Rückblick mit F. Pürner

Mit Dr. Friedrich Pürner blickt ein früher Kritiker der Maßnahmen auf die Pandemie zurück:
Die Politik hat maßlos übertrieben und jede Kritik mundtot gemacht.

Mehr oder weniger denselben Vortrag von Dr. Friedrich Pürner habe ich am 13. Mai in München gehört:

Es war ein guter Vortrag:
Volksnah bayerisch vorgetragen und doch in seinem Fach kompetent, unkompliziert und doch ohne grobe Vereinfachungen, in der Sache unerbittlich und doch ohne unnötig scharfe Polemik. Über weite Strecken auch lustig, wie man in diesem Video hören kann.

Ein Beispiel

Eine besonders eindrückliche Episode (ab Minute 14:30 im Video) war seine Erfahrung als Amtsarzt mit einem Spargelbetrieb in der Spargel-Region Schrobenhausen:
Viele „Fälle“ unter Hunderten Saisonarbeitern. Pürner hat sie alle untersucht mit Fieberthermometer und Stethoskop. Ergebnis: KEINER war krank.
Seine Arbeitshypothese, dass der PCR-Test keine Krankheit feststellt, sondern nur lebende oder tote Viren-Fragmente, war im Verlauf des Jahres 2020 mindestens allen ‚Querdenkern‘ klar geworden.

Und seine Erfahrung im Spargelhof war auch bundesweit zu verfolgen, etwa am Beispiel des Schlachtbetriebs Tönnies:

Immerhin 3 Monate später war dann auch hier klar, dass Tönnies letztlich keine so große Sache war:

Die Details:
„Wir hatten exakt 1413 positive Befunde bei 6139 Laboreingängen…
Laut NRW-Gesundheitsministerium lassen sich bis Ende Juli 2119 Corona-Fälle direkt dem Ausbruch bei Tönnies zuordnen. Die meisten Infizierten entwickeln milde Symptome oder können sich zu Hause erholen. Insgesamt 41 Personen erkranken in diesem Zeitraum aber so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen“

Gestorben ist niemand, und von den 41 im Krankenhaus behandelten Personen bleibt (bewusst) unklar, ob sie zu dem 1413 positiv getesteten Tönnies-Mitarbeitern oder den 705 Fällen in der Gegend gehören, die sich dem Ausbruch „zuordnen lassen“. Man darf stark davon ausgehen, dass Letzteres wahrscheinlich ist: Alte und Vorerkrankte wurden „zugeordnet“.

Trotzdem hat die Geschichte gereicht, um Panik zu schüren und den Ministerpräsidenten und Kanzlerkandidaten Laschet frühzeitig madig zu machen:

Wie Dr. Friedrich Pürner erläuterte, war die Inzidenz 50 ein Witz, aber nicht nur bei den Regeln in Bayern, sondern auch bei der Hetze gegen Laschet. Denn so richtig abgehoben hat die Inzidenz erst ab 2021:

Trotzdem ist es (nach Scheitern der Impfpflicht) einfach vorbeigegangen, und heute starrt niemand mehr auf die Inzidenz, auch wenn sie vielleicht höher wäre als 50, wenn noch jemand messen würde. Tut aber keiner mehr. Warum nicht? Weil die Politik kein Interesse mehr daran hat!

Pürner: Kopf mit Erfahrung

Ausbildung als Kfz-Mechaniker, Soldat bei der Bundeswehr, Medizinstudium, Gefängnisarzt, Seuchenspezialist im Landesgesundheitsamt, Leiter des Gesundheitsamtes in Aichach-Friedberg.
Während wir von Politikern regiert werden, die nichts gelernt haben, und von Journalisten informiert, die wenig wissen und recherchieren, schöpft hier jemand aus der eigenen Erfahrung und stellt sich auch mal in den Wind.
Friedrich Pürner überlegt sich allerdings recht genau, was er sagt und was nicht. Eine Frage aus dem Publikum in München, was nach seiner Meinung wirklich hinter der Pandemie stecke, ließ er unbeantwortet. Das verlässt erstens sein sicheres Feld als Arzt, zweitens würde ihn eine Antwort als Beamter angreifbar machen, drittens ist es politisch unklug, ohne Not mit Vermutungen zu operieren.

Ich überlege sehr ernst, ob ich ihn und die Liste des BSW mit dem Spitzenkandidaten Fabio de Masi am 9. Juni bei der Europawahl wählen sollte, finde es jedenfalls gut, dass es diese neue Option mit einigen guten Leuten jetzt gibt: Konkurrenz belebt das Geschäft.