Guter Vortrag von Andreas Sönnichsen. Er ist immer sehr korrekt, vorsichtig und moderat in seinen Aussagen. Gerade deshalb lohnt es sich aufzupassen, wo er sehr klar und deutlich wird:
Prof. Dr. Andreas Sönnichsen ist Mediziner und Hochschullehrer und Spitzenkandidat der Partei ‚die Basis‚ in Bayern für die Bundestagswahl gemeinsam mit Christian Kreiß und Frank Roedel.
Stiko kippt wahrscheinlich um
Die Stiko, die sich eine Weile tapfer gewehrt hatte gegen eine Empfehlung für die Impfung bei Kindern und Jugendlichen, wird sich der Politik wahrscheinlich beugen. Das kündigte schon diese Geschichte an:
Auch solche Kommentare dienten wahrscheinlich dazu, den Druck der Politik nach außen wegzunehmen, um der Stiko vor einer geänderten Empfehlung Glaubwürdigkeit zu verschaffen. Jedenfalls haben sich jetzt die Nachrichten deutlich ins Gegenteil bzw. in die von der Politik gewünschte Richtung entwickelt:
Nachtrag 30.08.2021 Nach der (erwarteten) Kehrtwende der Stiko gibt es Kritik aus verschiedenen Richtungen:
Auffällig ist, dass sich Stiko-Chef Mertens zur neuen Entscheidung nicht selbst geäußert, sondern einen anderes Mitglied der Kommission vorangelassen hat. Nach dieser entschiedenen Äußerung bei ‚Lanz‘ ist das aber nicht überraschend. Seine eigenen Enkel würde er wohl weiter nicht impfen lassen:
Nachtrag 4.10.2021 Dr. Steffen Rabe, Autor des Impf-Blogs, über die Impfung der Kinder gegen Corona. Er unterstützt die von der Stiko zunächst geäußerten Vorbehalte und erklärt ihre Kehrtwende mit politischem Druck:
Die Notärztin aus Graz, die die Impfung bei einem Einsatz für 2 akut Impfgeschädigte als ‚Dreck‘ bezeichnet hatte, wurde schon von der Disziplinarkommission der Ärztekammer freigesprochen:
Nachtrag 10.02.2023 Andreas Sönnichsen wurde in einem Verfahren in Salzburg freigesprochen: „Es wurde ihm von Verteidigern der Regierung und der CoV-Politik auch unterstellt, er sei ein ‚Schwurbler‘.“ Das scheinen ja präzise und juristisch sattelfeste Vorwürfe gewesen zu sein 🤨. Sönnichsen hat sich im Interview zufrieden gezeigt, aber auch kampfbereit für die weitere Aufarbeitung der völlig überzogenen Corona-Politik.
Tatsächlich war diese Empfehlung für gesunde Kinder nie sinnvoll. Dieser Satz der Stiko aus dem Artikel galt nämlich zu jedem Zeitpunkt: „Das Gremium begründet den Schritt mit der ‚Seltenheit schwerer Verläufe‘ bei Minderjährigen ohne Vorerkrankung“ Nichts anderes hat Andreas Sönnichsen bereits im Sommer 2021 in seinen Stellungnahmen verkündet. Und nichts anderes hat Stiko-Chef Mertens bei Markus Lanz damals deutlich genug ‚durchblicken‘ lassen. Den Druck der Politik auf die Stiko habe ich oben ausführlich dokumentiert, das Umfallen der Stiko richtig vorausgesagt. Mertens hätte bei einer noch klareren Absage mit einer ähnlich mafiösen Behandlung durch Verbände, Politik und Medien rechnen müssen wie Andreas Sönnichsen. Dieser wehrt sich auch nach seinen Siegen vor Gericht immer noch gegen Diffamierungen durch Medien.
Ein absurdes Stück Journalismus wurde uns neulich im Münchner Merkur serviert (Sicherungskopie hier). Nach der Schlagzeile (s.o.) mit dem Mini-Schlaganfall konnte man nur gespannt sein auf den Artikel: wie winzig war denn der kleine Schlaganfall?
Klar, schwere Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung sind extrem selten. Deshalb wird diese Behauptung unten auch mehrfach widerlegt. Immerhin hat es eine Dorfnerin, also quasi eine Frau vom Dorf, schlimm getroffen. Ganz oben war sogar von krass die Rede, sie hatte nämlich einen kleinen Schlaganfall. Einen kleinen nur.
Bevor es aber zur Sache geht, nämlich zur Winzigkeit dieses Schlaganfalls, muss nochmals eindringlich betont werden, dass sich das Opfer unbedingt wieder impfen lassen würde. Und diese Wiederholung soll auch nicht die letzte bleiben in diesem Artikel:
Sie würde es wieder tun, aber mit etwas mehr Vorsicht, wie immer die auch aussehen mag: schließlich hat sie sich nur eine Piks geben lassen. Den aber vorsichtiger beim nächsten Mal! Nein, nein, nein, mit Verschwörungstheorien will sie nichts zu tun haben, mit der Verschwörungstheorie zum Beispiel, dass die Impfung manchmal echt krasseNebenwirkungen haben kann. Die nimmt sie einfach nicht ernst.
Wie alle normalen Menschen hat sie sich anfangs natürlich impfen lassen:
Und dann kamen die ganz normalen Nebenwirkungen, von denen jeder schon gehört hat: Schüttelfrost, Fieber und Kopfweh, mehr nicht. Nichts Krasses jedenfalls. Und dann war alles wieder vorbei, bis zum zweiten Piks. Da wurde es aber richtig krass ernst:
Hier ist es jetzt richtig rot geworden: Schlaganfall, mini zwar, aber doch ganz schön voll krass: Ich habe total verwaschen geredet… Erinnerungslücken und Probleme mit der linken Körperhälfte. Man fragt sich schon, was daran „mini“ sein soll bei einer 33-Jährigen. Es sind dieselben Symptome wie beim alten, weißen Mann. Aber das vergeht, wenn auch nicht immer, so doch bei ihr.
Und dann noch die Lehren daraus. Zunächst einmal scheinen solche Nebenwirkungen ja gar nicht so selten zu sein, wie eingangs behauptet, denn im Krankenhaus gab es am selben Tag vorher schon drei andere Fälle mit heftigen Nebenwirkungen. Heftig, aber nicht ernst? Und dann, oh Zufall, hat vor ihr noch ein ähnlich gelagerter Fall im Rettungswagen gelegen? Zufälle gibt’s, auch wenn das natürlich extrem selten ist:
Dann wird alles aber ganz grün:Sie hat schon gesagt, dass sie sich unbedingt wieder impfen lassen würde, aber vorher würde sie gerne mehr über die Nebenwirkungen REDEN. Man fragt sich: Wozu reden?, wenn doch das Ergebnis schon vorher feststeht, aber gut: wir wollen mal nicht kleinlich sein. Das Reden ist natürlich schön, wenn man gerade bei einem Mini-Schlaganfall dem Tod von der Schippe gesprungen ist. 😁 Das darf doch kein Grund sein, sich nicht impfen zu lassen!
Fazit
Dieser Artikel widerspricht sich selbst vom ersten bis zum letzten Satz. Der Leser erfährt gleichzeitig von total krassen Nebenwirkungen, die bei einer 33-Jährigen kaum so schlimm werden würden, wenn sie die Krankheit bekommt statt die Impfung. Aber, hey, diese Impfung ist das total wert, weil die Nebenwirkungen zwar total selten sind, aber am selben Tag am selben Ort doch mehrmals so ähnlich aufgetreten sind. Und überhaupt in Erding, größer als Dorfen, gibt es dafür gar keine Nebenwirkungen, sagen die Ärzte im Krankenhaus. Was will man mehr?
Entweder will der Journalist den Leser mit diesem Artikel total verwirren, bis er nichts mehr weiß und krasse Nebenwirkungen nicht mehr von Null-Risiko unterscheiden kann. Oder er will entgegen seinen Vorgaben (alles total sicher!) dem Leser eine hochgeheime Botschaft zukommen lassen, dass die Impfung doch voll krass gefährlich ist. Das ist ähnlich wirr, wie der Herr Söder über die sogenannte Impfung spricht.
Heidelberg calling
Im fernen Heidelberg hat der Chefpathologe Erkenntnisse, die schrecklich gut zu den Erfahrungen von Mini-Dorfen passen:
Mehr als 40 Menschen habe man bereits obduziert, die binnen zwei Wochen nach einer Impfung gestorben sind. Schirmacher geht davon aus, dass 30 bis 40 Prozent davon an der Impfung gestorben sind 40 alleine in Heidelberg und davon 12 bis 16 an der Impfung gestorben. Nun, was heißt dann hier noch schwere Nebenwirkungen sind extrem selten? Ist der Tod, dem die Dorfnerin nun nicht wirklich bequem von der Schippe gesprungen ist, etwa keine schwere Nebenwirkung? Wenn so wenig zusammenpasst, sollte man einfach von Desinformation sprechen. Und wenn Hubert Aiwanger, dem von den Nebenwirkungen die Spucke wegbleibt, was ihm ahnungslose Journos vorwerfen, ein schönes Beispiel braucht, muss er nur nach Dorfen schauen, 56 km von seinem Heimatort entfernt und nur 50 km von seinem Ministerium in München. Oder eben zum Pathologen Schirmacher in Heidelberg. Über dessen Obduktionsergebnisse und Forderung wurde immerhin auch im Münchner Merkur berichtet: Er geht von einer beträchtlichen Dunkelziffer an Impftoten aus. Aber die sind nun wirklich extrem selten! Extrem viel seltener noch als die vielen Blutgerinsel.
Nachtrag 20.5.2023 Es bleibt unfassbar, wie im Sommer 2021 Menschen nach Impfung durch Thrombosen geschädigt wurden, Journalismus das als „extrem selten“ beschönigten und auch die schwer Geschädigten damit . Noch ein Fall mit Moderna aus dem Juni 2021, jetzt (!) im SPIEGEL berichtet: „Am 23. Juni 2021 wurde Jessica Schulz zum ersten Mal geimpft, mit dem Impfstoff von Moderna, Chargennummer 3003603, injiziert in den rechten Oberarm. »Ich habe mich über die Impfung gefreut«, sagt sie. Ein paar Tage später, so erzählt sie es, sei sie zunehmend kurzatmig geworden, schon der Weg von der Küche zum Esstisch sei zu anstrengend gewesen. Die Lunge habe ihr wehgetan, sie habe ein Stechen in der Herzgegend gespürt. Die zweite Impfung erhielt sie am 4. August 2021, wieder von Moderna, Chargennummer 214012. Was danach geschah, schildert Torsten Schulz, selbst komplikationslos geimpft, wie folgt: Er sei ins Schlafzimmer gelaufen, seine Frau habe auf dem Bett gelegen, regungslos. Er habe sie geschüttelt, habe geschrien. Da habe seine Frau hervorgestoßen: »keine Luft«. Um 8.32 Uhr rief Torsten Schulz einen Rettungswagen, so steht es im Einsatzprotokoll. Neun Minuten später kam er an. Als kurz darauf der Notarzt eintraf, versuchte ein Sanitäter bereits, Jessica Schulz wiederzubeleben, sie hatte keinen Puls mehr und atmete nicht. Der Notarzt verabreichte zunächst Adrenalin, vergeblich. Dann spritze er Medikamente, die Blutgerinnsel auflösen können. Diese Entscheidung hat Jessica Schulz wahrscheinlich das Leben gerettet. Im Krankenhaus in Varel lag sie für zehn Tage im künstlichen Koma. Schulz blieb 18 Tage auf der Intensivstation und insgesamt knapp vier Wochen in der Klinik. Gut sechs Monate nach ihrem Antrag, am 26. Januar, teilte das Landessozialamt Schulz mit, dass man ihren Impfschaden nicht anerkenne.“ Und das Beste, die Hosen sind (angeblich: der Spiegel erfindet ja auch gern mal Geschichten) immer noch randvoll: „Sie möchten ihre richtigen Namen nicht veröffentlicht sehen, weil sie befürchten, als Querdenker oder eingebildete Kranke zu gelten“
Kreiß war Co-Autor einer grünen Studie über ‚geplanten Verschleiß‘
Der Wikipedia-Eintrag über Christian Kreiß ist (Stand heute) auch gar nicht mal so negativ und durchaus tauglich für eine erste Information.
Der Kreiß seiner Bücher
Die oben erwähnte Studie für die Bundestagsfraktion der Grünen war die Grundlage für das Buch über geplanten Verschleiß:
Die rechts neben dem Buchcover zitierte Inhaltsangabe und Rezension gibt ganz gut Auskunft über das Buch. Eine kritische Reszension gab es in der FAZ (hinter Paywall) , in der Süddeutschen Zeitung auch. Natürlich ist es schwer beweisbar, dass der Verschleiß geplant ist, aber es ist naheliegend, und dass immer mehr Produkte schwer oder gar nicht zu reparieren sind, ist eine Tatsache. Wollen wir das? Ich nicht. Wie kommt man wieder raus: schwierig. Aber durch Initiative von unten eher als durch Regelungen von Oben. Vielleicht geht das auch nur in einer schweren Krise?
Ich habe selbst zwei Bücher von Kreiß gelesen. Zunächst das Mephisto-Prinzip: Im Youtube-Kanal einer Fürstenfeldbrucker Sozialinitiative hat Christian Kreiß sein Buch selbst vorgestellt:
In der Ökonomie und in größeren Zeitungen ist das Buch praktisch gar nicht zur Kenntnis genommen worden.
Gegen den Neoliberalismus
Es fällt auf, dass dieses Buch fast ausschließlich in sozialen, christlichen, ökologischen und lokalen Medien vorgestellt und (positiv) besprochen worden ist. Das passt zu meinem Verständnis der Ideen, die in dem Buch enthalten sind: Kreiß zeigt sich als christlich (protestantisch: Luther wird in dem Buch oft zitiert) geprägter Kritiker des ungezügelten (Finanz-)Kapitalismus.
Er ist aber kein bewusster Sozialist/Zentralplaner, sondern ein in ihrer Praxis und Theorie kundiger Anhänger einer (menschengerechten) Marktwirtschaft. Als solcher sah er die globale Wirtschaft (und Gesellschaft!) 2019 kurz vor einem Abgrund stehen, den er auf die Zersetzung von Anstand und Moral durch die entfesselte Ökonomie zurückführt. Diese seien Grundlage für eine funktionierende Marktwirtschaft. Da die Entfesselung der Ökonomie das Programm des Neoliberalismus ist, ist Kreiß ein christlich-sozial-grün orientierter Gegner des Neoliberalismus.
Das zweite und hochaktuelle Buch von Kreiß, das ich gelesen habe, beschäftigt sich mit gekaufter, also korrupter Wissenschaft:
Das ist natürlich eine bemerkenswerte Tatsache: Lütge steht also in der Corona-Politik auf derselben Seite wie Kreiß: gegen den Lockdown und eine nicht diskursbereite Politik. Andererseits löscht Facebook angeblich Coronapolitik-kritische Kommentare und profitiert (gemeinsam mit anderen Tech-Konzernen) von der Corona-Politik. Das bedeutet nach dem ersten Anschein, dass Lütge von Facebook doch wesentlich unabhängiger ist, als Kreiß vermutet hatte. Die Welt scheint wesentlich komplexer zu sein, als es allzu einfache Zeichnungen der Frontlinie suggerieren. Davon nehme ich mindestens mit, dass sich unsere Welt (und das Denken über sie) in einem tiefen Umbruch befindet, in dem alte Gewissheiten und Fronten rasant verfallen. Christoph Lütge kritisiert inzwischen nicht nur den Lockdown, sondern auch die Instrumentalisierung der Wissenschaft durch die Politik:
Im Cicero-Interview kritisiere ich die fortwährende Indienstnahme der Wissenschaft durch Politik und die Unterdrückung abweichender Auffassungen – so manche haben sich im Nachhinein als richtig herausgestellt. Wissenschaftler müssen allerdings auch bereit sein, Druck auszuhalten. https://t.co/wzARuQ8ei0
Kreiß hat viel geschrieben. Die Stoßrichtung der Titel ist ähnlich wie in den beiden, die ich selbst gelesen habe:
Ein Werbeverbot sehe ich allerdings auch kritisch: Es gibt immer wieder gute Ideen. Warum sollte man für die nicht werben dürfen? Wer entscheidet, ob Werbung berechtigt ist oder nicht? An dieser Stelle kann die gute Absicht sehr leicht in Zwangsbewirtschaftung umschlagen. Aus der richtigen Analyse eines Problems, hier einem erkennbaren Übermaß von unehrlicher Werbung, folgt nämlich noch lange keine Lösung. Entscheidend wäre, dass Menschen Werbung sehr viel kritischer betrachten. Ich vermeide schon lange Produkte, für die zu viel geworben wird: schließlich kostet Werbung viel Geld, und der Aufwand, der in die Werbung geht, kann nicht mehr für Herstellung und Qualität des Produkts ausgegeben werden.
Fazit
Ich finde die Kritik von Christian Kreiß in vielen Punkten nachvollziehbar und gerechtfertigt. Mit seinen Büchern positionierte sich Christian Kreiß jedenfalls langfristig nicht als rechts, sondern eher als links, vielleicht sogar „links-grün“, wie das rechte Feindbild heißt. Einerseits wäre ich sehr dankbar, wenn sich nach Jahren wieder eine moderat linke Politik herauskristallisieren könnte, die für mich wieder wählbar ist. Richtige Fragen und berechtigte Kritik garantieren aber andererseits noch keine richtigen Antworten. Christian Kreiß ist ein gut informierter und streitbarer Kopf. Ich werde bis zur Bundestagswahl weiter darüber nachdenken, ob ich die Basis und ihn wählen und verstärkt für sie werben soll. Die Freien Wähler und andere sind weiter im Rennen, u.a. mit der Kritik von Hubert Aiwanger an Impfpflicht und Impf-Apartheid. Es bleibt unübersichtlich und schwierig zu erkennen, für welche Politik einzelne Akteure wie Kreiß wirklich stehen und in welchem Ausmaß sie Recht haben und etwas in einer Richtung bewegen wollen und können, die ich unterstützen will.
Der religiöse Aspekt ist umso interessanter, als die tatsächliche Schutzwirkung der Impfung insbesondere gegen die sogenannte Delta- bzw. indische Variante mehr als nur in Zweifel steht:
Schutzwirkung im Zweifel
CDC-Studie: Bei einem Ausbruch in Massachusetts mit 469 Positiven waren 74% vollständig geimpft. Bei 69% Geimpften in der entsprechenden Kohorte, ist also keine Schutzwirkung ableitbar. 79% von diesen hatten Symptome: Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Das ist nach allen Maßstäben sehr viel, weil Corona bei Ungeimpften oft symptomlos bleibt. 4 mussten hospitalisiert werden: das sind mit 0.86% der Positiven nicht gerade wenige. Hohe Viruslast: also ansteckend waren die Kranken (natürlich) auch. Diese Delta-Variante scheint so ziemlich alle Mythen zu widerlegen, die über Corona bisher verbreitet wurden.
Auch in Israel hat sich das Infektionsrisikodurch die Impfung nicht verbessert.
In UK, wo auch besonders früh und viel geimpft wurde, sind die Todesfälle MIT Corona bereits wieder weit über deutsches oder schwedisches Niveau angestiegen:
Zahlen aus Schottland (entsprechende Zahlen werden für ganz UK nicht gesammelt und veröffentlicht) passen zu Massachusetts und zeigen, wie viele der Toten einer Woche geimpft waren: Mit einer guten Wirksamkeit der Impfung und diesen Impfquoten ist das alles nicht gut vereinbar:
Vor allem sind die Todesfälle mit Corona in UK auch mehr als vor einem Jahr, als es eine Impfung noch gar nicht gab. Auch mit dem zeitlichen Verlauf der Impfung scheint es nicht zusammenzuhängen: Israel hat am schnellsten viel geimpft (legt aber seit längerem nicht mehr viel zu), Dänemark, Deutschland und Schweden dagegen spät. UK kam dazwischen. Die Schweden waren lange die Impfunwilligsten – bisher ohne jeden Nachteil beim Krankheitsgeschehen.
Nebenwirkungen weiter hoch
Der Chef-Pathologe meiner Alma Mater fordert mehr Obduktionen von toten Geimpften: „Mehr als 40 Menschen habe man bereits obduziert, die binnen zwei Wochen nach einer Impfung gestorben sind. Schirmacher geht davon aus, dass 30 bis 40 Prozent davon an der Impfung gestorben sind„ Natürlich wird das auch bestritten. Aber meine eigene kleine Sammlung von Presseberichten über Todesfälle nach Impfung und die fast stereotype Leugnung eines Impfzusammenhangs spricht für seine These.
Meschnig lesen
Der Autor des intelligenten Radio-München-Beitrags, Alexander Meschnig, hat ziemlich viel geschrieben. Das muss man sich merken und vielleicht das eine oder andere Buch auch mal lesen:
Ist es nun eine Impfung oder nur eine sogenannte Impfung, also keine richtige oder normale Impfung? Die Theorie, dass es keine richtige Impfung ist, kenne ich bisher nur als sogenannte Verschwörungstheorie. Hier auf diesem Blog wurde das (bisher) noch von niemandem behauptet, nur, dass vielleicht ein wenig viele mit der Impfung sterben.
‚es gebe „eine Handvoll Akteure mit böswilligen Absichten“, die solche Behauptungen aufstellen beziehungsweise teilen, wohlwissend, dass diese nicht stimmen‚
Schwer vorstellbar, dass der BR den Herrn Ministerpräsidenten meint. Ist Söder diese Bezeichung nur so rausgerutscht oder will er das Publikum so langsam auf eine neue Wahrheit einstimmen?
„Grundlegung einer Impfpflicht“
Gehen wir davon aus, dass es sich um einen Versprecher handelt, werden wir sofort freudig an den CSU-Bundestagsabgeordneten Georg Nüsslein erinnert, der sich ebenfalls böse versprochen hat am 18. November im Bundestag:
zum Beispiel als „Querulant“ (Lieblingsvokabel des Großen Diktators für solche Leute) ist möglich. Der Quer-ulant muss allerdings einige Jahre schwerer Diskriminierung fürs Quer-sprechen und Quer-handeln aushalten.
Das zeigt das Beispiel das katholischen Vikars Ernst Moritz Roth aus dem Siegerland. Ich habe diese Geschichte ausgewählt, weil sie sehr viele Gemeinsamkeiten mit der Geschichte des katholischen Pfarrers aus seinem und meinem Dorf enthält, die mir mein verstorbener Vater erzählt hat:
So fing es auch mit dem Pfarrer aus unserem Dorf an: mit Worten gegen die NS-Ideologie (die nur eine dünne pseudowissenschaftliche Hülle um einen eher kurzfristigen politischen Plan war). Und das wurde dann verschärft durch Geplänkel um Termine der Hitlerjugend und der kirchlichen Ministrantentreffen. Es ist unklar, wer damit angefangen hat, die Termine so zu legen, dass sie sich mit den anderen überschnitten. Jedenfalls hat der Pfarrer Ministranten an die Hitlerjugend verloren und dann am Sonntag noch klarer gegen die Nazis gepredigt als schon länger.
Die örtliche Geschichte schaukelte sich im Laufe der Zeit auf die übliche Weise weiter auf:
An Prügeleien von Jungmännern kann ich mich in der Geschichte von meinem Vater nicht erinnern. Aber weil er sonst viel davon erzählte, können sie durchaus auch dazugehören. Nun gehört es immer noch zum Wesen von solchen Prügeleien durch Jungmänner, dass sich die Schuldfrage nie klären lässt, selbst wenn sie eigentlich sehr übersichtlich ist. Aber alles andere war natürlich eingeschlossen: Noch sehr zivilisierte Beschimpfungen wie „Querulant“, „Hohlköpfe“ oder „Hampelmänner“.
Solche Konflikt- und Eskalationsgeschichten können eine Weile laufen, aber nicht jahrelang. Dann kommt es unweigerlich zu Maßregelungen durch den Staat und auch durch die eigenen Vorgesetzten: Damit ist in jedem Staat immer zu rechnen. Wer deswegen schon einknickt, ist kein echter Widerständler, noch nicht einmal ein Quer-ulant. Dabei bleibt es auch nicht:
Trotz allen hartnäckigen Widerstands wird ein Quer-ulant vom Staat normalerweise nicht umgebracht, auch nicht von einem Terror-Regime. Man kann da schon etwas riskieren, um seine Prinzipien nicht zu verraten. Und es gibt auch noch andere Gefahren im Leben. Der mutige Pfarrer aus dem Dorf meines Vaters, unserem Dorf, wurde übrigens schlechter behandelt und hatte gleichzeitig mehr Glück als der unglückliche Vikar Roth: er wurde irgendwann im Konzentrationslager Dachau eingesperrt, hat es aber überlebt. Es ist für den einzelnen Quer-ulanten schwer vorhersehbar, wie weit ein Regime gehen wird und ob er Glück hat.
Epilog
Viele haben letztlich auch kein Glück, die einem Regime immer gehorchen und alles tun, was man ihnen sagt. Es kann der Militärdienst in einem unsinnigen Krieg mindestens so tödlich sein wie das Predigen gegen ihn. Mindestens!
Es kann auch die Impfung gegen eine Krankheit für einen selbst tödlicher sein als die Krankheit selbst. Es ist ungewiss, welches Übel einen erwischt. Deshalb ist es in einer freien Gesellschaft vorzuziehen, dass man sich aus freiem Willen entscheidet: Krankheitsrisiko oder Impfung? Dann kann man wenigstens keinem anderen die Schuld geben, wenn es schiefgeht. Das ist auf Dauer sehr wichtig für den inneren Frieden. Denn es gibt nun einmal immer Lebensrisiken, für die es keine dauerhafte kollektive Lösung geben kann. Am schlimmsten ist es dem Menschen aber, zu etwas gezwungen zu werden, das er für eher nicht sinnvoll oder gar für offensichtlich unsinnig oder gar verbrecherisch hält:
Pfarrerinnen in Schwetzingen mit Chesterton-Zitat
Gedankenexperiment: Wie lange würde ein Pfarrer in der evangelischen Kirche heute im Amt überleben, der seinen Amtsschwestern auf diesem Foto den Missbrauch des christlichen Glaubens für allzu weltliche Zwecke vorwirft? Wie lange dürfte er in einer staatlichen Schule Religionsunterricht halten? Würde er damit zweieinhalb Jahre lang durchkommen wie der Vikar Ernst Moritz Roth? Dabei hat tatsächlich DIE Corona-Wissenschaft ihre Parallelen mit der Eugenik. Und die Eugenik gehörte zur NS-Ideologie, die Ernst Moritz Roth von Beginn an als unchristlich denunzierte, ohne jemals nachzugeben. Und ich sage es meiner ehemaligen Kirche mit den Worten von Keith Gilbert Chesterton:
Seitdem die Pfarrer nicht mehr an Gott glauben, glauben sie nicht etwa an nichts, sondern an alles Mögliche
Geimpfte können sehr wohl andere anstecken, wie vielfach erwiesen ist. Die wissenschaftliche Basis für die Behauptung, dass Impfung mehr sei als das Streben nach Eigennutz, nämlich sogar Nächstenliebe, ist damit sehr, sehr dünn. Und ohne eine solide wissenschaftliche Basis handelt es sich dabei eben um eine Ideologie. Statt um Nächstenliebe geht es beim Impfen eher darum, Freiheiten zurück zu bekommen (die zuvor entzogen wurden und bei Weigerung entzogen bleiben). Das ist kein Geheimnis:
Es gibt einen Zwang, nämlich mit Macht verordnete tägliche Gängelung und Freiheitsentzug, der die Impfung zu einer eigennützigen Entscheidung macht (die sie aber vielleicht doch gar nicht ist). Aber es gibt keinen durchsetzbaren Impfzwang, weder in der Schweiz noch in Deutschland. Bis heute ist jede Impfung ohne Ausrede freiwillig. Wer es nicht will, muss nur Nein! sagen.
Sobald diese (wie gesehen höchst widersprüchliche) Ideologie das Recht für sich in Anspruch nimmt, andere ihrem Willen zu unterwerfen, ist diese Ideologie totalitär. Der Rubikon wird schneller überschritten, als viele denken, lange vor einem KZ.
Nachtrag 30.7.2021 Diese Zweig-Zitat ist zwar aus verschiedenen Stellen seines Werks zusammengefasst, bringt das totalitäre Vorgehen aber prägnant auf den Punkt:
Nachtrag 1.8.2021 Hochintelligenter Beitrag von Radio München zur Rolle der Impfung im Corona-Kult: Die Corona-Impfung als Kommunion
Nachtrag 2.8.2021 Auszug aus dem Buch Täter von Harald Welzer:
Es ist Zeit, von dem nichtendenden Trauerspiel um Annalena Baerbocks geschönten Lebenslauf und ihr schlechtes Buch zu den Sachthemen zurückzukehren. Weil das an sich weniger lustig ist, nimmt zunächst der Kabarettist Helmut Schleich ihre grünen Ideen zur Außenpolitik in kurzweiligen 1,5 Minuten aufs Korn:
Nachtrag 12.04.2022 Nun ja, das Video wurde privatisiert, aber es gibt die öffentlich-rechtliche Version noch hier und andere Kopien:
Nachtrag 27.1.2023 Merkwürdig, alle Videokopien bei Youtube sind entweder gelöscht oder gesperrt. Hier gibt es noch eine Kopie:
Im Netz kursiert ein Video, in dem ein gestandener Chefarzt (Chirurg) kurz nach der Pensionierung so ziemlich alles in Frage stellt, was uns die Politik als medizinisch-wissenschaftliche Wahrheit zu Corona verkaufen will.
Prädikat: absolut hörenswert!
Dr. Sarnes ist ein weiterer Arzt, der nicht zum großen Konsens gehört, auf den sich die Politik, ihre Hofvirologen und Pandemie-Simulanten berufen. Einer von vielen.
Seit seiner Pensionierung, also durch die ganze Corona-Zeit hindurch, hat Dr. Sarnes eine schöne Serie von Beiträgen im Rügener Inselreport veröffentlicht, die eine bemerkenswerte Entwicklung nachzeichnen:
Oktober 2020: Dr. Sarnes zu Maskenpflicht, Statistik und Politikern „Das ganze Thema der Masken ist ja eine Posse. …Es wird eine Menge an Unsinn geredet und es wird immer wieder versucht, einer Maske eine positive medizinische Bedeutung zuzumessen. Da fällt immer gerne der Begriff der Studien, die das angeblich klar belegen würden. Man muss aber zur Kenntnis nehmen: es gibt nicht eine einzige Studie, die eine positive Wirkung oder einen Effekt einer Mund-Nasen-Maske belegen kann. Im Gegensatz dazu gibt es unzählige Studien, die die Wirkungslosigkeit wissenschaftlich belegen. In meinen Augen als Arzt ist die Verpflichtung für Kinder, eine Maske zu tragen, eine Form von Körperverletzung. Hier kann ich nur zu energischem elterlichen Widerstand gegen diese Verantwortungslosigkeit aufrufen“
November 2020: Was sind PCR-Tests und RNA-Impfstoffe? „Das, was das RKI meldet sind keine Infektionen, sondern es sind positive Testergebnisse… Die gegenwärtige Anwendungsweise steht der eigentlichen Benutzung und dem Sinn und Ziel dieses Tests völlig entgegen… Medizin ist genau das Gegengesetzte von dem, was wir hier gerade erleben. Es macht mir Angst, dass auch unsere Amtsärzte scheinbar Probleme haben, hier frei zu arbeiten. Gerade sie wissen sehr genau, was Inzidenzen bedeuten. Ich habe kein Verständnis dafür, dass Impfungen, wenn sie denn überhaupt erforderlich sind, nicht von den behandelnden Ärzten gemacht werden, sondern in anonymisierten „Impfzentren“ durchgeführt werden sollen“
Dezember 2020: Hommage an meine Lehrer „Es wurde aber behauptet, es gäbe Kranke, also Infizierte, die keine Beschwerden hätten, selbst nichts von ihrer Erkrankung spüren oder wüssten, dennoch aber andere anstecken und so in Lebensgefahr bringen könnten. Dazu als Arzt meine feste Überzeugung aus Wissen und langer Erfahrung bestehend, das gibt es nicht. Hier ist auch nicht der Virologe gefragt. Diese Themen bearbeiten die Wissenschaftler auf dem Gebiet der Infektionsbiologie. Dazu gibt es auf höchster wissenschaftlicher Ebene klare Positionen. Man hätte den Sommer nutzen können, hier zur Vernunft zu kommen, alle inneren und äußeren Verstrickungen zu lösen und zur Normalität zurück zu finden. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Menschen in diesem Land ohne Frage den Politikern verziehen“
Februar 2021: Warnung: „Versucht so etwas nie wieder!“ „Sofortige Änderung der Teststrategie. Testzentren schließen, Routinetestungen unterlassen, Eingangstestungen in Kliniken beenden. Testungen werden nur noch in den Arztpraxen durchgeführt im Rahmen der Diagnostik und zwar nach Ermessen des Arztes. …Ich nenne das „Rückführung von Kompetenz“ vom Politiker zum Arzt. Dann werden wir auf ganz einfache Art nur noch die Kranken haben. Und dann dürfen wir auch diese Zahl, die wir ermitteln, Inzidenz nennen. Die Letalität von COVID-19 hat die WHO beziffert mit rund 0,14 %. Das ist nicht weltbewegend, weil wir diesen Wert dann ermitteln von den Kranken, nicht von den positiv getesteten Menschen. Abkehr von der 0-Covid-Strategie. Das ist so absurd und realitätsfern, dass ich mir Sorgen mache„
März 2021: Wissenschaft oder Politik? Impfschutz oder Impfrisiko? „Es gab früher, als Medizin noch von Ärzten gemacht wurde den Grundsatz, niemals in eine aktive bzw. laufende Krankheitswelle hinein zu impfen. Aber gut, vielleicht hat sich ja auch hier, seit Medizin von Politikern gemacht wird, die „Erkenntnis“ geändert… Was mir persönlich Angst macht, ist diese Leichtigkeit und Hemmungslosigkeit, mit der sie unsere Grundrechte nehmen und diese dann, wenn wir artig machen was sie sagen, als Privilegien angeboten werden“
Auf der ‚Schwarzen Liste‘
Ein bemerkenswertes Interview beschäftigt sich damit, dass und wie Dr. Sarnes auf eine ‚Schwarze Liste‘ des Bundesgesundheitsministeriums geraten ist, weil er angeblich ‚unrichtige Gesundheitszeugnisse‘ ausgestellt haben soll: „Ich war ein klinisch tätiger Chirurg und Orthopäde und komme schon aus diesem Grund gar nicht in den Verdacht, Atteste zu derartigen Problemen auszustellen. Ich würde sehr erstaunt sein, wenn man mir ein solches, von mir ausgefülltes und unterzeichnetes Attest als Begründung zu dem Vorwurf auf den Tisch legen könnte„
Nachtrag 16.7.2021
Stiko gegen die Politik
Ein sehr schönes Beispiel von Ärzten mit Amt, die mit der Politik nicht übereinstimmen und das auch öffentlich äußeren, haben in den letzten Wochen Mitglieder der Stiko (Ständige Impfkommission) gegeben. Stiko-Chef ging mit einem Interview in der taz voran:
Die wichtigsten Aussagen (mit Überschriften von mir): Gesunde Kinder sind durch Corona nicht ernsthaft gefährdet „Für gesunde Kinder und Jugendliche der Altersgruppe ist das Risiko an Covid-19 zu sterben derzeit rein statistisch gleich null„ Long-Covid ist mehr ein Gerücht „Zusammenfassend kann man jedenfalls sagen, dass es zu Long Covid in dieser Altersgruppe einfach keine verlässlichen Daten gibt“ Impf-Risiken sind nicht ausreichend untersucht „Da lässt sich schon mit Hilfe der Mathematik ableiten, dass die Studie keine Risiken abbilden kann, die seltener als 1:100 sind“ Sehr geringes Krankheitsrisiko und unklare Impfrisiken sprechen gegen die Impfung von Kindern „Wenn die Kinder und Jugendlichen ein sehr geringes Krankheitsrisiko haben, dann müssen wir auch verdammt sicher mit der Impfung sein“
Im Ergebnis gibt es bis heute keine Stiko-Empfehlung für die Impfung von Kindern und Jugendlichen.
Politischer Druck
Und dagegen gibt es offensichtlich Druck aus der Politik:
Klar ist hier nur eines: Die Politik übt Druck auf Ärzte aus, damit Empfehlungen so ausfallen, wie sie es will. Und wenn die Stiko nachgibt, dann wird die Politik sagen, dass sich „die meisten Ärzte“ und „die Wissenschaft“ einig sind, dass die Impfung richtig ist. Und das ist dann auch sehr schnell die Basis für einen Impfzwang oder für Schikanen gegen Ungeimpfte.
Und Prof. Kremsner hat gestern Abend bei Markus Lanz praktisch dieselbe Argumentation vertreten wie Mertens: „Die Impfstoffe haben derzeit bei Kindern und Jugendlichen im Vergleich zur Krankheit noch zu viele Nebenwirkungen“
Das hat er auch bei Lanz gesagt, und Habeck saß daneben und hat es sogar noch zusammengefasst
👆Stiko ist unabhängig von Meinungen und Wünschen aus Politik und der pharmazeutischen Industrie👆 #coronavirus#Corona#COVID19
Impfkommission kontert: Söder muss seine Aussagen korrigieren – via BR24 https://t.co/CvpTD9980p
— Dr. Friedrich Pürner, MPH (@DrPuerner) July 16, 2021
Und am gestrigen Abend hat Stiko-Chef Mertens bei Lanz selbst gesagt, dass er seine Enkel im Moment nicht impfen lassen würde:
Norbert Walther-Borjahns war regelrecht empört. Man wird jetzt sehen, wie die Politik damit umgeht, dass sie beim Kinderimpfen auf geballten und anhaltenden Widerspruch von Ärzten stoßen.
Die Politik versucht vorzugeben, was richtige Wissenschaft ist, und diejenigen Ärzte zu dirigieren oder auszusortieren, die dem noch widersprechen.
Nachtrag 20.07.2021 Die Politik lässt nicht locker. Der sächsische Ministerpräsident erklärt sogar öffentlich, warum er eine Empfehlung der Stiko in den nächsten Tagen erwartet:
Es gibt einen großen Teil der Bevölkerung, der sich sehr nach den Kriterien der #STIKO richtet. Ich hoffe sehr, dass wir i.d. nächsten Tagen auch eine generelle #Empfehlung der STIKO für #Kinder & #Jugendliche bekommen. Dann hätten wir noch mehr Sicherheit & Akzeptanz. #ÄrmelHoch
Im Klartext: Die Stiko muss liefern, damit die Politik Sicherheit und Akzeptanz bekommt. Die Frage, ob das Chance/Risiko-Verhältnis der Impfung bei Kindern in Ordnung ist, ist da zweitrangig. Die Notwendigkeit der Impfung auch von Kindern scheint für die Politik a-priori festzustehen. Wodurch?
Auch Stiko-Chef Mertens hat bereits für Wirbel gesorgt und die Berichte über LongCovid bei Kindern als wissenschaftlich unbelegt dargestellt. Das ist für das in Medien häufig bemühte Narrativ äußerst unangenehm:
Nachtrag 25.7.2021 Söder will ein Impfprogramm für Schüler unabhängig vom Votum der Stiko auf den Weg bringen: „Wir müssen uns für den August auf ein gemeinsames Impfprogramm für Schülerinnen und Schülern festlegen – und zwar unabhängig von der Stiko“ Zur Not lässt die Politik inzwischen auch das Feigenblatt vom medizinischen Konsens fallen, der hinter ihren Maßnahmen stehe.
Nachtrag 1.8.2021 Politik will Impfangebote für Jugendliche ausweiten – schon ohne Empfehlung der Stiko. Das ist ein deutlicher Hinweis, dass die Ergebnisse von Wissenschaft und die Meinung von Ärzten zwar willkommen sind, wenn sie passen, die Entscheidungen aber unabhängig von ihnen bereits zuvor feststehen:
Nachtrag 2.8.2021 Karl Lauterbach stellt der Stiko eine ärztliche Bescheingung über ihre Aussagen zur Impfung aus. Die Mechanismen, mit denen Politiker in einem großen Konsens festlegen, was „die Wissenschaft“ sagt, ist also denkbar einfach: Wer bisher die lautesten und schlechtesten Prognosen abgegeben hat, darf den Ton vorgeben.
Nachtrag 8.8.2021 Sogar im ZDF sind schon Aussagen von Ärzten gesendet worden, die so gar nicht zum politisch erzeugten Druck zur Impfung der Kinder passen:
ZDF: Freiburger Ärzte gegen Kinderimpfung und LongCovid-Hype
Geradezu beiläufig räumen sie am Ende noch LongCovid bei Kindern als Gerücht vom Tisch. Wie ist es möglich, dass die Politik trotzdem mit ihrer Panikmache durchkommt?
Nachtrag 21.11.2021 Dieses neue Video von Dr. Thomas Sarnes hat zu einer Flut von Zugriffen vor allem über Suchmaschinen auf diesen Blogbeitrag geführt:
Nachtrag 21.12.2021 Noch ein Video von Dr. Thomas Sarnes, in dem er auch noch über die Rolle der Stiko und den politischen Druck auf sie spricht:
Über Karl Lauterbach: „Er behauptet von sich, er sei Epidemiologe, hat aber gar keinen Abschluss. Das ist Hochstapelei. Arzt und Epidemiologe…ich habe mit beidem ein Problem. Das was er so von sich gibt, diese ganze Rhetorik, das ist so weit weg von jedem ärztlichen Verhalten“
einer akzeptablen Hypothese in „Verschwörungstheorie“ und wieder zurück ist für die „Wahrheitssysteme“ machbar.
Die Hypothese
um die es hier als eindringliches Beispiel geht, ist die Hypothese, dass das Coronavirus nicht natürlich bzw. zufällig entstanden, sondern in einem Labor künstlich erzeugt worden ist. Diese These ist früh aufgekommen und hat zunächst ihren wichtigsten Vertreter im französischen Medizin-Nobelpreisträger Luc Montagnier gefunden. Montagniers begründete Vermutung schaffte es aber im April/Mai 2020 im deutschsprachigen Raum nur in eine entlegene Provinzzeitung (aus der sie später auch wieder gelöscht wurde) und z.B. in eine anständige Agrarzeitung:
Beide randständigen Artikel stellten zwar die These einigermaßen sachlich dar, aber vorsichtig mit Diskussion der Möglichkeit von ‚Fake News‘.
Widerlegungsversuche
Wenn auch die Laborthese kaum irgendwo auf Deutsch wissenschaftlich neugierig und korrekt diskutiert wurde, so wurde sie doch prominent und polemisch bekämpft, z.B. im Ärzteblatt schon vor Montagniers Äußerung im März 2020:
Auffällig ist, dass niemand konkret genannt wird, der schon bis zu diesem Zeitpunkt das Gegenteil behauptet hätte, also widerlegt werden sollte, nur ganz namenlos ‚mancher Verschwörungstheoretiker‚. Und es bleibt festzuhalten, dass es rein logisch von einem echten Gegenbeweis keinen Weg zurück zur Hypothese geben kann. Kommt die Hypothese doch wieder ins Spiel, dann war der ‚Beweis‘ erwiesenermaßen falsch und derjenige, der ihn so genannt hat, hat sich grob getäuscht.
Alice Echtermann von Correctiv ist vorsichtiger als das Ärzteblatt, denn sie erklärt nicht die Laborthese in voller Allgemeinheit für widerlegt, sondern nur speziell Montagniers HIV-These. Aber ihre Argumente waren nicht wissenschaftlich valide, denn weder wird eine These dadurch schon widerlegt, dass andere Wissenschaftler ihr widersprechen, noch dadurch, dass jemand ein Paper zurückzieht. Zusätzlich sei erwähnt, dass Alice Echtermann eine Kommunikationswissenschaftlerin ist und auf Fake News spezialisiert. Das ist nun allerdings hier keine vertrauenswürdige Qualifikation, denn in einer solchen Debatte unter Naturwissenschaftlern ist ja nicht a priori klar, was wahr ist und was Fake News: natürliche Entstehung ist grundsätzlich genauso eine Möglichkeit wie die Entstehung im Labor. Und die Entstehung im Labor ist ja heute noch (oder wieder) eine Option. Nicht nur, dass Frau Echtermann hier zu freigiebig mit dem FakeNews-Begriff hantierte, ist ihr aus heutiger Sicht auf die Füße gefallen, sondern auch die Berufung auf den deutschen Virologen-Halbgott Christian Drosten am Ende ihres Artikels:.
Drosten bekleckert sich mit Rum
Drosten hat sich nämlich gegen Montagniers These erstaunlich weit aus dem Fenster gehängt, mit erstaunlich wenig wissenschaftlichen Argumenten. Der Focus berichtete prominent darüber:
Anmerkung: wenn es wirklich „nur eine Antwort“ darauf hätte geben können, hätte es auch nie wieder eine Debatte darüber geben können. Die gibt es aber inzwischen wieder! Der überhebliche Ton, den dieser Focus-Bericht transportiert, ist also in jedem Fall bereits heute als unangemessen identifiziert. Und hier wird nicht nur die HIV-These ausgeschlossen, sondern ganz allgemein jede Entstehung im Labor.
Die (recht kurze) Originalstelle mit Drosten findet sich im Interview mit Drosten beim NDR am 12. Mai 2020: Auffällig an den Aussagen von Drosten ist zweierlei: – sie sind sehr emotional und arbeiten stark mit Wiederholungen: erledigt, erledigt, erledigt (bedeutet wohl: geh doch bitte weg!) – er beruft sich auf einen Konsens, sogar einen lateinischen ‚Konsensus‘, der heute so nicht mehr existiert und damit viel weniger wert war, als er damals hoffte – nur eines der Argumente hat überhaupt einen wissenschaftlichen Inhalt. Dieses (grün markierte) statistische Argument ist aber strenggenommen nur ein Argument gegen die Stichhaltigkeit von Montagniers Begründung, nicht aber gegen die Laborherkunft als solche. Montagniers Argument war, dass die Mutation wegen ihrer statistischen Unwahrscheinlichkeit künstlich hergestellt sein MUSS. Auch wenn sie nicht überzufällig wäre, KÖNNTE sie aber immer noch künstlich hergestellt worden sein, denn auch kleine Änderungen können natürlich im Allgemeinen künstlich hergestellt werden. Zwischenfazit: Drostens Attacke gegen Montagniers These war auffällig emotional und stand gleichzeitig wissenschaftlich auf ziemlich dünnen Beinen. Er hat sich hier für jeden Naturwissenschaftler erkennbar nicht mit Ruhm für eine hochwissenschaftliche Argumentation bekleckert.
Dunkler internationaler Verdacht
Während in Deutschland im Frühjahr 2020 die natürliche Entstehung des Virus eisern als absolute Wahrheit verteidigt wurde, gab es international, vor allem in angelsächsischen Medien wie Newsweek bereits drastische Nachrichten und Vorwürfe zu den Laboraktivitäten in Wuhan:
Im Labor in Wuhan sollte angeblich bis kurz vorher an genau dem geforscht worden sein, was 2019 ausgebrochen ist: ein neues Coronavirus mit schärferen Eigenschaften. Das aus heutiger Sicht besonders Interessante war aber, dass diese chinesischen Forschungen angeblich aus den USA finanziert wurden mit Geldern vom amerikanischen Virologen-Papst Anthony Fauci, der damals noch Präsident Trump beriet und mit ihm über Corona im Clinch lag. Seine ‚leadership‘ in der Pandemie kann dabei durchaus doppeldeutig verstanden werden.
Was damals ausgerechnet in US-Medien berichtet wurde, in deutschen aber gar nicht, passte wiederum ganz hervorragend zu dem, was Montagnier und andere sich als angebliche Hirngespinste ausgedacht haben sollten, warum auch immer.
Große deutsche FakeNews-Wende
Es kommt nicht oft vor (aber in den letzten Jahren immer öfter), dass die deutsche Medienlandschaft fast einstimmig eine 180°-Kehrtwende hinlegt und plötzlich eine These diskutiert und teilweise rehabilitiert, die sie zuvor tief im FakeNews-und „ekligen“ Verschwörungssumpf entsorgt hatte: so eine Aktion ist ja auch immer oberpeinlich, aber manchmal unvermeidlich, wenn sich Medien zu einstimmig und zu weit aus dem Fenster hängen, um unerwünschte Ansichten zu diffamieren. Genau das ist aber mit der Laborthese im Februar 2021 passiert. In mehr Medien als sie zuvor diffamiert wurde, wurde sie jetzt offen diskutiert, teilweise zustimmend, teilweise ablehnend, aber jedenfalls nicht mehr außerhalb jeder Diskussion:
Auffällige Punkte:
Bilder untermauern oftmals die Laborthese, auch wenn der Text ihr vehement widerspricht
Der NDR, der ein Jahr zuvor noch Drostens Unsinn-Verdikt über die Laborthese verbreitet hatte, berichtet erstaunlich positiv über Wiesendangers „neue“ Erkenntnisse
Der SPIEGEL, der zunächst kein gutes Haar an Wiesendanger ließ („krude Corona-Studie“) legte erst kürzlich („aktuelle Recherchen befeuern die Theorie“) zugunsten der Laborthese nach und gab dem ganzen noch einen gruseligen, anti-chinesischen Oberton („Todesschreie der Marderhunde“)
und garnierte das Ganze damit, dass er ebenfalls und entschieden die Laborthese rehabilitierte: „Dabei ist die Frage nach dem Ursprung des Virus zweifelsohne brisant und offen: Selbst die WHO räumte nach einigem Hin und Her ein, dass sie die These, dass das Virus aus einem Labor kommen könnte, nicht ausgeschlossen hat„
Mit diesem höchsten Segen hat der Medien-Mainstream in Deutschland eine heikle Operation abgeschlossen: Seine eigenen starken Meinungen über die Laborthese abgefrühstückt und das Tor in eine Zukunft geöffnet, in der die Laborthese offensichtlich noch eine Rolle spielen wird.
Gut gealtert
sind meine Kommentare zum Thema Laborthese. Ich habe:
u.a. als Kommentator bei Übermedien bestritten, dass Montagnier tatsächlich wissenschaftlich widerlegt ist, und die dafür von Mainstream-Gläubigen üblichen Prügel bezogen: Diese Leute verstehen leider nie, dass ein Widerspruch noch keine Widerlegung ist. Deshalb finden sie ja auch „mehrfache Widerlegung“ so großartig. Dabei hätte eine einzige echte Widerlegung ja schon gereicht.
Ich halte auch den angeblichen hohen Wert und Neuigkeitswert der Wiesendanger-„Studie“ für ein Mediennarrativ (s. die frühen Debatten oben) und habe das so bei Übermedien kommentiert.
Mit dem Ende der pauschalen, unwissenschaftlichen Verleumdung der Labortheorie als „FakeNews“ oder „Verschwörungstheorie“ endet allerdings nicht das Lügen insgesamt, sondern:
Fragen werden bleiben, der Spin auch
Selbst, wenn die Laborthese sich als richtig erweisen würde, wären folgende wichtigen Fragen immer noch offen:
Wurde das Virus absichtlich oder durch einen Unfall freigesetzt? (Bisher wurde und wird in erster Linie die Unfallthese ins Gespräch gebracht)
Sind die Orte der Entstehung und der Freisetzung dieselben? (Bei der Unfallthese ist das fast zwingend erforderlich, bei einer absichtlichen Freisetzung keineswegs, denn das Virus kann dafür an den Freisetzungsort transportiert werden)
Waren die Viren, die zunächst in Wuhan/China und dann in Bergamo/Europa auftraten, wirklich identisch? (Ein Nein könnte gut erklären, warum China so viel weniger Tote hatte als Europa und Amerika. Chinesische Medien berichteten 2020 von einem Reimport des Bergamo-Virus als Ursache einer neuen kleineren Infektionswelle)
Diese Fragen, die naturgemäß in China ganz anders beantwortet werden als in den USA sind vor allem interessant im Zusammenhang mit dem Nebel, der sich um die Finanzierung der Aktivitäten in Wuhan rankt, siehe den oben erwähnten Newsweek-Beitrag von 2020: Nebel aus chinesischen Forschern und amerikanischem Geld. Internationaler Nebel, sehr undurchsichtig.
Weitere offene Fragen und Möglichkeiten zwischen natürlicher Entstehung und Erzeugung in einem chinesischen Labor behandelt dieser interessante Artikel:
Er behandelt 4 verschiedene Thesen:
Die These Nr. 2 betrifft die Wuhan-Militärspiele kurz vor dem Ausbruch – und ist eine (immer noch) unaussprechliche Verschwörungstheorie.
Eine Prognose ist mit dieser Vorarbeit leicht: Die Laborthese wird mehr Fahrt aufnehmen, häufiger und dringlicher vorgebracht werden. Kritik daran wird in den Mainstream-Medien weiter zurückgedrängt werden.
Und gerade heute kam das neue Cicero-Heft ins Haus:
Der Artikel ist nicht ganz plump, erwähnt immerhin einmal auch die Geschichte, dass Faucis Organisation die Forschung an Fledermausviren in Wuhan finanziert hat, aber es geht doch um China, China und China.
Das Editorial dazu gibt es online hier. Recht amüsant liest sich die Passage über Trump und Biden: „Doch der ehemalige US-Präsident war ein denkbar schlechter Gewährsmann. Denn einem notorischen Lügner wie ihm konnte man leicht unterstellen, dass er mit seinem Geraune lediglich ablenken wollte vom eigenen Versagen im Kampf gegen Corona. Und so war die Sache, zumindest in der Öffentlichkeit, schnell abgehakt. Doch siehe da: Auch unter Trumps Nachfolger Joe Biden ist plötzlich wieder von der Laborthese die Rede. Und zwar mit reger Beteiligung amerikanischer Geheimdienste, die nach und nach gezielt Indizien lancieren, wonach das Virus keineswegs von einem Markt in der chinesischen Metropole Wuhan stammt, sondern aus dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Wuhan Institute of Virology“
Zwei Anmerkungen dazu: – die Schuldzuweisung für das voreilige „Abhaken“ der Laborthese geht vor Trump an die Medien. Das ist oben recht breit ausgeführt. – Ich für mein Teil bin nicht überzeugt, dass ich einem dementen Greis wie Biden mehr Vertrauen entgegenbringen sollte als einem „notorischen Lügner“ wie Donald Trump. Nein, Trump war wenigstens noch in der Lage, selbstständig zu lügen.
Zwei hervorragende Beiträge von Bernhard Kirner zu Karl Lauterbach und seiner Narrenfreiheit in den Medien. Heute das glatte Gegenteil von gestern erzählen? Karl Lauterbach muss dafür vor allem in den öffentlich-rechtlichen Medien mit kaum einer kritischen Frage rechnen. Er geniesst nämlich völlige Narrenfreiheit:
Es ist, als seien solche Horror-Visionen, raffiniert und intelligent konstruiert, um panische Angst zu schüren, niemals abgegeben worden. Das funktioniert nur deshalb, weil Medien einem Gauner wie Lauterbach volle Rückendeckung geben, wenn ihre Geschichten zu Staub zerfallen, während sie andere nicht mehr einladen, weil sie sich (angeblich) geirrt hätten:
Nachtrag 9.7.2021 Oskar-Lafontaine hat in einem Facebook-Beitrag Lauterbach explizit als ‚Covid-Heulboje‘ bezeichnet: