Der größte Fehler der Russen?

Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst. Die eine Seite berichtet die Fehler und die Verluste der anderen, und umgekehrt ist es auch nicht anders.

Umso bemerkenswerter ist es dann, wenn beide Seiten in einem Punkt anscheinend übereinstimmen.
So zitiert die Website des US-Verteidigungsministeriums am 4. Mai 2022 in einem Beitrag mit dem Titel ‚Führungskräfte des Verteidigungsministeriums sagen, dass sich die Ausbildung der ukrainischen Streitkräfte auszahlt‘ einen ukrainischen Soldaten:

„Der größte Fehler, den die Russen gemacht haben, war, dass sie uns 8 Jahre Zeit gelassen haben, um uns auf diesen Krieg vorzubereiten“

Weiter oben im Text heißt es:
„Ukrainian service members trained at the Yavoriv Combat Training Center in the Lviv region of western Ukraine right up until the Russian invasion in February“
Mitglieder der ukrainischen Dienste trainierten am Kampf-Training-Zentrum von Jarowiw in der Region Lemberg in der Westukraine bis zur russischen Invasion im Februar

Danach konnten sie dort nicht mehr trainieren, sondern zogen um auf den Truppenübungsplatz Grafenwöhr in Deutschland.

„[Ukrainian] soldiers are extremely competent and eager to learn the systems that we are providing them“
„Ukrainische Soldaten sind extrem kompetent und willig, an den Systemen zu lernen, die wir ihnen liefern“

Alle drei Sätze aus dem US-Bericht sind gar nicht sehr weit von dem entfernt, was laut ZEIT Wladimir Putin heute am 9. Mai in Moskau gesagt hat:

Im Detail heißt es dort:

„Die Ukraine habe sich aufgerüstet mit Waffen der Nato und so eine Gefahr für das Land dargestellt“

Genau betrachtet sind die Einschätzungen aus der amerikanischen Quelle und Putins Rede sogar zu 100% miteinander vereinbar, wenn man nur berücksichtigt, dass sie von der jeweils anderen Seite der Frontlinie stammen.

Nachtrag 10.05.2022
Der Text, der diesem Blogbeitrag den Titel gegeben hat, wurde seit gestern geändert:

An der roten Auslassungsmarkierung fehlt jetzt „a Ukrainian as stating to a U.S. trainer“.

Eva Herman vom Kanzler bestätigt

Den Beitrag vom 13. März über Vorwissen und Vorahnungen hatte ich mit dem Podcast von Eva Herman vom 30. Dezember eingeleitet, in dem sie berichtet hatte:
Hohe Alarmstufe für Energieversorgung: Im ersten Quartal 2022 rechnet man mit einem exogenen Schock!

Podcast von Eva Herman und Andreas Popp vom 30.12.2021

Darin wurde angekündigt, dass Robert Habeck im 1. Quartal Einschränkungen in der Energieversorgung ankündigen würde, wahrscheinlich schon im Januar.
Diese Ankündigung hat es jetzt gegeben, allerdings erst kurz vor Ende des Quartals am 30. März

Person und zentrale Inhalte der Ankündigung haben Herman/Popp also drei Monate im Voraus richtig angekündigt. Das ist eine Information, die zu jenem Zeitpunkt in keinem großen und „seriösen“ Medium zu haben war. Neben diesem unbestreitbaren Erfolg verblasst, dass das Timing nur im Groben richtig war.

Für mich noch wichtiger ist ein anderer Aspekt ihres richtigen Vorwissens:
Meine Frage war, ob ihre Angabe richtig ist, dass sie ihr Vorwissen von Whistleblowern aus deutschen Ministerien erhalten haben (können).
Bundeskanzler Olaf Scholz höchstpersönlich hat diese Frage vor dem versammelten Bundestag am 23. März 2022 öffentlich beantwortet:

Olaf Scholz bestätigt Herman/Popp

Er sagte:
…Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir Sanktionen verhängt, die ihresgleichen suchen. Über Monate hinweg haben wir sie bis ins kleinste Detail vorbereitet, damit sie die Richtigen treffen, damit sie wirken…

Damit ist erwiesen, dass zum Jahresende das von Herman/Popp behauptete Wissen in dt. Ministerien vorhanden war. Und es ist auch erwiesen, dass diese Sanktionen schon vor dem Kriegsbeginn erarbeitet wurden.

Mehr Vorwissen

Am 11.10.2021 wurde im Münchner Merkur dieser Artikel veröffentlicht:

Der Artikel lohnt sich und enthält viele interessante Details:
– Die Welt befinde sich „am Rande des Abgrunds”, sagte Antonio Guterres
– Der Westen fürchtet einen Kalten Krieg mit China, Russland und Iran
– Der überstürzte Abzug der USA und ihrer Verbündeten aus Afghanistan schuf eine Lage, in der sich die Bildung ebenjener Allianz beschleunigen könnte

In genau diese internationale Lage hinein konstituierte sich die neue Ampel-Bundesregierung. Man kann davon ausgehen, dass die neue Bundesregierung praktisch von Anfang an mit dem künftigen Kalten Krieg (und den Sanktionen gegen Russland) befasst war. Aber es geht eben weiterhin um etwas viel Größeres als die Ukraine.

Neuer Kanzler, neuer …

Es sei in diesem Kontext daran erinnert, dass sich die letzte sozialdemokratisch geführte Regierung von Gerhard Schröder 1998 fast mit demselben Timing vor dem Kosovokrieg (ab 24. März 1999) konstituierte, der bei ihrem Amtsantritt schon beschlossen war:

Es gab immer Stimmen, die behaupteten, dass der Kosovokrieg mit dem alten Kanzler Helmut Kohl nicht möglich gewesen wäre. Wie das mit dem Ukraine-Konflikt und der alten Kanzlerin Angela Merkel war, werde ich in einem künftigen Blogbeitrag beleuchten.

Familientradition

In dem Merkur-Artikel ist auch der 2017 gestorbene amerikanische Geostratege Brzezinski erwähnt. Wie der Zufall so will, wurde sein Sohn Mark Brzezinski im Sommer 2021 von Joe Biden als Botschafter in Polen nominiert. Er trat sein Amt trotz anfänglicher Ablehnung durch die polnische Regierung zum Jahreswechsel 2021/2022 an, also genau zum richtigen Zeitpunkt, um wirklich in die Fußstapfen seines Vaters zu treten:





Das letzte Gefecht: Käse von Karl

„Pandemie ist an einer Schnittstelle angekommen“:

„Dann halte ich mich hier auch nicht länger auf“ – in dieser Inszenierung

Danke für alles, Danke für nichts: ganz großes Kino!

Mit Beiträgen von:
Karl Lauterbach

Jakob Simmank

Nachtrag 17.03.2022
Es ist völlig unklar, warum Karl Lauterbach meint, auch mit Omikron könne man nicht einfach aufhören. Die Fallsterblichkeit in Deutschland und den Nachbarländern ist seit Jahresanfang nochmals kräftig gefallen auf ca. 1 Promille:

Das bedeutet, dass sehr viele Menschen infiziert werden und genesen können, ohne dass viele auch nur MIT Corona sterben. Das ist eigentlich eine optimale Situation, um die Maßnahmen auslaufen zu lassen. Und das machen die meisten Nachbarländer ja auch. Viele haben es schon vor Wochen und Monaten getan, ohne dass sie schlechter dran wären als Deutschland.

Nachtrag 29.03.2022

Vorwissen und Vorahnungen

Noch im alten Jahr hat mir jemand einen „Sonder“-Podcast von Eva Herman und Andreas Popp gezeigt, in dem sie eindringlich warnten:
Hohe Alarmstufe für Energieversorgung: Im ersten Quartal 2022 rechnet man mit einem exogenen Schock!
Darin haben sie unter anderem erwähnt, dass die Gasspeicher im letzten Sommer nicht wie normal auf den für den Winter nötigen Stand aufgefüllt worden seien und deshalb bei einer Kältewelle nicht bis zum Frühjahr reichen könnten. Ich hatte das (ohne überprüfbare Quellen) zunächst nicht weitergemeldet, aber mir vorsichtshalber endlich einen Stromgenerator gekauft.
Dieses Detail ist dann aber einen Monat später von der Tagesschau bestätigt worden:

Nun ist ein Gasmangel, der sich über fast 8 Monate kontinuierlich aufgebaut hat, ganz sicher kein „exogener Schock“. Ein exogener Schock ist dagegen genau das, was sich mit dem Ukraine-Krieg ergeben hat.
Herman hat das Ganze auch noch unter dem Codenamen ‚Operation Sunrise‘ bekanntgemacht. Unter diesem Label wird seither auch über die Lieferengpässe berichtet, die sich schon seit Anfang 2021 häufen.
Die historische Parallele lässt aufmerken:
„einer frühen Episode des aufkommenden Kalten Krieges„.

Da passen jetzt also plötzlich sehr viele lose Enden gut zusammen, und Hermans Podcast war zwar ein unbelegter und unpräziser, aber trotzdem recht wertvoller Hinweis.
Da stellt sich natürlich die Frage, woher Herman/Popp ihr Vorwissen am Jahresende 2021 hatten. Ich sehe drei Möglichkeiten:

  1. Von Informanten aus deutschen Ministerien, wie sie selbst sagten
  2. Aus amerikanischen Quellen, schließlich leben sie in Kanada, und die US-Geheimdienste sollen „Monate im voraus“ im Bilde gewesen sein.
  3. Direkt aus russischen Quellen

Dieser nur 8-wöchige Zeitvorsprung von Herman und Popp täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es bereits sehr viel langfristigere Vorzeichen gab für das, was wir jetzt sehen:

Formierung und Militarisierung

Angesichts des Krieges und der rollenden Panzer sowie des Grübelns über Vorwissen fällt mir auch wieder ein, dass das Militär in den letzten 2 Jahren in nie dagewesener Weise prominent in der Öffentlichkeit aufgetaucht ist:

Ein General leitet seit 30.11.2021 den Corona-Krisenstab im Kanzleramt

Das war immerhin schon ein ganzer Monat vor Hermans Warnung vor einem ‚exogenen Schock‘ für die Energieversorgung, der dann ein kriegerischer Schock wurde.
Mal ehrlich: was sollte ein General tatsächlich beim Impfen leisten?
In Portugal wurde ein General bereits im Sommer als Kopf der Impfkampagne generalstabsmäßig bekanntgemacht:

Die Daten liefern allerdings keinen Hinweis darauf, dass die „generalstabsmäßige Organisation“ den Portugiesen irgendeinen gesundheitlichen Vorteil gegenüber den schlafmützigen Deutschen verschafft hätte:

Was leisteten diese Generäle also wirklich? Gewöhnten sie einfach die Öffentlichkeit daran, dass das Militär immer mehr in den Vordergrund rückt?

Schon im Februar 2021 fühlte sich die Süddeutsche Zeitung bemüßigt zu dementieren, dass in den USA unter Kriegsrecht geimpft würde, wie es Spahn und Merkel behauptet hätten:

Militär und ‚Kriegsrecht‘ hin oder her, beim Impfen ist ein „Vorteil“ für die USA jedenfalls schon lange nicht mehr erkennbar:

Kriegsrecht macht nichts effizienter außer den Krieg, aber man gewöhnt sich so leichter an die ständige Anwesenheit des Militärs in der Öffentlichkeit. Und tatsächlich war die Bundeswehr auch im Januar 2021 schon beim Impfen im Einsatz, sogar im Kampfanzug:

Man kann noch weiter zurückgehen: das britische Militär war tatsächlich schon im März 2020 beim Testen im Einsatz

Und schon seit Februar 2020 leitete ein Generalarzt den Corona-Krisenstab im Bundesgesundheitsministerium:

Der Corona-General Breuer im Kanzleramt im Dezember 2021 war also keineswegs der Anfangspunkt der Militarisierung.

Muss man extra erwähnen, dass der von Medien stark beworbene Einsatz der Bundeswehr bei der Kontaktverfolgung letztlich nichts gebracht hat, völlig hoffnungslos war? Bei solchen Zahlen erübrigt sich jede Verfolgung:
Die Bundeswehr war aber dabei auch nicht nutzloser als die sog. Corona-Apps. Herausgekommen ist bei dem Einsatz aber, dass die Bundeswehr letztlich nur für die Gesundheit der Bürger da ist, wenn schon nicht mehr für das Brunnenbohren in Afghanistan:

Kriegsrhetorik gegen ein Virus

Bereits im Mai 2020 hatte ich mich in einem Blogbeitrag am Rande mit der Kriegsrhetorik im Zusammenhang mit Corona-Politik beschäftigt.
Die medialen Schlagzeilen hatten es in sich:

Das liest sich im Wortlaut zwar etwas weniger bombastisch, aber in der Sache immer noch überdreht:
Es ist ernst. Nehmen Sie es auch ernst. Seit der Deutschen Einheit, nein, seit dem Zweiten Weltkrieg gab es keine Herausforderung an unser Land mehr, bei der es so sehr auf unser gemeinsames solidarisches Handeln ankommt
Erst heute versteht man das „Es ist ernst„. Die zwei Jahre Pandemie waren zwar ein Feuerwerk der Desinformation, aber weder Krieg noch sonst eine tödliche Bedrohung. Erst seit Februar 2022 macht Merkels Andeutung aus dem März 2020 Sinn, und die Medien machen mit dem Feuerwerk zum Ukraine-Krieg auch genau so mit FakeNews weiter, wie sie mit Corona angefangen und geübt haben:

Zensur

Seit zwei Jahren (aber mit einigem Vorlauf bei anderen Themen) wurde „wegen Corona“ eine zunächst weiche Zensur missliebiger Informationen und Meinungen durchgesetzt. Ein schönes Beispiel betraf den Ex-SPD-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wodarg:

Diese Zensur wurde zunehmend verschärft, abweichende Meinungen nicht mehr nur verschwiegen, sondern massenhaft einfach gelöscht.
Auch hier wird jetzt nichts Neues erfunden, sondern einfach nur die Gangart verschärft, wenn künftig Verbreiter unerwünschter Informationen mit bis zu 25000 Euro Geldstrafe bestraft werden:

In Russland werden kritische Medien gesperrt und der Krieg gegen die Ukraine darf nicht mehr „Krieg“ genannt werden:

Man darf gespannt sein, wie lange die taz Artikel noch stehenlässt oder gar neu schreibt, die zeigen, dass es in der Ukraine schon vor dem Krieg nicht wirklich besser war:

Auch beim Thema Pressefreiheit geht es also verschärft auf einem Weg weiter, der bereits früher betreten wurde.

Polizeigewalt

Auffällig war auch das unzivile, martialische Auftreten der Polizei gegen Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen in vielen Ländern von Australien bis nach Deutschland. Zwei solchen Fällen habe ich im April 2021 jeweils einen Blogbeitrag gewidmet:
Von Brüssel nach Waterloo: eine Frau wird in Brüssel umgeritten
Freunde des Grundgesetzes: ein Dresdner, der in seiner Stadt aus dem Grundgesetz vorgelesen hatte, wird von seinem Fahrrad auf die Straße gerissen und verhaftet:

Ebenfalls mehr als ungewöhnlich waren die Hausdurchsuchungen bei Richtern, die „falsche“ Urteile gegen Corona-Maßnahmen gefällt hatten. Das Vorgehen von Polizei und Justiz in diesen Ländern gegen Corona-Proteste war in nichts besser als das aktuelle Vorgehen in Russland gegen Antikriegsproteste:

Hintergrund: Energie-Geopolitik

Eine der ersten Folgen des Krieges war das Ende für Nordstream 2. Dass es sich hierbei um ein Riesenproblem/-risiko handelt, das keineswegs ausgestanden ist, hatte ich bereits 2019 und 2020 in zwei Blogbeiträgen beleuchtet:
20.12.2019: Pipeline zur Hölle
10.06.2020: Wahre Worte zum Farewell

Der undiplomatische amerikanische Botschafter und Trump-Vertraute Richard Grenell hat im Mai 2020 bei seinem Abschied offen ausgesprochen, worum es ging:

„Sie machen einen Riesenfehler, wenn Sie glauben, der amerikanische Druck sei vorbei. Sie kennen die Amerikaner nicht“

Es ging mir in seinem Fall (wie meistens) nicht darum, ob ich ihn nett finde, sondern darum, ob er mir wichtige Informationen liefert, die ohne ihn verborgen geblieben wären. In diesem Fall lieferte mir Grenell eine Bestätigung für eine Analyse, die ich bereits einige Monate früher veröffentlicht hatte:

Energiezukunft statt Klimahysterie

Meine These war, dass die sogenannte ‚Klimakrise‘ eine Nebelwand war für die Angst vor Risiken und Brüchen in der Energieversorgung. Und hinter diesen Risiken standen (natürlich) Machtfragen. Und jetzt ist der Bruch in der Energieversorgung eben da und die Energiewende in der Form mit KKW-Ausstieg und Kohleausstieg ist plötzlich wieder heiß umstritten, wie ich bereits vor 5 Jahren prognostiziert habe:
„Das Ende vom Lied könnte wieder eine Laufzeitverlängerung für die übriggebliebenen Kernreaktoren sein, denn wenn die Stromversorgung noch teurer und gleichzeitig auch noch unsicher wird, ist irgendwann alles wieder offen“

Fazit

Aus meiner Sicht war die Corona-„Krise“ eine verkappte Vorbereitung auf eine größere Krise, über die bereits seit längerem Vorwissen sichtbar war, wenn man nur genau hinschaute.
Diese größere Krise der Energie-Geopolitik hat jetzt im Ukraine-Krieg nur scheinbar überraschend eine konkrete Gestalt angenommen. Diese Krise wird wohl (wenn es gut läuft) in einen neuen Kalten Weltkrieg münden mit:

  • mehr Zensur
  • mehr Desinformation der Bevölkerung
  • mehr Unfreiheit und Unterdrückung jeder ernsthaften Opposition
  • mehr Rüstung
  • mehr Armut

auf beiden Seiten der europäischen Frontlinie.
Das ist noch das positive Szenario, denn wenn wir Pech haben, wird aus dem kalten Weltkrieg ein heißer – auf europäischem Boden.

Einzelmeinungen

Hier noch einige Außenseiter-Meinungen zum Komplex Corona und Ukraine:

Nachtrag 13.03.2022
Da schau an:

Archivlink

Nachtrag 29.03.2022
Bundeskanzler Olaf Scholz hat bei seiner Bundestagsrede in der Generaldebatte am 23.3.2022 Eva Hermans Warnung vom 30.12.2021 deutlicher bestätigt, als man es je erwarten konnte:
Gemeinsam mit unseren internationalen Partnern haben wir Sanktionen verhängt, die ihresgleichen suchen. Über Monate hinweg haben wir sie bis ins kleinste Detail vorbereitet, damit sie die Richtigen treffen, damit sie wirken“
Ein Informationsfluss aus deutschen Ministerien zu Herman/Popp ist damit sehr glaubwürdig. Bei so detaillierten Planungen war es unmöglich zu verhindern, dass etwas durchsickert. Das Vorwissen musste für detaillierte Planungen relativ stark verbreitet werden, wenn auch nicht sehr präzise.
Robert Habeck hat dieselbe Info nochmals bestätigt:
„Auf die Frage nach Vorbereitungen für den Fall, dass Russland Gaslieferungen einstelle, sagte Habeck: ‚Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet‘. Die Bundesregierung arbeite seit dem Jahreswechsel an Antworten auf Szenarien

Nachtrag 1.4.2022
Kein Aprilscherz:

Logik des Bombenterrors von Dresden

– wie Hiroshima eine wahnsinnige Warnung an Moskau

Diese unliebsame Analyse und Meinungsäußerung von vor 2 Jahren kann bei Twitter nicht mehr verlinkt werden. Deshalb gibt es hier auf diesem Blog jetzt meine Übersetzung, zum Verlinken oder nur Lesen:

An diesem Wochenende vor 75 Jahren wurde die deutsche Stadt Dresden durch amerikanische und britische Bombenangriffe aus der Luft plattgemacht. Mindestens 25000 überwiegend zivile Opfer wurden getötet in Angriff nach Angriff von mehr als 1200 schweren Bombern, die wahllos Spreng- und Brandbomben abwarfen. Es brauchte 7 Jahre, um die Trümmer wegzuräumen.

Die Zerstörung Dresdens, eines weltberühmten kulturellen Zentrums barocker Pracht, ist seit langem mit eine verbissenen Kontroverse verbunden. Offizielle britische und amerikanische Militärberichte behaupten, dass sie nötig war, um den Zusammenbruch des Dritten Reichs zu beschleunigen; die Begründung ist im Gleichklang mit amerikanischen Behauptungen zum Abwurf der Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki im August 1945.

Kritiker sagen jedoch, dass die Massenbombardierung Dresdens bedeutungslos war für die Anstrengung, Nazi-Deutschland zu besiegen. Es war ein mutwilliger Akt des Terrors – ein Kriegsverbrechen -, das von Briten und Amerikanern ausgeführt wurde. Kritiker führen aus, dass die meisten der industriellen und militärischen Ziele in den Randbezirken der schönen Stadt weitgehend unbehelligt blieben von der Bombardierung. Vom britischen Führer im Krieg Winston Churchill wird sogar behauptet, er habe Vorbehalte geäußert über die Moral dieser und anderer wahlloser Bombardierungen deutscher ziviler Zentren.

Glühende Unterstützer der Kampagne von Terror-Bombardierungen sagten, sie würden die deutsche Moral erschöpfen. Das ist ein klassischer Fall davon, wie Zwecke die Mittel heiligen, ganz egal, wie abscheulich die Mittel auch sind.

Es gab damals auch Behauptungen, dass der Schaden für die Nazi-Kommunikation und Transportwege der sowjetischen Roten Armee beim Vormarsch helfen würden.

Aber es gibt gute Gründe, dass die Logik für die Vernichtung Dresdens einen sehr viel finstereren Hintergrund hatte. Es war nicht so sehr ein Terrorakt, der auf Nazi-Deutschland zielte, sondern viel eher eine Demonstration wahnsinniger Macht in Richtung der Sowjetunion.

Ein Bericht der britischen Royal Airforce über die Dresden-Operation notierte, sie würde „den Russen zeigen, was die Leitung der Bomberverbände tun kann“ (siehe die Bildbeschriftung 17 in dieser verlinkten Foto-Dokumentation).

Mitte Februar 1945 war der Frontverlauf der westlichen und östliche Alliiertenverbände so, dass die amerikanischen und britischen Truppen deutsches Gebiet noch nicht erreicht hatten, während die sowjetische Rote Armee die Oder überquert hatte und nur noch 70 Kilometer von Berlin entfernt war, dem Sitz des Dritten Reiches. Der Vormarsch der Sowjets war so eifrig, dass die westlichen Alliierten in Sorge waren, die Rote Armee könnte ganz Deutschland einnehmen.

Viel eher, als den sowjetischen Streitkräften mit den Massenbombardierungen von Dresden, Leipzig und anderen Städten im deutschen Osten zu helfen, erscheint es plausibel, dass, wie der oben erwähnte Bericht der britischen Luftwaffe andeutete, die Westalliierten im Sinn hatten, Moskau eine schockierend brutale, rohe Macht zu demonstrieren. Nicht nur militärische Macht, sondern eine Willensmacht, alle Mittel zu nutzen, um Feinde zu besiegen.

Es gibt hier eine direkte Analogie mit der späteren atomaren Bombardierung Japans. Auf der Potsdamer Konferenz im Juli 1945 nach der Niederlage Nazi-Deutschland und der Verteilung Berlins, die den Westallierten viel mehr gemeinsame Kontrolle der deutschen Hauptstadt verschaffte, als dem finalen Frontverlauf entsprach, genoss der amerikanische Präsident Harry Truman die Fähigkeit, einen finsteren Hinweis für Josef Stalin fallenzulassen über die neu erworbene geheime Waffe – die Atombombe.

Genau wie für die vorangegangene britische und amerikanische Bombardierung Dresdens und anderer deutscher Städte, gab es bestreitbar wenig militärische Begründung dafür, am 6. und 9. August die Atomwaffen auf Hiroshima und Nagasaki werfen. Wie bei Dresden, war die militärische Bedeutung jener Städte zweifelhaft. Der Tod von 200000 Zivilisten im atomaren Inferno war keine militärische Notwendigkeit, um das kaiserliche Japan zu besiegen, weshalb Trumans Top-Generäle MacArthur und Eisenhower ihm auch davon abrieten.

Wenn also die Bombardierung Hiroshimas oder Nagasakis von einem militärischen Standpunkt unnötig war, um den Krieg im Pazifik zu beenden, warum wurde es dann gemacht?

Wie im Fall Dresden war der Punkt eine monströse Vorführung von Terror, um die Sowjetunion wissen zu lassen, dass nichts tabu sein würde im geopolitischen Patt nach dem Krieg, das vorhergesehen wurde und der Kalte Krieg werden sollte.

Als die Atombomben abgeworfen waren, sei Stalin versteinert gewesen über die Berichte von der überwältigenden neuen Zerstörungskraft. Die Sowjetunion sollte ihre eigene Atombombe erst 1949 entwickeln.

Der Terror, der gegen Hiroshima und Nagasaki entfacht wurde, hat wohl den beabsichtigten Effekt gehabt, die Vormärsche der Roten Armee zu stoppen, die auf die koreanische Halbinsel und weiter nach Japan im Gang waren. Die amerikanische Truppenlinien waren relativ weit weg im Vergleich zu ihrem sowjetischen Gegenüber. Nach dem Atombombenabwurf jedoch kamen die Vereinigten Staaten in einem großen Sprung so weit, beide Gebiete in der Nachkriegszeit zu übernehmen. Ganz ähnlich wie die früheren Gebietsgewinne, die von den Westalliierten im besiegten Deutschland gemacht wurden.

So gehen die moralischen Kontroversen über die britischen und amerikanischen Bombardierungen weit über Argumente hinaus über das Recht oder Unrecht von Massenmord für das mutmaßliche Beenden von Kriegen. Dieses moralische Fehlverhalten ist schwierig genug. Aber noch teuflischer ist der Blick auf ein größeres Geschehen; eines, in dem es dem kalten, kalkulierten Gebrauch von Terror und Völkermord nicht um das Beenden von Kriegen geht, sondern eher darum, einfach geopolitische Macht auszuüben gegen einen erkannten Rivalen in der Nachkriegsära. Terror um des Terrors willen, Böses um des Bösen willen.

Schlussbemerkung: es ist in Mode gekommen, den sowjetischen Sieg über Nazi-Deutschland zu verfälschen, indem man behauptet, die Rote Armee sei nach dem Kriegsende eine Besatzungstyrannei in Osteuropa geworden. Es genügt zu sagen, dass wenn die Sowjets auch nur ein Bruchteil der Verbrechen begingen, die die Amerikaner und Briten mit ihren Bombardierungen von Zivilisten in Deutschland und Japan ausführten, würde man bis zum heutigen Tag niemals das Ende von ohrenbetäubenden westlichen Verurteilungen gegen Moskau hören, und auch nicht für Jahrzehnte in der Zukunft.

⏹️

Nur vier Anmerkungen zum Text:

  1. Rein strategisch betrachtet ist es absolut rational, die Gründe für die Bombardierung Dresdens eher beim künftigen Rivalen (Sowjetunion) als beim bereits besiegten Rivalen (Nazi-Deutschland) zu suchen. Dasselbe gilt natürlich auch im Falle Hiroshimas/Japans.
  2. Versuche, den getöteten Zivilisten von Dresden oder Hiroshima/Nagasaki ein „Selberschuld!“ zuzurufen sind nicht nur moralisch schäbig, sondern dienen auch dazu, die nackte, kalte Machtlogik vor dem Publikum (pseudo-)moralisch zu kaschieren.
  3. Die Rationalität ist hier genau dieselbe wie im 3. Video von Christian Rieck aus dem letzten Blogbeitrag, der behauptet, dass die Twitter-Sperre gegen Trump NACH der Wahl 2020 nichts mehr mit Trump (Vergangenheit) zu tun hatte, sondern eine versteckte Botschaft an die Regierung Biden (Zukunft) war.
  4. Mit dem Satz „Terror um des Terrors willen, Böses um des Bösen willen“ verlässt der Autor Finian Cunningham die Logik seiner eigenen Ausführungen davor.
    Es war eben kein Terror um des Terrors willen, sondern Terror um der Macht willen!

Spiel um den Krieg

Prof. Christian Rieck hat einen Youtube-Kanal, auf dem er ab und zu interessante Überlegungen präsentiert, oft zu spieltheoretischen Themen, aber nicht immer.
Dieser Beitrag zum Ukraine-Konflikt (der morgen nun wohl doch nicht in einen Krieg mündet) gehört dazu:

In den Fußnoten verweist Rieck auf diesen Artikel von Bernd Lucke im Cicero, der ähnliche Überlegungen anstellt. Rieck merkt aber an, dass Lucke verschweigen würde, dass es innerhalb der NATO deutlich unterschiedliche Interessen gebe, auf die er selbst im Video relativ ausführlich eingeht. Man könnte fast sagen, dass sie den eigentlichen Mehrwert seines Videos darstellen, zu dem er vorrückt, sobald er den eigentlich trivialen Teil der Darstellung verlässt.

Im Ukraine-Beitrag schlägt er eine Brücke zu dem ebenfalls interessanten Gespräch, das er kürzlich mit Prof. Quaschning zum Thema Energiewende geführt hat:

Sowohl Quaschning als auch Rieck bringen da einige überzeugende Punkte:

  • Quaschning erläutert (aus meiner Sicht überzeugend), warum der Zug für eine Laufzeitverlängerung der existierenden Kernkraftwerke abgefahren ist.
  • Beide sind sich einig, dass Gas eine Schlüsselrolle für die Energiewende spielt. Rieck ist aber (aus meiner Sicht überzeugend) der Meinung, dass EE-Enthusiasten die Schwierigkeiten und den Zeitaufwand bei der Umsetzung unterschätzen, u.a. auch für den notwendigen Bau neuer Gaskraftwerke.

Die Abhängigkeit vom russischen Gas für die Umsetzung der Energiewende ist genau die Brücke von der Energiewende zum Ukraine-Konflikt. Und genau an der Stelle unterstellt er der US-Regierung unter Biden ein Eigeninteresse, die deutsche Energiewende zu sabotieren.
Mit meinem Blogbeitrag Energiezukunft statt Klimahysterie fühle ich mich nach 2 Jahren hervorragend bestätigt durch die extreme Verteuerung von Energie in den letzten Monaten und auch die Zuspitzung von Konflikten in der Energie-Geopolitik:
Auch wenn es erstens länger dauert, als zweitens die Peak-Experten denken, bin ich aber nach dem Buch noch überzeugter davon, dass wir uns in den nächsten Jahrzehnten auf eine spürbare Verknappung bei Öl und Gas einstellen sollten. Entsprechende Investitionen, zB eine sparsamere Öl- oder Gasheizung oder ihre Ergänzung um eine mit einer Solaranlage versorgte elektr. Wärmepumpe, könnten wirtschaftlich sein

Ein ebenfalls interessanter Beitrag Riecks hat sich vor einem Jahr mit der Frage beschäftigt, welche Absicht Twitter mit der Sperrung von Donald Trumps Twitter-Account wirklich verfolgte:

Starke Analyse zur Twitter-Sperre von Trump

Riecks These war, dass der eigentliche Adressat der Sperre nicht Trump war, sondern Biden. Dass es sich um eine Warnung der Technologiekonzerne an den neuen Präsidenten handelte, begründete er u.a. mit einer Parallele zum Film ‚Spiel mir das Lied vom Tod‘ von Sergio Leone.

Nachtrag 18.02.2022
Passend zu Riecks Analyse ein Interview im Stern:

Nachtrag 28.03.2022
Neues Video zum Embargo im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg:

Impfpflicht scharf schalten…zu spät

Scharfe Reden gegen Ungeimpfte, bei denen den Zuhörern die Spucke wegbleibt, sind nichts Besonders mehr. Dass bei solcher Medienhetze auch der Sprecherin schwindlig wird, ist allerdings ein seltener Einzelfall.
Das ist heute morgen der RTL-Reporterin Clara Pfeffer live in ’ntv frühstart‘ passiert:

Gerade wollte sie den CDU-Politiker Sepp Müller befragen, warum die Union bei der Impfpflicht noch länger herumtrödeln will, statt mal ein bisschen Zackzack zu machen, als sie plötzlich die Augen verdrehte.
Die Unionsfraktion schlägt ein Impfpflichtgesetz auf Vorrat vor, das zunächst nicht „scharf geschaltet“ wird. Dazu wollte sie Müller befragen und, wie man ihrer ersten Frage entnimmt, ein wenig unter Druck setzen.
Haltungsmedien (auch private) wollen nämlich Politiker nicht nur fragen, sondern ihnen immer auch gleich noch den richtigen Weg weisen: Impfpflicht, aber dalli!

Gepfefferte Ansichten

Pfeffer ist bekannt für scharfe Ausfälle gegen Ungeimpfte:

Clara Pfeffer überholt Nikolaus Blome rechts*

In einem Gespräch mit Nikolaus Blome übernahm sie (bereitwillig?) die Rolle der Scharfmacherin, während Blome abwiegelte:
„Das geht zu weit. Wer sich nicht impfen lässt, ist ein verantwortungsloser Narr. Aber ihn zu Hause quasi einsperren darf man nicht“

Dabei gehört Blome selbst sonst zu den bekannten Hardlinern und Hetzern gegen Ungeimpfte:

Sie muss also schon ganz schön weit rechts* stehen, um rechts an ihm vorbeizuziehen.

Aus dem Klima-Labor

Dabei stammt Clara Pfeffer selbst eigentlich aus dem Klima-Labor von NTV und sie berichtet nicht nur fleißig über Klima-Themen, sondern macht sich die Forderungen junger Aktivisten und alter Politiker auch gerne zu eigen:

Und so ist es auch beim Thema Corona und Impfung: „Es gibt keine Spaltung“

Wie mir schon früh aufgefallen ist, gehen Klima-Aktivismus und Corona-Evangelismus fast immer Hand in Hand, und inzwischen natürlich auch die schärfste Impf-Militanz. Da kann einem schon mal schwindlig werden.

Gute Besserung

Selbstverständlich wünsche ich Clara Pfeffer gute Besserung.
Denn nur, wenn sie wieder voll auf die Beine kommt, hat sie noch eine Chance, ihre absurde, pseudowissenschaftliche Impf-Militanz zu reflektieren:

Nachtrag 16.2.2022
Die Berliner Zeitung hat einen Bericht über den Vorfall geschrieben, der mit folgenden Sätzen endet:
Nur ein Mediziner kann feststellen, ob die Beschwerden womöglich auf eine andere Erkrankung zurückzuführen sind. Nach Angaben des Nachrichtenportals t-online sagen Experten, ‚Kreislaufbeschwerden können unter Umständen auch ein Zeichen für Herzerkrankungen sein‘„.
Es ist bemerkenswert, wie indirekt man solches vermuten (lassen) kann.
Bemerkenswert finde ich persönlich auch das in dem Artikel abgebildete (Instagram-)Foto von Clara Pfeffer, das offensichtlich mindestens aus dem letzten Frühjahr stammt:

Augen und Gesicht zeigen hier eine wesentlich vitalere und ausdrucksstärkere Frau als die letzten Aufnahmen der Reporterin.
Ich denke da spontan an Behauptungen von Bekannten, die den „Verlust der Aura“ bei Geimpften beobachtet haben wollen.
Eine alternative Erklärung wäre natürlich eine (hochprofessionelle) Bearbeitung des Instagram-Fotos. Aber dann sprechen wir nicht nur von einem Foto, sondern von vielen:

Einzelfall, Desinformation und Statistik

Der ungarische Turner und Olympiasieger Szilveszter Csóllany ist mit 51 Jahren gestorben, an Corona. Hier eine kleine deutschsprachige Presseschau:

Man erfährt zusätzlich in den Artikeln (die oftmals fast aufs Wort identisch sind) folgende Fakten:
– Csollany hatte sich noch im Sommer 2021 impfskeptisch geäußert
– Er hätte (u.a. in Österreich) nicht als Trainer arbeiten können ohne Impfung
– Er hatte sich deswegen noch vor seiner Krankheit mit J&J impfen lassen
– Er starb nach längerer Krankheit (seit November) und Beatmung (seit Dezember) im Krankenhaus in Budapest

Desinformation: Weglassen, Vermuten, Unterstellen

Was man in den Artikeln nicht erfährt:
1. Wieviele Tage vor der Erkrankung die Impfung stattfand
2. Warum er krank wurde und gestorben ist
3. Wie sicher es ist, dass mit der Impfung kein anderer Zusammenhang besteht, der sie in ein weniger positives Licht taucht.

Die Behauptung, dass die Impfung ‚zu spät‚ kam, beruht nämlich auf keiner medizinischen Ursachenforschung, sondern dem Wortlaut gemäß auf nicht mehr als Spekulation:
Der Zeitpunkt der Impfung soll jedoch kurz vor seiner Ansteckung mit dem Coronavirus gelegen haben, sodass die Impfung noch nicht ihre volle Wirkung entfalten konnte

Dieser Spin, dass die Impfung ‚zu spät‘ kam, ist auch nicht neu, sondern wurde auch schon bei den ersten Toten nach Impfung in Altenheimen vor einem Jahr verwendet:

So entstehen Einheitsnachrichten, die im Grunde keine nachprüfbaren Tatsachen mehr berichten, sondern bereits eine Bewertung/Einordnung enthalten und eine freie Diskussion über die tatsächliche Wirksamkeit und Unschädlichkeit der Impfung verhindern.

Fakten und ungeklärte Fragen

Es gibt nämlich tatsächlich auch Menschen und Wissenschaftler, die über die Impfungen andere Vermutungen hegen als die, dass sie immer nur zu spät kommen:
1. dass sie wenig wirksam sind
2. dass sie manchmal schädlich sind, vor allem kurz nach dem ‚Pieks‘
3. dass sie Infektionen zumindest zeitweise eher begünstigen als verhindern

Für den Punkt 3 zum Beispiel gibt es reichlich Belege, wenn man annimmt, dass die vielbeachteten Inzidenzen etwas mit Infektionen zu tun haben:

Rekorde bei der Inzidenz sehen regelmäßig die Länder, die zuvor
für eine vorbildliche Impfstrategie gelobt worden sind

Und selbst bei der Hospitalisierung (Punkt 1: wirksam für milde Verläufe) sehen die Impf-Champions im Vergleich mit den sogenannten Impf-Muffeln im deutschsprachigen Raum nicht wirklich so gut aus, wie ihnen versprochen wurde:

Dabei ist allerdings zu beachten, dass viele nicht wegen, sondern nur mit Corona ins Krankenhaus kommen. Und wenn mit Omikron besonders viele positiv getestet werden, werden eben auch besonders viele Krankenhauspatienten positiv getestet. Die sogenannte „Test-Pandemie“ ist nämlich keineswegs widerlegt. Das zeigen besonders Länder wie Ägypten und Algerien, in denen kaum getestet wird: sie bemerken nämlich oftmals längst auch kein spezielles Gesundheitsproblem mehr.

Sterben mit frischer Impfung in der Statistik

Die Beobachtung, dass Menschen kurz nach der Impfung ein erhöhtes Sterberisiko haben, sei es durch Covid oder andere Todesursachen, ist schon einige Monate alt. Sie könnte u.a. erklären, warum es 2021 insgesamt eine Übersterblichkeit gab. In den Euromomo-Daten für die Gesamtsterblichkeit sieht man den Anstieg ab der KW 23 sehr deutlich sogar für die Altersgruppe 15-44 Jahre. Am Jahresende erreichte sie für diese von Covid-Todesfällen wenig betroffene Altersgruppe Werte wie nie in den vergangenen Jahren:

Eine kürzlich zur Diskussion gestellt Studie glaubt, das nachweisen zu können. Hier eine kurze Zusammenfassung der Argumente in einem Video:


Selbstverständlich kann man über jede Untersuchung solcher Daten auch streiten, insbesondere über Korrelationsberechnungen.
Allerdings sind solche Untersuchungen keinesfalls schlechtere Wissenschaft als wissenschaftlich völlig ungedeckte Behauptungen über Todesfälle durch zu spät gekommene Impfungen. Im Gegensatz zu den Ergebnissen von Prof. Kuhbandner werden solche Behauptungen aus der hohlen Hand allerdings von vielen Medien sehr bereitwillig und wie Tatsachen verbreitet.
Das Video über die Auswertung von Kuhbandner ist ein kurzer Ausschnitt einer langen Dokumentation über Impfopfer.

Nachtrag 10.02.2022
Szilveszter Csóllany und weitere verstorbene geimpfte „Impfgegner“ in einem Beitrag von Bernhard Kirner.

Nachtrag 11.02.2002
Nach einem Hinweis habe ich gesehen, dass wesentliche Inhalte des Kuhbandner-Papiers im Dezember im Rubikon veröffentlicht wurden. Diese Grafik ist schon sehr suggestiv:


Nachtrag 21.02.2022
Ein anderer „Einzelfall“ eines kurz nach der Impfung gestorbenen Mädchens aus Hollfeld Franken zeigt die Problematik der Impftoten wie in einem Brennglas:

„Auch wenn die Corona-Impfung Schuld an dem Tod des Mädchens sein sollte, werde kein Verfahren eröffnet. ‚Es ist eine bekannte – sehr seltene – Nebenwirkung.‘ Da diese Nebenwirkung bekannt sei, könne auch hier niemand rechtlich zur Verantwortung gezogen werden“

Das bedeutet im Klartext:
Die Menschen, auch Kinder und Jugendliche, werden durch staatliche Maßnahmen zur Impfung gedrängt, aber wenn sie daran sterben, sind sie selbst schuld, denn die Nebenwirkungen waren ja bekannt und (per Unterschrift) akzeptiert. Um diese Ungeheuerlichkeit zu kaschieren, braucht der Staat dringend die Behauptung, dass die Nebenwirkungen „sehr selten“ sind.

Christof Kuhbandner hat sich in einem langen Artikel zur Kritik an seinen Berechnungen geäußert, die u.a. vom Bayerischen Rundfunk im BR-Faktenfuchs und im Radio geäußert wurde:

2 Jahre Lügen und Hetze

Dieser jetzt fast schon legendäre Kommentar ist vor gut 2 Jahren vom Bayerischen Fernsehen verbreitet worden. Wer ihn nicht kennt, sollte sich die 2,5 Minuten mal ganz unbefangen rückblickend anschauen und genießen:

Stefanie Probst ‚verharmlost‘ im Januar 2020 das Corona-Virus – oder sagte sie die Wahrheit?

Zu allem Überfluss heißt die Sendung auch noch „Quer vom BR“. Frau Probst war damals also selbstbewusste Quer-Denkerin. Und der ganze Medienauftritt der Redaktion ging damit auch konform:

Keine Panik: heute noch richtiger als damals!

Wenige Wochen später wurde das zum Schimpfwort, und die gute Frau und ihr Chef dachten mal schnell um.
Seither erzählen sie stramm geradeaus das glatte Gegenteil. Nur diejenigen, die anderer Meinung sind als sie, sind heute immer noch ‚Rechte‘. Komisch, nicht wahr?

Die wilden Pirouetten der rechtschaffenen ÖRR-Schaffenden sind schon seit März 2020 vielfach auf die Schippe genommen worden, z.B. hier:

Der Bayerische Rundfunk hat das Video, das die peinliche 180°-Kehrtwende festhielt, später einfach gelöscht und dazu diese Rechtfertigung veröffentlicht:

Der BR, der BR hat immer Recht!

Es geht nicht darum, dass jemand seine Meinung ändert, solange er nach der Wahrheit sucht und ein Minimum von Zweifeln auch bei anderen zulässt. Es ist aber ein Problem, wenn vor und nach dem Meinungswechsel die Andersdenkenden immer ‚Rechte‘ sind.

Das Titelbild oben stammt übrigens aus der BR.Sendung auf den Tag genau 2 Jahre nach dem Probst-Kommentar: 27.1.2022.
Glauben Sie denen weiter nicht zu viel! Die lügen und hetzen einfach weiter und morgen schon wollen sie es wieder nicht gewesen sein.

Willkür und regierungstreuer Einheitsbrei

Dieses Video bringt die Willkür des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks bei der Auswahl von guten und bösen Meinungen auch sehr schön auf den Punkt.
Die Willkür ist nämlich (fast) überall beim ÖRR dieselbe und die Meinung auch:

Dada, Dussel: die Wissenschaft™️

Sensation: die Wissenschaft™️, die nie hinterfragt werden darf, ist persönlich bei Plasbergs ‚Hart aber Fair‘ aufgetreten. Sie heißt Anke Richter-Scheer und ist keine einfache Hausärztin.
Und wie schon länger zu vermuten, leidet diese Wissenschaft™️ an ziemlich schlichten, aber hartnäckigen Logik-Problemen. Wer es noch nicht gesehen hat, kann es sich hier ansehen und hören:

Hausärztin Anke Richter-Scheer plappert über die Wirksamkeit der Impfung

Sogar die Bild-Zeitung hat den ersten Lapsus sofort verstanden und verbreitet:

Die Logik, in der diese Schlussfolgerung Sinn macht, müsste erst noch erfunden werden.
Und der Gastgeber erkennt das ja und interveniert ganz sanft mit den Worten:
„Ich kann es Ihnen nicht ersparen. Jetzt sehe ich den einen oder anderen vor dem Fernseher sitzen, der sagt ‚Siehste, zwei Mal geimpft und gestorben. Was soll denn der ganze Scheiß!'“

Und Recht hat er, sowohl der vor dem Fernseher als auch Plasberg. Die Reaktion ist vernünftig, und die Frage muss gestellt werden.
Aber Frau Dr. Richter-Scheer tut im Grunde etwas Ungeheuerliches und geht auf die allzu berechtigte Frage gar nicht ein:
Ja, umso wichtiger ist es ja, dass wir uns alle impfen lassen, boostern lassen, und da geben Sie mir gleich das Wort in die Hand: die 4. Impfung“
Diese Wissenschaft™️ ist grotesk unsinnig: man darf ihr auf keinen Fall folgen.
Und als wäre das nicht schon Unsinn genug, legt sie gleich nochmals nach:
„Ich habe gerade ein anderes Beispiel erzählt, Altenheim, habe ich höchstpersönlich im September geboostert. Da ist jetzt eine Station zur Hälfte Corona-positiv“
Das ist so abgrundtief unsinnig, weil die einzig sinnvolle Schlussfolgerung ist, dass die Impfung wohl nicht so toll wirkt, dass man sie mit Wissen um die unerwünschten Nebenwirkungen unbedingt haben muss.

Keine Wissenschaft nirgends

Niemand in der Runde ist entsetzt über den Unfug. Niemand interveniert nochmals ernsthaft. Auch Plasberg macht sich das nicht wirklich zu eigen, sondern lässt den Unsinn einfach durchlaufen wie einen Glaubenskult, bei dem es auf die Details der Argumentation nicht wirklich ankommt. Es war ja nicht seine Frage, sondern nur die eines Fernsehzuschauers. Sarkastisch könnte man sie eine ‚populistische‘ Frage nennen.

Aber schon Plasbergs einmaliges Nachhaken hat ein Presseorgan, das das Corona-Narrativ stützt, gar nicht erfreut:

‚Unsensibel‘ war es also von Plasberg, eine naheliegende Frage zu stellen, weil die Frau doch vom Tod ihres Kollegen noch betroffen war:
Betroffenheit geht hier vor jeder Wissenschaft.

Rückblende

Anke Richter-Scheer ist schon im April 2021 bei ‚Hart aber Fair‘ als ‚Impfärztin‘ und Leiterin des Impfzentrums aufgetreten:

‚Lichtblick impfen‘ war im April die einhellige Erwartung der Runde

Der Immunologe Carsten Watzl formulierte am Ende dieser Runde:
Der Impfstoff, der jetzt da ist, wirkt auch gegen die Mutanten…
Wir werden erst im Herbst die meisten Leute mit einer Impfung geschützt haben und dann ist der große Test, dass im Herbst keine 4. Welle auf uns zurollt

Plasberg: „Was Sie ausschließen?“

Carsten Watzl: „Was ich sehr positiv bin, und ich bin Optimist. Das werden wir durch die Impfungen verhindern können

Nüchtern betrachtet ist dieser Test nicht bestanden worden. Keiner in der Runde hat eine skeptische Position vertreten. Alle gemeinsam haben einen falschen Optimismus verbreitet. Warum führen solche Fehlschläge nicht zu einem Übderdenken der eigenen Positionen, wie es wissenschaftlich notwendig wäre?
Es gibt genug Wissenschaftler, die die gesamte Corona-Strategie inklusive des Impfens für verfehlt halten und die durch solche Entwicklungen nur bestätigt wurden. Jüngstes Beispiel ist der Tel Aviver Mikrobiologe Ehud Qimron, der das Scheitern insbesondere der radikalen israelischen Impfstrategie feststellt und damit international stark beachtet wurde, aber nicht in den Medien, die Pseudowissenschaftlern wir Anke Richter-Scheer und Karl Lauterbach pausenlos eine Bühne für ihre einseitige Position geboten haben und weiter bieten. Genau diese extreme Einseitigkeit hat mit einer wissenschaftlichen Grundhaltung nichts zu tun.

Fazit

In dieser Talkshow hat sich die vielbeschworene Wissenschaft, der jeder folgen soll, besonders deutlich als eine Leerstelle erwiesen: Hier wurde nichts gezeigt, was wissenschaftliche Standards erfüllt, noch nicht einmal elementar logische.
Die Wissenschaft™️ in den Medien besteht fast vollständig daraus, dass sie postuliert wird, dass ihr Referenz erwiesen wird und dass der Zuschauer oder Leser ihren Folgerungen folgen soll. Die Talkshow bestätigt aber:

Glaube an die Wissenschaft ist Glaube, keine Wissenschaft

Gleichzeitig gilt der Politiker, der in der Talkshow anwesend war, und mit dem Dr. Richter-Scheer immer wieder Einigkeit demonstriert hat, vielen als einer mit wissenschaftlichem Hintergrundwissen, dem zu vertrauen sei:

Dabei ist er von Anfang nichts anderes als ein Panikmacher, der bereits x-fach widerlegt wurde.