Mehr Testpositive durch Impfung?

Manchmal ist es einfach Pech. Da lassen sich alle Mitarbeiter einer Klinik, eines Heimes oder einer Firma gleichzeitig impfen. Kurz danach sind alle infiziert, zum Teil erkrankt und werden in Quarantäne geschickt. Und das passiert nicht nur in so kleinen Einheiten, das passiert sogar für ganze Länder. Das ist beispielsweise im Krankenhaus der Stadt Fermo…

Interessante Frage: Führt die Impfung selbst zu mehr Testpositiven?

Immer wieder gibt es Zeitungsmeldungen wie diese, die darauf hindeuten:

Der Heimleiter, der den Verdacht auf das Impfteam lenkte, soll in diesem Fall zurückgerudert sein, weil das Impfteam ja Schutzanzüge getragen habe. Wäre es aber möglich, dass nicht das Impfteam die Impflinge angesteckt hat, sondern die Impfung selbst anschließend für positive Tests sorgt?

Einen noch schlimmeren Ausbruch gab es im oberbayerischen Miesbach:

Zahlen lassen die Bewertung von SZ/dpa keineswegs als zwingend erscheinen

Die Interpretation, dass die Impfung zu spät gekommen sei, weil sich die Impflinge bereits vorher angesteckt hatten, ist keineswegs zwingend, noch nicht einmal naheliegend, sondern nur schwach begründet:
Aufgrund des engen zeitlichen Abstands zwischen Impfung und Ausbruch ist davon auszugehen, dass sich die Geimpften bereits zum Zeitpunkt der Impfung angesteckt hatten
Auch hier passen die Daten mindestens so gut zu der Hypothese, dass die Impfung Infektionen ausgelöst hat, die sich dann auch auf Ungeimpfte übertragen haben. Auffällig ist hier nämlich, dass Geimpfte häufiger positive Tests hatten als Ungeimpfte und dann auch überproportional häufig gestorben sind. Dieses statistische Bild passt besser zu einem Ausbruch durch die Impfung als zu einem Ausbruch kurz vor der Impfung und ganz unabhängig von ihr.

Einheitliche einseitige Medienberichte

Diese Möglichkeit wird aber in vielen „Qualitätsmedien“ systematisch ausgeblendet, stattdessen auffällig einheitlich Behördenerklärungen reproduziert:

Die Möglichkeit, dass es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Impfung und Ausbruch gegeben haben könnte, wurde voreilig und unwissenschaftlich sofort kategorisch ausgeschlossen aus Angst vor den Folgen für die Impfbereitschaft. Um den Verdacht emotional auszuräumen, dass es hier nicht in erster Linie um die Gesundheit der Heimbewohner geht, bebildern viele Meldungen auch mit demselben ‚Symbolbild für Fürsorge‘:

Todesfälle nach Impfung

Die Fälle treten ein bisschen überall und unabhängig voneinander auf. Hier eine kleine Sammlung:

23 Todesfälle nach 33000 Impfungen in Norwegen (inzwischen sind es 33)
Bei dieser Bevölkerungsgruppe könnten die üblichen Nebenwir­kun­gen der Impfung zu schweren Verläufen führen, wie die Auswertung von Todesfällen kurz nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff gezeigt habe

11 Tote nach Impfung in Uhldingen-Mühlhofen:
Die Bewohner des Seniorenwohnparks in Uhldingen-Mühlhofen waren die ersten Menschen im Bodenseekreis, die gegen das Coronavirus geimpft wurden. Elf Bewohner sind seitdem mit oder an Covid-19 gestorben

3 Tote nach Impfung in Nancy/Frankreich:
In einem Altenpflegeheim in Nancy waren drei Bewohner verstorben, nachdem sie die erste Dosis des neuartigen Impfstoffes erhalten hatten

Weltweit beobachtbarer Zusammenhang

Peter F. Mayer berichtet über Hinweise, die einen Zusammenhang zwischen vermehrten positiven Tests und der Impfung auch auf der Ebene ganzer Länder zeigen, wo dann der Zufall eben eine geringere Rolle spielt als in einzelnen Heimen:

Manchmal ist es einfach Pech. Da lassen sich alle Mitarbeiter einer Klinik, eines Heimes oder einer Firma gleichzeitig impfen. Kurz danach sind alle infiziert, zum Teil erkrankt und werden in Quarantäne geschickt. Und das passiert nicht nur in so kleinen Einheiten, das passiert sogar für ganze Länder.

Das ist beispielsweise im Krankenhaus der Stadt Fermo in den Marken passiert. Das gesamte, über alle Abteilungen des Krankenhauses „geimpfte“ Personal von 71 Personen ist kurz nach der Impfung positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden, teilweise mit Symptomen.

Die Tätigkeit des Krankenhauses ist stark eingeschränkt, weil 9 Ärzte und 40 weiteres Sanitätspersonal in Quarantäne versetzt wurde. Hier ein Artikel darüber in einem italienischen Medium

Hier ist der Impfbeginn für UK eingetragen.


Wir sehen, dass darauf unmittelbar ein Anstieg folgt. Im Chart ganz oben sehen wir neben UK und Irland noch Israel dazu, das zwar zeitlich verschoben aber einen ähnlichen Verlauf beim Anteil der positiven…

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Pandemie mit tiefen Wurzeln

Paul Schreyer hat in einem kompakten Vortrag einen Überblick über die (lange) Geschichte der Pandemie-Planspiele gegeben:

Der Vortrag gibt einerseits einen Überblick über Inhalte seines Buches, das in 2020 einige Wochen in den Bestseller-Listen war:

Inhaltsübersicht und Buch zum Thema

Der letzte Vortragsteil über das Börsenbeben im September 2019 ist dagegen im Buch noch nicht enthalten.

Wichtige Folien und Querverweise

Der Vortrag kommt relativ zügig zur Anti-Terror-Kampagne der 1990er Jahre in den USA, und dort zu Joe Biden und seiner zentralen Rolle bei der Vorbereitung des ‚Patriot Act‘, also der gezielten Einschränkung von Bürgerrechten:

Joe Biden war eine Schlüsselfigur der Anti-Terror- und Notstandsgesetzgebung in den USA

Das Thema Terror mit Biowaffen wurde ebenfalls in den 1990er Jahren hochgefahren mit Bezug zu Saddam Hussein:

Vorausplanend wurde Saddam Hussein mit Anthrax in Verbindung gebracht, aber an den tatsächlichen Anthrax-Anschlägen nach dem 11. September 2001 wurde ihm keinerlei Beteiligung nachgewiesen

Eine Schlüsselfigur, die seit den 1990er Jahren am Thema führend und planerisch mitwirkte, war Robert Kadlec. Sein Zitat von 1998 ist äußerst aufschlussreich:

Robert Kadlec über den „glaubwürdig abstreitbaren Einsatz von Biowaffen“ für eine Seuche

Das Thema Biowaffen und die Abstreitbarkeit ihres Einsatzes habe ich im Mai 2020 thematisiert als Unsicherheitsfaktor für das Auftreten einer zweiten Welle.

Auch das Thema Kriegsrecht, Quarantäne, Impfung und Polizeieinsatz gegen die Bevölkerung wurde bereits vor 20 Jahren vorgedacht:

Und derselbe Robert Kadlec beriet 2020 auch wieder die Regierung Trump bei der Reaktion auf das Coronavirus:

Die Einschränkung der Bürgerrechte, die heute vor unseren Augen stattfindet, wurde bereits in der Übung mit Kadlec im Jahr 2001 (vor 911) thematisiert:

Nach den Anschlägen vom 11. September wurde als Reaktion auf die Anthrax-Briefe die „Global Health Security Initiative“ ins Leben gerufen, der von Anfang an auch Deutschland angehörte:

Sehr bald wurde von dieser Initiative die Gleichheit der Strategien gegen Bioterrorismus und eine Grippeepidemie beschrieben und geübt:

Das zum Beispiel beschreibt genau die Realität des Jahre 2020:

Die Ideen sind international abgestimmt. Jacques Attali, der Entdecker von Präsident Macron, hat sich bereits 2009 so geäußert:

Und im Lockstep-Szenario der Rockefeller-Stiftung war bereits der China-Bezug (in paradoxer Weise als Bösewicht oder Vorbild auslegbar) im Pandemie-Szenario enthalten:

2017 sei die Bedrohung der „Weltordnung“ durch den Präsidenten Trump ins Spiel gekommen und habe der Pandemie-Planung neue Dynamik gegeben:

Senator McCain auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2017

Auf derselben Münchner Sicherheitskonferenz sprach auch Bill Gates Klartext und verknüpfte explizit die Themen Pandemie und Militär:

Bill Gates auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2017

Im selben Jahr (also 2 Jahre früher als auf einer von mir thematisierten Konferenz der Unionsfraktion) wurde ein Berater-Gremium der Bundesregierung ins Leben gerufen, dem auch bereits Christian Drosten und ein Vertreter der Gates-Stiftung angehörten:

Christian Drosten (hinten Mitte) im Beratergremium der Bundesregierung

Die Frage nach dem akuten Auslöser

Bei der Frage „Warum gerade 2020?“ kommt Schreyer auf die sich im Herbst 2019 wieder verschärfende Finanzkrise zu sprechen, wie sie in diesem Artikel der ZEIT beschrieben wurde:

Das ist nicht sehr weit von meinen ersten Gedanken zum Ausnahmezustand im März 2020 entfernt.

Diese Grafik der Bilanzsumme der US-Notenbank zeigt, dass die US-Wirtschaft (und unsere) im Grunde seit 2008/2009 nicht aus Problemen herausgekommen ist, die es mit der Weltwirtschaftskrise von 1929 aufnehmen können:

Mit der Krisenpolitik würden einseitig die Banken unterstützt, sagt dieser Artikel von Januar 2020, auf den sich Schreyer bezieht.

Zensur von „Falschnachrichten“

Nicht zuletzt habe die vieldiskutierte Pandemie-Übung „Event 201“ ergeben, dass kritische Medien zur Durchsetzung einer Pandemie-Politik zensiert werden müssen.

Dass der Vorwand dafür behauptete ‚Falschmeldungen‘ sind, ist auch mir bereits im April 2020 aufgefallen: Fake News über Falschnachrichten

Fazit

Einerseits ist es schön, dass Schreyer viele von mir beschriebene Beobachtungen und Vermutungen bestätigt, andererseits hat er es mit Buch und Vortrag hervorragend geschafft, ihre sehr viel tieferen Wurzeln in der Vergangenheit überzeugend nachzuweisen:
Die Wurzeln der Plandemie stecken im Boden der Kriegs- und Terrorpolitik. Die personellen Verflechtungen hat Schreyer auf viel höherem Niveau nachvollzogen, als es mir früh aufgefallen war.

Nachtrag 7.1.2021
Schreyers Buch hat im Gesamtjahr 2020 Platz 20 in der SPIEGEL Bestseller-Liste Sachbuch Paperback belegt, obwohl es erst am 14. September erschienen ist:

Aktuell gehört es zu den schnellsten Aufsteigern:

Orwells Leben und Sterben

Diesen Originaltext kann man auf Tw***er nicht mehr verlinken, weil er „möglicherweise schädlich“ ist:
Deshalb habe ich den Text von Martin Sieff über George Orwells Leben und Sterben hier übernommen und übersetzt:

Wie das britische Empire George Orwell geschaffen und getötet hat

Die British Broadcasting Corporation (BBC), bereitwillig verstärkt vom Public Broadcasting System (PBS) in den USA, das seine Weltnachrichten übernimmt, haut weiter seinen üblichen Dreck raus (Anm. des Übersetzers: das dt. Wort ‚dreck‘ auch im Original) über das angebliche wirtschaftliche Chaos in Russland und den ausgedachten elenden Zustand des russischen Volkes.

Es sind natürlich alles Lügen. Patrick Armstrongs verlässliche regelmäßige Updates einschließlich seiner Berichte auf dieser Website sind ein notwendiges Korrektiv zu so kruder Propaganda.

Aber inmitten ihrer zahllosen Fiaskos und Fehlschläge auf jedem anderen Gebiet (einschließlich der höchsten COVID-19-Todesrate in Europa gemessen an der Bevölkerung und einem der höchsten in der Welt) bleiben die Briten Weltmarktführer beim Management von globalen Fake News. Solange der Ton zurückhaltend und würdevoll bleibt, wird wirklich jede Verleumdung von den Gutgläubigen geschluckt und jeder schmutzige Skandal und jede Schandtat kann vertrauensvoll vertuscht werden.

Nichts davon hätte den späten großartigen George Orwell überrascht. Es ist heutzutage in Mode, ihn endlos vor sich her zu tragen als Zombie-Kritiker (tot, aber angeblich am Leben – so dass er es nicht selbst zurechtrücken kann) Russlands und all der anderen globalen Nachrichtenquellen außerhalb der Kontrolle der New Yorker und Londoner Plutokratien. Und es ist gewiss wahr, dass Orwell, dessen Hass und Angst vor dem Kommunismus sehr echt war, vor seinem Tod als Informant dem MI5 diente, dem britischen Inlandsgeheimdienst.

Aber es war nicht die Sowjetunion, Stalins Schauprozesse oder seine Erfahrungen mit der trotzkistischen POUM-Gruppe in Barcelona und Katalonien während des spanischen Bürgerkrieges, die „aus Orwell Orwell machten“, wie es das in Anglo-Amerika gängige Weisheitsnarrativ will.
Es war sein tiefsitzender Abscheu gegen das britische Empire, im 2. Weltkrieg ergänzt um seine Arbeit für die BBC, die er zuletzt angewidert aufgab.

Und es waren seine BBC-Erfahrungen, die Orwell die Vorlage lieferten für sein unvergessliches Ministerium für Wahrheit in seinem großen Klassiker „1984“.

George Orwell hatte in einem der großartigsten Weltzentren für Fake News gearbeitet. Und er wusste es.

Noch schwerwiegender: Das große Geheimnis von George Orwells Leben hat sich 70 Jahre lang, seit er starb, für alle sichtbar versteckt. Orwell wurde zum sadistischen Folterer in den Diensten des britischen Empires während seiner Jahre in Burma, dem heutigen Myanmar. Und als ein grundsätzlich anständiger Mann war er so angewidert von dem, was er getan hatte, dass er den Rest seines Lebens damit verbrachte, nicht nur Buße zu tun, sondern langsam und absichtlich Selbstmord zu begehen vor seinem tragisch vorzeitigen Tod noch in seinen Vierzigern.

Der erste wichtige Durchbruch in dieser fundamentalen Neubestimmung Orwells stammt aus einem der besten Bücher über ihn. „Finding George Orwell in Burma“ wurde geschrieben und 2005 veröffentlicht von „Emma Larkin“, das Pseudonym einer herausragenden amerikanischen Journalistin in Asien, hinter der ich seit langer Zeit eine alte Freundin und tief respektierte Kollegin vermute, deren andauernde Anonymität ich respektiere.

„Larkin“ machte sich die Mühe, während seiner unterdrückerischen Militärdiktatur weit in Burma herumzureisen, und ihre glänzende Forschung offenbart grundlegende Wahrheiten über Orwell. Nach seinen eigenen Schriftzeugnissen und seinem zutiefst autobiografischen Roman „Burmese Days“ (Dt.: „Tage in Burma“) verabscheute Orwell seine ganze Zeit als Kolonialpolizist in Burma, dem heutigen Myanmar.

Der Eindruck, den er in diesem Roman und dem klassischen Essay „Einen Elefanten erschießen“ systematisch erweckt, ist der eines bitter einsamen, entfremdeten und tief unglücklichen Mannes, verachtet und sogar verabscheut von seinen britischen Mit-Kolonialisten überall in der Gesellschaft, und eines lächerlichen Versagers in seinem Job.

George Orwell in der Polizeischule in Burma 1922

Das war jedoch nicht die Realität, die „Larkin“ entdeckte. Alle überlebenden Zeugen waren sich einig, dass Orwell – Eric Blair, der er damals noch war – in hohem Ansehen blieb während seiner Jahre im kolonialen Polizeidienst. Er war ein hoher und effizienter Polizist. In der Tat war es genau sein Wissen über Verbrechen, Laster, Mord und generell die Schattenseite der menschlichen Gesellschaft während seines Dienstes in der Kolonialpolizei noch in seinen Zwanzigern, die ihm die Intelligenz der Straße, Erfahrung und moralische Autorität gaben, durch all die zahllosen Lügen von rechts und links, von amerikanischen Kapitalisten und britischen Imperialisten als auch europäischen Totalitären für den Rest seines Lebens hindurchzublicken.

Die zweite Offenbarung, die Licht wirft auf das, was Orwell in jenen Jahren zu tun hatte, kommt von einer der berühmtesten und entsetzlichsten Szenen in „1984“. In der Tat, beinahe nichts sogar in den Erinnerungen von Überlebenden der Nazi-Todeslager hat etwas Vergleichbares: Das ist die Szene, wo „O’Brian“, der Geheimpolizist, den „Helden“ (wenn man ihn so nennen kann) Winston Smith foltert, indem er sein Gesicht an einen Käfig fesselt, in dem eine verhungernde Ratte bereit ist, herauszuspringen und ihn zu verschlingen, wenn er geöffnet wird.

Ich erinnere mich, dass ich mir, als ich erstmals der Kraft von „1984“ an meiner vorzüglichen nordirischen Schule ausgesetzt war, dachte: „Was für eine Sorte von Geist könnte etwas so Entsetzliches erfinden?“. Die Antwort war so offensichtlich, dass sie an mir wie an fast jedem anderen komplett vorüberging.

Orwell hat die Idee nicht „erfunden“ oder „sich ausgedacht“ als Vorrichtung in einer fiktionalen Geschichte: Es war nur eine Routine-Verhörtechnik, die von der britischen Kolonialpolizei in Burma, dem heutigen Myanmar, verwendet wurde. Orwell hat eine so teuflische Foltertechnik niemals „brillant“ erfunden als ein literarisches Konstrukt. Er brauchte es sich nicht auszudenken. Sie wurde routinemäßig von ihm und seinen Kollegen verwendet. Das war es, wie und warum das britische Empire so gut für so lange funktionierte. Sie wussten, was sie taten. Und was sie taten, war überhaupt nicht nett.

Ein letzter Schritt in meiner Erleuchtung über Orwell, dessen Schriften ich mein ganzes Leben verehrt habe – und ich tue es immer noch – wurde von unserer beunruhigend brillanten ältesten Tochter vor etwa einem Jahrzehnt geliefert, als auch sie „1984“ zu lesen bekam als Teil ihres Schul-Curriculums. Als ich es eines Tages mit ihr diskutierte, machte ich beiläufig eine offensichtliche Bemerkung, dass Orwell im Roman „Winston Smith“ war.

Mein in den USA groß gewordener Teenager korrigierte mich dann natürlich: „Nein, Papa, sagte sie, „Orwell ist nicht Winston, oder er ist nicht nur Winston. Er ist auch O’Brian. O’Brian mag tatsächlich Winston. Er will ihn nicht foltern. Er bewundert ihn sogar. Aber er tut es, weil es seine Pflicht ist.“

Sie hatte natürlich recht.

Aber wie konnte Orwell, der große Feind der Tyrannei, Lügen und Folter sich so gut mit dem Folterer identifizieren und ihn so gut verstehen? Deshalb, weil er selbst einer gewesen war.

„Emma Larkins“ großartiges Buch bringt ans Licht, dass Orwell als hoher Kolonialpolizist in den 1920er Jahren eine führende Figur eines skrupellosen Krieges war, den die Behörden des britischen Empires gegen kriminelle Drogen- und Menschenhandelskartelle führten, die kein bisschen weniger böse und rücksichtslos waren als die in der Ukraine, Kolumbien und Mexiko heute. Es war ein „Krieg gegen den Terror“, in dem alles und jedes erlaubt war, um „den Job zu erledigen“.

Der junge Eric Blair war so angewidert von der Erfahrung, dass er, als er heimkehrte, den respektablen Lebensstil der Mittelklasse aufgab, den er immer genossen hatte, und nicht nur ein idealistischer Sozialist wurde, was viele in jenen Tagen taten, sondern ein mittelloser hungernder Tramp. Er gab sogar seinen Namen auf und seine Identität. Er erlitt einen radikalen Zusammenbruch der Persönlichkeit: Er tötete Eric Blair. Er wurde George Orwell.

Orwells frühes berühmtes Buch „Down and Out in London and Paris“ ist ein Zeugnis, in welchem Ausmaß er sich buchstäblich folterte und demütigte in jenen ersten Jahren, als er von Burma zurückgekommen war. Und für den Rest seines Lebens.

Er aß erbärmlich schlecht, war dünn und von der Tuberkulose und anderen gesundheitlichen Problemen gezeichnet, rauchte stark und verweigerte sich jede anständige medizinische Hilfe. Seine Erscheinung war beinahe gräßlich. Sein Freund, der Schriftsteller Malcolm Muggeridge spekulierte, dass sich Orwell als Karikatur eines Tramps neu erfinden wollte.

Die Wahrheit war ganz klar, dass Orwell sich niemals vergab, was er als junger Agent des Empires in Burma tat. Sogar seine buchstäblich selbstmörderische Entscheidung, in die primitivste, kälteste, nasseste und verarmteste Ecke der Schöpfung auf einer entlegenen Insel vor der Küste Schottlands zu gehen, um „1984“ in Isolation fertigzuschreiben, bevor er starb, war konsistent mit den gnadenlosen Bestrafungen, die er sich selbst sein ganzes Leben angetan hatte, seit er Burma verlassen hatte.

Die Folgerung ist klar: Bei all der Intensität von George Orwells Erfahrungen in Spanien entsprangen seine Leidenschaft für Wahrheit und Integrität und sein Hass gegen Machtmissbrauch nicht den Erfahrungen des spanischen Bürgerkriegs. Sie flossen direkt aus seinen eigenen Handlungen als Agent des britischen Empires in Burma in den 1920er Jahren: Genauso wie seine Erschaffung des Ministeriums für Wahrheit direkt aus seinen Erfahrungen bei der Arbeit im Bauch der Bestie BBC in den frühen 1940er Jahren entsprang.

George Orwell verbrachte mehr als 20 Jahre damit, langsam Selbstmord zu begehen wegen der furchtbaren Verbrechen, die er als Folterer für das britische Empire in Burma beging. Wir können deshalb keinen Zweifel haben, wie sein Horror und Abscheu wäre gegen das, was die CIA unter Präsident George W. Bush tat in ihrem „Globalen Krieg gegen den Terror“. Auch würde George Orwell sofort und ohne Zögern die echten Fake News beim Namen nennen, die heute aus New York, Atlanta, Washington und London kommen, genauso wie er es in den 1930er und 1940er Jahren tat.

Lasst uns uns deshalb auf den echten George Orwell zurückbesinnen und ihn unterstützen: das Anliegen des Kampfes zur Verhinderung eines 3. Weltkrieges hängt davon ab.

——–

Autor Martin Sieff ist ein oppositioneller amerikanischer Publizist über außenpolitische Themen:

Bücher von Martin Sieff

Meine Anmerkungen:

– Die erwähnten Bücher von George Orwell habe ich alle schon in meiner Jugend mit großem Gewinn gelesen, besonders auch das weniger bekannte „Erledigt in London und Paris“. Etwa die Episode über die Behandlung eines „guten“ Steaks in einem vornehmen Restaurant kann ich nur empfehlen: das gehört sicher auch zu dem, was Sieff bewundernd die „Intelligenz der Straße“ bei George Orwell nennt.

– Die Neubewertung von Orwells Erfahrungen in Burma durch „Emma Larkin“ ist hochinteressant und wirkt auf den ersten Blick schlüssig.
Ihre beiden oben abgebildeten Bücher sind bestellt, ebenso das (hochaktuelle) Buch „Shifting Superpowers“ von Martin Sieff.

– Mehr von beidem (vielleicht) später hier in Nachträgen oder in einem eigenen Blogbeitrag

– Das Foto von Orwell von Anfang der 1920er Jahre hat eine verblüffende Ähnlichkeit mit einem anderen Zeitgenossen, der damals seine Karriere gestartet hat:

Und hier in der Bildmitte auf dem Bild mit britischen Kolonialisten in Burma ist auch nicht Wilhelm II abgebildet:

4 Jahre Weihnachtsmarkt-Elend

Zuerst kamen die LKW-Sperren, dann, AHA, ein gesunder Hass auf den Glühwein:

Der Terror zeigt Gesicht und wandelt sich: Gesundheit statt blinder Hass

Spaß beiseite: der Terror befindet sich tatsächlich im Wandel, und das hat auch mit dem Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz zu tun.

Vorwissen zum Täter

Das Breitscheidplatz-Attentat war schlecht gemacht mit extrem vielen Pannen. Eine wichtige stellt dieser Tweet von Lutz Bachmann dar:

Liveticker des Berner ‚Bund‘ in den Tagen nach dem Attentat

Der Liveticker ist leider längst gelöscht, aber der am Schluss erwähnte SPIEGEL-Artikel vom 22.12.2016 existiert noch und berichtet im wesentlichen Dasselbe. Am selben Tag war das auch in anderen Medien Thema: FAZ, taz, Stern, Deutsche Welle, BZ, watson.ch.

Brisanter Zeitablauf

Detaillierter Zeitablauf:

19.12. 20:02 Uhr: LKW am Breitscheidplatz vorgefahren
19.12. 21:38 Uhr: Festnahme eines tatverdächtigen Pakistani gemeldet
19.12. 22:16 Uhr: Lutz Bachmann twittert über tunesischen Täter
19.12. 09:53 Uhr: Polizei Berlin: Übergabe der Ermittlungen an GBA
20.12. 12:02 Uhr: Tatleugnung des Verhafteten wird berichtet
20.12. 13:06 Uhr: „Wir haben den falschen Mann“
20.12. 16:30 Uhr: Papiere des Tunesiers Amri im LKW gefunden
20.12. 19:01 Uhr: Meldung über Freilassung des verhafteten Pakistani
22.12. 11:40 Uhr: Bachmann rudert mit „Glaskugel“-Tweet zurück
23.12. 03:00 Uhr: Anis Amri in Sesto San Giovanni/Mailand erschossen

Zwischen dem 1. Tunesier-Tweet von Bachmann und der angeblichen Entdeckung der 1. Spur von Anis Amri lagen also mehr als 18 Stunden!

Bachmann selbst hat dann bis zum 22.12. wohl gemerkt, wie brisant dieses Problem war, und ruderte deshalb zurück:

Lutz Bachmann rudert zurück und braucht dringend Ruhe

Das Hauptproblem war nicht die Frage, wer ihm die Information zugesteckt hat (und warum), sondern dass sie zu diesem Zeitpunkt am Abend des Attentats offiziell noch gar nicht existierte, denn angeblich wurden die Papiere Amris erst am nächsten Tag im LKW gefunden (was natürlich auch wieder Zweifel nährte und umständliche Erklärungen erforderte).

Das war die Bombe für Bachmann:

Und über diese explosive Frage, wer da Vorwissen über den späteren Attentäter hatte und ausgerechnet Bachmann informierte, wurde danach lange geschwiegen, während es viel über andere ‚Pannen‘ mit Amri zu schreiben gab.

Bachmann hat 2020 ausgesagt

Fast 3 Jahre nach dem Attentat hat der Bundestagsuntersuchungsausschuss letztes Jahr beschlossen, Lutz Bachmann zeitnah zu seinem Vorwissen zu vernehmen, auf Antrag der Grünen und mit den Stimmen der AfD:

Alle anderen Fraktionen hatten sich im Vorfeld dagegen ausgesprochen und dann bei der Abstimmung enthalten:
Wir sehen die Gefahr, dass Bachmann die Sitzung für seine rassistischen Reden nutzt. In der Sache selbst wird er keine ehrliche Antwort geben

Die Befürchtung über rassistische Reden halte ich für eine Nebelkerze und sie hat sich auch nicht erfüllt. Es hat dann aber doch wieder fast ein Jahr gedauert, bis Bachmann am 6. November 2020 wirklich vor dem Untersuchungsausschuss ausgesagt hat, nach einigem Hin und Her, abgesagten Terminen und damit fast 4 Jahre nach seinem verdächtigen Tweet:

Bachmann-Aussage vor dem Bundestags-Untersuchungsausschuss

Bachmann hat sich damit optimal aus der Affäre gezogen: sich nur minimal von seiner ursprünglichen Aussage entfernt („mit Berliner Dialekt als Polizist ausgegeben“ statt „aus der Berliner Polizeiführung“) und den Informanten in eine glaubwürdig mögliche Anonymität versteckt. Das wäre gerade dann eine geschickte Aussage, wenn er Kontakte zu einem Geheimdienst hätte, der ihm diese Informationen gezielt gesteckt hatte, damit er damit Stimmung macht.

Ergebnis:
1. Bachmann hat jetzt seine Ruhe
2. Sein Informant ist geschützt
3. Die Berliner Polizei(führung) ist ein Stück weit entlastet
4. Das dokumentierte Vorwissen ist bestätigt.

Mediale Nebelkerzen

Vor der Vorladung und noch zwischen Vorladung und Aussage hatten Medien immer wieder versucht, Nebelkerzen zu werfen. Zum Beispiel die Tagesschau am 10.6.2020:

„Über undichte Stellen in der Berliner Polizei gab es von Beginn an eine Debatte. So hatte der rechtsradikale ‚Pegida‘-Gründer Lutz Bachmann wenige Stunden nach dem Attentat vom 19. Dezember 2016 auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche über den Kurznachrichtendienst Twitter folgende Meldung verbreitet: ‚Interne Info aus Berliner Polizeiführung: Täter tunesischer Moslem. Das der Generalbundesanwalt übernimmt, spricht für die Echtheit'“.
Und wieder am 24.9.2020:

Die Vernebelung bestand hier darin, dass wenn ein Berliner Polizist in einer AfD-Chatgruppe noch am Tatabend die tunesische Nationalität an Lutz Bachmann verraten hätte, ein viel größeres Problem sofort offensichtlich wäre:

Die Tatsache nämlich, dass die Information am Tatabend in der Polizei überhaupt schon existierte.
Was das bedeutet, wurde aber von Medien weder unmittelbar nach dem Attentat, noch in den fast 4 Jahren bis zu Bachmanns Aussage noch danach thematisiert
, weil sie die offizielle Version des Attentats auf den Kopf stellt.

Zahllose Pannen

Nach dem Attentat sind zahlreiche Pannen bekannt geworden, die von den Medien in immer neuen Variationen berichtet werden.
Die Quintessenz der Pannen war, dass Amri keinesfalls ein unbeschriebenes Blatt, sondern den Sicherheitsbehörden so bekannt war, dass man sich fragen muss, warum er noch im Land und auf freiem Fuß war und ob er evtl. von Behörden geschützt wurde:

Peter Schaar, Trügerische Sicherheit

Und hier wird nur die allzu berechtigte Frage gestellt, inwieweit die Sicherheitsbehörden und die Überwachung (nicht) in der Lage sind, Sicherheit herzustellen. Die Frage, ob sie etwa beim Terror aktiv mitmischen oder ihn fingieren, wird nicht gestellt.

UA-Mitglieder haben eine Ahnung

Auch Mitglieder des Bundestagsuntersuchungsausschusses finden viele sehr merkwürdige Punkte in der Amri-Geschichte:

Das sind alles valide Punkte. Die Sache mit Mailand zB bedeutet, dass Amri am 19.12.2016 gar nicht in Berlin gewesen sein müsste, damit doch Spuren von ihm am LKW gefunden werden konnten. Die angebliche und bereits am 23.12.2016 erforschte Fluchtroute von Amri von Berlin nach Mailand war ja auch reichlich kompliziert.
Dieser Punkt war anderen Beobachtern allerdings noch im Dezember 2016 aufgefallen:
Ein Rätsel ist zum Beispiel auch die Tatsache, dass der Lkw, den Amri offenbar für sein Attentat auf dem Berliner Weihnachtsmarkt benutzte, seine Fahrt ursprünglich in Italien begonnen hatte. In Cinisello Balsamo, nur ein paar Kilometer von Sesto San Giovanni entfernt. Ein Zufall?“

Apropos „Helden von Mailand„: Foto mit Hitlergruß sorgt für Wirbel
(Was für ein Extremisten-Stadel!)

Aufklärung nicht zu erwarten

Es wirkt, als träten die Untersuchungen auf diese Weise jahrelang auf der Stelle. Die Rätsel und Pannen werden zwar hier und dort erwähnt oder gar gesammelt, aber niemals zu einem Bild zusammengefügt, das der offiziellen Version widerspricht:

Verdrehen, Vernebeln und Verschleppen, bis es niemanden mehr interessiert.

Der entscheidende Punkt dabei ist, dass Anis Amri offiziell tot ist und ihm keine Schuld mehr gerichtlich nachgewiesen werden muss. Es reicht also aus, die offizielle Tatversion gelegentlich in Medien zu wiederholen, z.B. im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Opfer, um aus ihr eine unbestreitbare Wahrheit zu machen.

Begründete Zweifel sind Hass

Ein sehr gutes Video über das Attentat vom Breitscheidplatz wurde bereits mehrfach von Youtube gelöscht weil es angeblich ‚Hassreden‘ verbreitet:

Das Video ist allerdings noch vereinzelt auf anderen Plattformen verfügbar. Hier kann noch jeder selbst nach der Hassrede suchen:

Video ohne Hassrede, aber mit unerwünschten Einsichten zum Attentat auf dem Breitscheidplatz

Das gilt auch für Bücher, die zu ähnlichen Schlüssen kommen:

Terror mit begrenzter Wirkung

Das Attentat am Breitscheidplatz ein gutes Jahr nach der Einwanderungswelle von 2015 hat nicht ausreichend gewirkt, auch nicht der erneute Versuch ein Jahr später von SPIEGEL und WELT, Angela Merkel damit zu stürzen.
Texte, Videos und Bücher, die die offizielle Version bezweifeln, hatten offensichtlich eine so große Reichweite, dass sie die Wirkung des Attentats stark reduzierten.

Terrorexperte denkt weiter und quer

Terrorexperte Peter R. Neumann war sehr nah dran und schnell bei Amri:

„Starke Beweise“, dass es eine direkte Verbindung zum IS gab:
Die ZEIT machte einen wahren Artikel daraus.
Nicht weniger gern als das Qualitätsblatt nahm Bild später den neuesten Schrecken aus Nahost:

Oder auch die Mainpost. Aber so langsam ging es abwärts mit dem IS-Schrecken:

Peter R. Neumann über das Weihnachtsmarkt-Attentat von Strasbourg

Auch wenn das Thema mit Wien nochmals aufgeflackert ist:

Das Thema islamistischer Terror läuft insgesamt nicht mehr rund.
Außerdem spielt es „Rechtspopulisten“ zu sehr in die Hände, auch wenn sich Lutz Bachmann ein wenig die Finger daran verbrannt hat.

Zeit also zum Umdenken und zu neuen Perspektiven:

Nicht nur in BILD, sondern auf allen Kanälen, auch beim ZDF:

Da kommt etwas Neues. Auf die Radikalisierung bei Peter R. Neumann ist Verlass. Er forscht und arbeitet daran, und schon eine ganze Weile in Richtung Corona.
Mit diesem Wissen kann man die Querdenker nur vor Radikalisierung warnen, vor allem natürlich vor naiver und geschwätziger Radikalisierung wie im Sympathisanten-Umfeld der RAF.

Corona in Frankreich

Ausgangspunkt dieser Betrachtungen ist eine sehr schöne Animation eines Soziologie-Professors, der alle Todesfälle eines Tages in Frankreich von 2000-2020 auf denselben Jahreskreis geplottet hat:

Tägliche Todesfälle in Frankreich 2000-2020

Man erkennt, dass sich die Zusatztoten 2020 (rote Linie), die (direkt oder indirekt durch diverse Behandlungsfehler) durch Corona verursacht wurden, in diesen 20 Jahren nur mit den Toten vom August 2003 vergleichen lassen, als eine außergewöhnliche Hitzewelle vor allem alte und geschwächte Menschen das Leben kostete. Neben der 1./Frühjahrswelle im März+April zeigt die rote Kurve auch die 2./Herbstwelle ab Ende Oktober. In den Jahren davor (2013-2016) gibt es auch einige auffallende saisonale Grippewellen von Januar-März, die aber höchstens halb so viele Opfer fordern wie die Corona-Frühjahrswelle 2020.

Corona und die Hongkong-Grippe

Der Ökonom Pierre Aldama hat zu dieser Animation die Jahre 1968-1999 hinzugefügt und ist zu folgendem Bild gekommen (Beschriftung von mir übersetzt und ergänzt):

Interessanterweise wurde erst im März 2020 ein Artikel veröffentlicht, der die Zahl der Todesfälle durch die Hongkong-Grippe (gelbe Kurve) in Frankreich nach einer Schätzung des Epidemiologen Antoine Flahault von 2003 auf 31000 in 2 Monaten bestimmte und feststellte, dass ihre Schwere damals in den frz. Medien drastisch unterberichtet und unterschätzt wurde. So wurde sie im Sommer 1969 für beendet erklärt, bevor sie in Europa richtig zugeschlagen hat und in Frankreich geschätzt ca. 1/4 der Bevölkerung krank wurde, ohne dass es irgendwelche Beschränkungen des öffentlichen Lebens gab.
Weltweit war die Hongkong-Grippe mit insgesamt 1 Million Toten eine der 9 großen Grippe-Epidemien, wurde aber von 1-5 Kategorien nur in Kategorie 2 eingeordnet, wobei diese aber nur einmal (von der Spanischen Grippe 1919: Kategorie 5) überschritten wurde.
Der frz. Wikipedia-Artikel zur Hongkong-Grippe ist erheblich ausführlicher als der deutsche. Wikipedia berichtet aber für Deutschland (BRD+DDR) von 52500 Personen, die an diesem Virus gestorben sind.

Erst die beiden Corona-Wellen von 2020 kamen in Frankreich gemeinsam wieder in diese Größenordnung, in Deutschland aber bei weitem nicht.
Auch im schwer betroffenen Frankreich ist die Corona-Epidemie also mit einer schweren Grippeepidemie vergleichbar, in Deutschland dagegen höchstens mit einer mittelschweren saisonalen Grippewelle.
Auffällig ist, dass beide Epidemien deutlich außerhalb der normalen Grippesaison (von Ende Dezember bis Ende März) zugeschlagen haben.

Hier die Gesamtsterblichkeit von Frankreich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bis Ende November 2020:

Übersterblichkeit in schwerer von Corona betroffenen kontinentaleuropäischen Ländern

Gemeinsam mit Belgien, Spanien und Italien gehörte Frankreich zu den in Summe von beiden Wellen besonders hart getroffenen Ländern.
Im Vergleich dazu gab es in Deutschland, Dänemark oder Norwegen wenig oder kaum zusätzliche Todesfälle wegen Corona, deutlich weniger als durch die Grippewelle von 2018:

Maßnahmen hart und wenig wirksam

Die französischen Ausgangsbeschränkungen waren bereits in der 1. Welle besonders rigoros und verboten den Franzosen auch Waldspaziergänge mit der Familie. Im Frühjahr wurden Jäger von Politikern aufgefordert, Spaziergänger zu denunzieren, was für Empörung und Dementis sorgte. Trotzdem galten für Jäger selbst auch im Herbst wieder Sonderregeln.

Im Herbst gehörte Frankreich trotz der harten Maßnahmen vom Frühjahr und auch mit weniger Lockerungen über den Sommer (als in den Niederlanden oder Dänemark) bei den „Fällen“ (also positiven Corona-Tests) zeitweise wieder zu den stark betroffenen Ländern, bevor eine erneuter strenger Lockdown das Niveau leicht unter das niederländische, dänische und deutsche Nievau drückte:

Deswegen gilt Frankreich deutschen Hardlinern als Vorbild.
Bei den entscheidend zu vermeidenden Todesfällen dagegen hat Frankreich bisher weder das dänische, noch das niederländische, deutsche oder auch nur das schwedische Niveau erreicht:

Man kann also Frankreich auch gut als Beispiel anführen, dass der Lockdown nicht das hält, was sich seine Verfechter von ihm versprechen. Und das mit sehr starken Einschränkungen für die Bürger, viel härter als bisher in Deutschland, den Niederlanden oder gar Dänemark und Schweden. In den Niederlanden, Dänemark und Schweden ist besonders auffällig, dass sie im Verhältnis zu den „Fällen“ besonders wenige Todesfälle verzeichnen.

5 Jahre Ausnahmezustand

Mit mehrfach verlängerten Ausnahmezuständen ab 2015 wegen Terror und den Corona-Lockdowns leben die Franzosen inzwischen schon 5 Jahre mit kurzen Unterbrechungen im Ausnahmezustand. Was die Bedrohung von Rechtsstaatlichkeit und Freiheit angeht, wirkt das Corona-Regime also dort weiter, wo das Terror-Regiment noch lange nicht aufgehört hat. Der Corona- und der Terror-Komplex sind also nicht nur über das kommentierende Personal verbunden.

Im Schutz des Ausnahmezustands schlägt die Polizei brutal zu und sind Bürgerrechte stark eingeschränkt. Die Gewalt trifft keineswegs nur Minderheiten und die Regierung stellt sie nicht nur der facto straffrei, sondern wollte es auch de jure tun, indem sie Filmaufnahmen von Polizeigewalt unter härtere Strafe stellen wollte als die Gewalt selbst.

Risse durch Europa vertieft

Nach der Finanzkrise seit 2010 wird also die Spaltung und Krise Europas durch Corona vertieft. Das sieht auch dieser ARTE-Beitrag vom 10. November so:

Exkurs: Übersterblichkeit

Das französische Statistikamt hat diesen Plot der Sterblichkeit in Frankreich veröffentlicht:

2020 in Rot wie in der runden Darstellung ganz oben

lässt sich die 1. Welle im März und April 2020 nochmals separat im Ausschnitt tagesgenau plotten:

Tägliche Sterbezahlen im März und April 2020 im Vergleich mit Durchschnittswerten

Die Berechnung einer Übersterblichkeit hängt schon ganz naiv betrachtet vom Referenzniveau ab, hier zum Beispiel dem Durchschnitt der letzten 5 Jahre. Sie hängt außerdem vom Zeitfenster ab, hier März bis April. In diesem Zeitfenster wird die Übersterblichkeit von 18000 zwischen 16.3. und 25.4. durch die Untersterblichkeit vorher und nachher reduziert auf 16000. In diesem Fall von einer Übersterblichkeit von ca. 20000 Toten in den 40 Tagen der 1. Welle zu sprechen, ist also nicht ganz falsch.

Interview mit einem Experten beim statistischen Bundesamt über die Berechnung der Übersterblichkeit.

Nachtrag 16.12.2020
Am 5.1.1970, also in der noch nicht ganz beendeten Sterbewelle mit ca. 50000 Toten in Gesamtdeutschland veröffentlichte der SPIEGEL diesen launigen Bericht:

SPIEGEL über die Schrecken der Hongkong-Grippe

Die Zitate:

„Das beste Mittel dagegen ist viel Arbeit“, befand Münchens OB Hans-Jochen Vogel.
„Mit Einbruch des Winters auf der nördlichen Erdhälfte, so schlossen die WHO-Experten, würde sich ‚A 2-Hongkong‘ abermals in Europa ausbreiten.

Nachtrag 17.12.2020
Bereits im April hat die Abendzeitung über die Hongkong-Grippe in München berichtet: „hoffnungslos“ bei insgesamt 16 Toten in der Stadt

Nachtrag 28.12.2020
Dieser Schweizer Bericht aus einem französischen Pflegeheim ist sehenswert und erschütternd. Man sperrt die Menschen ein wie Vieh und kujoniert sie unter dem Vorwand, sie schützen zu wollen:

Beeindruckend, wie klar die alte Frau noch denkt und ihre selbstverständlichen Interessen formuliert.
Es gibt übrigens keine Hinweise darauf, dass die Lage in dt. Pflegeheimen grundsätzlich besser ist für die Insassen. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass die Maßnahmen den wirklich Betroffenen wenig nützen.

Nebenwirkungen Pfizer

Der österreichische Science-Blogger Peter F. Mayer schaut hinter die Jubelmeldungen auf die bekanntgewordenen Nebenwirkungen des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs gegen Corona:

„84 Prozent der Teilnehmer zeigten Nebenwirkungen durch die Impfung, die aber laut FDA innerhalb der erwarteten Parameter einer Impfung liegen. Die Angaben sind etwas präziser als in den Unterlagen der UK-Behörden:

63 Prozent litten unter Erschöpfung
55 Prozent gaben an, Kopfschmerzen zu haben
32 Prozent bekamen eine Erkältung
24 Prozent hatten Gliederschmerzen
14 Prozent bekamen Fieber

Die FDA berichtet außerdem von vier Fällen einer temporären Gesichtslähmung (Bell-Lähmung), die im Zusammenhang mit der Impfung auftraten. Kein Teilnehmer der Placebo-Gruppe zeigte derartige oder ähnliche Symptome. Die Arzneimittelbehörde empfahl daher eine „Überwachung“ hinsichtlich solcher Fälle, wenn der Impfstoff in größeren Bevölkerungsgruppen eingesetzt werde

Die Patienten mit Gesichtslähmung wurden auch in internationalen Medien berichtet. Hier Beispielbilder dazu:

Den ganzen Beitrag von Peter F. Mayer lesen:

Die Nebenwirkungen des mRNA Impfstoffes der Firmen Pfizer und BioNTech sind heftiger als wir das von anderen Impfstoffen kennen. Das ist den Unterlagen der britischen Behörden zu entnehmen, die bereits mit der Impfung begonnen haben. Beim klinischen Test des Impfstoffes in den USA gab es sechs Todesfälle, die jedoch nicht auf den Impfstoff zurückzuführen seien.

Aber zunächst zu den Nebenwirkungen. In Großbritannien wurden erste Impfungen mit dem Impfstoff begonnen. Zugelassen ist er aber nicht generell wie fälschlich behauptet wird, sondern es ist nur eine dedizierte Charge aus der Produktion zur Verwendung freigeben worden.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Die Unterlagen für die Zulassung enthalten auch Informationen für Ärzte. Darin finden sich auch die Angaben über Nebenwirkungen und Möglichkeiten zur Behandlung.

In einer großen Studie der Phase 3 erhielten insgesamt 21.720 Teilnehmer im Alter von 16 Jahren oder älter mindestens eine Dosis des COVID19-mRNA-Impfstoffs BNT162b und 21.728…

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Hollywood mit Reiner und Ken

Es geht um diese Produktion:

Anwalt Reiner Fuellmich erläutert seine geplante Sammelklage in den USA gegen Christian Drosten

Kurzfassung des Inhalts:
Reiner Fuellmich hat im Corona-Untersuchungsausschuss Material über die Rolle des Corona-PCR-Tests gesammelt und plant damit gegen seinen Urheber Christian Drosten eine Sammelklage auf Schadenersatz in den USA. Drosten habe einen absichtlichen Betrug begangen, indem er seinen PCR-Test für Zwecke in Umlauf brachte, von denen er wisse, dass der Test das nicht leisten kann, und soll für enorme, vor allem wirtschaftliche, Folgeschäden der Lockdowns haftbar gemacht werden. Das US-Beweisrecht sei besser geeignet als das deutsche, um die klaren Fakten zur Anklage zu bringen, die im Corona-Untersuchungsausschuss gesammelt worden seien.

Das ist ein Plot, wie er aus Hollywood stammen könnte: Ebenso tüchtiger wie ein wenig idealistischer Anwalt deckt weitgehend im Alleingang einen Skandal auf, überwindet einsam unüberwindliche Hürden, vor denen praktisch die gesamte Welt schon kapituliert hat, und gewinnt am Ende vor der rettenden US-Justiz einen grandiosen Sieg für die Gute über das Böse in der Welt

Die Geschichte klingt ein wenig merkwürdig, wenn man Rechtsfälle wie diesen vor Augen hat, aber mit Justiz-Optimismus und ohne Geläster lassen sich trotzdem bessere Spielfilme drehen.

Die Story nur mit Reiner

Die sehr optimistische Geschichte erzählt Reiner Fuellmich auch alleine und ohne Ken Jebsen:

auch auf Englisch mit spanischen Untertiteln und auf Französisch.
Die Sache scheint tatsächlich recht groß und selbstbewusst angelegt zu sein. Wer steht dahinter? Reicht das wirklich?

Die deutsche Beweispraxis

In diesem Video erklären zwei Anwälte Sucharit Bhakdi und Karin Reiss, dass vor deutschen Verwaltungsgerichten Aussagen des RKI praktisch wie absolute Wahrheiten behandelt und nicht hinterfragt werden. Es sei hier praktisch aussichtslos, eine Beweisaufnahme (wie von Reiner Fuellmich geplant) überhaupt nur zu initiieren:

Dass dt. Verwaltungsgerichte in der Regel gar keine Faktenfeststellung zulassen, sondern einfach dem RKI glauben, einer an Weisungen der Bundesregierung gebundenen Bundesbehörde, würde dann doch ein merkwürdiges Licht auf die Gewaltenteilung in Deutschland werfen.

Letzte Meldung

RA Fuellmich soll diese Woche, gewissermaßen als ersten Schritt, Klage gegen Philip Kreißel vom ‚Volksverpetzer‘ erhoben haben auf Unterlassung und Widerruf der Verleumdung von Wolfgang Wodarg. Die Klageschrift gibt es hier. Die Petze hat sich schon vor Wochen darüber empört.

Nachtrag 27.11.2020
Interview mit Füllmich in der Fuldaer Zeitung.

Nachtrag 16.12.2020
Details zur Abmahnung von Christian Drosten durch Reiner Füllmich, die dann in 2021 in eine Schadenersatzklage münden soll.

Nachtrag 26.01.2020
Neues Interview von Rainer Füllmich bei Punkt.Preradovic:

Das wirkt so, als würde da etwas vorangehen, als wären große Siege nur noch eine Frage der Zeit.
Kann ja vielleicht alles stimmen, was er sagt, aber er dreht dann ein riesiges Rad.
Dann stellt sich die Frage: Warum lebt er noch?
Oder anders gefragt: Wer schützt ihn?

Rebeccas dubiose Rolle

Rebecca Sommer war im Bundestag und hat Peter Altmaier in ziemlich unfreundlicher Weise mit Fragen bedrängt. Die Fakten zum Beispiel in der ZEIT:

Das war eine ungute, wenn auch zu keinem Zeitpunkt gewalttätige oder gefährliche Aktion. Der Freitag wiegelt deshalb ab:

Mir geht es um einen ganz anderen Punkt: die merkwürdige Rolle von Rebecca Sommer. Schon länger sammle ich Material für einen Artikel über ihre merkwürdigen Medienauftritte, habe aber bisher noch auf einen Artikel verzichtet.
Jetzt, mit diesem neuen Auftritt in einem ganz anderen Thema, hat sich das geändert und das Material (und die Überlegungen dazu) haben einen guten Anlass gefunden, veröffentlicht zu werden.

Damaskuserlebnis

*Damaskuserlebnis: vom Saulus zum Paulus bekehrt
Erstmals begegnete mir Rebecca Sommer im Frühjahr 2018 als Kronzeugin gegen die Flüchtlingspolitik.
Die Geschichte: eine Flüchtlingshelferin hat gelernt, dass es sich bei ihren Schützlingen um undankbares, integrationsunwilliges Gesindel handelt:

So richtig ich Kritik an der Migrationspolitik von 2015 fand, so merkwürdig kam mir doch dieser schnelle Drehung innerhalb von 2,5 Jahren um 180 Grad vor: Wie kann es sein, dass ein erwachsener Mensch mit „2 Jahrzehnten“ Erfahrung in der Arbeit mit „indigenen Völkern“ eine so wenig stabile Meinung über die Chancen von Migration und ihre Risiken hat, vor allem wenn sie so extrem und unkontrolliert abläuft wie 2015/16? Soll ich an diese wundersame Bekehrung glauben? In diesen Zweifeln hat mich der Kommentar eines echten Flüchtlingshelfers unter dem Artikel bestätigt:

Das passt wie die Faust aufs Auge: Rebecca Sommer hat anscheinend zunächst mit ihrer Naivität gegenüber Flüchtlingen genervt (vgl. auch Tagesspiegel-Bericht unten). Andere Flüchtlingshelfer waren viel realistischer und hatten deshalb große Probleme mit ihr. Dann hat sie plötzlich ihre Position um 180 Grad gedreht. Haas weist explizit darauf hin, dass dieser Wechsel von der totalen Naivität in eine große Ablehnung überhaupt nicht zu ihrer großen Erfahrung passt. Sie hätte 2015 bereits kritischer sein müssen und wegen erwartbaren Missbrauchs der Hilfsbereitschaft durch manche nicht komplett umkippen dürfen.

Die Frage war bereits 2018:
Ist Rebecca Sommer zu trauen? Oder spielt sie ein perfides Spiel? Arbeitet sie gar daran mit, die Öffentlichkeit mit unversöhnlichen Extrempositionen zu quälen und wechselt sie deshalb zwischen diesen hin und her?

Die bösen Geister von Mordor Moria

Dieses Jahr hat Frau Sommer nun „exklusiv“ vom brennenden Flüchtlingslager Moria auf Lesbos berichtet:

Telefoninterview von Lesbos mit „brandheißen“ Insiderinfos

Ich behaupte gar nicht, dass nicht vieles stimmt, was sie in diesem Interview erzählt, dass die Feuer in Moria koordiniert gelegt wurden und dass es da auch einen Zusammenhang zu politischen Aktionen in Deutschland gibt: da kann durchaus vieles stimmen.

Auffällig ist die Rolle von Rebecca Sommer, wie sie sich in diesen Zitaten aus dem Interview widerspiegelt:
„Dann kamen Nachrichten von NGOs, mit denen ich in Kontakt stehe“
„Gestern Nacht haben meine Kontakte im Camp einen Mann und eine Frau gesehen, deutsche NGOs laut ihrer Ausage“
„Ich habe übrigens im Moria-Camp selbst auch in vielen Zelten solche Drohnen gesehen. Die kriegen sie von den NGOs, die wirklich unglaublich gut organisiert sind“

Rebecca Sommer behauptet einerseits, sie habe Kontakte zu NGOs, die sie mit Informationen versorgen. Andererseits erhebt sie unglaubliche Vorwürfe gegen diese NGOs. Wie passt das zusammen?
Was sie über ihre eigene Rolle preisgibt, klingt mehr oder minder nach einer Agententätigkeit, ihrer Tätigkeit als Agentin zwischen den Fronten der Flüchtlingspolitik, zwischen NGOs und Gegnern, die diese NGO als Schleuserorganisationen bezeichnen. Agenten dieser Art veröffentlichen aber normalerweise ihre Erkenntnisse nicht selbst, um sich und ihre Quellen zu schützen.
Andererseits ist Rebecca Sommers Überlaufen ins Camp der Migrationsgegner seit 2018 weithin bekannt und sie ist auch als „rechte“ Gegnerin identifiziert. Das dürfte eine erfolgreiche Agentenrolle in den NGO ziemlich erschweren.
Rebecca Sommers Berichte über ihre Rolle sind unglaubwürdig und können mit mehreren Hypothesen erklärt werden:

– Sie erfindet wesentliche Teile ihrer Behauptungen über Aktivitäten der NGOs
– Sie erhält ihre Informationen nicht direkt von Quellen in den NGOs, sondern über ein wesentlich komplexeres Netzwerk, über das sie sich ausschweigt

Kaum denkbar, dass sie sich mit Erik Marquardt trifft und von ihm Informationen bekommt, was die NGOs gerade wieder planen:

Würden sie zusammenarbeiten, dann hätten sie jedenfalls ein optimales Konzept, wie sie die Öffentlichkeit gezielt spalten und beide Seiten maximal gegeneinander aufbringen könnten.

Alte Geschichten

Die Menschenrechtsaktivistin

Auch Qualitätsmedien haben früher (eher sehr positiv) über Rebecca Sommer berichtet. 2012 tat das zum Beispiel das ZDF in einer Reportage:

Die GFBV (Gesellschaft für bedrohte Völker) die sich darüber freute, wurde übrigens als „rechte“ Menschenrechtsorganisation gegründet, die sich am liebsten mit Menschenrechtsverletzungen in kommunistischen Staaten beschäftigte. So gesehen hatte Rebecca Sommer schon immer einen eher „rechten“ als „linken“ Hintergrund bei ihrer Arbeit mit „indigenen Völkern“.

Das helle Deutschland

Der Tagesspiegel, der sich heute besonders eifrig über die „rechte Aktivistin“ im Bundestag empört, war 2015 noch voller Begeisterung über Sommers Arbeit mit Flüchtlingen:


Die Naivität von 2015, die Uli Haas glaubwürdig erwähnt und kritisiert hat, wurde damals vom Tagesspiegel aufs Feinste dokumentiert: Tanzen und „mit nach Hause nehmen“ – alles ganz easy, keine Gefahren!

Sommer, die damals als „Helles Deutschland“ abgefeiert wurde, löst heute mit der „dunklen“ AfD im Bundestag Empörung aus.
Die Währung „politische Korrektheit“ scheint eine kurze Haltbarkeit zu haben!

AfD unklug

Ich halte es für extrem unklug von der AfD, jetzt beim ganz anderen Thema Corona-Maßnahmen diese Frau aus dem Flüchtlingskontext ins Boot und in den Bundestag zu holen. Glaubt man dem ZEIT-Artikel scheint so ganz klar noch nicht einmal zu sein, wer genau diese Frau eingeladen hat zu einem Plenartag, zu dessen Thema sie ja nun wirklich nichts beizutragen hat:
„Frau Sommer wurde von meinem Büroleiter angemeldet auf Bitten eines Fraktionskollegen, der sie ursprünglich eingeladen hatte, aber verhindert war“.
Andere Version der taz:
„Am Nachmittag änderte der AfD-Abgeordnete Bystron seine Aussage“
Das ist ein extrem interessanter Punkt bei einer Frau, die einen strengen Agenten-Geruch verströmt.

Die AfD war anfangs bei Corona durchaus auch auf der alarmistischen Schiene unterwegs:

Man möchte ihr gerne glauben, dass sie dazugelernt hat, was die Gefährlichkeit des Virus und die Unangemessenheit der Maßnahmen angeht. Das gilt natürlich genau dann nicht, wenn sie das Thema nutzt, um einer dubiosen Aktivistin wie Rebecca Sommer einen Auftritt im Bundestag zu verschaffen.

Mit dem Auftritt von Rebecca Sommer wurde der Eindruck einer eigentlich moderaten und guten Rede von Alexander Gauland im Bundestag komplett getilgt:

Einen hammwer noch

Ex-Geheimdienstler Maaßen mit Rebecca Sommer

Rendez-vous der falschen Helden und Heldinnen?

Nachtrag 23.11.2020
Der Postillon:
„Wenn Ihnen in unserer Demokratie etwas nicht passt, dann gründen Sie gefälligst einen Wirtschaftsverband und bedrohen uns anschließend mit schweren wirtschaftlichen Folgen oder schlechter Presse, wie es sich gehört“

Jens Berger:
„Entweder ihr seid für uns oder ihr seid für die AfD“
Guter Punkt: Wird die AfD dafür eingesetzt, Positionen zu tabuisieren? Spielt sie oder spielen Teile von ihr dabei bewusst mit?
Auch dazu gibt es eine intelligente alte Satire des Postillon:

Nachtrag 21.12.2020
Rebecca Sommer hat sich per eMail gemeldet und über eine Diffamierung Ihrer Person beschwert. Ich verletze Ihre Rechte.
Sie behält sich rechtliche Schritte vor und verlangte zu diesem Zweck meine Meldeadresse, die sie soeben in der Antwort erhalten hat.
Ich habe mich bereit erklärt, eine Verletzung ihrer Rechte ohne rechtliche Schritte abzustellen, sofern sie sie mir glaubhaft macht.
Wegen der Einschätzung, dass sie an Titel und Permalink des Beitrags Anstoß nimmt, habe ich beide geändert.

Nachtrag 23.12.2020
Rebecca Sommer ist damit nicht zufrieden und verlangt formlos (per eMail) die Löschung dieses Blogbeitrags bis heute 12:00 Uhr.
Meinem Wunsch, diffamierende Stellen zu benennen und Änderungen vorzuschlagen, ist sie nicht nachgekommen. Das gebe sie lieber ihrem Anwalt, dann lohne es sich auch.
Ich habe Ihr noch angeboten, eine Gegendarstellung zu veröffentlichen oder in einem sachlichen Blogbeitrag zu verlinken. Ansonsten harre ich der Dinge, die da im Jahr 2021 kommen mögen.

Kindermund

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Georg Nüßlein, CSU, Neu-Ulm, eröffnete seinen Debattenbeitrag heute so:

Freud’scher Versprecher: sprachliche Fehlleistung, bei der angeblich ein eigentlicher Gedanke oder eine Intention des Sprechers unwillkürlich zutage tritt

Hier die ganze Rede des wackeren Mannes:

Vielen Dank, Herr Abgeordneter, jeder weiß, dass Ihnen das Wort ‚Impfpflicht‚ vorne auf den Lippen lag, weil sie es leugnen wollten oder sollten, aber hilft ja nichts……
Es gibt dafür eine Vorgeschichte, die das alles in den richtigen Kontext setzt:

Vorgeschichte

Bundeskanzlerin Merkel hat in Vorbereitung der heutigen Zustände bereits am 8. Mai 2019, also um ihre Zitterphase herum, gesagt, dass die Diskussion um die Impfpflicht wichtig ist:

Natürlich ging es damals „nur“ um die Masern, aber das inspirierende Personal hatte doch erstaunliche Ähnlichkeiten mit dem, das in der Corona-Krise mitmischt.
Der „Star-Virologe“ mit der merkwürdigen akademischen Vita war da:

Der offizielle WHO-Chef, Dr. Tedros, war da (der heimliche damals nicht):

Jens Spahn, der die Impfpflicht gegen Masern prompt durchgesetzt hat, war präsent im Thema #GlobalHealth „Globale Gesundheit“:

Und das heute noch präsentere Thema der internationalen Kooperation bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen war ebenfalls vertreten:

Alle Corona-Themen waren also bereits da am 8. Mai 2019, Tag der deutschen Kapitulation, und auch Dr. Georg Nüßlein war anwesend:

Es ist also nur allzu verständlich, dass Georg Nüßlein weiß, wie wichtig die Impfpflicht ist und sie ihm deshalb ganz vorne auf der Zunge liegt, auch wenn er sie eigentlich leugnen soll und will.

Nachtrag 24.11.2020
So geht Impfpflicht ohne Impfzwang:

Nachtrag 29.11.2020
Georg Nüßlein ist in der Materie drin. Hier ein Gespräch mit Markus Haintz:

Tageshetze spiegelt

Politik und Medien sind überwiegend voller Empörung darüber, dass die Polizei die Anti-Corona-Demonstration in Leipzig am vergangenen Samstag nicht rigoros aufgelöst hat.

Exemplarisch waren Berichterstattung und Kommentare im Berliner Tagesspiegel:

Man sieht hier, wie ungut es ist, Berichterstattung und Kommentare durch Einbettung in Tweets zu vermischen:
„Der Mob“: damit sind die Polonaise-Tänzer von Video 4 gemeint.
„Elmsfeuer“ ist ein anonymes Profil, das erst seit September (!) 2020 bei Twitter unterwegs ist und sich seither hauptsächlich an Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen abarbeitet und dabei praktisch täglich radikalisiert. Sein Lieblingsfeindbild scheinen dabei Anwälte zu sein. Das Profil trägt nicht nur den Hashtag #nofdp, sondern fordert jetzt auch den Rücktritt des sächsischen Innenministers Roland Wöller (CDU) im Gleichklang mit weiteren Medien und Politikern:

Aktivismus und Journalismus werden hier völlig ununterscheidbar.

Und das alles wegen eines Polizeieinsatzes und einer genehmigten Demonstration, bei der objektiv niemand zu Schaden gekommen ist.

Wirklich katastrophal ist, dass die Wertungen solcher Radikalinskis, von denen niemand weiß, um wen es sich handelt, aus dem Live-Ticker praktisch 1:1 auch in die Kommentare des Tagesspiegels übernommen werden:

Die ‚Eskalation‘, von der hier die Rede ist, ist in keinem der Videos nachzuvollziehen, die allesamt friedliche Szenen zeigen. Die Eskalation geht vor allem von solchen Aktivisten und Kommentaren aus, die oft allein deshalb scharf werden, weil viele Demonstranten keine Masken tragen, wie man auch hier in der Bildunterschrift lesen kann. Dabei sind schon die Fakten falsch, denn die Pferde tragen keine Masken, sondern ein Plastik-Schutzschild über den Augen.

Auch der Tagesspiegel-Journalist Julius Geiler tut sich wie die anonymen Profile auf Twitter damit hervor, pausenlos auf Anti-Corona-Aktivisten einzuprügeln. Es stört ihn und die anderen Kommentatoren ungemein, wenn Demonstranten und Polizisten gleichermaßen mit dem friedlichen Verlauf in Leipzig zufrieden sind:

Und Geiler (dem ‚elmsfeuer1‘ und ‚Shelly Pond‘ auch auf diesen Tweet antworten: Zitierzirkel?) schreibt regelmäßig Kommentare über Anti-Corona-Demonstrationen, immer mit demselben Tenor:
Seit Monaten radikalisiert sich die Bewegung aus Pandemie-Leugnern, Verschwörungsideologen und Skeptikern der Corona-Maßnahmen im Schnelldurchlauf

Gefangenen-Experiment?

Könnte es sein, dass sich nicht nur die „Skeptiker der Corona-Maßnahmen“ radikalisieren, sondern vor allem auch ihre Beobachter beim Tagesspiegel? Weil sie sich als Bewacher anderer zugunsten der Corona-Regeln verstehen und zunehmend aggressiv auf ihre sture Opposition reagieren?

Das Stanford-Gefangenen-Experiment ist berühmt dafür, dass es die Eskalation in der Beziehung zwischen Gefangenen und Wärtern experimentell untersucht und erklärt hat. Als Faktoren für diese Eskalation hat es auf Seiten der Wärter u.a. identifiziert:

Eskalationsfaktoren im Stanford-Gefangenen-Experiment

Es war kein Zufall, dass die Faktoren für die Eskalation damals vor allem auf der Seite der Wärter gefunden wurden. Es wäre schlimm, wenn sich Pressevertreter eingestehen müssten, dass sie in der Auseinandersetzung mit den Querdenkern die Rolle von Gefängniswärtern besetzen.

Angesichts dieser misslichen Rolle trifft es sich gut, dass das Experiment nach fast 50 Jahren seit ungefähr 2 Jahren in die Kritik geraten ist: die Ergebnisse seien gewollt gewesen und herausgekitzelt worden.
Es kann natürlich sein, dass heilige Kühe der Sozialwissenschaft, mit denen Generationen von Schülern bearbeitet wurden, just in dem Augenblick zu Recht bezweifelt werden, wo sich Journalisten wieder vermehrt als Gefängniswärter der Bürger fühlen und betätigen. Kann natürlich sein.
Kann aber auch sein, dass der Zeitgeist sich nach den Interessen derjenigen richtet, die sich mehr und mehr daran gewöhnt haben, die geistige Macht zu haben. Marx: „Das Sein bestimmt das Bewusstsein“.

Noch mehr Druck auf die Sachsen

Gefangene hin, Wärter her: der Druck auf Sachsens MP Michael Kretschmer und seinen Innenminister Roland Wöller (CDU), härter auch gegen friedliche Demonstrationen vorzugehen, wächst enorm.
Er kommt nicht nur von der Presse, sondern auch von Politikern, u.a. unserem durchgriffigen MP Söder, vor allem aber auch von Die Linke, den Grünen und der SPD, die ja sonst von polizeilicher Deeskalation nie genug bekommen kann.

Apropos Druck: Es gibt Hinweise, dass die sächsische Landesregierung schon früher Druck bekommen hat, weil sie bei den Corona-Maßnahmen nicht mitziehen wollte und sich mit Corona-Maßnahmen-Kritikern wie Prof. Homburg und Prof. Bhkadi getroffen hat.

Nachtrag 10.11.2020
Mich erreichen Fragen, ob der Titel dieses Beitrags vielleicht „Tagesspiegel hetzt“ hätte lauten sollen. So einfach ist das aber nicht, denn das liegt stark im Auge des Betrachters. Hetze kann tatsächlich auch ein Spiegelbild sein. Schließlich war ich in Leipzig nicht dabei, verfüge also nicht über originäre Informationen, sondern nur über Medienberichte gegensätzlicher Ausrichtung

Über den senioren Meinungsmacher des Tagesspiegel findet man nicht viel:

Scheint aber nicht ganz aktuell zu sein. Nachtleben ist ja dicht und der Mann auf dem Foto noch etwas jünger.

Nachtrag 12.11.2020
Mehr Gewalt als gegen Journalisten gab es gegen Teilnehmer der Demonstration. Über diese wurde aber überregional kaum berichtet. Hier von der Leipziger Volkszeitung:

Ein Artikel bei Übermedien konzentriert sich allein auf Gewalt gegen Journalisten und bauscht diese mit Geraune gewaltig auf: Eskalation der Gewalt
Der Autor, Henrik Merker, schreibt u.a. für den ‚Störungsmelder‘ der ZEIT und wurde schon vor Leipzig gemeinsam mit Julius Geiler im Tagesspiegel zum selben Thema zitiert. Medien-Berichte und Übermedien-Berichte zum Thema sind also keineswegs unabhängig voneinander, sondern bewegen sich in denselben Zitierzirkeln.

Nachtrag 25.01.2021
Der Nordkurier meldet, ein geheimes BKA-Papier formuliere folgende Einschätzung:

„Allgemein scheint die (linke) Szene die sogenannten Querdenker-Proteste als von ‚Rechten‘ dominiert, beziehungsweise faschistisch geprägt einzuordnen“, so die Ermittler. Und weiter: „Wiederholt kam es – insbesondere in Leipzig – zu teils erheblichen gewalttätigen Wechselwirkungen zwischen mutmaßlichen Linksextremisten und Teilnehmern der Veranstaltungen.“
Mit anderen Worten: Eines der größten Risiken auf Querdenken-Demos ist, dass ganz normale Bürger von Linksradikalen angegriffen werden – weil diese sie für Nazis halten.