Gates sieht Super-Chance

Bill Gates lässt in einem Interview mit der US Chamber of Commerce Foundation die Katze aus dem Sack:

Das Transkript des ganzen Interviews findet sich hier mit Datum vom 26.6.2020. Es wird auch aus dem Interview klar, dass das Interview kürzlich, also nach dem Ausbruch von Corona 2020, stattgefunden hat. Gates sagt in dem Ausschnitt im Video:

„In fact, the testing could have been ramped up very quickly. A few countries that have almost avoided the epidemic entirely like Taiwan, New Zealand, and Australia, they took their experience and actually prepared, and moved a lot faster. We have to prepare for the next one. That will get attention this time

„Tatsächlich hätten die Tests sehr schnell ausgeweitet werden können. Einige wenige Länder, die die Epidemie beinahe vollständig vermieden haben wie Taiwan, Neuseeland und Australien, haben ihre Erfahrungen gemacht und sich tatsächlich vorbereitet und schneller gehandelt. Wir müssen uns auf die nächste vorbereiten. Und die wird dann wirklich Aufmerksamkeit bekommen

Vor dem letzten Satz macht er eine Pause und baut er auch stimmlich sehr stark Spannung auf, und als er ihn ausspricht, läuft ihm ein unwiderstehliches Grinsen übers Gesicht wie einem schlechten Pokerspieler, der weiß, dass er 4 Asse oder einen Royal Flush auf die Hand bekommen hat. Und auch seine Frau grinst im Standbild ganz glücklich, obwohl es doch um eine für viele Menschen sehr schlimme Sache geht (Remember: 500000 Tote weltweit). Das war aber noch gar nix, das nächste Release wird wirklich richtig cool:

Die natürlichste Frage der Welt lautet: Was weiß Gates? Und woher?

Ist das die 2. Welle, über die selbst ein intensiver Medienkonsument wenig Beunruhigendes weiß und Schlimmes nur vermuten kann?

Ist es dieselbe 2. Welle, die Markus Söder in derselben Woche auch ganz sicher kommen sah:
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Was tun?

Sich Gedanken darüber machen, wie eine 2. Welle aussehen könnte.
Unnötige Risiken meiden: Menschenmengen, Super-Spreader-Events, Flugreisen
Abwehrkräfte stärken: Sommer an der frischen Luft verbringen, viel schlafen, sich gut ernähren
Vorräte überprüfen: Lebensmittel, Nudeln, Reis, Konserven, Falt-Wasserkanister, Werkzeug, wichtige Ersatzteile für Haus und Fahrrad etc.
Kontakte knüpfen und pflegen: Kontakte zu welchen Menschen sind wirklich wichtig, wenn es wieder Kontaktbeschränkungen gibt? Wer tickt ähnlich bei der Virus-Angst? Wer ist stabil und zuverlässig? Wer sorglos oder panisch?
Nachrichten verfolgen: welche Nachrichten sind wirklich neu und nicht die übliche langweilige Panikmache oder die übliche Schlamperei?

Das Leben geniessen! Es wird nichts besser davon, dass man es sich schon vor der nächsten Welle vermiesen lässt.


Drei an einem Freitag

Drei Mal haben Polizisten in Deutschland am gestrigen Freitag auf einen Messerschwinger geschossen. Zwei der Getroffenen sind gestorben, einer wurde schwer verletzt.

Details zu den Fällen

Bremen-Gröpelingen:
Ein 54-jähriger Marokkaner, dessen Wohnung Tage zuvor geräumt wurde, weigert sich, zur Polizeiwache mitzukommen und zieht ein Messer. Nach einem längeren Wortgefecht, das die Polizisten energisch und mit gezogener Waffe führen, rennt der Mann gezielt auf einen Polizisten los und wird erschossen.
Es existiert ein detailliertes Video vom Ablauf, auch in noch längeren Fassungen bis zum tödlichen Schuss. Manche Medien berichten über eine ‚psychische Störung‘, aber man könnte im Ablauf auch einen ’suicide by cop‘ sehen, also einen aussichtslosen Angriff auf einen Polizisten in der Absicht, sich das Leben nehmen zu lassen. Der Mann war objektiv eine arme Sau, aber der angegriffene Polizist hätte es sehr schwer gehabt, Lebensgefahr für sich oder andere in der Nähe Befindliche auszuschließen, wenn er nicht geschossen hätte.

Twist, Emsland, Niedersachen:
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Der angeblich mit einem Messer bewaffnete, bereits vorher gewalttätig auffällige Guineer wurde am Oberschenkel getroffen und verstarb später im Krankenhaus.

Augsburg, Bayern:
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Über Hintergründe und Vorgeschichte des 19-jährigen Ladendiebs habe ich bisher nichts gefunden, bleibe aber dran.

Es hat sich etwas verändert

Zur Einordnung dieser Häufung ist diese Meldung von 2019 sehr hilfreich:
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Man sieht, dass Schusswaffeneinsätze mit solchen Folgen nicht allzu häufig vorkommen und sich am 19.06.2020 extrem gehäuft haben: 3 schwere Fälle also 7% eines Jahreskontingents, dabei 2 Tote, also ca. 18%. Der gestrige Tag hat also wie mit dem Brennglas ein Problem beleuchtet und dabei zwei Erkenntnisse befördert:

  1. Messer sind eine große Gefahr für die Polizisten und dafür sind sie offensichtlich stark sensibilisiert und handeln entsprechend professionell: vorschriftsgemäß, aber ohne Illusionen und übertriebene Zimperlichkeit in drei verschiedenen Bundesländern (davon 2 SPD-regiert)
  2. Die Mehrheit der Messerstecher vom Freitag hatte ausländische Wurzeln.

Das ist eine Stichprobe, mehr nicht, aber auch nicht weniger. Die Stichprobe zeigt entweder eine extrem zufällige Häufung oder einen Trend.

Faktencheck als Schönschreiberei

Die offensichtliche, schlaglichtartige Häufung ist deshalb so interessant, weil es vor gut 2 Jahren eine heftige Debatte über das Thema ‚Messerepidemie‘ oder ‚Messerpest‘ gegeben hat. Dabei haben die sogenannten ‚Faktenchecker‘ ihr bestes gegeben, um das Thema kleinzuschreiben

Die Tagesschau berichtete zwar mit demselben Absperrband, das auch bei den gestrigen Fällen im Einsatz war, aber offensichtlich aus einem anderen Land:

Auch ‚Correctiv‘ schlug in dieselbe Kerbe der großen Datenlücken:

Weil der Messereinsatz in einigen Bundesländern noch nicht systematisch erfasst wurde, halfen Datenlücken, das Thema kleiner zu schreiben, als es tatsächlich schon groß genug war, damit die Polizei das Thema intensiv trainierte. Hinter den entschlossenen und professionellen Polizeieinsätzen von gestern stecken natürlich Erfahrung und Ausbildung von mehr als nur 2 Jahren.
Und mancher gezählte Fall hat mit dem Messer ja gar nicht gestochen, sondern „nur gedroht“ . Das ist natürlich eine Haarspalterei, wie ebenfalls der gestrige Tag zeigt: keiner der angeschossenen Messerschwinger ist dazu gekommen, das Messer wirklich gegen einen Polizisten einzusetzen. Es ist bei einem (letzten) Drohen geblieben.

Medienvielfalt – taz schießt den Vogel ab

Die einfache Botschaft war natürlich in der differenzierten ZEIT dieselbe wie in der seriösen Tagesschau und wurde von ‚Correctiv‘ keineswegs korrigiert: „alles halb so wild, aber AfD…“

Aber den Vogel schoss schon damals die taz ab: statt sich mit dem Thema wenigstens pro forma ernsthaft zu beschäftigen, machte sie sich über die Sorgen wegen des wachsenden Messerproblems herzhaft lustig:

Es war schon damals alles nur lustig und Satire bei der taz, aber das will auch die CSU nicht mehr wirklich hart kritisieren, sondern nur ein wenig tadeln.

Nachtrag 21.06.2020
Der Ladendieb vom Königsplatz in Augsburg, der ein Feuer gelegt hat und dann angeschossen wurde, ist inzwischen außer Lebensgefahr. Nach Medienberichten mit Polizeiangaben handelt es sich bei ihm um eine Person „mit deutscher Staatsangehörigkeit ohne jeglichen Migrationshintergrund“. Nach anderen Medienberichten ist er in der Augsburger Alkohol- und Drogenszene bekannt.

Nachtrag 22.06.2020
Es wäre falsch zu glauben, dass die drei oben berichteten Polizeieinsätze die einzigen „Vorfälle“ mit einem Messer gewesen wären: In Stuttgart wurde eine Frau auf offener Straße erstochen:
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Nachträge 07.07.2020
Bis in die Details zu Täter und Motiv hat sich der Messermord von Stuttgart gestern bei Obergünzburg im Allgäu wiederholt: ein afghanischer Staatsangehöriger hat in einem Linienbus seine getrennt lebende Frau erstochen. 10 im Bus mitfahrende Schulkinder mussten die Tat mitansehen.

Am Abend hat wiederum die Polizei in Mainz einen Mann mit Messer erschossen. Der Täter soll 57 Jahre alt und russischer Staatsbürger sein.
Es ist schlicht nicht mehr haltbar, dass es in Deutschland kein Sicherheitsproblem durch Messer gibt. Es sei denn der Staat will den Bürgern erklären, seine Polizisten würden grundlos Menschen erschießen.

In Ulm und über Ulm hinaus

Der Volkswirt Prof. Christian Kreiß von der Hochschule Aalen hat am Wochenende in Ulm eine sehr gute Rede über die wirtschaftlichen Folgen und möglichen Hintergründe der Corona-Krise gehalten.
Seine ökonomische Denkrichtung könnte man als sozialliberal im besten Sinne bezeichnen. Aber hier seine Rede:

Prof. Christian Kreiß auf der Corona-Demo in Ulm am 14.06.2020

Nachtrag 17.06.2020
Das Video mit der Rede von Prof. Kreiß auf dem Kanal von GD-TV Schwäbisch Gmünd wurde von Youtube gelöscht wegen „Verstoß gegen die Community-Richtlinien“ (eine Farce von Argument). Deshalb musste ich das Video von einem anderen Kanal einbetten. Urteilen Sie selbst über diese „Community-Richtlinien“:

Mit dieser Ansicht ist er nicht weit von den Zusammenhängen entfernt, die ich bereits am 15.03. auf diesem Blog erörtert habe: Corona und Wirtschaftskrise gehören zusammen, und die Wirkrichtung könnte täuschen. Tatsächlich hat er selbst das auch bereits am 30.03.2020 besser erörtert.
Kreiß hat früher im Spiegel über das passende Thema ‚gekaufte Forschung‘ und für die Grünen-Bundestagsfraktion ein Gutachten über geplanten Verschleiß geschrieben. Das daraus entstandene Buch wurde hier besprochen.

https://www.spektrum.de/fm/47/thumbnails/Kreiss_GeplanterVerschleiss.jpg.4104235.jpg

Wahre Worte zum Farewell

Die wahren Worte kamen von Richard Grenell, dem scheidenden US-Botschafter in Deutschland. Er sagte:

Sie machen einen großen Fehler, wenn Sie denken, der amerikanische Druck sei vorbei. Sie kennen die Amerikaner nicht

Er sagte das als Antwort auf die Interpretation von Noah Barkin:
„Deutschland atmet kollektiv auf“ – wegen Grenells Abschied, der während seiner zweijährigen Amstzeit dafür bekannt war, sehr undiplomatisch Druck auf das ‚Partnerland‘ Deutschland auszuüben.

Barkin hat für sein Aufatmen ca. 1600 Likes erhalten, Grenell für die Antwort aber im etwa selben Zeitraum 28000.
Am nächsten Tag legte Grenell nochmals mit Details zu seinen konkreten Forderungen nach:

Sie wollten immer, dass ich aufhöre, öffentlich zu fordern, dass Sie Ihre Verpflichtungen gegenüber der NATO bezahlen und Nordstream 2 beenden. Aber das ist US-Politik. Und ich arbeite für das amerikanische Volk

Grenells patzige Antwort an Andreas Nick, CDU-Politiker

Dafür bekam er 47200 Likes, steht damit also keineswegs isoliert.

Abgleich mit der „Theorie“

Ich finde die Nennung von Details gut, weil ich sie mit alten Beiträgen abgleichen kann, in denen ich über Dasselbe spekuliert hatte. Diese Forderungen tauchen nämlich so ähnlich immer wieder aus verschiedenen Mündern auf, nicht nur von einem etwas rüpeligen Botschafter.
So war mir vor mehr als einem Jahr aufgefallen, dass der SPIEGEL kaum verklausuliert einer Beraterin von Joe Biden ähnliche Forderungen in den Mund legte und Merkel einen Tritt in den Hintern formulierte:

Einige Wochen später hat die Kanzlerin ganz schlimm gezittert.
Gegen Jahresende hat sich mir der Eindruck aufgedrängt, dass das womöglich und sehr wahrscheinlich auch mit dem (von Grenell betriebenen und jetzt als dauerhaft angekündigten) Druck gegen Nordstream 2, der Pipeline zur Hölle, zu tun hat.

Zensuren für Grenell

Auf Twitter hat Grenell für seine Arbeit auch Zensuren bekommen. Natürlich lobte ihn Donald Trump junior:
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Lob gab es auch von Nile Gardiner , einem britischen Außenpolitik-Pundit:

Er sagte sinngemäß, dass Grenells harte Worte in Deutschland dringend nötig seien.

Und ein interessantes Zeugnis kam auch von Peter R. Neumann, dem auf diesem Blog bekannten Terror- und Coronaexperten. Leider hat Neumann um den 28. Mai herum große Teile seiner Twitterhistorie gelöscht, so dass ich sie zunächst nicht mehr gefunden habe. Aber Google kennt sogar zwei Tweets von ihm zu Grenells Abschiedsworten:

Und im Google-Cache ließ sich auch der Originaltext noch finden:
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Und später am Tag entstand noch eine (gegenüber Grenell) höflichere Variante des Tweets:
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Zusätzlicher Adressat war jetzt der neokonservative Publizist und Politiker David Frum.
Die Quintessenz seines Zeugnisses lautet: Grenell hat Recht, aber er verprellt die Verbündeten und ist deshalb ineffektiv.
Bei diesem Zeugnis überrascht es nicht, dass sich Neumann als Anhänger von Joe Biden sieht:
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Passt: gleiche Außenpolitik wie Trump, aber mit anderem Image.
Und ganz nebenbei haben wir gelernt, dass Peter R. Neumann im Kern Außenpolitik macht. Da liegt es auch nahe, dass Terrorismus und Corona im Kern keine Science sind, sondern Felder oder Werkzeuge der Außenpolitik und Neumann dort als sogenannter ‚Spindoktor‘ wirkt.

Ausblick

Neuer Botschafter, also Nachfolger von Grenell, wurde Jeremy Issacharoff

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Das klingt jetzt noch nicht so, als würde er sich von Grenell distanzieren und eine völlig andere Politik machen.

Die Korönung des George

Die Meldung über die Corona-Infektion von George Floyd ist völlig nutzlos für das Verständnis des Falls.
Sie erlaubt aber einen Einblick in die Techniken des medialen Themenwechsels.

Was könnte uns diese Meldung sagen wollen:

Mögliche Motive

Ich sehe mindestens zwei unabhängige Motive für diese irrelevante Meldung:

  1. George Floyd soll implizit als krank-ansteckender Typ dargestellt, der gewalttätige Polizist Chauvin zumindest teilweise vom berechtigten Vorwurf der Tötung eines wehrlosen Mitmenschen entlastet werden
  2. Die ‚Todesursache Corona‘, die in den meisten Fällen ein Sterben ‚mit Corona‘, nicht an Corona bedeutet, wird als eher zweifelhafte Diagnose vorgeführt.

Beide Punkte lassen sich kaum explizit machen, weil sie nicht PC sind, und bleiben deshalb beim Leser eher als (unguter) Beigeschmack hängen, wenn er die Meldung wieder hinter sich lässt, ein wenig ratlos ob ihrer medizinischen Absurdität.
Nur der österreichische ‚Kurier‘ deutet in seiner Meldung den Punkt 2 mehr als nur an, was ihn ein wenig aus der Reihe heraushebt. In den letzten Wochen war es unschicklich zu erwähnen, dass ein Sterben ‚mit Corona‘ eher wenig über die Todesursache aussagt. Der Fall Floyd zeigt da natürlich mustergültig, wie absurd die Zählung des RKI sein kann.

Zwischen beiden Motiven gibt es auch einen gewissen Widerspruch, weil Punkt 1 nicht wirkt auf die sogenannten „Verschwörungstheoretiker“, denen Punkt 2 und die damit verbundene Desinformation schon lange bewusst ist. Aber als schlechter Nachgeschmack können natürlich beide Eindrücke gemeinsam im Kopf des Lesers zurückbleiben, wenn er sich bisher wenig um die merkwürdigen Begleitumstände dieser Pandemie gekümmert hat.

Auffällig ist auch, dass die gelisteten Artikel tendenziell eher im Boulevard- und Billig-Journalismus angesiedelt sind.
Dieser Punkt wird besonders am Beispiel der BBC deutlich, die diese Meldung nicht in ihrer englischsprachigen Ausgabe, sondern im Liveticker der Pidgin-Ausgabe bringt. Auch die WELT hat die Meldung nicht in einem eigenen Artikel, sondern nur in einem Corona-Liveticker gebracht.

Linksliberale Medien kombinieren anders

In Medien, die seriöser wirken wollen, findet man diese platte Meldung über Corona (lat. die Krone) bei George Floyd nicht so leicht.
Hier werden eher wie in der ZEIT, die beiden Themen ‚Corona‘ und ‚Rassendiskriminierung‘ sorgsam zu einem Potpourri des Bösen und (natürlich) der Läuterung zusammengerührt, für die George Clooney einmal mehr der richtige „alte weiße Mann“ ist:

Ganz ähnlich schmeckt die ‚Süddeutsche‘ den Eintopf ab:

Die Klage über die Durchsetzung der Abstandsregeln durch die Polizei kommt ihr allerdings in Berichten über Demonstrationen in Deutschland nicht in den Sinn: Die SZ klagt hierzulande eher darüber, dass die Regeln von der Polizei nicht durchgesetzt werden. Während sie bei den Demonstrationen in den USA auch teilweise massive und tödliche Gewalt nicht kriminalisiert und pauschal allen Protestierenden anlastet, stellt sie Demonstranten in Deutschland auch dann bereitwillig unter Extremismusverdacht, wenn von ihnen keinerlei Gewalt ausgeht:
„Die Polizei sprach am Sonntag von einer ‚teils großen Aggressivität‘. Viele Teilnehmer skandierten unter anderem ‚Freiheit‘, ‚Widerstand‘, ‚Volksverräter‘ und ‚Wir alle sind das Volk'“
Viele Ladenbesitzer und Gewaltopfer in den USA wären wahrscheinlich sehr froh, wenn auch dort nur ’skandiert‘ werden würde. Aber dort gelten natürlich ganz andere Maßstäbe. Es geht ja um eine gute Sache.

Der Hype ist tot. Es lebe der Hype!

Es würde mich nicht überraschen, wenn diese Episode mit dem positiven Corona-Test bei George Floyd einen deutlichen Einschnitt in der Intensität der Corona-Berichterstattung markieren würde, die sich so wie bisher aktuell nicht länger verkaufen lässt.
Wenn die platteren Medien diese Corona-Welle in dieser Art auslaufen lassen, verebbt sie auch in den ‚feineren‘ Medien und muss auf neue Entwicklungen hoffen.
Aber ein neuer Hype, mit dem sich die Öffentlichkeiten vieler Länder gleichzeitig treiben lassen, steht ja zum Glück bereits unter vollem Dampf.

Nachtrag 07.06.2020
Bin ein wenig überrascht, wie schnell es geht:
Wenn sich 14 Tage nach solchen „Super-Spreader-Events“ keine gewaltige 2. Infektionswelle zeigt oder zeigen lässt, wird es niemandem mehr zu erklären sein, dass Abstandsregeln notwendig sind:
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Falsche Schutzmänner immer dreister

Zunächst eine eilige Durchsage des Bayerischen Rundfunks:


Bayerns Ministerpräsident warnt vor einem Ende der Corona-Auflagen. Im ARD extra betonte Markus Söder, dass er eine Verlängerung der Kontaktbeschränkungen für richtig halte. Würden die Maßnahmen beendet, seien die Menschen „schutzlos ausgeliefert“.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, dass Betrüger Bürger mit immer dreisteren Geschichten vor falschen Gefahren warnen, um so ihr Vertrauen zu erschleichen und sie anschließend um ihr Vermögen zu erleichtern.:

Die Masche ist bekannt, aber die Dimension übertrifft alles bisher Dagewesene:

Als ein Bote im September 2020 den Koffer mit den Diamanten sowie eine Uhr im Wert von 175 000 Euro abholen wollte, konnten ihn Fahnder der Münchner Polizei festnehmen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 31-jährigen Abholer erhoben. Demnach war er Teil einer professionell arbeitenden Bande.

Er hatte im März 2020 erstmals Kontakt zu der ehemaligen Angestellten einer Anwaltskanzlei aufgenommen, sich als Polizeibeamter ausgegeben und behauptet, sie werde von einem Virus bedroht. Bereits im März und April 2020 übergab die Geschädigte Freiheitsrechte von unschätzbarem Wert an die Betrüger − im Glauben, es handle sich um Polizisten, die ihre Werte sicher verwahrten.

Daraufhin erhöhten die Betrüger den Druck: Ein Anrufer, der sich als Polizeibeamter Marcus Sör vorstellte, bewegte die Frau dazu, eine App auf ihrem Telefon zu installieren und sich nur noch in „seriösen“ Medien zu informieren.

Zuletzt trat er fast täglich auf den Plan und erzählte, unschuldige Bürger würden von Verschwörungstheoretikern gefangen gehalten und bedroht. Da sie mit allen Wassern gewaschen seien, dürfe sie sich auf keine Gespräche mit ihnen einlassen. Das Vermögen der alleinstehenden Frau werde benötigt, um Tausende Mitbürger vor einer tödlichen Krankheit zu retten.

Viren im Kabarett

Volker Pispers hat schon vor fast 10 Jahren die Themen brillant verbunden:

Warum hat er eigentlich 2015 seine Kabarett-Karriere beendet? Großer Verlust.

Helmut Schleich, Bayerns bester Strauss-Imitator, hat zum Thema aktuell ein schönes Schleichfernsehen produziert:

Und das vergleichen Sie dann mal mit Wilfried Schmickler. Keine Ahnung

Viel Vergnügen! Mehr oder weniger.

Der Horror der zweiten Welle

Kein Zweifel, die wirtschaftliche Krise als 2. Welle des Corona-Horrors wird schlimm werden. Das ist längst klar, aber nicht Thema dieses Beitrags.
Wie groß ist aber die vielbeschworene Gefahr wirklich, dass es zu einer 2. Infektionswelle kommt, die dazu noch schlimmer als die erste sein soll?
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Vieles spricht gegen eine schnelle 2. Welle

Erstens läuft die erste Welle fast überall aus:

In Italien hatte die Welle des Todesfälle ihren Höhepunkt bereits Anfang April erreicht, in Belgien stieg sie bezogen auf die Einwohnerzahl am höchsten und geht seit Mitte April zurück, aber auch in Schweden geht es seit Ende April runter.
Warum also sollte es in Deutschland bald eine zweite Welle geben, nur weil sich die Maßnahmen mit den Lockerungen dem schwedischen Niveau annähern? Um das zu verhindern, reicht ein Minimum an Disziplin. Massenveranstaltungen mit zu viel Tuchfühlung einfach meiden!

Dagegen spricht auch der Viren-Kalender. Die Corona-Zeit ist seit Mai vorbei und beginnt erst im Dezember wieder:

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Deshalb erwarten auch Corona-nahe Experten eine zweite Welle erst ab Spätherbst. Auch Cristian Drosten ist auf diese Linie eingeschwenkt:
„Christian Drosten blickt demnach aber mit Sorge in Richtung Herbst und Winter: Er frage sich was passiert, wenn man nun sehr glimpflich über den Sommer kommen sollte, bis zum Herbst aber immer noch kein spezifisches Medikament zur Verfügung habe“

Was für eine 2. Welle spricht

Kriegsrhetorik und Mitwirkung von Terrorexperten

Auffällig ist die öffentliche Kriegsrhetorik im Zusammenhang mit dem Virus:
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Noch deutlicher als Merkel wurde Macron:
undefinedDas klingt eher merkwürdig, dürfte aber irgendeine Realität ausdrücken. Also Vorsicht! Der Feind ist da draußen und er schläft nicht, sondern kann jederzeit und überraschend zuschlagen – ohne Rücksicht auf den Kalender!

Und dann sind da noch diese Terror-Experten, die plötzlich auch bei Corona das große Wort führen und sich für eine Impfung stark machen:
undefinedEin Virus ist zwar kein Terrorismus, macht aber auch schön Angst, und Terror-Experten liefern auch hier das Beruhigungsmittel: eine Impfung/Vertrauen zu staatlichen Maßnahmen. Wenn das Angebot nicht angenommen wird, hilft vielleicht eine 2. Welle?

Das Virus ist tückisch

Es tauchen immer wieder Berichte auf, dass die Erkrankung COVID-19 auch besonders tückische Verläufe hat und bleibende Schäden in verschiedenen Organen verursacht. Die Universitätsklinik Innsbruck berichtete über Lungenschäden bei Sporttauchern, das Universitätsspital Zürich über Gefäßveränderungen in verschiedenen Organen. Nach milden Verläufen der Corona-Erkrankungen bei Kindern wird insbesondere aus den USA über Symptome mit Zusammenhang zum Kawasaki-Syndrom berichtet.
Ich kann nicht beurteilen, welche quantitative Bedeutung solche Erkrankungen bisher haben, aber es ist doch deutlich, dass es jenseits des Infektionsgeschehens auch zu einer zweiten Welle an Erkenntnissen über die Schädlichkeit des Virus kommen kann, die erneut zu panischen Reaktionen aus Bevölkerung und Politik führt.

Die Macht der Corona-Tests

Ob eine Infektionswelle als zweite Corona-Welle oder als neue Epidemie interpretiert wird, hängt auch davon ab, ob die aktuell verwendeten Corona-Tests auf sie ansprechen. Manche behaupteten, Drostens Test sei nicht sehr selektiv und nicht ausreichend evaluiert, er produziere falsche Positivergebnisse. Drosten bestreitet das. Wichtig ist aber festzuhalten, dass vorhandene Tests eine Schlüsselrolle spielen, wenn es um die Frage geht: zweite Welle oder anderes Virus? Und nicht alle Tests sind gut.

Viren aus dem Labor

Für Furore hat die Behauptung des Nobelpreisträgers Luc Montagnier gesorgt, das Corona-Virus sei im Labor künstlich mit HIV-Bestandteilen hergestellt worden. Manche erklären das für eine Verschwörungstheorie, andere nur für unwahrscheinlich. Wieder andere halten es für unwiderlegt.
Spinnt man den Verdacht aber zuende, kommt man unschwer zu einem Worst-Case-Szenario für eine zweite Welle:

  1. das Corona-Virus stammt aus dem Labor
  2. es wurde nicht allein, sondern mit ähnlichen Verwandten hergestellt
  3. auf alle Varianten reagieren die vorhandenen Corona-Tests positiv
  4. schon vor Herbst wird eine zweite Variante in Umlauf gebracht
  5. die zweite Variante ist heimtückischer als die erste

Fazit

Aktuell spricht nur noch wenig für eine ernsthafte, zweite Corona-Welle vor dem nächsten Winter. Dafür sind die Warnungen davor aber recht verbreitet und eindringlich, gerade auch von Politikern.
Viele Vermutungen, die aber alle auch bestritten werden, lassen sich recht mühelos zu einem ganz üblen Worst-Case-Szenario von einer verheerenden zweiten Corona-Welle zusammenbasteln. Es ist aber völlig unklar, was von solchen Vorhersagen zu halten ist, auch wenn sich einige Aspekte davon („Zweite Welle kommt“, „China ist schuld“, „Bill Gates steckt dahinter“,…) bereits heute in den Nachrichten finden lassen.
Es wäre jedenfalls schön, wenn uns die zweite Welle erspart bliebe, wonach es vorläufig erst einmal aussieht.

Nachtrag 29.05.2020 zum Abschnitt ‚Das Virus ist tückisch‘
Ein Artikel im Focus zu Lungenveränderungen durch das Virus:
„Beobachtungen sind alarmierend
Was mich etwas beunruhigt, ist, dass vier bis acht Wochen nach Entlassung nur zwei der 31 Patienten wieder eine normale Lunge haben
Es wird sicherlich noch einige Überraschungen geben“
Auf dieser Schiene werden sicher noch einige Artikel kommen. Die ist fast ideal, um immer wieder einmal nachzulegen.

Nachtrag 06.06.2020 zum Thema Corona-Tests
Warum die Diskussion um den PCR-Test nicht endet:
„Der Nachweis von viraler RNA weist möglicherweise nicht auf das Vorhandensein eines infektiösen Virus hin, oder darauf, dass 2019-nCoV der Auslöser für klinische Symptome ist“
Inzwischen verzichten die WHO und die amerikanische Lebens- und Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA auf den Nachweis des angabegemäß SARS-CoV-2-spezifischen ORF1-Gens im Rahmen des PCR-Tests; der Nachweis des unspezifischen, auf Coronaviren im allgemeinen hinweisenden E-Gens reicht jetzt aus
erklärt die US-Seuchenschutzbehörde CDC, dass der RNA-Nachweis durch diese Art von Tests weder eindeutig ein ansteckendes Virus noch eindeutig denjenigen Erreger identifiziert, der für klinische Symptome der getesteten Patienten ursächlich ist


Nachtrag 14.06.2020
Dieser Beitrag in Strategika51, der mir durch ein frz. Blog bekanntgemacht wurde, beschreibt die neuesten Berichte aus Peking als Beginn der 2. Corona-Welle, die ansteckender und tödlicher sein soll als die erste. Siehe auch hier und hier.

Nachtrag 15.06.2020
Anscheinend handelt es sich bei dem neuen Ausbruch in Peking um eine Mutation:
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„Das Virus, das für den neuen Corona-Ausbruch in Peking verantwortlich ist, ist nicht mit dem Virus identisch, dass die Pandemie vor Monaten ausgelöst hatte“
„Hinter dem neuen Corona-Ausbruch in Peking steckt vermutlich eine Mutation. Das Virus, das in China Hauptstadt entdeckt wurde, sei nach einer vorläufigen Sequenzierung des Genstamms anders als der Typ, der das Land vorher heimgesucht hat, sagte Zeng Guang, Epidemiologe des Gesundheitsamtes nach Angaben der staatlich kontrollierten «Global Times» am Sonntag“
„Das Virus sei bis zu einem Hackbrett auf dem Xinfadi-Großmarkt zurückverfolgt worden, auf dem importierter Lachs verarbeitet worden sei“
Nicht erwähnt ist, ob die Mutation mit denselben Tests positiv testet, die schon zuvor verwendet wurden.

Nachtrag 16.06.2020
Bei der Mutation in China soll es sich laut einem chinesischen Pressebericht tatsächlich um den Reimport der europäischen Variante handeln:
Yang Peng, a researcher from Beijing CDC told China’s Central Television (CCTV) via telephone interview that it has been preliminarily determined that the virus found on the samples from the market is related to strains China has seen from imported cases. Genome sequencing showed that the coronavirus came from Europe
Das würde dann gleichzeitig das Risiko für Europa durch diesen Ausbruch kräftig reduzieren: das Virus kennen wir inzwischen.

Nachtrag 19.06.2020
Ein Beitrag von Dirk Pohlmann, der mir wie eine gute Übersetzung James Corbetts (mit eigenen Quellen) ins Deutsche erscheint: „Ein Virus als Waffe“

Nachtrag 01.07.2020
Sehenswerter Videobeitrag mit vielen wichtigen Aspekten zum Corona-Komplex.
Das wichtigste Bein, auf dem der Corona-Hype steht, ist der Corona-Test. Und der ist nicht ordentlich validiert und die Blaupause dazu stammt von Christian Drosten.

Fake News über Falschnachrichten

Die Tagesschau verbreitet hochoffiziell im ARD-Verbund „recherchierte“ Falschnachrichten:

Mit Hilfe des Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks hat die ARD angeblich ein besonders prominentes Beispiel für Falschnachrichten identifiziert:

Mit Rot habe ich die Vorwürfe an Bhakdi markiert, mit Grün Tatsachenbehauptungen, mit Gelb Meinungen. Der Faktenfuchs und die Tagesschau haben in dem beanstandeten Video tatsächlich keine Falschnachrichten gefunden, nur eine falsche Meinung von Bhakdi.
Er war und ist nämlich der Meinung, dass die Gefährlichkeit des Virus überschätzt wurde, weil die Daten lückenhaft seien. Diese zentrale Tatsachenbehauptung von ihm über Datenlücken wird pikanterweise im Tagesschau-Artikel ausdrücklich bestätigt. Ob man bei so lückenhaften Daten eher weniger (Bhakdi) oder eher mehr (Bundesregierung) Vorsicht walten lassen sollte, ist also kein Streit über Falschnachrichten, sondern ein reiner Meinungsstreit. Und gerade bei Meinungen über Fakten ist es wichtig, verschiedene kompetente Meinungen anzuhören.

Prominentes Beispiel ja, aber wofür?

Sucharit Bhakdi ist tatsächlich sehr schnell prominent geworden und das von der Tagesschau bemängelte Video hat Stand heute fast 2.5 Mio Aufrufe erhalten.
Jeder kann sich selbst davon überzeugen, dass Bhakdi in diesem Video vom 29. März eher wenig behauptet und sehr viel fragt nach der Qualität der Daten, auf die die Bundesregierung ihre nie dagewesenen Entscheidungen aufbaut:

Von der Tagesschau fälschlich als prominentes Beispiel für Falschnachrichten bezeichnetes Video

Diese Fragen sind sehr berechtigt und stehen im Zentrum der Kritik von vielen qualifizierten Medizinern und Wissenschaftlern, die einen Vorwurf teilen: es wurde mit zu wenig echtem Wissen eine zu große Gefährlichkeit des Virus angenommen und mit extremen Maßnahmen beantwortet, deren Wirksamkeit auch nicht gesichert war.

Sucharit Bhakdi hat als qualifizierter Seuchenmediziner im Ruhestand einen Youtube-Kanal gegründet, um seine Meinung, sein Entsetzen über die Coronapolitik der Bundesregierung in sehr moderatem Ton und an der Sache orientiert zu äußern. Er ist offensichtlich politisch nie in Erscheinung getreten. Damit ist Sucharit Bhakdi ein sehr prominentes Beispiel für Bürgersinn und den Wert von Meinungsfreiheit.

Faktencheck ist Meinungskampf

Weil Fehler bei Entscheidungen unter Druck und Informationsmangel immer möglich (und bei Einsicht auch verzeihlich) sind, ist es nicht nur absurd, sondern auch gefährlich, Fachkritik wie die von Sucharit Bhakdi mit Falschnachrichten in einen Topf zu werfen.
Auch handwerklich hat die Tagesschau hier ganz schlechte Arbeit geleistet: Hätte sie ein Video von Bhakdi nach Falschnachrichten absuchen wollen, dann hätte sie sich dieses frühere Video vornehmen müssen. Erstens enthält es wesentlich mehr Tatsachenbehauptungen und zweitens ist es offensichtlich auch mehr ins Unreine gesprochen als das spätere, das man auch als Versuch einer Verwissenschaftlichung und Konsolidierung seines Standpunkts verstehen kann. Hier darf man nach Fehlern und Falschannahmen suchen.
Ob mögliche Fehler und Falschannahmen dann auch Fake News sind, ist eine ganz andere Frage: auch Bundesregierung und Robert-Koch-Institut haben in der Corona-Pandemie bereits viele Fehler gemacht, wie Kurswechsel zB bei der Kommunikation über die Sinnhaftigkeit von Masken beweisen. Aber ihnen würde die Tagesschau deshalb niemals „Falschnachrichten“ vorwerfen, oder? An diesem Vergleich erkennt man:
Dieser Art der Faktenchecks geht es weniger um Fakten als um Parteinahme im Meinungskampf, im Zweifel immer auf der Seite von Regierung und Behörden. Sie nähren deshalb den Vorwurf, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein Staats- und Regierungsfunk sei. Und das ist noch nicht der Gipfel des Hineinregierens in die Informationsfreiheit des Bürgers.

Pandemie vorbei, Bilanz kommt

Behörden wie das RKI und die Bundesregierung haben seither einen weiteren Monat verschlafen, in dem sie auf Bhakdis berechtigte Fragen hin hätten veranlassen können, dass die riesigen Datenlücken geschlossen werden, um so schnell wie möglich die drastischen Beschränkungen von wirtschaftlicher Aktivität und Grundrechten aufheben zu können.

Inzwischen kommt die Pandemie an ihr vorläufiges Ende. Die Hinweise darauf mehren sich in vielen Ländern und werden sehr bald nicht mehr kleinzureden sein, dass der Höhepunkt schon vor langer Zeit überschritten wurde:

Gleichzeitig steht eine riesige Wirtschaftskrise vor der Tür, die auch vorhergesehen war, und die jetzt wahrscheinlich einen einschneidenden Politikwechsel erzwingen oder in einem katastrophalen Crash enden wird:

Nachtrag 13.05.2020
Bernd Zeller bringt (als generelles Phänomen) exakt auf den Punkt, was die Tagesschau über dieses Video von Bhakdi an Fake News produziert hat:
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Nachtrag 14.05.2020
Dass Sucharit Bhakdi nicht fair behandelt worden ist, zeigen solche Quacksalbereien im FREITAG, halb Entschuldigung für erlittenes Unrecht, halb Weiterbeschuldigung des Opfers, weil er mit den „falschen Leuten“ gesprochen hat:

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Die Frage liegt auf der Hand, warum sich eine „linke“, „oppositionelle“ Zeitung berufen fühlt, wie eine Florence Nightingale des Journalismus, die Opfer der Kriegsmaschinerie des staatlichen Rundfunks auf dem Schlachtfeld zu verbinden.

Nachtrag 3.6.2020
Amazon soll sich geweigert haben, das e-Book von Sucharit Bhakdi ins Programm zu nehmen. Das Buch soll jetzt in 14 Tagen als Taschenbuch erscheinen:

Nachtrag 25.06.2020
Im Deutschlandfunk hat der Statistiker Antes zuletzt darüber gesprochen, dass
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die von ihm (und ebenso Sucharit Bhakdi) monierten Datenlücken bis heute, also in ganzen 3 Monaten, nicht geschlossen worden sind:
Von den Wissenslücken, die ich damals (Ende März) beklagt hatte, ist eigentlich erschreckend wenig gefüllt worden…
Da diese Tests völlig willkürlich und…unter chaotischen Bedingungen ausgewählt werden…, können wir daraus nichts ziehen

Dieses Video bringt die abstrusen Maßstäbe lustig auf den Punkt, mit dem der öffentlich-rechtliche Rundfunk Wissenschaftler entweder bereitwillig zu Wort kommen lässt oder mit FakeNews rigoros ausgrenzt:

Nachtrag 1.7.2020
In seinem Buch „Corona: Fehlalarm?“ berichtet Bhakdi auch über diesen Tweet des Bundesgesundheitsministeriums zwei Tage, bevor die Einschränkungen tatsächlich verkündet wurden:

Er wurde noch nicht einmal gelöscht, ist jetzt noch online. Dazu zwei treffende Punkte von Bhakdi:

Fake News = alles, was die Bundesregierung gerade nicht hören möchte

„Haben wir nicht ein Problem, wenn unsere Regierung selbst Fake News verbreitet?“

Pandemie vorbei

Interessantes, kurzes Interview mit Prof. Dr. Stefan Homburg, der sich auf die Zahlen von RKI und den europäischen Mortalitäts-Monitor (Euro-Momo) konzentriert:

Die wichtigsten Inhalte im Überblick:

Höhepunkt der Pandemie in Deutschland war in der 1. Märzhälfte, wie der Verlauf der Reproduktionszahlen des Robert-Koch-Instituts zeigt:

Der politisch beschlossene Lockdown war weitgehend wirkungslos, denn die ersten Schulschließungen wurden am 13.3. mit Wirkung zum 16.3. verkündet. Erst am Dienstag 17.3. traten nochmals verschärfte Regelungen über die Schließung von Kneipen, Zoos etc. in Kraft. Da war der R-Faktor bereits auf dem Weg steil nach unten. Etwa am 20.3. sank er erstmals unter 1, wo er seither die meiste Zeit blieb.
Trotzdem hat Kanzlerin Merkel letzte Woche wieder davon gesprochen, dass diese Zahl erst noch dauerhaft unter 1 fallen muss. Inzwischen steht sie bei 0.7.

Die Spitzenpolitiker wissen, dass es keine echte Gefahr mehr gibt. Deshalb steigen sie (wie Bundesgesundheitsminister Spahn in der Uniklinik Gießen) auch bedenkenlos in großer Zahl in Aufzüge ein:

Die beste Nachricht von allen ist, dass auch die ganz harten Zahlen über die Gesamtsterblichkeit (Euromomo=Euro-Mortalitätsmonitor) anzeigen, dass die Pandemie in Europa fast vorbei ist:

Nach dieser Kurve dürften die Sterbezahlen jetzt ebenso rapide weiter zurückgehen wie in den Vorjahren. Der Peak 2020 war zwar in der Spitze (schlimmste Woche) so hoch wie 2017, aber in Summe (Fläche unter der grünen Kurve) wesentlich harmloser als damals oder 2018. Selbst 2019 gab es insgesamt vergleichbar viele Grippe-Tote über einen längeren Zeitraum, ohne dass es darüber eine Aufregung in Medien oder Politik gegeben hätte. Die vielen Todesfälle von Bergamo, Lodi oder Madrid haben also die gesamteuropäische Statistik gegenüber „normalen“ Jahren weniger verändert als die Stimmung.

Ergänzungen

Im Interview ist von der Belegung der Intensivstationen die Rede, aber ohne Grafiken und Quellen. Hier habe ich diese Belegung über die Wochen des Lockdowns beobachtet. Sie war immer weit von einer bundesweiten Überlastung entfernt.
Die Zahlen von gestern zeigen, dass nur in Bayern und Baden-Württemberg die Corona-Kranken eine sehr starke Rolle auf den Intensivstationen spielen. In Schleswig-Holstein und anderen nord- und ostdeutschen Bundesländern ist Corona nicht mehr als eine Randerscheinung im Krankheitsgeschehen:

Die regionalen Unterschiede sind also enorm und rechtfertigen keinen Tag Fortsetzung von bundesweiten Beschränkungen der Freiheit und des Wirtschaftslebens, die inzwischen zahllose Gastwirtschaften, Brauereien etc. in ihrer Existenz bedrohen.

Update 21.04.2020

Der Vortrag und die Zahlen von Stefan Homburg haben sich stark verbreitet und deshalb zahlreiche Relativierungsversuche ausgelöst, u.a. in der Tagesschau:

Neben allerlei Gekrittel über Homburgs Vorgehen gibt es da auch diesen blau unterlegten Satz: „Bereits zuvor hatte es einschneidende Vorkehrungen gegen die Verbreitung gegeben“. Dazu drängen sich 3 Fragen sofort auf:

  1. Welche Vorkehrungen?
  2. Warum haben sie sich in den RKI-Statistiken als wirksamer als der erst später verhängte ‚Lockdown‘ erwiesen?
  3. Warum kann man viele der weniger wirksamen, aber harten Maßnahmen nicht sofort weglassen?

Zu Punkt 1 und 2 kommt im ganzen langen Text nichts mehr. Zu Punkt 3 wird , ertränkt in sehr viel Füll- und Rechtfertigungsstoff, mit dem u.a. der Kritiker Homburg schlechtgemacht wird, nur noch ausgeführt, dass die Bundesregierung eben vorsichtig ist und lieber langsam lockert. Dabei hat Homburg einfach Recht: die RKI-Daten legen nahe, dass alle harten Maßnahmen nach dem 16.3. nur noch wenig zur Trendwende beigetragen haben. Entweder sind die RKI-Daten eher nutzlos oder die harten Lockdown-Maßnahmen ab 16.3. In beiden Fällen sieht die dt. Politik nicht gut aus, schlechter als Stefan Homburg mit seiner Kritik.