Weiße Hoffnung fürs Reich

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Und dieser Hoffnungsträger für uns alle heißt Joe Biden.
Deshalb hier einige kurze Hinweise zur Person:

Joe ist inzwischen ziemlich dement

Klingt hart, weil es in deutschen Medien meist nur sehr vornehm umschrieben wird: Joe Biden ist … fragil…kein guter Redner…
Nein, Joe Biden kann keinen klaren Gedanken mehr formulieren und wirkt wie ein Kandidat für betreutes Wohnen.
Das wurde in dieser US-Sendung nach einer Vorwahl-Veranstaltung vor mehr als einem Jahr ganz deutlich herausgearbeitet:

Er kann nichts dafür, dass er dement ist. Es ist Schicksal, aber die US-Wähler können auch nichts dafür.
Was war Biden denn für ein Politiker, bevor er so dement wurde?

Stolzer Vater des ‚Patriot Act‘

Meldung nicht aus diesem Wahlkampf, sondern von 2015!

„Ich habe nach dem Bombenattentat von Oklahoma City ein Anti-Terror-Gesetz entworfen. Und das Gesetz, dass John Ashcroft (Justizminister unter G.W.Bush nach dem 11. September) vorlegte, war mein Gesetz“

Diese Nachricht findet sich in vielen US-Artikeln von 2015, aber auch wieder in 2020.
Es gibt wenig Zweifel, dass Joe Biden einen großen Einfluss auf die heute gültige Anti-Terror-Gesetzgebung der USA und damit die Abschaffung von Bürgerrechten hatte.

Großer Freund der Europäer

In einer Rede hat Joe Biden im Oktober 2014 öffentlich erklärt, wie Barack Obama und er die Europäer zu Sanktionen gegen Russland zwangen, weil sie diese nicht von sich aus verhängen wollten:

Der Leser mag selbst ermessen, wieviel klarer er 2014 noch gesprochen hat: seine Gedankengänge waren damals noch 100% verständlich. Die Inhalte sind hier auf Deutsch nachzulesen.
In sonstigen Fragen der Außenpolitik steht Joe Biden für Positionen, die sich im Kern wenig von Donald Trump unterscheiden, sowohl gegenüber Deutschland, als auch gegenüber China.

Angeben mit Heldentaten

Überhaupt prahlte Joe Biden immer gern und öffentlich mit seinen Heldentaten. Hier beispielsweise erzählte er frank und frei, wie er den ukrainischen Präsidenten Poroshenko erpresste, damit er den Generalstaatsanwalt entlässt:

I looked at them and said: ‚I’m leaving in six hours. If the prosecutor is not fired, you’re not getting the money.‘ Well, son of a bitch, he got fired

„Ich schaute sie an und sagte: ‚Ich reise in 6 Stunden ab. Wenn der Staatsanwalt nicht gefeuert wird, bekommen Sie das Geld nicht.‘ Nun gut, Hurensohn, er wurde gefeuert“

Nebenbei zeigt auch dieses Video vom Januar 2018, wie schnell Biden seine Sprechfähigkeit schon bis zu diesem Zeitpunkt, vor allem aber seither verloren hat. Bis zu seinen sehr auffälligen Auftritten im Vorwahlkampf 2019 waren es nur noch 1,5 Jahre. Es ist damit vorgezeichnet, dass er eine Amtszeit kaum wird zu Ende bringen können:
Joe Biden, sollte er gewählt werden, wird wohl der erste Präsident sein, den man zu seinem Amtseid wird geleiten müssen. Die Medien versuchen es zu verbergen, aber man muss kein Fachkundiger sein, um zu sehen, dass Joe Biden inzwischen an deutlich fortgeschrittener Demenz erkrankt ist

Einst harter Rechtsausleger

Es gibt durchaus lichte Momente in deutschen Qualitätsblättern, in denen diese anerkennen, dass Joe Biden zeitlebens ein Rechtsaußen unter den Demokraten war:

Faktencheckern fällt es schwer, selbst die Behauptung zu widerlegen, dass Joe Biden in den 1990er Jahren an Gesetzgebung beteiligt war, die schwarze Amerikaner als ‚Raubtiere‘ ins Visier nahm:

Es ist eine ziemlich schwache Ausrede, dass die eindeutigeren Aussagen von Hillary Clinton kamen, Joe Biden sich aber nur ähnlich geäußert hat. Was wie eine Widerlegung klingen soll, ist im Grunde eine Bestätigung, auch wenn sie Clinton noch mehr belastet als Biden: beide Demokraten leugnen ihre gemeinsame Vergangenheit.

Die große linke Hoffnung?

Die Gewissheit, dass schwarze Amerikaner sich automatisch hinter Joe Biden versammeln könnte trügerisch sein:

Demokratische Frauen allerdings stehen unabhängig von der Hautfarbe wie eine Eins hinter Joe Biden:

Und dieser Linie folgt auch die deutsche Presse, egal, ob die Stuttgarter Zeitung:

oder die Badische:

Fragil lautet die Umschreibung für das Offensichtliche: altersdement.
Und trotzdem ist Joe Biden, um eine deutsche Formulierung zu verwenden, alternativlos, damit die USA bleiben können, was sie immer waren:

„Ein Zweiparteiensystem mit zwei rechten Flügeln“

So bieder sind Reichsbürger

Ich habe noch nie einen Reichsbürger gesehen und verstehe auch überhaupt nicht, was der Punkt an deren politischen Botschaft sein soll. Aber gut, man muss schließlich nicht alles verstehen, was im Fernsehen wichtig genommen wird.

Reichsbürger in der Video-Falle

Nach der Querdenken-Demonstration vorletzte Woche in Köln wurden aber offensichtlich zwei solche Reichsbürger dabei beobachtet und gefilmt, wie sie noch schnell eine originalverpackte Reichsflagge („Schwarz-Weiß-Rot“) aus dem Auto holten, um sie zu schwenken und damit vermutlich „umstrittene“ Bilder von der Demonstration zu produzieren.
Hier das Video:

„Reichsbürger“ packen am Ende der Demo schnell noch eine Reichsflagge aus und werden angesprochen

Der Reichsbürger an sich ist
ein Biedermann

Dieses Foto zeigt die ganze biedere Harmlosigkeit des flaggenführenden Reichsbürgers:

Reichsbürger bereitet die Reichs(kriegs?)flagge für den Sturm auf den Kölner Dom vor

Im nächsten Bild hat sich der Reichsbürger in seiner ganzen Harmlosigkeit aufgerichtet und schwingt seine Kriegsflagge wie ein kleiner Junge die Laterne beim Martinsumzug:

Im gelben Rucksack eine Brotzeit: EPA oder Backmandl?

Sein (Lands-)Knecht wirkt zwar entschlossen und relativ verschlagen, mutmaßlich aber vor allem mit dem Ziel, dass sein Bauch immer gut gefüllt bleiben möge in den Diensten seines Herrn.

Studienrat und Hausmeister? Redakteur und freier Mitarbeiter?
Beides möglich, aber schwer zu sagen!

Die Reaktion der Zeugen

Bemerkenswert finde ich die Demonstranten, die den Reichsbürger ehrlich empört ansprechen, was er denn da treibe:
Mann: „Vorher nicht auf der Demonstration und jetzt holen sie die schwarz-weiß-rote Fahne hier raus, damit man die passenden Bilder erzeugen kann
Frau: „Echt
Mann: „Ja. Guck mal, die hat ja noch die Original-Falten
Frau: „Ist doch Scheiße von Euch!“

Sicher beobachtet, aber sehr zivilisiert formuliert.
Man könnte solche Schweinepriester auch mal….

Identitäre Frage: Wer war das?

Sehr schnell recherchierten viele Hobby-Detektive, um wen es sich bei diesen beiden Reichsbürgern wohl handeln könnte. U.a. der Journalist Boris Reitschuster veröffentlichte Indizien, dass es sich um zwei WDR-Journalisten handeln könnte, u.a. mit diesem Foto-Abgleich aus WDR-Archiven:

Eine gewisse Ähnlichkeit mit WDR-Journalisten fiel auf

Die Übereinstimmung bei Herber fand ich besser als bei Wollentarski:

Aber ein Brillenvergleich wurde mir entgegengehalten:

Und aus diesem Dreh mit einem offensichtlichen WDR-Journalisten:

die auffällige Übereinstimmung eines Mals links unter der Backe:

Hoppla. Ein 100%-Beweis ist das nicht, aber eine verblüffende Übereinstimmung bei 2 Personen, 2 Reichsbürgern und 2 WDR-Journalisten schon: Ein Anfangsverdacht, der nicht von der Hand zu weisen ist.

Dünne Dementis

Der WDR dementierte:

Zuvor hatte der WDR auf Twitter dementiert:

und angeblich auch ein merkwürdig widersprüchliches Dementi einem Interessierten gegeben:

Dabei wurde Herber zu dem Zeitpunkt noch mit Bild auf einer WDR-Seite angezeigt:

Nicht zuletzt ruderte auch Boris Reitschuster spektakulär zurück. Ein ‚Wladimir‘, ein ‚russlanddeutscher Patriot‘, habe sich bei ihm gemeldet und mitgeteilt, dass er der Reichsbürger auf dem Video gewesen sei. Dazu veröffentlichte Reitschuster zwei Fotos von ‚Wladimir‘. Das hier soll der Gegenbeweis sein:

Dieses Foto hat jetzt allerdings eher weniger Beweiskraft als die oben gezeigten. Es ist relativ offensichtlich, dass der Schriftzug „Friedensvertrag“ im Originalfoto nicht enthalten war, sondern dort hinein ‚gephotoshopped‘ worden ist. Man sieht es an der Wirkung der Schrift(größe) und auch an der falschen Perspektive des Schilds. Möglicherweise ist die ganze Figur ‚Wladimir‘ im Vordergrund rechts vor das Distanzfoto montiert worden.

Und noch etwas stört ganz erheblich:
Der oben beschriebene Aufzug des Reichsbürgers in der jägergrünen wattierten Jacke passt zwar zu einem nordwestdeutschen Intellektuellen (Studienrat oder Redakteur oder…), aber nicht zu einem russlanddeutschen ‚Patrioten‘.

Insgesamt wirkt Reitschusters Dementi wie eine eilig zusammengeschusterte ‚Legende‘: weniger plausibel als der ursprüngliche Verdacht. Vor allem aber liefert er gar keine Identität, denn ‚Wladimir‘ ist keine.

Fazit

Sagen wir so:
Der WDR-Verdacht ist zwar dementiert, aber nicht ernsthaft ausgeräumt.
Und auffällig ist auch, dass von einer medialen Verfolgung des Reichsbürger-Nazis ‚Wladimir‘ in den sonst so eifrig Reichsbürger jagenden Medien, gerade auch beim WDR, gar nichts zu hören war. Warum nicht? Lässt man die Sache auf sich beruhen, weil man selbst so günstig aus einer misslichen Lage befreit worden ist? Von Reitschuster.
Unabhängig von der Identitätsfrage bleibt aber ein Eindruck, dass diese gefährlichen Reichsbürger eher harmlos wirken, sobald sie live und aus der Nähe aufgenommen werden. Wie kann das sein?

Der Demokratie einen Maulkorb

Essay von Peter Hitchens, erschienen im Critic, eine ‚Tour d’Horizon‘ durch die geistige Entwicklung Englands in den letzten 25 Jahren.
Meine Übersetzung, meine Hervorhebungen:

Aus dem langen Rückzug aus Recht, Vernunft und Freiheit ist nun eine wilde Flucht geworden. Er wurde von vielen Dingen verursacht: der Pöbel-Hysterie, die nach dem Tod von Prinzessin Diana aufblühte; der Vernichtung des Bildungswesens; der Verbreitung intoleranter Sprachregelungen, die dafür gemacht waren, der universitären Lehre und dem Journalismus eine Einheitsmeinung aufzuerlegen; den unaufhörlichen, vom Staat geförderten Panikanfällen wegen des Terrors; dem Kollaps und Verfall von Institutionen und Traditionen.

All das ist am Ende zusammengeflossen zu einer einzigen Kraft, und wir scheinen machtlos gegen sie zu sein. Absurderweise ist der Moment zufällig, an dem sie ihre maximale Kraft erreicht haben, eine wilde, unverhältnismäßige Panikreaktion auf eine reale, aber begrenzte Pandemie.

Außerhalb des totalen Krieges und seiner Obszönitäten haben wir nicht gesehen, was wir jetzt erleben. Wenn man die Vorgänge der letzten Monate auflistet, die sich auf die Verfassung beziehen, stellt man den selbstgefälligen geschwätzigen Klassen von Großbritannien auch die Frage, an was sie das erinnert: die Neutralisierung des Parlaments zu einem Ja-Sager, der von der Exekutive kontrolliert wird; das Ende des politischen Pluralismus; die Einführung einer Regierung mit Notverordnungen; das Verschwinden der letzten Spuren einer unabhängigen Beamtenschaft; das dröhnende Schweigen der Medien und Gerichte über diese Vorgänge; die Unterwerfung der Polizei unter Verordnungen statt Gesetze.

Außerdem sollten diejenigen, die sich jahrelang gegen Zensur auf dem Campus gewehrt habe, jetzt aber merkwürdig still sind, noch bestimmte Folgen für individuelle Bürger auf die Liste schreiben: die Streichung ihrer Bewegungsfreiheit ohne Bedingungen; einen de-facto Hausarrest; willkürliche Bestrafung; erzwungene Arbeitslosigkeit; Behinderungen im inneren Reiseverkehr; die Sprengung des Familienlebens bis hin zu angeordneter Trennung von lebenden Ehepartnern am Ende ihres Lebens und dem Verbot, an Begräbnissen teilzunehmen; die Abschaffung der Versammlungsfreiheit.

Dazu kommt eine Kluft im Leben der Zivilgesellschaft, die so breit ist, dass jede verbleibende unabhängige Einrichtung und Körperschaft dauerhaft verwundet worden ist, und die Gewohnheiten einer freien Gesellschaft vergessen und verkümmert. Dazu zählt auch die zwangsweise Aussetzung von Gottesdiensten, die faktische Streichung von Ostern, des höchsten und umstürzlerischsten aller christlichen Feiertage; die Verhinderung oder harte Bestrafung von Versammlungen jeder Art (mit Ausnahme derjenigen, die von den Behörden selektiv gebilligt werden) und die Streichung von Bildungsveranstaltungen; die Einführung von Sprechen unter Zwang durch das erzwungene Tragen von Gesichtsbedeckungen, die öffentlich anzeigen, dass jemand sich dem Staat unterworfen hat und der utopischen und unwissenschaftlichen Politik, die diesen Staat leitet.

Ich habe etwas Ärger gehabt, weil ich angeblich zu viel Aufregung um die letzten dieser Punkte mache. Vielleicht weil ich viel Zeit mit Leben oder Reisen in Despotien verbracht habe, verstehe ich den Sinn und die Natur von Massenpropaganda besser als diejenigen, die das nicht gemacht haben. Sie ist nicht dafür da, um Ihre Zustimmung zu erreichen. Sie ist dazu da, Ihnen zu sagen, dass Sie machtlos dagegen sind und ohne Protest offiziellen Lügen zuhören müssen.

Es ist immer mehr ein Nachteil in jeder Debatte, irgendetwas über das Thema zu wissen, über das diskutiert wird. Dieser offensichtliche Aspekt der Masken-Verordnungen ist bisher denjenigen entgangen, die gerade erst begonnen haben, als Bürger eines Knechtstaats zu leben. Aber ich bleibe verblüfft, dass so viele entweder nicht sehen können oder vorgeben, nicht sehen zu können, welche enorme Symbolik es bedeutet, wenn eine Bevölkerung aus Angst vor dem Staat angetrieben wird, viel von ihrer Individualitöt zu opfern und eine Art von Kleidung anzunehmen, die mit Unterwerfung in Beziehung steht. Ich frage mich manchmal, wo in solchen Momenten alle die Amateur-Freudianer sind, die mir normalerweise so bereitwillig ihre Analyse meiner Schwächen anbieten. Eine Zigarre ist manchmal nur eine Zigarre, aber eine Maske ist selten nur eine Maske.

Der Covid-Maulkorb fordert ein außergewöhnliches Maß an Selbstverleugnung

Die Regierung selbst hat, als sie noch ehrlich war, wiederholt und explizit in ihren eigenen Dokumenten zugegeben, dass diese Gesichtsbedeckungen von wenig praktischem Nutzen sind: die heilige Wissenschaft stand damals gegen sie. Sie schrieb in einem am 23. Juni veröffentlichten Dokument, dass „die Evidenz des Nutzens von Maskentragen zum Schutz anderer schwach ist und der Effekt wahrscheinlich klein ist“ (und kein Experiment seither hat daran etwas geändert).

In jedem Fall wurden sie eingeführt, lange nachdem die Krankheit das Schlimmste erledigt hatte. Wenn diese zugegebenermaßen nutzlosen Dinge Party-Armbändchen oder Jacken-Buttons wären oder die kleinen roten Flaggen, die Bürger der Warschauer-Pakt-Staaten früher an kommunistischen Feiertagen gezwungenermaßen auf den zerfallenden Balkonen wehen lassen mussten, wäre ihr Zweck offensichtlich.

Aber sogar jenen scheußlichen totalitären Verpflichtungen fehlte eine wichtige Sache, die das Tragen von Gesichtsbedeckungen erfordert. Der Corona-Maulkorb erfordert einen außerordentlichen Akt der persönlichen Selbstverleugnung. Auf einer Demonstration gegen den Lockdown kürzlich in Melbourne wurden Polizisten dabei beobachtet, wie sie diese Maulkörbe zwangsweise um die Gesichter der verhafteten Protestierer banden, die schon in Handschellen waren und unfähig, sich zu wehren. Die beteiligten Polizisten, von denen viele schweren Körperschutz trugen, führten unwissentlich deren wahren Zweck vor: uns in mundlose Diener der Macht ohne Stimme zu verwandeln. Es ist faszinierend, sich an die ersten Bilder von Gefangenen zu erinnern, die in Guantanamo ankamen, in Ketten und gedemütigt in orangenen Overalls. Auch sie tragen die kleinen blauen Maulkörbe über ihren Mündern, die jetzt, 20 Jahre später, von normalen Bürgern überall getragen werden. Ganz sicher kann niemand argumentieren, dass dieses Extra-Bestandteil der Unterwerfung und Herabsetzung eine Maßnahme der Gesundheitsvorsorge war:

Vor welchem Virus schützten diese Masken?

Zweifellos gefällt diese Selbstverleugnung und Selbstauslöschung manchen. Schauen Sie hin und Sie werden sehen, dass manche sie mit einer Art Stolz tragen. Aber die meisten sehen perplex und gefangen aus, als ob sie durch einen Schlitz in einer Mauer lugten, hinter der sie in der Falle sitzen. Und der ständige Anblick – auf Straßen, in Bahnhöfen und im Fernsehen – von Tausenden anderen, die genauso unterdrückt sind, hält die Angst, den Alarmzustand und die Panik am Leben, die die Regierung nun für die absehbare Zukunft aufrechterhalten muss.

Die meisten Menschen mögen es ganz gern, Angst zu haben, und viele mögen die Freiheit nicht und die Verantwortung, die sie mit sich bringt

Wer denkt, das sei Angstmacherei, muss ein erstaunliches Dokument lesen, das der Öffentlichkeit immer noch viel zu wenig bekannt ist. Es ist ein Dokument, das am 22. März 2020 SAGE Kommittee der Regierung vorgelegt wurde, und es trägt die Überschrift „Überredung“.

Zitat in einem Tweet von Peter Hitchens (@ClarkeMicah) vom 17. August 2020

Die Schlüsselstelle lautet:
Wahrgenommene Bedrohung: Eine erhebliche Zahl von Menschen fühlt sich persönlich noch nicht genug bedroht; es könnte sein, dass sie beruhigt werden durch die niedrige Todesrate in ihrer Altersgruppe, obwohl das Niveau der Besorgnis vielleicht steigt. Wer ein gutes Verständnis von der Bedrohung hat, hat eine positive Einstellung zu Corona-Abstandsmaßnahmen, wie in Hongkong festgestellt wurde. Das gefühlte Niveau der persönlichen Bedrohung muss durch eindrucksvolle emotionale Botschaften erhöht werden unter denjenigen, die allzu sorglos sind. Um wirksam zu sein, muss dieses die Menschen auch handlungsfähig machen, indem sie Aktionen anbietet, mit denen sie die Bedrohung reduzieren können.

Dokumente dieser Art sind nicht dafür gedacht, an die Öffentlichkeit zu gelangen. In besseren Zeiten als diesen, solchen mit aktiven und kritischen Medien, hätte diese spezielle Passage – mit ihrer klaren Konsequenz, dass es die Aufgabe des Staates sei, uns mit Angst zum Einverständnis zu treiben – zum Sturz der Regierung führen können. Wie die Dinge jetzt liegen, wird es Ihnen schwerfallen, sie in der britischen Presse überhaupt erwähnt zu finden. Das passiert, ist aber schwer zu finden und nicht auf den ersten Seiten irgendeiner Tageszeitung. Und zwar nicht wegen Zensur oder irgendeiner abgestimmten Aktion.

Es passiert weil die meisten Leute, die ja ihr ganzes Leben in entspannter Freiheit gelebt haben, ziemlich unfähig sind zu glauben, was vor ihren Augen passiert. Es ist ein Paradox nach der Art von Chesterton, das Chesterton selbst nie geschrieben hat: eine Regierung ändert das Wesen des Staats erfolgreich und ohne Opposition, weil niemand glauben kann, was er sieht, weshalb es jeder höflich ignoriert.

Genauso gab es verschiedene Ausbrüche von Panik und Emotion, die das Land nach dem Ende des Kalten Krieges erschüttert haben. Es gab tiefgehende Angriffe auf die Vernunft. Es waren gleichzeitig Angriffe auf die Selbstbeschränkung der Regierung und die Herrschaft des Rechts, die hauptsächlich auf der Kraft der Vernunft beruht. Die meisten Leute haben es ganz gern, vor etwas Angst zu haben, und viele mögen die Freiheit nicht und die Verantwortung, die mit ihr einhergeht. Die Ehrlichen unter uns geben das zu.

Weil die Sowjetunion das Zeughaus der Unterdrückung war, stand politische Freiheit im Westen unter besonderem Schutz

Einstmals, vor Charles Darwin, den Schlachten von Ypern und der Somme (also dem 1. Weltkrieg, Anmerkung des Übersetzers), bediente der christliche Glaube diese Bedürfnisse. Die Gottesfurcht war der Anfang der Weisheit, und der ergebene Dienst an Christus war perfekte Freiheit. Der Glaube bot das Ewige Leben und half den Menschen, den Tod in der Zeit als normal zu akzeptieren. Dieser Glaube half, die irdische Freiheit am Leben zu halten, weil, wie Edmund Burke (Stammvater des englischen Konservatismus) erläuterte, der wirklich gottesfürchtige Mensch nichts Anderes fürchtet. Kein Despot kommt weit, wenn solche Männer in nennenswerter Zahl vorhanden sind.

Aber immer weniger glaubten das, und die Notwendigkeit, dass etwas diesen Glauben ersetzte, hatte eine Menge zu tun mit dem Aufstieg autoritärer Bewegungen überall in einem immer säkularisierteren Europa in den 1930er Jahren. Nach dem Zynismus und der Akzeptanz der Idee, dass der Zweck die Mittel heilige, wurde der Säkularismus noch stärker.

Aber 50 Jahre lang lieferten die sowjetische und die nukleare Bedrohung einen Ersatz – ein Armageddon zum Fürchten und einen Grund im Westen, sich um den Staat zu scharen. Er bot einen unerwarteten Bonus, der uns alle schützte, obwohl wir es damals nicht wussten. Weil die Sowjetunion das Zeughaus der Unterdrückung war, stand die politische Freiheit im Westen under besonderem Schutz, solange der Kreml unser Feind war. Die Freiheit war es, so nahmen wir an, für die wir kämpften und standen. Regierungen, die behaupteten, uns vor der sowjetischen Tyrannei zu schützen, konnten es nicht sehr weit treiben beim Beschränken der Freiheit auf ihrem eigenen Gebiet, so sehr sie das auch gewollt haben wollen.

Dieser Schutz endete, als die Berliner Mauer fiel. Im selben außerordentlichen Moment befreite der Kollaps des russischen Kommunismus revolutionäre Radikale überall im Westen. Der grässliche, gescheiterte Breschnew-Staat konnte ihnen nicht mehr wie ein fauliger Albatross um den Hals gehängt werden. Sie wurden nicht länger als potenzielle Verräter betrachtet, nur weil sie links waren. Eric Hobsbawm und seinesgleichen konnten sich endlich dem Establishment anschließen. Tatsächlich ließen Festungen des Establishments wie die BBC jetzt politische und kulturelle Linke in ihren Leitungspositionen zu.

Antonio Gramscis Überdenken der Revolution – die Universität erobern, die Schule, das Fernsehen, die Zeitung, die Kirche, das Theater statt der Kaserne, des Bahnhofs und des Postamts – konnte endlich in Gang kommen. In diesem Moment begann der lange Marsch der 1960er-Linken durch die Institutionen sein Ziel zu erreichen, als sie erstmals in die wichtigen Positionen kamen. Und so verschwand eine der Hauptschutzmauern der Freiheit und der Vernunft genau dann, als sie am meisten gebraucht wurde.

Wer glaubt, dass die Gesichtsmaske bald der Vergangenheit angehören wird, sollte sich erinnern, dass die irrationalen Maßnahmen für Flughafen-„Sicherheit“ (immer noch in Kraft sind)

Die alberne Berichterstattung der BBC über den Machtantritt des Blair-Regimes mit den nordkoreanisch falschen Massen, die die Union Jacks schwenkten, die sie verachteten, und der Atmosphäre einer neuen Morgendämmerung war nicht so lächerlich, wie sie wirkte. Der Mai 1997 war wirklich ein Regime Change. Illiberale Utopisten waren immer zahlreicher am Steuer und die Kulturrevolution hatte endlich politische Kraft.

Dann kam der neue Feind, die gesichtslose, ständig sich verändernde Bedrohung durch den Terrorismus, gegen den beinahe alle Mittel erlaubt waren. Um ihn zu bekämpfen, gaben wir bereitwillig den Habeas-Corpus auf, und die echte Unschuldsvermutung und ließen es zu, dass wir behandelt werden, als seien wir frisch verurteilte Gefangene jedes Mal, wenn wir durch einen Flughafen gingen.

Diejenigen, die denken, die Ära der Gesichtsmaske sei bald vorüber, sollten sich daran erinnern, dass die irrationalen Maßnahmen der Flughafen-„Sicherheit“ (beinahe völlig nutzlos, sobald die einfache Sicherheitsmaßnahme eingeführt war, die Öffnung der Tür zum Cockpit zu verweigern) sind nicht nur seit September 2001 in Kraft geblieben: sie wurden verschärft. Jedoch sind sie im Großen und Ganzen beinahe populär. Diejenigen, die gegen sie murren, wie ich es manchmal mache, sehen sich mit scharfen Belehrungen von unseren Mitbürgern konfrontiert, die so tun, als seien wir verantwortungslos und rücksichtslos.

Millionen begrüßten diese neue Gefahr als eine Ausrede, um eine Freiheit aufzugeben, die ihnen in Wahrheit nicht viel bedeutete

Nun ist eine neue Furcht mitten unter uns angekommen, noch gesichtsloser, unsichtbarer, ewiger (und hart zu besiegen – wie können Sie jemals ein Virus eliminieren?). Es gibt beinahe keine schlimme Aktion, die mir ihr nicht entschuldigt werden kann, einschließlich der Strangulierung einer bereits wackligen Wirtschaft, für die diejenigen jahrzehntelange bezahlen werden, die exzentrisch oder glücklich genug sind, immer noch zu arbeiten. Millionen haben diese neue Gefahr als Entschuldigung begrüßt, eine Freiheit aufzugeben, auf die sie tatsächlich sowieso nicht viel gaben.

Als Nation produzieren wir jetzt mehr Angst, als wir lokal verbrauchen können, und verstecken uns in unseren Wohnungen, während die Zivilgesellschaft verdampft. Wir stehen begeistert in der Schlange, um unsere Freiheit abzugeben und unsere Maulkörbe abzuholen und unsere digitale ID. Und diejenigen unter uns, die herausschreien, bis wir heiser sind, dass das eine Katastrophe ist, stoßen auf Schulterzucken von den geschwätzigen Klassen, und Gemaule „setz endlich die verdammte Maske auf“ vom Mob. Wenn ich nicht längst verzweifelt wäre, würde ich jetzt verzweifeln.

Meine Kommentare:

* Ich kannte Peter Hitchens bisher nicht, finde aber diesen Text bemerkenswert, auch wenn er gelegentlich die Vergangenheit über alle Maßen idealisiert.
* Der Idiot war sein Bruder Christopher, ein Trinker bis zum Delirium, und linker Einpeitscher für den Irakkrieg, den sein konservativer Bruder für eines der vielen Desaster hält, die England heruntergewirtschaftet haben.
* Wenn Peter der Meinung ist, dass „revolutionäre Radikale“ wie Hobsbawm den Westen übernommen haben, meint er zweifellos auch seinen verstorbenen Bruder Christopher
* Die merkwürdige Verkehrung, dass heute Konservative den Status Quo als zunehmend totalitär kritisieren und die Ideale der Aufklärung verteidigen, während „Linke“ zu jakobinischen Verteidigern des Macht-Establishments und seiner intoleranten Übergriffe mutieren, kennen wir auch aus Deutschland.
* Die Corona-Hysterie als schändlich und als Wiederholung und Fortsetzung der 911- und Terror-Hysterie zu sehen, wie es Peter Hitchens tut, ist in Deutschland immer noch eher im linken Spektrum angesiedelt, dort aber nicht mehr unumstritten, wahrscheinlich nicht einmal mehr mehrheitsfähig.

Ground Zero sicherer Information

Bei umstrittenen Ereignissen kann man sich auf nichts verlassen: es wird etwas behauptet und dann natürlich auch das Gegenteil. Wie kommt man trotzdem an Puzzlestücke von Information, auf die man sich verlassen kann? Etwa über den 11. September 2001 und seine vielen Rätsel und Widersprüche?

Ein Rätsel

Unklar war für mich zum Beispiel, wie es sein kann, dass so viel von dem Material aus den Türmen, vor allem Stahl aus den Fassaden und Aufzugsschächten, aber auch Beton aus den Etagenböden, Möbel und nicht zuletzt Menschen spurlos verschwunden sind. Wie das?
Egal, ob die Türme durch den Brand hineingeflogener Flugzeuge eingestürzt sind oder gesprengt wurden: es hätte mehr Schutt übrigbleiben müssen. Bei Sprengung und Einsturz wird zwar ein wenig Material pulverisiert, aber viel mehr bleibt in massiven Trümmern von faustgroß bis richtig groß übrig, so dass sich ein Schuttkegel bildet, der nicht wirklich verschwindend ist im Vergleich zum ursprünglichen Gebäude.
In New York blieb aber von WTC-1 und -2 vor allem sehr viel feinster Staub übrig, vor allem Stahlstaub, aber auch alles andere wurde in dem Staub nachgewiesen. Schon auf Fotos des Einsturzes scheinen die Türme mit feinem Staub zu ‚rauchen‘ und zu ’sprühen‘ wie ein Vulkan:

Der Staub legte sich in den Straßen im weiten Umkreis überall hin, auch auf die Orangen an den Obstständen (siehe Foto ganz oben).

Stahlstaub. Warum könnte Stahl zu Staub zerfallen? Bei jedem anderen Einsturz, bei jeder kontrollierten Sprengung bleibt etwa der Stahl aus den Armierungen überwiegend in Form verbogener und zerrissener Stahlstäbe übrig. Der Schwund ist gering. Warum in New York so viel? Die riesigen, mehrere 10 Zentimeter dicken flächigen Stahlträger der Fassade: ein Großteil als Staub verschwunden

Blick aus dem Inneren eines WTC-Turms in der Bauphase: Da steht ein Arbeiter auf einem Querträger. Die Fassade besteht aus Unmengen massiver Stahlträger, größter Massenanteil an der gesamten Bausubstanz.

Alte gedruckte Information

Ich habe vor einiger Zeit einen Tipp für die Lösung gefunden, der sich aus zuverlässiger Quelle von jedem verifizieren lässt, der ein einigermaßen umfassendes altes Englischwörterbuch von vor 2001 in seinem Regal stehen hat, kein Schulwörterbuch.
Meines habe ich 1989 in Oxford gekauft und später in durchsichtige Folie eingewickelt. Seither wurde es bei jedem Umzug unverändert wieder ins Bücherregal gestellt:

Und da steht der Tipp wirklich so drin, wie vom Tippgeber behauptet:

In richtig großen alten Wörterbüchern, nicht der Kompaktvariante, steht noch etwas ausführlicher:
„below or above the centre of a nuclear explosion“
Das war also die Bedeutung von ‚ground zero‘ bis zum 11.09.2001. Die einzige.
Das können viele so oder so ähnlich im eigenen Lexikon noch nachschlagen, wenn es nur alt genug ist. Es ist dafür unnötig, irgendjemandem etwas zu glauben.

Neu oder digital ist nicht Dasselbe

Zum Beispiel bei Leo:

Es ist eine Fassung mit Großbuchstaben dazugekommen, die sich speziell auf den Ort des 11. September bezieht. Die allgemeine Übersetzung bringt weiterhin den Explosionsfußpunkt, aber hier ohne jede Spezialisierung auf ’nukleare‘ Explosion.

Wenn so ein digitaler Eintrag irgendwann geändert wird, bekomme ich weder mit noch kann ich in der Regel hinterher nachvollziehen, was da vorher stand und wann es geändert wurde. Das ist ein großer Unterschied zum gedruckten Collins Concise Stand 1988. Da kann ich mich darauf verlassen, dass er heute noch den Wissensstand enthält, den ich 1989 gekauft habe, ca. 12 Jahre vor dem 11.09.2001. Aktueller ist nicht für alle Zwecke besser.

Schlussfrage und Schlüsselfrage

Welche Bedeutung hat demjenigen auf der Zunge gelegen, der irgendwann kurz nach dem Einsturz am 11. September 2001 als erster den Namen ‚ground zero‘ für den Ort in New York ausgesprochen hat, an dem die Zwillingstürme eingestürzt sind?

Optimistische Vision der Nation

Am 24. Juni hat Radio France wieder ein Interview mit Emmanuel Todd gesendet, das sich auch direkt hier anhören lässt.

Ich übersetze das hier in Auszügen und stütze mich dabei auf diese Zusammenfassung in einem französischen Blog.

In Frankreich heißt regieren heute lügen

Die französischen Eliten funktionieren in einem Modus des Leugnens, des Surrealen, des Ankündigens. Um gewählt zu werden in Frankreich, muss man im Fernsehen auftreten, besser sein im Fernsehen. Und dann kommt man an die Macht, in den Elysée-Palast der Einfachheit halber, und kann nichts machen. Frankreich hat nicht die Option der Geldschöpfung. Die europäischen Regeln in für die Wirtschaft verhindern jede Handlung zum Schutz der nationalen Industrien. Und am Ende findet man sich mit einer massiven Desindustrialisierung wieder und mit einer Arbeitslosigkeit von 10%. Und man kann nichts machen.

Regieren heißt, eine Wahl zu treffen, um die Formel von Mendès-France aufzunehmen. Aber heute in Frankreich heißt regieren lügen. Man lügt über die Vorzüge des Euro. Man lügt über den Wohlstand, den uns die Globalisierung bringen wird, über die Notwendigkeit der Öffnung der Grenzen….
Es ist schwierig für die Leute zu verstehen, aber man hat die Lüge klar vor sich gesehen. Das Virus – wenn man keine Masken hat, weil wir keine Industrie mehr haben, werden wir in flagranti beim Lügen erwischt. Jérôme Salomon [Direktor der Gesundheitsbehörde] erschien jeden Abend mit einer neuen Lüge, und ich war sehr überrascht, dass seine Nase nicht länger wurde.

Die Leute müssen verstehen, dass, wenn sie vom Euro reden, wenn sie von Grenzkontrollen reden, ich meine im kommerziellen Sinne, unsere Regierenden sich ungefähr ebenso sehr im Zustand der systemischen Lüge befinden, wie wenn sie uns vom Stand der Epidemie erzählen, von unseren Masken usw.

Die nationale Idee hat verlorenen Boden wiedergewonnen, aber es fehlt der Glaube an die Nation

Die Epidemie hat eine französische Regierung gezeigt, und viele europäische Regierungen, die außerstande ist zu handeln. Das Problem der Globalisierung und Europas, das ein Teil des Problems der Globalisierung ist, ist, dass sie die nationalen Regierungen außerstande setzt zu handeln. Die Leute spüren, verstehen das.

Die nationale Idee hat verlorenes Terrain wiedergewonnen. Das Problem ist, dass die nationale Idee eine kollektive Regung ist, die einen einen bestimmten Typ eines kollektiven Glaubens erfordert, der analog und ähnlich ist einem religiösen Glauben, der in Wahrheit alle Individuen in einem selben Glauben vereint.

Aber die sozialpsychologischen Entwicklungen der fortgeschrittenen Gesellschaften, gewisse Formen von Individualismus, der Rückzug von Glaubensbekenntnissen jeder Art, das universelle Gefeixe, das uns im Fernsehen so gut unterhält, alles das sorgt dafür, dass wir nicht handeln können. Wir sehen schon in den Meinungsumfragen, dass wir in Gefahr sind, dem traditionellen politischen Chaos ausgesetzt zu werden, mit einem Präsidenten, der durch Zufall gewählt wird und weil es sonst keinen gibt. Es gibt eine Art von psychologischer und sozialer Blockade der Gesellschaft, die sich nicht auf dem Niveau der Ideen befindet. Was sorgt dafür, dass wir unfähig sind, zusammen an ein gemeinsames Ziel zu glauben?

Wenn Frankreich seine Souveränität wiedergewinnen will, muss es sich auf alle seine Bürger stützen…einschließlich der 20%, die muslimische Vornamen tragen

Welche Probleme hat der Souveränismus in Frankreich? In dem, was die Souveränisten sagen, in der ökonomischen Analyse, der sozialen Analyse, der Konzeption einer Demokratie, die nur funktionieren kann im Rahmen einer Nation, und einer Geschichte, stehe ich ihnen sehr nahe. Aber wenn man die Milieus der Souveränisten kennt, wenn man die Leute sieht, die vom Souveränismus schreiben und die von ihm reden, wird einem klar, dass sie keine grundsätzlich optimistische und inklusive Vision der Nation haben.

Für mich gibt es eine Vorbedingung für die Renaissance der Nation und für den Austritt aus dem Euro, nämlich, dass bevor die französische Gesellschaft von ihr selbst wieder in die Hand genommen wird, von ihrem politischen System und ihren Bürgern, muss man laut und deutlich erklären, dass alle Leute, die da sind, unabhängig von ihrer Herkunft Franzosen sind. Man muss sich mit Optimismus auf die Frage des Islam und die Parallelgesellschaften einlassen. Man muss die Realität der kleinen Unterschiede akzeptieren, die weiter existieren. Wir müssen zurückkehren in eine etwas diversere und brüderlichere französische Welt als zuvor, in der die beinahe 20% der Leute, die muslimische Vornamen tragen, Franzosen sind.

In den souveränistischen Milieus – nicht in allen – ist die Kraft des Souveränismus oft ein wenig proportional zu dieser internen Xenophobie. Sie werden Leute finden, die Ihnen sagen, nach den Studien von Fourquet, dass 20% Franzosen mit ausländischen Wurzeln ein Riesenproblem sind.
Wenn sie denken, dass das ein Riesenproblem ist, ist Frankreich erledigt.
Eine Nation von der Größe Frankreichs muss sich, wenn sie ihre Souveränität wiedergewinnen will, auf alle ihre Bürger stützen. Das souveränistische Projekt, sofern es sich nicht als Priorität die optimistische Integration der Leute mit Migrationshintergrund in einer Art neuem Verbandsfest vornimmt, ist zum Scheitern verurteilt, und ich werde es im Wesentlichen ebenso lächerlich finden wie den Elitismus, die Herrschaft der Enarchen und die Proeuropäer.

Meine Anmerkungen

  1. Howgh, der Linksouveränist hat gesprochen!
  2. Er hat es aktuell für besonders nötig gefunden, diesen Zwischenruf abzusetzen
  3. Sein Standpunkt, dass in Frankreich lebende Migranten intergiert werden müssen, wenn die franz. Nation eine Chance haben soll, ist kein Plädoyer für unbegrenzte Einwanderung, sondern für Pragmatismus
  4. Mein Respekt vor dem Denker Emmanuel Todd ist so groß, dass ich das hier wiedergebe, unabhängig davon, ob es mir schmeckt oder nicht:
    Es ist seine Meinung, und sie ist (wie eigentlich immer) bedenkenswert.

Zusammentreffen in Bergamo

Bis zum heutigen Tag habe ich keine voll befriedigende Erklärung gehört, warum die Corona-Epidemie gerade in den norditalienischen Provinzen Bergamo und Brescia so tödlich zugeschlagen hat.
Sucharit Bhakdi nannte die (wie in China oder auch in Belgien) schlechte Luft der Region und die daraus folgende Lungenvorbelastung als eine Ursache. Prof Hockertz wies früh auf schlechte Krankenhaushygiene in Italien hin. Faktenchecks bestätigen das. Warum schlug die Coronawelle dann aber so regional unterschiedlich zu? Eine weitere genannte Ursache war das Championsleague-Spiel Bergamo:Madrid als Superspreader-Event.

In einem Interview mit Radio München über das Impfen hat Prof. Hockertz jetzt eine weitere potenzielle Ursache genannt:

Prof. Stephan Hockertz warnt vor millionenfacher vorsätzlicher Körperverletzung und weist am Ende auf eine Meningitis-Zwangsimpfung hin, die der tödlichen Corona-Welle um Bergamo und Brescia um wenige Wochen vorausgegangen war. Er spricht ab Minute 29:50 von 35000 im Januar gegen Meningokokken Geimpften in dieser Region

Die Tatsache einer Massenimpfung gegen Meningitis (Hirnhautentzündung) als solche scheint Prof. Hockertz nicht erfunden zu haben.
Am 18.Januar 2020 erschien dieser Artikel in BSNews aus Brescia:

Meningitis-Notfall: 34000 Menschen zwischen Brescia und Bergamo geimpft


Einige Zahlen aus dem Artikel:
„In wenigen Wochen wurden fast 34.000 Menschen gegen Meningocco C geimpft, mit Spitzenwerten von 70% des erwarteten Ziels“
„In Brescia wurden 9200 Menschen durch Spezialkliniken geimpft, zusätzlich zu 1700 Menschen, die von Ärzten und Kinderärzten behandelt wurden, 1000 Studenten und 300 Arbeiter“
„In den vom außerordentlichen Plan betroffenen Gemeinden der Provinz Bergamo – inkl. Gallera – wurden 21.331 Bürger geimpft, davon 1680 Schüler direkt in Schulen und 2414 Arbeitnehmer in ihren Unternehmen

Meningitis-Impfung in der Grippesaison gefährlich

Im Interview sagte Hockertz zu dieser Impfung:
Wenn wir von Mengikokken-Impfungen sprechen, dann habe ich eine erhöhte Sterblichkeitsrate zB dann, wenn die Menschen parallel mit einer anderen Infektion zu kämpfen haben. Das ist ja sowieso auch immer eine große Schwierigkeit bei Zwangsimpfungen, dass ich jeden Einzelfall anamnetisch mir anschauen muss: hat dieser Mensch zurzeit eine Infektion, hat er andere Schwierigkeiten mit dem Immunsystem, denn eine Impfung stellt ja immer eine Belastung des Immunsystems dar. Wenn ich mir die Menigokokken-Impfung anschaue, dann ist diese sicherlich risikoreich…
Danach kommt die Passage über das Zusammentreffen dieser Impfung in Bergamo und Brescia mit der Corona-Welle. Selbst anhören!

Ich wundere mich sehr, dass ich bisher über diese Meningitis-Massenimpfung in der Region gar nichts gehört und gelesen habe im Zusammenhang mit der Ursachenanalyse für das Corona-Desaster. Ein relevanter Aspekt könnte es ja durchaus sein.
Als Einwand gegen eine vorschnelle Schlussfolgerung mache ich noch geltend, dass der italienische Artikel ausdrücklich auch viele Impfungen bei Schulkindern, Studenten und Arbeitnehmern erwähnt, während die Todesfälle bekanntermaßen (wie überall in der Welt) stark bei sehr alten Menschen aufgetreten sind. Das Durschnittsalter der Corona-Toten in der Region Bergamo soll über 80 Jahren gelegen haben.
Eine Ursache-Wirkung-Beziehung von Meningitis-Impfung und dem Verlauf der Corona-Erkrankung müsste durch eine Detailkorrelation von beidem natürlich erst noch etabliert werden.

Gates sieht Super-Chance

Bill Gates lässt in einem Interview mit der US Chamber of Commerce Foundation die Katze aus dem Sack:

Das Transkript des ganzen Interviews findet sich hier mit Datum vom 26.6.2020. Es wird auch aus dem Interview klar, dass das Interview kürzlich, also nach dem Ausbruch von Corona 2020, stattgefunden hat. Gates sagt in dem Ausschnitt im Video:

„In fact, the testing could have been ramped up very quickly. A few countries that have almost avoided the epidemic entirely like Taiwan, New Zealand, and Australia, they took their experience and actually prepared, and moved a lot faster. We have to prepare for the next one. That will get attention this time

„Tatsächlich hätten die Tests sehr schnell ausgeweitet werden können. Einige wenige Länder, die die Epidemie beinahe vollständig vermieden haben wie Taiwan, Neuseeland und Australien, haben ihre Erfahrungen gemacht und sich tatsächlich vorbereitet und schneller gehandelt. Wir müssen uns auf die nächste vorbereiten. Und die wird dann wirklich Aufmerksamkeit bekommen

Vor dem letzten Satz macht er eine Pause und baut er auch stimmlich sehr stark Spannung auf, und als er ihn ausspricht, läuft ihm ein unwiderstehliches Grinsen übers Gesicht wie einem schlechten Pokerspieler, der weiß, dass er 4 Asse oder einen Royal Flush auf die Hand bekommen hat. Und auch seine Frau grinst im Standbild ganz glücklich, obwohl es doch um eine für viele Menschen sehr schlimme Sache geht (Remember: 500000 Tote weltweit). Das war aber noch gar nix, das nächste Release wird wirklich richtig cool:

Die natürlichste Frage der Welt lautet: Was weiß Gates? Und woher?

Ist das die 2. Welle, über die selbst ein intensiver Medienkonsument wenig Beunruhigendes weiß und Schlimmes nur vermuten kann?

Ist es dieselbe 2. Welle, die Markus Söder in derselben Woche auch ganz sicher kommen sah:
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Was tun?

Sich Gedanken darüber machen, wie eine 2. Welle aussehen könnte.
Unnötige Risiken meiden: Menschenmengen, Super-Spreader-Events, Flugreisen
Abwehrkräfte stärken: Sommer an der frischen Luft verbringen, viel schlafen, sich gut ernähren
Vorräte überprüfen: Lebensmittel, Nudeln, Reis, Konserven, Falt-Wasserkanister, Werkzeug, wichtige Ersatzteile für Haus und Fahrrad etc.
Kontakte knüpfen und pflegen: Kontakte zu welchen Menschen sind wirklich wichtig, wenn es wieder Kontaktbeschränkungen gibt? Wer tickt ähnlich bei der Virus-Angst? Wer ist stabil und zuverlässig? Wer sorglos oder panisch?
Nachrichten verfolgen: welche Nachrichten sind wirklich neu und nicht die übliche langweilige Panikmache oder die übliche Schlamperei?

Das Leben geniessen! Es wird nichts besser davon, dass man es sich schon vor der nächsten Welle vermiesen lässt.


Drei an einem Freitag

Drei Mal haben Polizisten in Deutschland am gestrigen Freitag auf einen Messerschwinger geschossen. Zwei der Getroffenen sind gestorben, einer wurde schwer verletzt.

Details zu den Fällen

Bremen-Gröpelingen:
Ein 54-jähriger Marokkaner, dessen Wohnung Tage zuvor geräumt wurde, weigert sich, zur Polizeiwache mitzukommen und zieht ein Messer. Nach einem längeren Wortgefecht, das die Polizisten energisch und mit gezogener Waffe führen, rennt der Mann gezielt auf einen Polizisten los und wird erschossen.
Es existiert ein detailliertes Video vom Ablauf, auch in noch längeren Fassungen bis zum tödlichen Schuss. Manche Medien berichten über eine ‚psychische Störung‘, aber man könnte im Ablauf auch einen ’suicide by cop‘ sehen, also einen aussichtslosen Angriff auf einen Polizisten in der Absicht, sich das Leben nehmen zu lassen. Der Mann war objektiv eine arme Sau, aber der angegriffene Polizist hätte es sehr schwer gehabt, Lebensgefahr für sich oder andere in der Nähe Befindliche auszuschließen, wenn er nicht geschossen hätte.

Twist, Emsland, Niedersachen:
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Der angeblich mit einem Messer bewaffnete, bereits vorher gewalttätig auffällige Guineer wurde am Oberschenkel getroffen und verstarb später im Krankenhaus.

Augsburg, Bayern:
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Über Hintergründe und Vorgeschichte des 19-jährigen Ladendiebs habe ich bisher nichts gefunden, bleibe aber dran.

Es hat sich etwas verändert

Zur Einordnung dieser Häufung ist diese Meldung von 2019 sehr hilfreich:
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Man sieht, dass Schusswaffeneinsätze mit solchen Folgen nicht allzu häufig vorkommen und sich am 19.06.2020 extrem gehäuft haben: 3 schwere Fälle also 7% eines Jahreskontingents, dabei 2 Tote, also ca. 18%. Der gestrige Tag hat also wie mit dem Brennglas ein Problem beleuchtet und dabei zwei Erkenntnisse befördert:

  1. Messer sind eine große Gefahr für die Polizisten und dafür sind sie offensichtlich stark sensibilisiert und handeln entsprechend professionell: vorschriftsgemäß, aber ohne Illusionen und übertriebene Zimperlichkeit in drei verschiedenen Bundesländern (davon 2 SPD-regiert)
  2. Die Mehrheit der Messerstecher vom Freitag hatte ausländische Wurzeln.

Das ist eine Stichprobe, mehr nicht, aber auch nicht weniger. Die Stichprobe zeigt entweder eine extrem zufällige Häufung oder einen Trend.

Faktencheck als Schönschreiberei

Die offensichtliche, schlaglichtartige Häufung ist deshalb so interessant, weil es vor gut 2 Jahren eine heftige Debatte über das Thema ‚Messerepidemie‘ oder ‚Messerpest‘ gegeben hat. Dabei haben die sogenannten ‚Faktenchecker‘ ihr bestes gegeben, um das Thema kleinzuschreiben

Die Tagesschau berichtete zwar mit demselben Absperrband, das auch bei den gestrigen Fällen im Einsatz war, aber offensichtlich aus einem anderen Land:

Auch ‚Correctiv‘ schlug in dieselbe Kerbe der großen Datenlücken:

Weil der Messereinsatz in einigen Bundesländern noch nicht systematisch erfasst wurde, halfen Datenlücken, das Thema kleiner zu schreiben, als es tatsächlich schon groß genug war, damit die Polizei das Thema intensiv trainierte. Hinter den entschlossenen und professionellen Polizeieinsätzen von gestern stecken natürlich Erfahrung und Ausbildung von mehr als nur 2 Jahren.
Und mancher gezählte Fall hat mit dem Messer ja gar nicht gestochen, sondern „nur gedroht“ . Das ist natürlich eine Haarspalterei, wie ebenfalls der gestrige Tag zeigt: keiner der angeschossenen Messerschwinger ist dazu gekommen, das Messer wirklich gegen einen Polizisten einzusetzen. Es ist bei einem (letzten) Drohen geblieben.

Medienvielfalt – taz schießt den Vogel ab

Die einfache Botschaft war natürlich in der differenzierten ZEIT dieselbe wie in der seriösen Tagesschau und wurde von ‚Correctiv‘ keineswegs korrigiert: „alles halb so wild, aber AfD…“

Aber den Vogel schoss schon damals die taz ab: statt sich mit dem Thema wenigstens pro forma ernsthaft zu beschäftigen, machte sie sich über die Sorgen wegen des wachsenden Messerproblems herzhaft lustig:

Es war schon damals alles nur lustig und Satire bei der taz, aber das will auch die CSU nicht mehr wirklich hart kritisieren, sondern nur ein wenig tadeln.

Nachtrag 21.06.2020
Der Ladendieb vom Königsplatz in Augsburg, der ein Feuer gelegt hat und dann angeschossen wurde, ist inzwischen außer Lebensgefahr. Nach Medienberichten mit Polizeiangaben handelt es sich bei ihm um eine Person „mit deutscher Staatsangehörigkeit ohne jeglichen Migrationshintergrund“. Nach anderen Medienberichten ist er in der Augsburger Alkohol- und Drogenszene bekannt.

Nachtrag 22.06.2020
Es wäre falsch zu glauben, dass die drei oben berichteten Polizeieinsätze die einzigen „Vorfälle“ mit einem Messer gewesen wären: In Stuttgart wurde eine Frau auf offener Straße erstochen:
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Nachträge 07.07.2020
Bis in die Details zu Täter und Motiv hat sich der Messermord von Stuttgart gestern bei Obergünzburg im Allgäu wiederholt: ein afghanischer Staatsangehöriger hat in einem Linienbus seine getrennt lebende Frau erstochen. 10 im Bus mitfahrende Schulkinder mussten die Tat mitansehen.

Am Abend hat wiederum die Polizei in Mainz einen Mann mit Messer erschossen. Der Täter soll 57 Jahre alt und russischer Staatsbürger sein.
Es ist schlicht nicht mehr haltbar, dass es in Deutschland kein Sicherheitsproblem durch Messer gibt. Es sei denn der Staat will den Bürgern erklären, seine Polizisten würden grundlos Menschen erschießen.

In Ulm und über Ulm hinaus

Der Volkswirt Prof. Christian Kreiß von der Hochschule Aalen hat am Wochenende in Ulm eine sehr gute Rede über die wirtschaftlichen Folgen und möglichen Hintergründe der Corona-Krise gehalten.
Seine ökonomische Denkrichtung könnte man als sozialliberal im besten Sinne bezeichnen. Aber hier seine Rede:

Prof. Christian Kreiß auf der Corona-Demo in Ulm am 14.06.2020

Nachtrag 17.06.2020
Das Video mit der Rede von Prof. Kreiß auf dem Kanal von GD-TV Schwäbisch Gmünd wurde von Youtube gelöscht wegen „Verstoß gegen die Community-Richtlinien“ (eine Farce von Argument). Deshalb musste ich das Video von einem anderen Kanal einbetten. Urteilen Sie selbst über diese „Community-Richtlinien“:

Nachtrag 14.07.2020
Auch das zweite Video ist gelöscht. Hier geht es zu einer Kopie bei KenFM.

Mit dieser Ansicht ist er nicht weit von den Zusammenhängen entfernt, die ich bereits am 15.03. auf diesem Blog erörtert habe: Corona und Wirtschaftskrise gehören zusammen, und die Wirkrichtung könnte täuschen. Tatsächlich hat er selbst das auch bereits am 30.03.2020 besser erörtert.
Kreiß hat früher im Spiegel über das passende Thema ‚gekaufte Forschung‘ und für die Grünen-Bundestagsfraktion ein Gutachten über geplanten Verschleiß geschrieben. Das daraus entstandene Buch wurde hier besprochen.

https://www.spektrum.de/fm/47/thumbnails/Kreiss_GeplanterVerschleiss.jpg.4104235.jpg

Wahre Worte zum Farewell

Die wahren Worte kamen von Richard Grenell, dem scheidenden US-Botschafter in Deutschland. Er sagte:

Sie machen einen großen Fehler, wenn Sie denken, der amerikanische Druck sei vorbei. Sie kennen die Amerikaner nicht

Er sagte das als Antwort auf die Interpretation von Noah Barkin:
„Deutschland atmet kollektiv auf“ – wegen Grenells Abschied, der während seiner zweijährigen Amstzeit dafür bekannt war, sehr undiplomatisch Druck auf das ‚Partnerland‘ Deutschland auszuüben.

Barkin hat für sein Aufatmen ca. 1600 Likes erhalten, Grenell für die Antwort aber im etwa selben Zeitraum 28000.
Am nächsten Tag legte Grenell nochmals mit Details zu seinen konkreten Forderungen nach:

Sie wollten immer, dass ich aufhöre, öffentlich zu fordern, dass Sie Ihre Verpflichtungen gegenüber der NATO bezahlen und Nordstream 2 beenden. Aber das ist US-Politik. Und ich arbeite für das amerikanische Volk

Grenells patzige Antwort an Andreas Nick, CDU-Politiker

Dafür bekam er 47200 Likes, steht damit also keineswegs isoliert.

Abgleich mit der „Theorie“

Ich finde die Nennung von Details gut, weil ich sie mit alten Beiträgen abgleichen kann, in denen ich über Dasselbe spekuliert hatte. Diese Forderungen tauchen nämlich so ähnlich immer wieder aus verschiedenen Mündern auf, nicht nur von einem etwas rüpeligen Botschafter.
So war mir vor mehr als einem Jahr aufgefallen, dass der SPIEGEL kaum verklausuliert einer Beraterin von Joe Biden ähnliche Forderungen in den Mund legte und Merkel einen Tritt in den Hintern formulierte:

Einige Wochen später hat die Kanzlerin ganz schlimm gezittert.
Gegen Jahresende hat sich mir der Eindruck aufgedrängt, dass das womöglich und sehr wahrscheinlich auch mit dem (von Grenell betriebenen und jetzt als dauerhaft angekündigten) Druck gegen Nordstream 2, der Pipeline zur Hölle, zu tun hat.

Zensuren für Grenell

Auf Twitter hat Grenell für seine Arbeit auch Zensuren bekommen. Natürlich lobte ihn Donald Trump junior:
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Lob gab es auch von Nile Gardiner , einem britischen Außenpolitik-Pundit:

Er sagte sinngemäß, dass Grenells harte Worte in Deutschland dringend nötig seien.

Und ein interessantes Zeugnis kam auch von Peter R. Neumann, dem auf diesem Blog bekannten Terror- und Coronaexperten. Leider hat Neumann um den 28. Mai herum große Teile seiner Twitterhistorie gelöscht, so dass ich sie zunächst nicht mehr gefunden habe. Aber Google kennt sogar zwei Tweets von ihm zu Grenells Abschiedsworten:

Und im Google-Cache ließ sich auch der Originaltext noch finden:
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Und später am Tag entstand noch eine (gegenüber Grenell) höflichere Variante des Tweets:
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Zusätzlicher Adressat war jetzt der neokonservative Publizist und Politiker David Frum.
Die Quintessenz seines Zeugnisses lautet: Grenell hat Recht, aber er verprellt die Verbündeten und ist deshalb ineffektiv.
Bei diesem Zeugnis überrascht es nicht, dass sich Neumann als Anhänger von Joe Biden sieht:
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Passt: gleiche Außenpolitik wie Trump, aber mit anderem Image.
Und ganz nebenbei haben wir gelernt, dass Peter R. Neumann im Kern Außenpolitik macht. Da liegt es auch nahe, dass Terrorismus und Corona im Kern keine Science sind, sondern Felder oder Werkzeuge der Außenpolitik und Neumann dort als sogenannter ‚Spindoktor‘ wirkt.

Ausblick

Neuer Botschafter, also Nachfolger von Grenell, wurde Jeremy Issacharoff

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Das klingt jetzt noch nicht so, als würde er sich von Grenell distanzieren und eine völlig andere Politik machen.