Corbyn ante portas

Corbyn hat im Bundestag gesprochen, auf Einladung der AfD, also der Bruder: Piers Corbyn.
Der steht zwar in gesellschaftlichen Fragen ganz hinter seinem jüngeren Bruder Jeremy und macht auch mal Wahlkampf für ihn, aber beim Thema menschengemachter Klimawandel hat er eine ganz andere Position als die Labour Party: er hält ihn für einen großangelegten wissenschaftlichen Betrug. Als ausgebildeter Astrophysiker, der seinen Lebensunterhalt seit Jahrzehnten damit verdient, auf der Basis der Beobachtung der Sonne und ihrer Zyklen langfristige Wettervorhersagen zu machen und zu verkaufen, ist er dafür gar nicht mal schlecht aufgestellt. Ich habe seinen Standpunkt bereits vorgestellt.

Es ist interessant zu beobachten, welche Empörung und Ausgrenzung ihm im Bundestag dafür entgegenschlägt. Herr Prof. Schnellenbach, rechts neben ihm sitzend, kein Naturwissenschaftler, sondern Ökonom, kann sein aufrichtiges Naserümpfen kaum verbergen. Und die Ausschussvorsitzende Sylvia Kotting-Uhl gibt sich 2 Mal allergrößte Mühe, ihre aufrichtige grüne Empörung über Corbyns freche Äußerungen hinter der Geschäftsordnung zu verbergen. Ein sehenswertes Zeitdokument:


(27.11.2019: „Video nicht verfügbar
Dieses Video ist nicht mehr verfügbar, weil das mit diesem Video verknüpfte YouTube-Konto gekündigt wurde“: so schnell geht’s!)
Hier die Aussagen Corbyns als Text:
AussageCorbyn

Man sieht an dieser Einladung, dass es durchaus sein Gutes hat, wenn die AfD mit Einladungen in den Bundestag für ein wenig Dissens bei manchen Themen sorgt. Das ist oft besser als selbst zu viel schimpfen, denn niemand wird Corbyn öffentlich vorwerfen, dass er im Bundestag ‚gehetzt‘ habe: hat er nicht, sondern nur seine Meinung gesagt.
So können deutsche Politiker nicht gemütlich im nationalen Saft selbstzufrieden schmoren und sich einbilden, alles sei klar, sie wüssten Bescheid und seien wieder mal die Guten. Wenig ist klar, und Corbyn könnte diesen Kampf um die wissenschaftliche Wahrheit letztlich tatsächlich gewinnen: 50:50.
Warten wir’s ab, denn Klimaskeptiker haben viel Zeit und der ‚Winter of Discontent‘ (Corbyn) hat gerade erst begonnen.

Boris Johnson wirbt übrigens im brit. Wahlkampf für Klimaziele, die denen der Grünen in Deutschland am nächsten kommen:
JohnsonNetZero

Das BBC-Video gibt es hier.

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