Tiefenstaat läßt lügen

Eine an sich harmlose Äußerung des jungen Trigema-Chefs zeigt den langen Arm des Tiefenstaates in der Corona-Politik und beleuchtet sein Verhältnis zum Rechtsstaat.

In einer sonst ziemlich marketinglastigen Dokumentation über die Firma Trigema und ihren neuen Chef gibt es unter anderem diesen politisch relevanten Ausschnitt ab Minute 14:

Wolfgang Grupp Junior:

Man hat uns mitgeteilt, das war doch der 13. Februar 2020, das vergesse ich nie, das war relativ früh. Dann hat man uns gesagt, hey, Eure Läden werden im Laufe der nächsten Wochen schließen müssen

Deshalb habe Trigema danach schon begonnen, auf Maskenproduktion umzustellen. Die Maskenproduktion bei Trigema wurde nachweislich schon am 19. März 2020 eine Nachricht, u.a. in vielen Medien.

„Man hat uns gesagt“:
Leider erfährt man nicht, wer das der Firma wie mitgeteilt hat. Wer diese Botschaft an eine (unter vielen?) Firmen kommuniziert hat, war per Definition ein Botschafter des Tiefenstaates, eines Staates hinter dem offiziellen Staat, der weiter in die Zukunft blickt und mehr darf als der offizielle Staat.
Details dazu im Rest dieses Beitrags.

Offizieller Staat bloßgestellt

Diese Information ist deshalb so sensationell, weil die Vorbereitung von Maßnahmen wie Ladenschließungen noch einen Monat lang eine Verschwörungstheorie war.
Am 14. März veröffentlichte das Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn diese Meldung auf (damals noch) Twitter:

Genau 2 Tage später, am 16. März 2020, verkündete die deutsche und andere Regierungen „massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens“, „Lockdown“ genannt, in Deutschland u.a. Schließungen aller Läden wie die der Firma Trigema.
Die vom Bundesgesundheitsministerium so bezeichneten „FakeNews“ wurden damit offiziell wahr. Dass der offizielle Staat mit seinen FakeNews-Behauptungen damit offen als unglaubwürdige Labertasche bloßgestellt wurde, wird seither nicht nur von ihm, sondern auch von allen staatstreuen Medien eisern totgeschwiegen.
Aber wir wissen damit: Dementis des offiziellen Staates sind im Ernstfall nichts wert, oft weniger als „FakeNews“ und „Verschwörungstheorien“.
Der tiefe Staat hatte das schon wochenlang vorbereitet, „Verschwörungstheoretiker“ und „Desinformanten“ haben es vermutet oder über unklare Quellen mitbekommen und verbreitet, aber der offzielle, der gute Staat durfte offiziell nichts davon wissen.

Ausnahme-/Kriegszustand: Militär

Am 3. März 2020, in der Mitte des Weges vom 13. Februar zum 16. März, ist ein Bundeswehroffizier in Uniform als Abteilungsleiter ins Bundesgesundheitsministerium eingezogen:

Der tiefe Staat musste etwas dafür unternehmen, dass seine Botschaften vom 13. Februar bis zum 16. März zu einer Realität wurden. Und wie so oft in der Geschichte sind dafür Militärs (Befehl und Gehorsam statt offizielles Recht und Gesetz) die optimale Besetzung. Hier: Generalarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm.

Bereits 2020 war der Zusammenhang zwischen Corona und dem Thema Krieg sehr auffällig. Und es wurde 2021 international noch deutlicher durch die erkennbar unverhältnismäßige Gewalttätigkeit der Staaten, eben nicht nur in Deutschland.
Und auch beim Impfen war das Militär wieder omnipräsent, in Deutschland und in anderen NATO-Staaten gleichermaßen:

Der letzte Artikelausschnitt zeigt auch, dass dieser Zusammenhang zwischen Corona und Krieg von Medien wie der Süddeutschen Zeitung besonders beflissen geleugnet werden wollte: ein guter Indikator, dass er stimmte.

Die Idee, dass das Militär etwas zum Gesundheitsschutz beitragen kann, ist eigentlich an den Haaren herbeigezogen (für jeden, der Militär von innen kennengelernt hat).
Man sieht daran sehr deutlich, dass der hier aktive Tiefenstaat ohne Zweifel eng mit der NATO verknüpft ist.

Der duale Staat

Wie muss man sich das Zusammenwirken des offiziellen Staates mit dem Tiefenstaat vorstellen? Dazu geben Inhalte aus einem Buch auch heute noch Hinweise:

– Der Normenstaat sei gekennzeichnet durch eine in einem Kulturstaat vertretbare Rechtsordnung mit tradierten und neuen Rechtsvorschriften, die grundsätzlich auf Berechenbarkeit angelegt und in dieser Funktion der Aufrechterhaltung der privatkapitalistischen Wirtschaftsordnung dienlich seien. In dieser Sphäre hätten Gesetze, Gerichtsentscheidungen und Verwaltungsakte nach wie vor Gültigkeit.
– Im Unterschied dazu sei der Maßnahmenstaat ein politisches Terrorsystem „der unbeschränkten Willkür und Gewalt, das durch keinerlei rechtliche Garantien eingeschränkt“ werde…In diesem Sektor „fehlen die Normen und herrschen die Maßnahmen“.
– Fraenkel betonte, dass der Maßnahmenstaat sich im Zweifel gegen den Normenstaat durchsetzen könne…Was als politisch gelte und damit dem Maßnahmenstaat zugehöre, entschieden nicht Gerichte, sondern politische Instanzen
– Mit dieser Betonung der Ausnahmegesetzgebung glich er seinem Widersacher Carl Schmitt, der die Entscheidung über den Ausnahmezustand zum zentralen Merkmal politischer Souveränität stilisiert hatte.

Ich behaupte nicht, dass die Corona-Politik der Jahre 2020-2023 mit dem NS-Staat gleichzusetzen sei, sondern lediglich, dass sich in der Corona-Politik strukturelle Elemente einer Dualität von Rechtsstaat (Normenstaat) und Tiefenstaat (Maßnahmenstaat) gezeigt haben, die auch für den NS-Staat (in der Zeit vor totalem Krieg und Völkermord) beschrieben wurden. Strukturelle Verwandschaft wurde ja sowohl im Stalinismus als auch in der DDR bereits untersucht und festgestellt, wie der Wikipedia-Artikel im Kapitel ‚Rezeption‘ dokumentiert.
Der Begriff Tiefenstaat oder „tiefer Staat“ stammt ursprünglich aus der Praxis der Türkei. Hier gibt es mindestens ebenso viele und erhellende Parallelen zur Situation in Deutschland 2020-2023 wie im „Dualen Staat“.

Die Bekämpfung von Gegnern

Eine wichtige Frage ist die, wie der Tiefenstaat und der Rechtsstaat im Verbund mit Personen umgehen, die dem Handeln des Tiefenstaates im Wege sind. Dabei sind nach meiner Meinung 4 Gruppen von Personen zu unterscheiden:

Nobodies

Einfache Leute, die zum Beispiel nur auf die Straße gehen oder sich Maßnahmen legal verweigern wie etwa „Ungeimpfte“ werden pauschal mit Hetze in den Medien diffamiert oder mit Bußgeldern für angebliche Ordnungswidrigkeiten wie Verletzung der Maskenpflicht im Freien bestraft.
Der Gehorsamsanspruch des Tiefenstaates wird hinter Ordnungsrecht des Rechtsstaates versteckt. Dafür eignet sich die Erfindung unsinniger „Regeln“ perfekt. Solcher Unsinn kann inhaltlich später wieder zurückgenommen werden, ohne dass die Disziplinierung der Bürger rückabgewickelt werden soll oder muss.

Wichtige Personen

Zu den wichtigen Personen zählten in der Corona-Krise vor allem Ärzte, die zwar die Maßnahmen kritisierten oder boykottierten, ohne aber sehr prominent in der Öffentlichkeit aufzutreten. Diese waren relativ zahlreich und hatten wegen ihrer fachlichen Autorität insbesondere auf viele Patienten einen potenziell großen und für die Maßnahmen gefährlichen Einfluss. Solche Ärzte wurden vor allem durch Denunziation und Disziplinierung durch die Ärztekammern bekämpft. Dazu kamen Hausdurchsuchungen zur Einschüchterung und ggf. Verurteilung wegen der Erstellung von Maskenattesten.
Der Tiefenstaat und der Rechtsstaat kamen darin überein, Maskenatteste formal zu verurteilen, wenn auch nur ein einzelner Patient nicht untersucht worden war, ungeachtet der Tatsache, dass dauerndes Maskentragen im Alltag eigentlich immer schädlich und wenig nützlich ist, wobei u.a. Schulkinder länger Maskentragen mussten, als der Arbeitsschutz für Facharbeiter erlaubt: Formaljuristerei ohne Sinn und Verstand, aber zweckmäßig für die Ziele des Tiefenstaates.

Sehr wichtige Personen

Sehr wichtige Personen werden exemplarisch und aufwändig verfolgt.

Im Fall von Michael Ballweg war die Strafverfolgung (mit 9 Monaten Untersuchungshaft) die eigentliche Strafe, auch wenn aus Gründen der Gesichtswahrung der Justiz in der Öffentlichkeit noch eine Verwarnung wegen 19,53 Euro hinterzogener Steuer im Urteil steht. Ballweg hat die Verfolgung nur deshalb gut überstanden, weil er sich als Charakter mit starkes Psyche erwiesen hat. Die beflissenen Dementis der Systemmedien bestätigen nur den tiefenstaatspolitischen Hintergrund des Verfahrens .
Der Fall des Richters Christian Dettmar ist noch drastischer. Als Familienrichter wollte er die unverhältnismäßigen Maßnahmen gegen Kinder in den Schulen untersagen und wurde wegen Rechtsbeugung verurteilt und beruflich seiner Existenz beraubt. Anders als der Unternehmer Ballweg war er als Richter im System, und sein Beispiel wurde deshalb als besonders gefährlich erkannt, noch gefährlicher als im Fall des Beamten im Innenministerium Stephan Kohn, der früh wegen seiner Warnung vor den Maßnahmen bekannt und seines Postens enthoben wurde.

Showstopper

Personen, die genug Einfluss haben, um kurzfristig die Operationen des Tiefenstaats ernsthaft zu behindern und auch formaljuristisch nicht rechtzeitig gestoppt werden können, sind hochgradig gefährdet, dass der Tiefenstaat seine Möglichkeiten ausschöpft, im Dunkeln und ohne Bindung selbst an formal missbrauchtes Recht agieren zu können.

Ein prominenter solcher Fall könnte der frühere stv. Fraktionschef der SPD-Bundstagsfraktion Thomas Oppermann gewesen sein. Er hatte im Oktober 2020 in der Parteizeitung der SPD vor einer Fortsetzung der Coronapolitik aus dem Hinterzimmer gewarnt und eine Debatte im Bundestag gefordert.
Er starb 3 Tage später in der Vorbereitung und nur Minuten, bevor er live in die ZDF-Sendung Berlin direkt geschaltet werden sollte, um seine Kritik an der Umgehung des Bundestags bei den Corona-Maßnahmen zu erläutern und zu erneuern. Als Vizepräsident des Bundestags hatte sein Wort erhebliches Gewicht in der Öffentlichkeit und hätte sich zu einem Showstopper für die Coronapolitik entwickeln können.
Wurde er gestoppt, damit genau das nicht passiert? Die Umstände seines Todes und das amtliche Desinteresse an der Klärung der Todesursache wirken jedenfalls sehr verdächtig.
Der Maßnahmenstaat ergreift drastische Maßnahmen, der Normenstaat vermeidet ihre Untersuchung, um mit dem Maßnahmenstaat nicht in Konflikt zu geraten?

Schlangenöl ist leider aus

Kevin Kühnert war ein mediengehätschelter unseriöser Politiker mit merkwürdigen Ansichten, die er nicht ganz verstecken konnte. Der Nachfolger wird die SPD nicht aus der Krise führen, in die Kühnert ihr geholfen hat.

Der „hochbegabte“ Kevin Kühnert ist vom Amt des SPD-Generalsekretärs zurückgetreten. Er konnte die Stiefel von Hans-Jürgen Wischnewski (4), Peter Glotz (6), Franz Müntefering (6), Andrea Nahles (4) , Hubertus Heil (4) und Lars Klingbeil (4) knapp 3 Jahre lang tragen. Dann gingen ihm die Ideen aus. In der SPD hinterlässt er einige Altlasten.

Merkwürdige Ideen und Medienhelfer

Es ist gerade mal 5 Jahre her, dass der forsche und hoffnungsvolle Juso-Vorsitzende Kühnert die Verstaatlichung von BMW gefordert hat:

Warum gerade BMW und wem sollte das nutzen? Etwa dem BMW-Arbeiter? Damit BMW so innovativ und erfolgreich wird wie VW?
Eine typische Juso-Idee für viel Wirbel und Bekanntheit des hoffnungsvollen Funktionärs, Grundlage für vermutete Hochbegabung und linke Gesinnung, die aber in der weiteren Karriere schnell abzulegen ist:

Soweit so normal. Nicht normal und auffällig war aber die Unterstützung eines erfahrenen Zeitgeist-Journalisten im SPIEGEL für den Juso-Käse, die ich deshalb damals gründlich angeschaut und verrissen habe:

Wenn eine Idee so blödsinnig war wie die Sozialismus-Kamelle von Kühnert, konnte die Unterstützung von SPIEGEL und Minkmar nur allein der Person des Kühnert selbst gelten. Aber zu welchem Zweck?

Merkwürdige Seilschaften

Und an Personalien arbeitete der kühne Kühnert selbst noch im selben Jahr 2019 weiter und half, Walter-Borjahns und Saskia Esken zu Parteivorsitzenden zu machen:

Die linke Idee blieb wieder nur eine Illusion und Treibstoff für das Fortkommen von Personen. Um Walter-Borjahns ging es dabei nicht, denn der trat bald wieder ab, aber Saskia Esken blieb der SPD an der Backe kleben und sorgte (erst) 2024 für wachsenden Unmut in der SPD über ihre katastrophalen Auftritte in Talkshows, bei denen sie sich gerne als unbelehrbare Provokation für Volkes Meinung präsentierte:

Kevin und die „Echsenmenschen“

Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang daran, dass es auch Esken war, die als erste Politikerin und ohne Not, Kritiker der Corona-Politik als ‚Covidioten‘ bezeichnete und kommen dann gleich zurück zu Kevin Kühnert, der nämlich bei dem Thema auch besonders militant unterwegs war:

Kühnert hat diesen Echsenmenschen-Tweet bald wieder gelöscht und 2022 auch sein Twitter-Profil, aber mit den von mir gesicherten Fragmenten lässt sich dieser tiefe Einblick in seine geistige Welt komplett rekonstruieren.
Stephan Kohn hat 2020 nichts Falsches geschrieben, seine frühe und mutige interne Kritik an der Unangemessenheit und Schädlichkeit der Corona-Maßnahmen ist vielmehr sehr gut gealtert. An die Öffentlichkeit durchgestochen wurde sie nicht von ihm, sondern von einem der Adressaten im Ministerium. Seinen Beamtenstatus hat er 2 Jahre später trotzdem verloren.
Die Militanz und Illoyalität Kühnerts gegen seinen Parteifreund wirft aber gerade deshalb bis heute Fragen auf. Was für „Echsenmenschen“ haben ihn dabei geritten? Warum machte er sich die globale Lockdown-Politk so persönlich zu eigen, dass er sich öffentlich so weit exponierte, dass er sogar einem CDU-Kollegen und Karrenbauer-Mitarbeiter sehr negativ auffiel?
Und im selben Stil ging es auch weiter:

Kühnert vergriff sich bedenkenlos an an der Entscheidungsfreiheit von Kimmich und aller Bürger und ebenso bedenkenlos log er dafür auch:

Das schlaffe Ende

Zuletzt wurde es stiller um Kevin Kühnert. Die Zeit der kühnen das-Blaue-vom-Himmel-Forderungen eines freidrehenden Juso-Vorsitzenden war vorbei und er musste mühsam in hoffnungslosen Wahlkämpfen sehr viel kleinere Brötchen Döner backen:

Tja, Kühni, der Döner wird nie mehr 3 Euro kosten, wenn der Staat Geld ohne Ende druckt, um damit viel Bullshit im eigenen Land und der ganzen Welt zu bezahlen.
Und nach der erneut verlorenen EU-Wahl musste sich Kühnert prompt entsprechenden Fragen stellen:

Nach zwei weiteren verlorenen Wahlen im Osten half auch der kleine Erfolg in Brandenburg nicht mehr: Kühnert ist nicht so dumm, dass er nicht längst gemerkt hat, dass die SPD im kommenden Bundestagswahlkampf blank dasteht: ohne Erfolge, ohne Vision für die Zukunft und ohne einen Kanzlerkandidaten, der beides verkörpert.
Warum sich da noch 11 Monate quälen? Und die gesundheitlichen / psychischen Probleme müssen deshalb nicht vorgeschoben sein. Diese Aussichten plus sehr viel Arbeit drücken natürlich auf die Psyche.

Es bröselt noch mehr in der SPD

Ein weiterer SPD-Politiker, Außenpolitiker Michael Roth hat in den letzten Monaten seinen Rückzug angekündigt. Vorausgegangen war die Abstrafung des Hardliners an allen Kriegsfronten auf dem SPD-Parteitag.
Roth, Kühnert, Esken: es rumort offensichtlich gewaltig in der SPD. Es fehlt an Profil, an Erfolgen, an Visionen und am geeigneten Personal.
Die neue Partei von Sahra Wagenknecht besetzt seit Jahresanfang traditionelle, aber aufgegebene SPD-Positionen, und ist beim Thema der aus dem Ruder gelaufenen Migration nicht belastet.

Schlimmer geht immer

Der neue Generalsekretär Matthias Miersch ist 20 Jahre älter als Kühnert und ein eher farbloser und kommunikativ schwerfälliger linker Funktionär, mit seinem bisherigen Thema „Sozialer Klimaschutz“ und dem „Kampf gegen Rechts“ weder besonders originell noch motivierend:

Mit dem Profil von Miersch sind höchstens 1-2 Restprozentpunkte von der siechen Linkspartei zu holen. Weder Union, noch AfD, noch Grüne, noch BSW müssen sich dagegen vor Miersch fürchten. Und die SPD wird mit ihm kaum auf Luftsprünge hoffen können.

Nachtrag 29.6.2025
Sein Interview vom April 2025 zeigt, dass Kevin Kühnert nicht daran denkt, sich dauerhaft aus der Politik zurückzuziehen, sondern an einem Narrativ für das Comeback arbeitet.

Das BedrohungsGEFÜHL, das er unter anderem an einer Demonstration von Bauern festmacht, ist objektiv nicht belegbar. Man darf Kühnert nicht unterschätzen. Das Lügen- und Narrativhandwerk beherrscht er sehr gut.

Nachlese RKI-Files

Die RKI-Files machen öffentlich, dass sog. Querdenker und krit. Medien schon 2020 näher an der Wahrheit lagen als die meisten Berichte in etablierten Medien.
Wir brauchen wieder bessere Medien und dafür müssen schlechte auch bluten.

Stefan Homburg hat inzwischen einen eigenen YT-Kanal und hat dort zuletzt einige frühe Corona-Geschichten vor dem Hintergrund der veröffentlichten RKI-Protokolle neu aufgerollt:

Prof. Homburg: Rückblick auf die Angstmache im Lichte der RKI-Protokolle

Homburg blieb im Kern seit 2020 unwiderlegt

Das haben seine Gegner, von denen es viele erbitterte gibt, früh erkannt:

Der Tagesspiegel über Homburg

Sein Arbeitsprinzip war ziemlich einfach, aber wirksam:
Möglichst offizielle Quellen und Daten nutzen und konsequent wissenschaftlich interpretieren. Das erste und ein völlig unwiderlegtes Beispiel ist die Entwicklung des R-Werts, der damals der Politik (angeblich) als Grundlage für ihre Entscheidungen diente:

R-Wert im März 2020, von Homburg gebracht, vom Tagesspiegel dümmlich geleugnet
Wir wissen heute, dass die Entscheidung über das Hochskalieren mitten im Fall des R-Werts getroffen wurde und nicht wissenschaftlich fundiert war

Die Argumente des Tagesspiegel gegen die Interpretation dieser Grafik waren nicht nur wissenschaftlich, sondern sogar logisch falsch:

Es war das Argument der schwed. Gesundheitsbehörde, dass Verbote von Großveranstaltungen und freiwillige Vorsicht reichen, Lockdowns + Schulschließungen aber mehr schaden als nutzen

Daraus machte aber ausgerechnet der Tagesspiegel den Vorwurf an Homburg „Seriöse Daten, zweifelhafte Schlüsse„.

Auch bei der Prognose, dass die Politik an einen Impfzwang denkt, lag Homburg alles andere als falsch, wie wir inzwischen hautnah erleben durften:
Immer wieder deutet Homburg in seinen Tweets an, es werde einen Impfzwang gebenDass weder Gesundheitsminister Spahn noch irgendein anderer seriöser Politiker eine Impfpflicht fordern, bleibt unbeachtet
Dementis Einzelner sind Schall und Rauch, und die Impfpflicht ist nur sehr knapp gescheitert, weil die Union ganz am Ende fast geschlossen wieder ausgestiegen ist aus diesem Horror-Trip.
Außerdem konnte Homburg seine Vermutung, dass damals schon eine Impfpflicht im Gespräch war schon im Mai 2020 belegen:

Beide damals von ihm verlinkten Quellen sind heute noch verfügbar: Söder über die Impfpflicht schon im Mai 2020, Verschiedene Wege zu einem Impfzwang ebenfalls im Mai 2020.
Wir wissen heute, wie richtig Stefan Homburg lag: die Zwangsimpfungen sollten genau durch diese Hintertür kommen, und als das doch nicht reichte, sollten sie sogar explizit mit einem Gesetz und Geldstrafen erzwungen werden. Das letztliche Scheitern des Versuchs widerlegt nicht etwa die klare Absicht, sondern bestätigt sie ganz perfekt.

Weiteres Beispiel:
„Tatsächlich hatte Homburg im März in der „Welt“ geschrieben, es werde kaum mehr als 3000 Corona-Tote in Deutschland geben. Inzwischen liegt die Zahl bei über 8000″
Es war zu diesem Zeitpunkt längst klar, dass solche Zahlen von mit Corona gestorbenen Menschen in den allermeisten Fällen zu keinen zusätzlichen Toten führten:

Auch diese wissenschaftliche Erkenntnis wurde noch monatelang und mit viel Erfolg bekämpft, aber im Rückblick war klar, dass es 2020 insgesamt keine Übersterblichkeit gab, schon gar nicht in der ersten Jahreshälfte.

Paul Schreyer kontert auch

Paul Schreyer hat sich in einem weiteren Artikel die (substanzlose) Diffamierung seiner Person und seines Magazins in an anderen Medien vorgenommen. Daneben kann er auch über faire Berichterstattung berichten, die der Erfolg seiner Klage ausgelöst hat.
Vor allem tut die Ausrichtung eines Magazins gar nichts zur Sache, wenn es um die Auswertung von Dokumenten geht, die es an Land gezogen hat und deren Echtheit niemand bezweifelt.
Multipolar hat von Anfang an, noch früher als Stefan Homburg, die Finger in die Lücken der Corona-Politik gelegt und auf die Unstimmigkeiten und Gefahren hingewiesen:

Und die Kritik war sehr präzise und voller Punkte, die seither nie widerlegt, aber oft bestätigt wurden:
„Entwicklung von Fallzahlen ist nur dann aussagekräftig, wenn sie…ins Verhältnis zur Anzahl der…Tests gesetzt werden“
„Unklare Daten zur Sterblichkeitsrate“
„Wodargs Hauptargumente werden in den zahlreichen Faktenchecks nur gestreift, aber nicht widerlegt“

Die jüngste Bestätigung gibt es im Rückblick, den Prof. Schrappe im Cicero veröffentlich hat. Auch ein anderer früher Kritiker, der Medizinstatistiker Gerd Antes lieferte im März 2020 und liefert 2024 Beiträge zu dem, was da grundlegend schiefgelaufen ist und worauf das Multipolar.Magazin von Paul Schreyer auch schon im März 2020 hingewiesen hatte.
Es ist eine Fortsetzung der Medienlüge, dass man es damals nicht besser wissen konnte. Man wollte es nicht besser wissen!

Eigene alte Rechnung begleichen

Im April 2020 hatte ich mir die Mühe gemacht, einen ARD-Faktencheck über die Thesen von Sucharit Bhakdi unter die Lupe zu nehmen: Fake News über Falschnachrichten.
Das eindeutige Fazit war gewesen, dass der ARD-Faktencheck Bhakdi keinerlei Falschnachrichten nachweisen konnte, sondern ausschließlich eine „falsche“ Bewertung von Tatsachen, über die es gar keinen Streit gab. Die Datenlage war bekanntermaßen unzureichend. Bhakdi und andere Mediziner schlossen sich der Ansicht von John Ioannidis an, dass die Tödlichkeit des Virus wohl nicht höher sei als bei der Influenza / echten Grippe. Weil es gegen Influenza nie so weitreichende Maßnahmen wie gegen Corona gab, war es also nur schlüssig die Corona-Maßnahmen für übertrieben und merkwürdig zu halten.

Viele Medien waren ganz anderer Ansicht und bekämpften genau diesen Vergleich von Covid mit Influenza nach Kräften:

Diese Frage der Gefährlichkeit von Corona vs. Influenza wurde RKI-intern geklärt, wie das RKI-Protokoll vom 19.3.2021 zeigt:

Und nein, BR-Faktenfuchs, es ging im März/April 2020 praktisch ausschließlich um die Todesfälle, nicht um andere Gründe, die erst später ins Feld geführt wurden. Die RKI-Protokolle beweisen damit, dass es im Frühjahr 2020 völlig legitim und vernünftig war, Corona mit der Influenza zu vergleichen, um die Maßnahmen als ungewöhnlich und überzogen zu erkennen. Davon kann keine Nebelwand und auch kein Themenwechsel ablenken: Sucharit Bhakdi und Wolfgang Wodarg hatten keine Falschnachrichten oder Mythen verbreitet, sondern legitime medizinische Einwände korrekt formuliert.

Mehr Hintergrund von Homburg

Viel beachtetes Interview, das Jasmin Kosubek kürzlich mit Stefan Homburg geführt hat:

Jasmin Kosubek interviewt Homburg mit kritischen Nachfragen

Und auch der ältere Beitrag vom Homburg selbst zu den RKI-Files lohnt sich:

Und Stefan Homburg bei Twitter zu folgen, lohnt sich auch:

Corona-Lügenblätter bluten jetzt

Die Südddeutsche Zeitung hat einen bedeutenden Stellenabbau angekündigt. Hauptgrund seien „unerwartet große Probleme im Printgeschäft“, bedeutet: Abo-Kündigungen durch langjährige Leser.
Wenn man nach Ursachen forscht, kommt man auch an den Lügen-Kampagnen der SZ zu Corona nicht vorbei. Berühmt ist dieser Diffamierungsartikel:

In dem Machwerk heißt es unter anderem:
„Homburg hat, wie alle Anhänger der Impfpflicht-Behauptung, keine Belege“
Erstens ist es nie leicht, Prognosen zu belegen.
Zweitens hatte Homburg (wie oben gezeigt) bereits 2020 Belege geliefert.
Drittens hat die SZ den endgültigen Beleg schon 1,5 Jahre später selbst geliefert, als sie selbst massiv für die Impfpflicht agitierte:

Die Anleitung dafür war schon im Herbst 2020 direkt aus der Chefredaktion gekommen, wie ich bereits in einem früheren Beitrag gezeigt hatte.
Journalisten, die die gleichgeschaltete Corona-Berichterstattung kritisierten, hatten schon früher ihren Arbeitsplatz verloren. Es ist hart, aber nicht ungerecht, wenn jetzt auch lininientreue Journalisten nicht verschont bleiben. Mit Lügen und Hetze soll es sich nicht besser leben lassen als mit wahrheitsgetreuer Berichterstattung.