„schwule Scheiße“ analysiert

Die Fälle VfL Wolfsburg und Neubrandenburg zeigen das Spiel mit dem Regenbogen-Symbol und, wie man es demokratisch bekämpft: durch Neinsagen mit vielfältigen Mitteln und ohne unnötige Ausfälle

Der VFL Wolfsburg hat seinen Spieler Kevin Behrens mit einer hohen Geldstrafe und Abmahnung bestraft:
„Damit wollte der VfL ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen“

Der homophobe Spruch war:
„So eine schwule Scheiße unterschreibe ich nicht“

„Das gefällt mir nicht, das will ich nicht unterschreiben“ hätte gereicht.

In diesem Video werden die Fakten und Hintergründe erläutert:


(Die Fußballvereine und ihr Umfeld sind übrigens schon 2021/2022 genauso einheitlich und militant für die Impfung, Impfpflicht und Schikanen gegen Ungeimpfte aufgetreten wie für den Regenbogen. Kein Zufall, sondern ebenso gut organisiert!)

Plausibilisierung

Wir wollen das Erzählte hier jetzt nicht einfach komplett glauben, nie!, sondern wenigstens ein bisschen überprüfen. Deshalb habe ich ein bisschen zum ESG-Bericht nachgelesen und auch in den ESG-Bericht des VFL Wolfsburg hineingeschaut. Und da steht auf Seite 64:

„Ein plakatives Bekenntnis zur Vielfalt, etwa durch das Tragen von Regenbogen-Kapitänsbinden, ist ein guter Anfang
fördert der VFL die Bedürfnisse von LGBTIQ*-Fans. Ins Leben gerufen wurde das Projekt von der gemeinnützigen Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport
bezogene Soziale Arbeit (KoFaS) und soll bis 2024 abgeschlossen sein. Mit diesem Engagement zeigt der VfL eine klare Haltung für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt, zum Beispiel mit der Einführung von genderneutralen Toiletten im Rahmen des Vielfaltsspieltags 2022″
.

Die KoFaS Gemeinnützige GmbH, aus Berlin natürlich, hat eine eigene Website. Dort findet man einige dünne Informationen zur Arbeit, aber insbesondere nichts über die Finanzierungsquellen. Aber bei der als Spinne im Netz wohlbekannten Antonio-Amadeo-Stiftung findet man die KoFaS unter den geförderten Projekten im Jahr 2024, und man findet sie auch in einer Liste von Unterzeichnern gegen die Kürzung öffentlicher Mittel für diesen Bereich.
Das Geld kommt also mal wieder von der öffentlichen Hand. Unter der Ampelregierung explodieren die Ausgaben in diesem Bereich.

Es ist also (noch) nicht ganz richtig, dass diese Regenbogen-Geschichte hauptsächlich über die Finanzwirtschaft von oben nach unten durchgedrückt wird. Auch die Politik und Geld der Steuerzahler spielen eine wesentliche Rolle.

Nachhaltigkeitsberichterstattung / ESG

Ich hatte letztes Jahr auch das private Vergnügen, eine Bachelor-Arbeit korrekturzulesen über die wachsende Verpflichtung von Unternehmen, eine Nachhaltigkeitsberichterstattung zu leisten, teilweise noch freiwillig, aber mit abnehmender Tendenz freiwillig. Die Beratungsunternehmen scharren hier mit den Hufen nach einem großen neuen Geschäftsfeld.
Das ist exakt das, was im Video ESG-Bericht genannt wird. In der Debatte um die Nachhaltigkeitsberichterstattung wurde zwar die Erleichterung der Finanzierung als Pluspunkt angeführt, aber nach meinem Eindruck (derzeit noch) eher als Marketing-Argument. Es ist unklar, ob diese Erleichterungen jemals eintreffen oder ob es eher nur um die Erschwerung für diejenigen gehen wird, die im nächsten Schritt zu wenig „Positives“ in ihre Berichte schreiben können. Noch aber ist es wohl nicht so weit.
Aktuell wird der Druck, eine ESG-Berichterstattung überhaupt zu etablieren, eindeutig und direkt durch gesetzliche Vorgaben erzeugt, die letztlich von der EU-Kommission ausgehen. An dieser Stelle ist das Video korrekt: Das kommt nicht von unten, sondern wird mit Gesetzen von oben her durchgesetzt. Unternehmen sollen nicht mehr nur wirtschaften, sondern für die Regierung weitergehende Ziele verfolgen. Welche Erwartungen und Sanktionen in den nächsten Stufen an die Inhalte geknüpft werden, muss sich noch zeigen. Aber es wird sicher nicht gegen das gehen, was aktuell mit Steuergeld gefördert wird. Es handelt sich auch, so viel ist jetzt schon sicher, um einen bürokratischen und zentralistischen Moloch.

Politische Strategie

In den letzten Tagen hat der Fall der Stadt Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern für Aufregung gesorgt, weil der Stadtrat beschlossen hat, die Regenbogenflagge am Bahnhof abzuhängen. Viele Medien und Aktivisten überschlagen sich mit Betroffenheitsgedudel.
Dabei war es eine demokratische Entscheidung: 15 Stimmen gegen die Fahne und 11 dafür bei 8 Enthaltungen. Da hat die ganze bunte Vielfalt im Stadtrat abgestimmt. Von 2 Wählergemeinschaften, der AfD und Teilen der BSW gab es die entscheidenden Stimmen für den Antrag auf Abhängen der Fahne, den ein parteiloser Stadtrat eingebracht hatte.

Die am stärksten angegriffene Stadtratsfraktion hat als Antwort ganz geschickt kommuniziert:
„Mehrheitlich hat sich die Fraktion BSW/BfN bei der Abstimmung enthalten“.
Eben, und die anderen sollen mal den Ball schön flachhalten. Sie brauchen sie vielleicht morgen noch in anderen Abstimmungen.
Schon zuvor hat sie den Abgang des zurückgetretenen Bürgermeisters bedauert:
„Gern hätte die Fraktion die Arbeit mit dem Oberbürgermeister in der jungen – gerade erst begonnenen – Wahlperiode konstruktiv und im Sinne der Einwohnerinnen und Einwohner fortgesetzt“
Eben. Was macht der denn für Sachen? Vor gar nicht so langer Zeit mit 89% gewählt schmeißt er einfach hin und verrät seine Wähler. Wegen eines Stücks Stoff! Was ist denn das für ein Stil? Dabei sprach er noch Ende September ganz vernünftig!
Man muss einen Bürgermeister nicht hassen und beschimpfen, wenn er es übertreibt. Man muss einfach nur gegen seine Symbole und seine Symbolpolitik stimmen.
Kaum jemand will schwule Menschen verfolgen, aber viele (weltweit) würden gerne die Geßlers und ihren Hut in Regenbogenfarben loswerden:

Ich bin schon lange der Meinung, dass man dieser ganzen WEF-Agenda, die von oben nach unten durchgesetzt werden soll, mit demokratischer Vielfalt entgegentreten und bei jeder Gelegenheit einen Schlag mitgeben sollte, nicht nur bei symbolischen Entscheidungen.
Man muss sich in anderen Fragen nicht einig sein, um gegen das zu stimmen, was man gemeinsam ablehnt. Die Demonstration von Erding war der Anfang vom Ende des grünen WEF-Konsenses. Und in Ostdeutschland ist die Basis noch viel breiter, und sie wird im kommenden Jahr in ganz Deutschland wieder ein Stück breiter werden.