Trumps Anhänger haben sich eine Veröffentlichung der Epstein-Files erhofft („den Sumpf trockenlegen“), weil u.a. der bekanntermaßen übergriffige Bill Clinton und andere Demokraten bei diesem notorischen Sexualstraftäter und Zuhälter von Minderjährigen lange ein- und ausgingen. Dann sagte Trump plötzlich vor einigen Monaten, dass es nichts wird damit und dieser Epstein gar nicht so wichtig ist. Einige Anhänger waren da, vor der Ermordung von Charlie Kirk und der Vertuschung der wirklichen Hintergründe durch Medien und Behörden, schon extrem unzufrieden mit Trump.
Jetzt gibt es im Kongress eine Initiative zur Freigabe der Files, die nicht nur von Demokraten, sondern auch einigen republikanischen Abgeordneten unterstützt wird. Gleichzeitig sind eMails zwischen Epstein und prominenten Bekannten über Trump veröffentlicht worden. Danny Haiphong gibt einen Überblick über die eMails und die Hintergründe:
Die eMails verraten mindestens, dass Trump über die Intensität und Dauer seiner Beziehung zu Epstein gelogen hat. Gleichzeitig legen sie offen, wie viele Prominente, auch „Journalisten“ eng mit Epstein waren, aber versuchten, von Epstein Material gegen Trump in die Hand zu bekommen: ein Krokodilsumpf, der jetzt im wilden Hauen und Stechen von Washington ans Licht gekommen ist und auf alle Seiten gleichermaßen gar kein gutes Licht wirft.
Schon vor 6 Jahren war klar, dass die Epstein-Affäre ein gewaltiger Skandal ist, der unter der Decke gehalten werden sollte.
Jimmy Dore hat sich das Thema auch vorgenommen:
Jimmy Dore ist kein Parteigänger der demokratischen Mehrheit, sondern hat z.B. den geistigen Zustand von Biden schon früh öffentlich gemacht und damit damals Trumps Witze über Biden bestätigt.
Es ist sehr offensichtlich, dass Trumps zweite Amtszeit, nach nicht einmal einem Jahr in ein sehr schwieriges Fahrwasser geraten ist, und zwar nicht nur oder in erster Linie durch Intrigen von Demokraten und Geheimdiensten, sondern gerade auch durch die eigene Vergangenheit, gebrochene Versprechungen und den wachsenden Zorn seiner Wähler.
Epstein, nicht Epschtein
Jeremy Corbyn wurde im Wahlkampf 2019 massiv unter Feuer genommen, weil er in einer Fernsehrunde den Namen Epstein deutsch, also „Epschtein“, ausgesprochen hat. Es wurde ihm vorgeworfen, dass er damit betonen wolle, dass Epstein Jude gewesen sei. Das sei Antisemitismus bei Corbyn.
Viel eher dürfte es aber um das heiße Eisen gegangen sein, das auch Danny Haiphong im Video anspricht: dass Epstein möglicherweise den Auftrag hatte, kompromittierendes Material gegen Prominente zu sammeln (und zu schaffen), das der Mossad dann nutzen konnte, um u.a. Politiker unter Kontrolle zu bringen. Allerdings kursiert diese Vermutung über Epstein schon immer und es gibt eigentlich keine bessere Erklärung für sein Treiben, seine Helfer und das viele Geld, von dem niemand so ganz genau weiß, woher es eigentlich kam.
Auch bei Trump würde diese Vermutung recht gut zu seiner fast bedingungslosen Unterstützung von Netanjahus Politik passen: hat Netanjahu Material von Epstein gegen Trump in der Hand?
Diese Vermutung ist natürlich noch antisemitischer als die Andeutung von Corbyn, selbst wenn sie der Wahrheit entspricht.