erzählte, können sie durchaus auch dazugehören. Nun gehört es immer noch zum Wesen von solchen Prügeleien durch Jungmänner, dass sich die Schuldfrage nie klären lässt, selbst wenn sie eigentlich sehr übersichtlich ist. Aber alles andere war natürlich eingeschlossen: Noch sehr zivilisierte Beschimpfungen wie „Querulant“, „Hohlköpfe“ oder „Hampelmänner“.

Solche Konflikt- und Eskalationsgeschichten können eine Weile laufen, aber nicht jahrelang. Dann kommt es unweigerlich zu Maßregelungen durch den Staat und auch durch die eigenen Vorgesetzten:

Damit ist in jedem Staat immer zu rechnen. Wer deswegen schon einknickt, ist kein echter Widerständler, noch nicht einmal ein Quer-ulant. Dabei bleibt es auch nicht:

Trotz allen hartnäckigen Widerstands wird ein Quer-ulant vom Staat normalerweise nicht umgebracht, auch nicht von einem Terror-Regime. Man kann da schon etwas riskieren, um seine Prinzipien nicht zu verraten. Und es gibt auch noch andere Gefahren im Leben.
Der mutige Pfarrer aus dem Dorf meines Vaters, unserem Dorf, wurde übrigens schlechter behandelt und hatte gleichzeitig mehr Glück als der unglückliche Vikar Roth: er wurde irgendwann im Konzentrationslager Dachau eingesperrt, hat es aber überlebt.
Es ist für den einzelnen Quer-ulanten schwer vorhersehbar, wie weit ein Regime gehen wird und ob er Glück hat.

Epilog

Viele haben letztlich auch kein Glück, die einem Regime immer gehorchen und alles tun, was man ihnen sagt. Es kann der Militärdienst in einem unsinnigen Krieg mindestens so tödlich sein wie das Predigen gegen ihn. Mindestens!

Es kann auch die Impfung gegen eine Krankheit für einen selbst tödlicher sein als die Krankheit selbst. Es ist ungewiss, welches Übel einen erwischt. Deshalb ist es in einer freien Gesellschaft vorzuziehen, dass man sich aus freiem Willen entscheidet: Krankheitsrisiko oder Impfung? Dann kann man wenigstens keinem anderen die Schuld geben, wenn es schiefgeht. Das ist auf Dauer sehr wichtig für den inneren Frieden. Denn es gibt nun einmal immer Lebensrisiken, für die es keine dauerhafte kollektive Lösung geben kann.
Am schlimmsten ist es dem Menschen aber, zu etwas gezwungen zu werden, das er für eher nicht sinnvoll oder gar für offensichtlich unsinnig oder gar verbrecherisch hält:

Pfarrerinnen in Schwetzingen mit Chesterton-Zitat

Gedankenexperiment:
Wie lange würde ein Pfarrer in der evangelischen Kirche heute im Amt überleben, der seinen Amtsschwestern auf diesem Foto den Missbrauch des christlichen Glaubens für allzu weltliche Zwecke vorwirft? Wie lange dürfte er in einer staatlichen Schule Religionsunterricht halten?
Würde er damit zweieinhalb Jahre lang durchkommen wie der Vikar Ernst Moritz Roth?
Dabei hat tatsächlich DIE Corona-Wissenschaft ihre Parallelen mit der Eugenik. Und die Eugenik gehörte zur NS-Ideologie, die Ernst Moritz Roth von Beginn an als unchristlich denunzierte, ohne jemals nachzugeben.
Und ich sage es meiner ehemaligen Kirche mit den Worten von Keith Gilbert Chesterton:

Seitdem die Pfarrer nicht mehr an Gott glauben,
glauben sie nicht etwa an nichts, sondern an alles Mögliche

Geimpfte können sehr wohl andere anstecken, wie vielfach erwiesen ist. Die wissenschaftliche Basis für die Behauptung, dass Impfung mehr sei als das Streben nach Eigennutz, nämlich sogar Nächstenliebe, ist damit sehr, sehr dünn. Und ohne eine solide wissenschaftliche Basis handelt es sich dabei eben um eine Ideologie.
Statt um Nächstenliebe geht es beim Impfen eher darum, Freiheiten zurück zu bekommen (die zuvor entzogen wurden und bei Weigerung entzogen bleiben). Das ist kein Geheimnis:


Es gibt einen Zwang, nämlich mit Macht verordnete tägliche Gängelung und Freiheitsentzug, der die Impfung zu einer eigennützigen Entscheidung macht (die sie aber vielleicht doch gar nicht ist). Aber es gibt keinen durchsetzbaren Impfzwang, weder in der Schweiz noch in Deutschland. Bis heute ist jede Impfung ohne Ausrede freiwillig. Wer es nicht will, muss nur Nein! sagen.

Sobald diese (wie gesehen höchst widersprüchliche) Ideologie das Recht für sich in Anspruch nimmt, andere ihrem Willen zu unterwerfen, ist diese Ideologie totalitär. Der Rubikon wird schneller überschritten, als viele denken, lange vor einem KZ.

450

Nachtrag 30.7.2021
Diese Zweig-Zitat ist zwar aus verschiedenen Stellen seines Werks zusammengefasst, bringt das totalitäre Vorgehen aber prägnant auf den Punkt:

Nachtrag 1.8.2021
Hochintelligenter Beitrag von Radio München zur Rolle der Impfung im Corona-Kult:
Die Corona-Impfung als Kommunion

Nachtrag 2.8.2021
Auszug aus dem Buch Täter von Harald Welzer:

Baerböcke als Gärtner

Es ist Zeit, von dem nichtendenden Trauerspiel um Annalena Baerbocks geschönten Lebenslauf und ihr schlechtes Buch zu den Sachthemen zurückzukehren.
Weil das an sich weniger lustig ist, nimmt zunächst der Kabarettist Helmut Schleich ihre grünen Ideen zur Außenpolitik in kurzweiligen 1,5 Minuten aufs Korn: