Schlangenöl ist leider aus

Kevin Kühnert war ein mediengehätschelter unseriöser Politiker mit merkwürdigen Ansichten, die er nicht ganz verstecken konnte. Der Nachfolger wird die SPD nicht aus der Krise führen, in die Kühnert ihr geholfen hat.

Der „hochbegabte“ Kevin Kühnert ist vom Amt des SPD-Generalsekretärs zurückgetreten. Er konnte die Stiefel von Hans-Jürgen Wischnewski (4), Peter Glotz (6), Franz Müntefering (6), Andrea Nahles (4) , Hubertus Heil (4) und Lars Klingbeil (4) knapp 3 Jahre lang tragen. Dann gingen ihm die Ideen aus. In der SPD hinterlässt er einige Altlasten.

Merkwürdige Ideen und Medienhelfer

Es ist gerade mal 5 Jahre her, dass der forsche und hoffnungsvolle Juso-Vorsitzende Kühnert die Verstaatlichung von BMW gefordert hat:

Warum gerade BMW und wem sollte das nutzen? Etwa dem BMW-Arbeiter? Damit BMW so innovativ und erfolgreich wird wie VW?
Eine typische Juso-Idee für viel Wirbel und Bekanntheit des hoffnungsvollen Funktionärs, Grundlage für vermutete Hochbegabung und linke Gesinnung, die aber in der weiteren Karriere schnell abzulegen ist:

Soweit so normal. Nicht normal und auffällig war aber die Unterstützung eines erfahrenen Zeitgeist-Journalisten im SPIEGEL für den Juso-Käse, die ich deshalb damals gründlich angeschaut und verrissen habe:

Wenn eine Idee so blödsinnig war wie die Sozialismus-Kamelle von Kühnert, konnte die Unterstützung von SPIEGEL und Minkmar nur allein der Person des Kühnert selbst gelten. Aber zu welchem Zweck?

Merkwürdige Seilschaften

Und an Personalien arbeitete der kühne Kühnert selbst noch im selben Jahr 2019 weiter und half, Walter-Borjahns und Saskia Esken zu Parteivorsitzenden zu machen:

Die linke Idee blieb wieder nur eine Illusion und Treibstoff für das Fortkommen von Personen. Um Walter-Borjahns ging es dabei nicht, denn der trat bald wieder ab, aber Saskia Esken blieb der SPD an der Backe kleben und sorgte (erst) 2024 für wachsenden Unmut in der SPD über ihre katastrophalen Auftritte in Talkshows, bei denen sie sich gerne als unbelehrbare Provokation für Volkes Meinung präsentierte:

Kevin und die „Echsenmenschen“

Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang daran, dass es auch Esken war, die als erste Politikerin und ohne Not, Kritiker der Corona-Politik als ‚Covidioten‘ bezeichnete und kommen dann gleich zurück zu Kevin Kühnert, der nämlich bei dem Thema auch besonders militant unterwegs war:

Kühnert hat diesen Echsenmenschen-Tweet bald wieder gelöscht und 2022 auch sein Twitter-Profil, aber mit den von mir gesicherten Fragmenten lässt sich dieser tiefe Einblick in seine geistige Welt komplett rekonstruieren.
Stephan Kohn hat 2020 nichts Falsches geschrieben, seine frühe und mutige interne Kritik an der Unangemessenheit und Schädlichkeit der Corona-Maßnahmen ist vielmehr sehr gut gealtert. An die Öffentlichkeit durchgestochen wurde sie nicht von ihm, sondern von einem der Adressaten im Ministerium. Seinen Beamtenstatus hat er 2 Jahre später trotzdem verloren.
Die Militanz und Illoyalität Kühnerts gegen seinen Parteifreund wirft aber gerade deshalb bis heute Fragen auf. Was für „Echsenmenschen“ haben ihn dabei geritten? Warum machte er sich die globale Lockdown-Politk so persönlich zu eigen, dass er sich öffentlich so weit exponierte, dass er sogar einem CDU-Kollegen und Karrenbauer-Mitarbeiter sehr negativ auffiel?
Und im selben Stil ging es auch weiter:

Kühnert vergriff sich bedenkenlos an an der Entscheidungsfreiheit von Kimmich und aller Bürger und ebenso bedenkenlos log er dafür auch:

Das schlaffe Ende

Zuletzt wurde es stiller um Kevin Kühnert. Die Zeit der kühnen das-Blaue-vom-Himmel-Forderungen eines freidrehenden Juso-Vorsitzenden war vorbei und er musste mühsam in hoffnungslosen Wahlkämpfen sehr viel kleinere Brötchen Döner backen:

Tja, Kühni, der Döner wird nie mehr 3 Euro kosten, wenn der Staat Geld ohne Ende druckt, um damit viel Bullshit im eigenen Land und der ganzen Welt zu bezahlen.
Und nach der erneut verlorenen EU-Wahl musste sich Kühnert prompt entsprechenden Fragen stellen:

Nach zwei weiteren verlorenen Wahlen im Osten half auch der kleine Erfolg in Brandenburg nicht mehr: Kühnert ist nicht so dumm, dass er nicht längst gemerkt hat, dass die SPD im kommenden Bundestagswahlkampf blank dasteht: ohne Erfolge, ohne Vision für die Zukunft und ohne einen Kanzlerkandidaten, der beides verkörpert.
Warum sich da noch 11 Monate quälen? Und die gesundheitlichen / psychischen Probleme müssen deshalb nicht vorgeschoben sein. Diese Aussichten plus sehr viel Arbeit drücken natürlich auf die Psyche.

Es bröselt noch mehr in der SPD

Ein weiterer SPD-Politiker, Außenpolitiker Michael Roth hat in den letzten Monaten seinen Rückzug angekündigt. Vorausgegangen war die Abstrafung des Hardliners an allen Kriegsfronten auf dem SPD-Parteitag.
Roth, Kühnert, Esken: es rumort offensichtlich gewaltig in der SPD. Es fehlt an Profil, an Erfolgen, an Visionen und am geeigneten Personal.
Die neue Partei von Sahra Wagenknecht besetzt seit Jahresanfang traditionelle, aber aufgegebene SPD-Positionen, und ist beim Thema der aus dem Ruder gelaufenen Migration nicht belastet.

Schlimmer geht immer

Der neue Generalsekretär Matthias Miersch ist 20 Jahre älter als Kühnert und ein eher farbloser und kommunikativ schwerfälliger linker Funktionär, mit seinem bisherigen Thema „Sozialer Klimaschutz“ und dem „Kampf gegen Rechts“ weder besonders originell noch motivierend:

Mit dem Profil von Miersch sind höchstens 1-2 Restprozentpunkte von der siechen Linkspartei zu holen. Weder Union, noch AfD, noch Grüne, noch BSW müssen sich dagegen vor Miersch fürchten. Und die SPD wird mit ihm kaum auf Luftsprünge hoffen können.

Nachtrag 29.6.2025
Sein Interview vom April 2025 zeigt, dass Kevin Kühnert nicht daran denkt, sich dauerhaft aus der Politik zurückzuziehen, sondern an einem Narrativ für das Comeback arbeitet.

Das BedrohungsGEFÜHL, das er unter anderem an einer Demonstration von Bauern festmacht, ist objektiv nicht belegbar. Man darf Kühnert nicht unterschätzen. Das Lügen- und Narrativhandwerk beherrscht er sehr gut.